Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Mit Schlaufentechnik und Holznadel zum warmen Socken.

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Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Glaskocher » 10.05.2020, 13:08

Hallo Freunde der begreifbaren Geschichten!

Zum Märchen "Das Mädchen und die sieben Schwäne*" plane ich, den siebten Bruder als Figur zu machen. Das ist der Bruder, dessen Hemdchen nicht ganz fertig wurde und wegen des fehlenden zweiten Ärmels ein Schwanenflügel nicht zurück verwandelt wurde.
* = Es gibt ähnliche Geschichten mit Raben und der Zahl Sechs, jedoch ähnlicher Handlung.

Meine Idee ist, dieses Hemd aus gesponnenem Nesselgarn zu fertigen. Es ist derzeit als Single auf der Spindel und ich kann von zwei gleichen Spindeln zwirnen. Das Garn habe ich aus den längsten Fasern vom Werg gesponnen, der beim Erzeugen von Nessel-Langfasern angefallen ist. Im Märchen wird "Flechten" als Technik genannt. Ich vermute aber, daß "Nadeln" der (damaligen) Realität näher kommen könnte. Zumindest ist das eine Technik, für die die Schwester kein aufwändiges Werkzeug braucht. Soviel zur Theorie...


Mit dem Buch "NADELBINDEN, Was ist denn das" von Ulrike Claßen-Büttner habe ich die erste Literatur in der Hand. Die Nadeln habe ich mir aus Eisstiel und Buchsbaum geschnitzt und zum Üben Wolle zum Strickfilzen besorgt. Da ich später mit einem recht feinen Garn (ca. 0,5-1mm Durchmesser als Single/Zwirn) arbeiten will ist der "Daumenfang" vor dem ersten Test schon an meiner Handgröße gescheitert, deshalb muß ich die "Freihandmethode" üben.

Mit einer "Länge" Wollgarn starte ich mit einem losen (Überhand-) Knoten und verlängere ihn mit U/OO-Stichen zur Anfangsreihe. Dann noch eine "Wendeluftmasche" dran und zurück mit F1B1-/-O Stichen. Diese Stiche umgreifen den Kreuzungspunkt zweier "Maschen" der Vorreihe und sind seitlich nicht miteinander "verhängt", was mit dem -/- der Hansen-Notation angedeutet werden soll. Wenn man diesen Stich konsequent in der Hin- wie Rückreihe (bei zwischedurch gewendetem Werkstück) anwendet, dann ähnelt das Gewebe einem abwechselnd rechts und links Gestrickten. Ändert man den Stich der "Rückreihe" auf B1F1-/-U, dann ähnelt das erzeugte Gewebe einem glatt rechts Gestrickten. Diese beiden Varianten werden auch als "Koptischer Stich" benannt. Sie erzeugen erfreulich wenig seitlichen Drall im Gewebe und sind recht elastisch. Das "glatt rechts" Genadelte rollt sich etwas zur "rechten" Seite und ist längs etwas weniger dehnbar als das "rechts-links" Genadelte. Wegen der zu großen Ähnlichkeit mit dem Stricken will ich diesen Stich nicht verwenden.

Als dritte "Maschenprobe" habe ich das "Einfach verhängte Verschlingen" versucht. Das wird nach Hansen mit F1U/OO beschrieben. Die Arbeit geht recht flott "von der Nadel" und man kann Hin- und Rückreihen nicht im fertigen Gewebe unterscheiden. Dem Gewebe sieht man an, daß es weder gehäkelt noch gestrickt sein kann, denn die vorherrschende Fadenrichtung ist die Diagonale. Es ist ähnlich dicht wie der oben besprochene "Koptische Stich". Dieses Gewebe hat einen deutlichen diagonalen Drall, bei dem die sichtbare Fadenrichtung sich zu verkürzen sucht.

Meine vierte (und bisher letzte) Maschenprobe an diesem Läppchen ist eine im Buch nicht beschriebene Variation der vorigen Technik. Hansen würde F1U/OU schreiben. Durch den zusätzlichen Seitenwechsel des Fadens wird das Gewebe flacher und fester. Der diagonale Drall vermindert sich etwas, bleibt aber deutlich bemerkbar. Man sieht im Maschenbild kleine Unterschiede zwischen der Hin- und Rückreihe und das Gewebe ähnelt etwas dem des Oslo-Stiches.


