Das "Dutzend" Woher?

Welche Sitten und Gebräuche pflegte man im Mittelalter? Ob christlich oder heidnisch - hier wird es diskutiert.

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Das "Dutzend" Woher?

Beitragvon Flinkhand » 26.12.2005, 20:57

Marco ...
... Erstellt am 20.10.2005 - 19:25

Wer kann mir erklären, woher die Maßeinheit Dutzend (12) kommt, wo doch eigentlich unser komplette Umwelt auf dem 10er-System beruht?



Flinkhand ...
... Erstellt am 20.10.2005 - 20:11

Das Dezimalsystem ist, glaub ich, noch relativ neu in dieser Welt. Aber Details hab ich auch nicht.

Claudia, Die Flinke



Rigana ...
... Erstellt am 20.10.2005 - 20:17

Wikipedia

Neben dem Artikel gibts auch noch eine Untersuchung des Wortes im Wiktionary.

Liebe Grüße,
Rigana



Wyvern ...
... Erstellt am 21.11.2005 - 13:53

Und wieder bin ich ein Stück schlauer geworden...
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Beitragvon wurm » 08.05.2006, 18:41

rechnen im Duodezimalsystem (also auf 12ern) ist antikes Erbe und macht nur mit römischen Zahlen sinn, oder auch gar nicht. rechnen im Mittelalter ist ein total interessantes Thema! Für eine einfache Division musste man schon komplizierte Denkschleifen gehen.
Erst mit Fibonacci 1202 kommt die Revolution der arabischen Zahl und das Dezimalsystem, hat sich aber noch lange nicht durchgesetzt.
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Beitragvon Knappe » 09.05.2006, 11:17

Ich weiß nicht, ob das jetzt direkt damit etwas zu tun hat, aber im Französischen z.B. wird auch ganz anders gezählt:

Sechzehn hat zum Beispiel noch eine eigene Bezeichnung (Seize), erst bei Siebzehn fängt die Rechnerei an (Dix-sept für dix=zehn und sept=sieben).
Ähnlich ist es bei den größeren Zahlen: bis 60 gibt es eigene Bezeichnungen (Soixante), ab 70 wird dann gerechnet (Soixante-Dix für soixante=sechzig und dix=10). Somit ist 70= 60+10. Achzig ist aber nicht 70+20, sondern 4*20 (Quatre-Vingts). Neunzig dementsprechend 4*20+10 (Quatre-Vingts-Dix).

Im Deutschen hat man bis Zwölf eigene Bezeichnungen für die Zahlen, dann fängt´s ja mit Drei-Zehn an... :biggrin: - Ob das noch was mit dem alten Zwölfersystem zu tun hat? :gruebel:
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Beitragvon Serinde » 15.02.2008, 19:06

Ein Link zum Rechnen mit arabischen und Römischen Zahlen, man Beachte die "Rechenschule" ;-)

http://www.adam-ries-bund.de/
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Beitragvon Rika » 17.12.2008, 15:18

Hallo

Mein Physiklehrer hat mir mal etwas interessantes erzählt, natürlich hatte er keine Belege dafür, aber es klingt logisch:
Zwölf ist unteranderem deshalb eine so besondere Zahl, weil man mit einer Hand bis zwölf zählen kann.
Und zwar wurde früher angeblich nicht so gezählt, dass man einen Finger für 1 hochhebt, sondern es wurde mit dem daumen gezählt:

1: Daumen liegt auf dem untersten Glied des Zeigefingers
2: Daumen liegt auf dem mittleren Glied des Zeigefingers
3: Daumen liegt auf dem obersten Glied des Zeigefingers
4: Daumen liegt auf dem untersten Glied des Mittelfinger
usw.
12: Daumen liegt auf dem obersten Glied des kleinen Fingers

hat man ein Dutzend an einer Hand voll so kann man dies an der anderen Hand zeigen, (an der rechten Hand steht jedes Glied für eine Zahl; an der linken Hand jedes Glied für ein Dutzend), so kann man mit seinen zwei Händen bis 144 zählen!

hoffe das war verständlich... ich finde es sehr interessant

abgesehen davon hat die zwölf natürlich symbolisch auch ziemlich große Bedeutung, in wie fern das jedoch zur Art des Zählens beigetragen hat...???
Mein Lehrer sagte mir jedenfalls, dass unser 10-System relativ neu ist und früher im 12-System gezählt wurde.
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Beitragvon Dvergr » 17.12.2008, 15:42

Mir wurde damals auch erzählt, dass wir das dezimalsystem nur deshalb haben, weil wir halt 10 Finger haben... als Gegenbeispiel hat man uns von irgendeinem Eingeborenenstamm erzählt, die ein 20er System haben, weil die halt auch mit den Zehen zählen... solls angeblich wirklich geben.