Mit einem dreifach gezwirnten Nesselgarn (siehe oben) habe ich den zuletzt beschriebenen Stich ausprobiert. Die Anfangsreihe ist deutlich zu lose und wurde im späteren Verlauf recht knubbelig. Auch insgesamt erscheint das Gewebe recht luftig, für mein Empfinden zu luftig für ein "Panzerhemdchen". Jetzt muß ich zuerst einen gleichmäßigeren und feineren Anfang erzeugen und dann einen Stich finden, der meiner Vorstellung näher kommt. Möglicherweise ist es dann die dritte Maschenprobe. Auch werde ich eine Möglichkeit des Ansetzens von einem nicht filzbaren Faden noch finden und üben müssen. Bei diesem Stich bietet es sich an, den Ersatzfaden über einige (zehn?) Maschen auf der Vorreihe liegend zu "überfahren", um ihn dann bei zu kurzem aktuellem Faden einwechseln zu können. Der Rest des dann alten Fadens würde wiederum mit dem Neuen "überfahren", bis er ausreichend vernäht ist. Beim Häkeln mit festen Maschen habe ich gute Erfahrung mit dieser Art des Fadenwechsels gemacht. Bei mindestens drei Ansätzen je Meter Häkel-Reihe muß man sich Etwas einfallen lassen, um nicht dauernd Fadenenden vernähen zu müssen.


Überlegungen:
Für einen gleichmäßigeren Anfang könnte ich eine oder zwei Reihen aus einem wesentlich kompakteren Garn arbeiten, das weniger verschleißt beim Durchziehen, um in Ruhe nachziehen zu können, bis die Maschengröße stimmt. Sobald mir das Ergebnis gefällt will ich auf das Nesselgarn wechseln und später das Startgarn wieder heraus trennen.

Die finale Garnstärke ist auch noch nicht richtig festgelegt. Das dreifach Gezwirnte erscheint mir so im Nachhinein etwas dick zu sein. Eventuell muß ich auch auf zweifach-Zwirnen zurück gehen, um das Garn etwas feiner zu machen.

Vom Schnitt her weiß ich noch nicht, ob ich rund arbeite oder vorne eine Stoßkante (mit Knöpfen?) mache. Das runde Arbeiten geht schneller und hat keine Zipfel, die sich rollen können. Allerdings ist es schwieriger, einer (noch nicht gemachten) Puppe das Teil später anzuziehen. Ab dem Ärmelansatz (einfacher T-Schnitt) müßte ich sowiso auf Hin- und Rückreihen übergehen, um an den Kanten die Ärmel beginnen zu können. Oben auf der Schulter müßte ich dann entweder Vorder- und Rückseite miteinancer vernähen (vorne Stoßkante) oder dort eine Knopfleiste machen, um über den Kopf zu kommen. Möglicherweise bekommt die Puppe das Hemd auch "auf den Leib" geschneidert, daß es später nicht mehr auszuziehen ist.

Die Arme, Füße und den Kopf plane ich aus Glas von einer befreundeten Perlenmacherin machen zu lassen, sie macht das einfach besser als ich. Für den Flügel müßte ich einige Spaziergänge am Schwanenweiher machen oder er wird ebenfalls aus Glas gemacht. Der Rest der Puppe könnte aus Jersey-Stoff genäht und mit Werg oder Wolle gefüllt werden.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Allyfants » 10.05.2020, 19:03

Ui, da hast du dir ja einiges vorgenommen. Du fängst auch nie mit etwas einfachem an, oder?

Ich muss mich erstmal wieder in das Nadelbinden einarbeiten, um all deine Fragen und Ansätze kommentieren zu können, ein paar Kleinigkeiten fallen mir aber direkt schon ein:

- ich kenne mich zwar nicht mit Nesselgarn aus, aber alles, was sich bei mir nicht verfilzen lässt, verbinde ich im "Russian Join".
- außerdem nadel ich immer unverzwirnt einfädig
- unter dem Begriff "Nalbinding" findest du einige skandinavische Youtube-Videos, die mir früher, trotz Sprachbarriere, sehr geholfen haben.
- Du kannst Nadelgebundenes jederzeit zerschneiden, es ribbelt sich nicht auf. Daher würde ich das Hemd rund nadeln, an den Schultern mit einer langen Startreihe anfangen und dann immer um diese Reihe herum ohne zuzunehmen. So entsteht ein rechteckiges Beutelchen. Da dann Halsausschnitt und die vordere Öffnung aufschneiden und mit einer Reihe umnadeln (ähnlich wie eine Borte). Die Ärmellöcher schneiden und da dann die Ärmel annadeln (bzw. nur den Ansatz auf der Flügelseite)

Hast du Fotos von deinen Maschenproben? Hier im Forum sollten auch noch deutlich mehr Stiche zu finden sein.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Glaskocher » 12.05.2020, 20:04

Einfach war noch nie mein Ding. Ich brauche immer eine gewisse Herausforderung und denke mir die meisten Projekte selber aus. Leider gibt es auch noch einige UFOs in meinem Vorrat.