Und das 12er System hat halt den Vorteil, dass 12 einfach eine schöne zahl ist, die man halt durch 2, 3, 4 und 6 dividieren kann. 10 lässt sich ja nur durch 2 und 5 dividieren.
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Beitragvon Barde » 17.12.2008, 16:38

jedes system macht in sich sinn; so ist es ja gedacht ...

ob die geschichte so stimmt. wie wir vor urzeiten mal zum 12er gekommen sind, weiß ich nun auch nicht; aber esklingt zumindest nachvollzehbar :-)

das dualsysem (für leute, die in der steinzeit die ersten edv-kurse an schulen mitgemacht haben, vielleicht noch vertraut) besticht ja durch grundlegende einfachheit ... - und ist zugleich grundlage für größere systeme, die weierhin auf der verdopplung beruhen, wie z.B. 16er.

und dem einen oder anderen Pratchett-Fan vielleicht noch bekannt, aber trotz seiner fantasyherkunft ebnfalls sinnvoll durchdacht bzw. aus dual und hexadezimal hergeleitet:

1-2-3-viele
viele 1 - viele 2 - viele 3 - viele viele
viele viele 1 - viele viele 2 - viele viele 3 - viele viele viele
viele viele viele 1 - viele viele viele 2 - viele viele viele 3- EINE MENGE
das braucht es für viele / vieleviele / vielevieleviele doch nur noch eigene schriftzeiche und es taugt was :-)
im prinzip funktioniert da sogar wieder (in kleinerem maßstab) die daumen-auf-finger-methode; nur eben gleich verrenkungsarm der ganze finger, keine einzelglieder ...
www.silberkram.de
www.brettchenweber-shop.de

Ein Hund sitzt neben dir, während du arbeitest - eine Katze sitzt auf deiner Arbeit!

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Beitragvon Peregrina » 17.12.2008, 16:57

@Dvergr: Das kam mal auf arte in Karambolage, wo die französische Rechnerei erklärt wurde - das mit den 20 Fingern und Zehen. Und es gibt noch einen Stamm, der zählt 40: Mann und Frau... vielleicht kann man sich die alten Folgen noch irgendwo angucken?
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Beitragvon Morgan » 23.03.2013, 21:04

Die Babylonier waren wohl das erste Volk, das großartige mathematische leistungen zustande brachte. Sie rechneten mit dem Sechziger-System, das den Vorteil hat, erheblich mehr Rechenoperationen ganzzahlig darstellen zu können als das Dezimalsystem, einfach weil es mehr Teiler der zugrundeliegenden zahl ( 60) gibt.
Reste von diesem Sechziger-Sytem findet sich heute noch zB in der Winkelberechnung (der Kreis hat 6 x 60 Grad = 360 Grad), in der Aufteilung der Stunden (60 Sekunden, 60 Minuten) und auch ein Sinnenumlauf hat 360 tage plus pi mal Daumen" 5 Tage. - Oder eben 12 Mondmonate plus ein paar Tage und den Babyloniern waren Sone und Mond als Gottheiten sehr wichtig. Das Sechziger-System bringt einfach am Besten beide Umläufe - Sonne und Mond - am nahesten zusammen.
Da die Babylonier hautsächlich geometrische und astronomisch-astrologische Berechnungen anstellten, wählten sie vermutlich dieses zahlensystem.

Übrigens soll die Zahl der "Gerechten", also jener, die den Weltuntergang Harmageddon überleben und als irdische Herrscher über die neue Welt eingesetzt werden, nach alttestamentarischer Auffassung 144 000 sein - also auch wieder eine durch 12 (Dutzend!) bzw. 60 Teilbare Zahl...
Heute reicht es ja, nur mal kurz vor die Tür zu gehn, um festzustellen, dass das Leben teilweise zu 99% aus Realität besteht! (Piet Klocke)
Morgan
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