Mit dem "Russian Join " müßte ich es mal testen. Der läßt sich eventuell mit Dreifachzwirn etwas modifizieren in Richtung Nawacho-Zwirn. Das könnte klappen. Beim Zweifachzwirn müßte ich halt den Zippel mit den beiden Singles etwas verflechten. Das Einfädige Nadeln mit Nessel müßte ich mal testen, wenn ich etwas mehr (Woll-)Übung habe. Mit dem "Überfahren" habe ich gute Erfahrung beim Häkeln gemacht, besser und unsichtbarer Vernähen geht kaum. Zur Not kann man ja den Anfang unter die Frische Reihe verstopfen und den Rest vom alten Faden "überfahren", bis er weg ist.

Die Videos müßte ich mal schauen, die Handbewegungen sind in der Tat oft selbsterklärend. Derzeit bin ich noch bei der "Einschlingenserie" an Stichen. Den Oslostich zähle ich zur "Zweischlingenserie", da man immer durch die beiden vorherigen Schlingen hindurch arbeitet.

Das mit dem Schneiden will ich mir für den Notfall aufbewahren. Die Schnittkanten sind halt trotzdem immer eine Schwachstelle im Ganzen, die ausrutschen oder fusseln verlieren kann, wenn das Material nicht filzt. Dann arbeite ich lieber etwas aufwändiger und habe nur wenige "offene" Fadenenden in den Ecken. Da müßte ich mich auch mal heran testen.

Bilder müßte ich noch machen... Der erste Nesseltest ist aber noch zu unegal in der Startreihe. Da teste ich mal mit Sacknähgarn, bis ich etwas gleichmäßiger bin. Dieses vierfädige Baumwollgarn sollte ein gutmütiger Ersatz sein und sich auch wieder verlustarm auftrennen lassen.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon kypert » 15.05.2020, 21:13

Spannend! Stell doch ein paar Bilder für uns ein :)

Ich denke, mit "flechten" ist tatsächlich Flechten gemeint. Entweder das, was auf skandinavisch "firfletting" heisst, oder Sprang.
ich habe einen Blog :)
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Glaskocher » 15.05.2020, 22:12

Das "firfletting" kommt mir zu luftig und kunstvoll vor, um damit aus loser Faser oder Garn ein "Panzerhemd" zu fertigen. Das müßte eher eine Technik sein, die ein kompaktes und etwas nachgiebiges Gewebe erzeugt. Ich interpretiere das "Panzerhemd" mal als das Kleidungsstück, das man unter der Rüstung trägt. Alternativ könnte es auch ein festes Kleidungsstück sein, das die Wucht von Schlägen und anderen Kampftreffern etwas abmildert.

Sprang kommt mir hier als ungeeignet vor, da diese Gewebe recht verletzlich sind und nur in einem Arbeitsrahmen erzeugt werden können. Sobald man versehentlich den "Arbeitspunkt" fallen läßt, dann rutscht zumindest die letzte Reihe wieder aus, wenn nicht größere Stücke mit ausrutschen (aufribbeln).

An sich ist das "firfletting" eine interessante Technik. Von dem kleinen Einblick, den Wikipedia und einige Bilder vermitteln, ist es irgendwo zwischen Klöppeln und Flechten einzuordnen. Vermutlich hatte es sich aus der Not, die Kettfäden zu fassen, am gewebten Stoff entwickelt. Da wurden dann halt erst Grundmuster erzeugt, die dann später zu den aufwändigsten Borten und Spitzen erweitert wurden. Solche Teile waren sicher der Hingucker in jeder Aussteuer. Irgendwann muß sich die Technik sogar von der Tuchkante gelöst haben. Die einzelnen "Zöpfchen" scheinen sich gegenseitig zu durchdringen, in Dickeren aufzugehen, um daraus später wieder hervor zu treten. Da scheint eine eigene Formensprache drin zu schlummern.


Man könnte ein recht dichtes Gewebe erzeugen, indem man zuerst "französische fünfer-Flachplattings*" erzeugt und diese später in Leinwandbindung oder Köperbindung zur Fläche zusammenfügt. Man könnte jede Sorte Flachplattings nehmen, aber die Strangzahl muß überschaubar bleiben um rasch arbeiten zu können. Solche Plattings lassen sich auch im rechten Winkel um die Ecke flechten. Außerdem könnte man sie noch fester verbinden wie beim "firfletting" durch Tausch von Flechtsträngen.
* = Angelehnt an eine Bezeichnung aus "Ashleys Buch der Knoten".

Alternativ könnte ich mir die spanische Korbflechttechnik "Punto de Cofin"* vorstellen. Dabei arbeitet man im Dreierzopf und legt immer von einer Seite neue Flechtstränge in den Flechtvorgang ein, während man auf der anderen Seite, nach zwei Wenden, die vorherigen wieder heraus legt. Diese Technik wird oft mit Espartogras ausgeführt und man legt bei jedem Mal, wo ein neues Faserbündel vom Rand der bisherigen Werkstückes aufgenommen wird, einen neuen Halm dazu, um das Ausdünnen des Faserbündels auszugleichen. Es entsteht ein recht festes, aber in seiner "Dichte" variierbares Gewebe. Durch unterschiedliche Reihenabstände lassen sich auch Lochmuster machen. Man kann sicher auch noch aufwändigere Zopftypen, bevorzugt in Köperbindung, verwenden. Aber klassisch wird der "Dreierzopf" benutzt. Dies könnte man nicht nur mit Espartohalmen machen, sondern auch mit mehr oder weniger audbereiteter Nesselrinde (Rohfasern). Ein Wenden am Ende von Reihen ist nicht so sehr üblich, da man dann "gegen den Strich" weiterarbeiten müßte. Nachträgliches Einschneiden von Ärmelschlitzen ist grundsätzlich möglich, hinterläßt aber Kanten, die sehr aufwändig umsäumt werden müßten.
* punto = Flechtschlag für Cofin = Zwischenlagen in Ölpressen. Mit dieser Technik werden traditionell in Spanien die Zwischenlagenn für Ölpressen gemacht, die das Öl aus dem Presskuchen zum Rand der Presse leiten.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Verry » 16.05.2020, 20:46

Alternativ könnte ich mir das auch ähnlich zu Strohschuhen / -hüten vorstellen. Geht vermutlich flinker als nadeln.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Glaskocher » 16.05.2020, 22:04

Ich vermute mal, daß sich "das" auf die Technik "Punto de Cofin" bezieht.

Man macht damit Taschen, Körbe und Untersetzer. Für Strohschuhe ist das Geflecht etzwas zu löchrig und für Hüte zu dick. Für Strohschuhe kann man aus fermentiertem und weich geklopftem Espartogras Dreierzöpfe flechten und hochkant zur Sohle aufnähen. Die Hüte würde ich aus runden Halmen ein flaches Band flechten und das zur Hutform aufnähen. Mit Espartogras macht man eine Köperbindung in den geflochtenen Bändern, da die Halme dann nur nach jeder zweiten Kreuzung rauf oder runter gehen, statt wie bei Leinwandbindung jedes Mal.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Verry » 17.05.2020, 10:30

Wenn ich das aus den Erzählungen meines Großvaters richtig im Kopf habe, waren damals die Strohschuhe aus Weizenstroh mit Fünfer - oder Siebenerzöpfen, die dann überlappend vernäht waren. Das wird nass geflochten wohl recht fest. Für die Sohle dann mehr Fäden pro Strang.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Glaskocher » 22.05.2020, 11:06

Kannst Du dich noch an das Flechtmuster erinnern? Bei Stroh vermute ich Muster mit gegenüber der Leinwandbindung reduzierter Anzahl Seitenwechseln, da das Stroh sonst zu stark beansprucht würde. Beim Strohhut ist das etwas Anderes. Da bliebe beim Fünferzopf nur "(rechts 3 links 2) :von rechts über 2 - von links über 2:" als Muster, wenn man nicht sofort nach der Randwende schon die Seite wechseln will.

Beim Siebebnerzopf käme dann die Köperbindung deutlicher heraus, da man in der Breite einen zweiten Seitenwechsel einbauen kann. Hier mit "(rechts 4 links 3) :von rechts über 3 - von links über 3:" zu arbeiten ergibt einen ziemlich runden Zopf, dessen Einzelsträhnen recht schwer zu kontrollieren sind. Wie sich das "schreibt" müßte ich erst mal am Material austesten.
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Re: Projekt - Hemd für Märchenfigur nadeln

Beitragvon Verry » 24.05.2020, 22:09

So genau hat er es nicht erzählt, aber mit nassem Stroh müsste Leinwandbindung auch gehen. Ich meine auch, dass es da eine Hutflechtszene in den Laura Ingalls Wilder Büchern gibt, vielleicht hilft dir das weiter?
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