Wappenröcke

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Wappenröcke

Beitragvon Flinkhand » 26.12.2005, 13:01

Alan ...
... Erstellt am 05.02.2005 - 08:22

Also entweder hab ich die Suche falsch benutzt oder es gibt hierzu wirklich noch kein Thema *g*

Ich bin drauf und dran, mir einen Wappenrock zu nähen, im "Schachbrettmuster" also ca so:
_____
|x| |
| |x|

Falls das irgendwie verständlich ist..
Zum Nähen ist wohl Leinen am besten geeignet, also hab ich mir olivgrünes und weißes Leinen besorgt.
Ich weiß, sowas ist eigentlich recht simpel, aber der Teufel lauert meistens im Detail.. muss ich irgendwas beachten? Oder besonders auf was aufpassen? Gibts Schnittmuster dazu? Und wie mach ich mir am besten das Wappen drauf.. oder besser gesagt, was ist einfacher für nen Anfänger wie mich. *g*

Soviele Fragen, soviel Morgen. Guten Morgen. *kaffee schlürf*



Sabine
... Erstellt am 05.02.2005 - 10:34

Hallo Alan,
bei mir wirkt der Kaffee auch schon ....
Eigendlich ist es gaaaanz einfach einen Wappenrock zu machen und man brauch dabei nicht viel zu beachten.

Ein, zwei Tipps noch: Mach die Armlöcher nicht zu tief. Unsere "Herren" blieben manchmal mit den Parierstangen drin hängen. Also keine "Höllenfenster", if you know, what I mean.........

Wenn Du auf den geschachtelten Rock noch ein Wappen aufbringen möchtest, dann berücksichtige auch dort die Stoffwahl (oder möchtest Du sticken?). Leinen kann beim späteren Waschen nochmal einlaufen. Einige Ritter bei uns haben es daher nur angeheftet und trennen es vorm Waschen einfach ab. Dann passiert auch nichts, falls mal eine Stoffarbe "ausblutet".

Ach ja: Wasch den Leinen vorher.

Sonst noch was ....Zum geschachtelten Wappenrock kann ich nichts sagen. Welchen Zeitraum stellst Du nochmal dar? Im 12./13. Jh. gab es ja noch kein MiParti, bzw. geschachtete Röcke....

Liebe Grüße
Sabine, die jetzt mal Ihren Männe fragen geht....



Sabine
... Erstellt am 05.02.2005 - 10:46

*flitzwiederrein*,
allsooooo, "mein" Ritter meinte MiParti
IXI I
IXI I

gab es frühestens Mitte des 14. Jh. und geschachtete Röcke

IXI I
I IXI

entsprechend viiiiiel später.

Liebe Grüße,



Alan ...
... Erstellt am 05.02.2005 - 11:09

Oh.. mist. *g*

Hmmm.. wie wäre es dann, den Wappenrock in olivgrün zu halten, mit einer Goldborte zu versehen.. und dann ein Wappen, in weiß/grün.. darauf den Fuchs in rot sticken und dann das Wappen auf den Wappenrock zu nähen?



Knappe ...
... Erstellt am 05.02.2005 - 13:00

zu mi- parti:

ich hab das zwar auch schon woanders gelesen, dass es mi-parti erst spät gab, aber irgendwie glaub ich das nicht.

ein musiker in der kreuzfahrer- oder maciejowskiebibel (ca. 1250) z.b. trägt mi- parti (www1.tip.nl/~t401243/mac/mac17rA.jpg)

und in der manesse (ich weiß zwar jetzt nicht, von wann die ist, aber sicherlich auch nicht viel später) findet man zahlreiche mi- parti- kleidungsstücke, die teilweise sehr abenteuerliche muster aufweisen (www.tempora-nostra.de/manesse/img/004.jpg)

auf dem bild mit könig wenzel von böhmen z.b. (link!) trägt der könig selbst ein diagonal gestreiftes kleidungsstück, die person rechts neben ihn ein einfach halbseitig geteiltes und die person direkt unter ihm ein horizontal geteiltes und die person rechts unter ihm sogar ein wellenförmig geteiltes kleidungsstück.

ich hoffe, dass ich weiterhelfen konnte.

mfg, der knappe.



Alan ...
... Erstellt am 05.02.2005 - 13:32

Wiki sagt:

Mi-Parti (franz.-lat..: halb-geteilt) bezeichnet eine meist (nicht immer!) vertikale Teilung eines Gewandstückes (z.B. Strumpfbeine) in verschiedenen Farben, beispielsweise rechts rot, links blau.

Im Laufe des 11. Jahrhunderts machte sich durch die Heirat Kaiser Ottos II. mit einer byzantinischen Prinzessin der Einfluss der byzantinischen Mode noch stärker bemerkbar, deren Charakteristikum eine zunehmend enger werdende Kleidung war. Eine neue Vorliebe für Prunkstoffe byzantinischen Ursprungs und eine sich daraus entwickelnde starke Farbigkeit bei der Kleidung führte zum Mi-Parti, dem Zusammensetzen der Kleidung aus verschiedenfarbigen Stoffen. Dieses "Mi-Parti" fand zuerst bei den Hosen Anwendung, die zunehmend enger und, mit Füßen versehen, zu langen, an die Bruche genestelten Beinlingen wurden, welche zunächst noch von den überknie- oder knielangen Röcken bedeckt blieben. Anfänglich zeigte die Farbteilung wohl lediglich das Abhängigkeitsverhältnis des Trägers an und wurde von Bediensteten getragen.

Im 15. Jh. hatte sich daraus eine wahre Farbsymbolik entwickelt, mit dem unter anderem die Gemütsverfassung des Trägers ausgedrückt wurde. Gegen Ende des 16. Jh. verschwand das Mi-Parti aus der Mode; es ist heute noch in Narrenkostümen erhalten.

Hm. *g*



Knappe ...
... Erstellt am 05.02.2005 - 14:57

Na also. Hab´ ich also doch nicht ganz Unrecht. Im Sachsenspiegel hab´ ich übrigens auch schon horizontal gestreifte Gewänder gesehen.

Zurück zum Wappenrock: Inwiefern der jetzt gestreift oder geteilt war, weiß ich nicht, aber ich würde ihn schon in den Wappenfarben halten und auch die heraldischen Regeln beachten (wäre bei Weiß und Grün ja gegeben).

-----------------

Hier bin ich nochmal!

Habe noch ein wenig rumgeschaut und im Codex Manesse einen rot- weiß karierten Wappenrock gefunden (www.tempora-nostra.de/manesse/img/008.jpg).

Außerdem noch einen "unheraldischen" grün- rot karierten (www.tempora-nostra.de/manesse/img/022.jpg).

Also wird dich niemand schief anschauen können, wenn du einen grün- weißen Wappenrock hast.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen,
mfg, der Knappe.



Sabine
... Erstellt am 05.02.2005 - 18:30

, Knappe!!!!!!



Knappe ...
... Erstellt am 06.02.2005 - 15:19

@Sabine:

Ich habe übrigens nochmal sämtliche Manesse- Miniaturen durchforstet, die ich bei Tempora- Nostra finden konnte und habe wirklich kein versetzt- farbiges Gewand gefunden.

Entweder sind die Gewänder halbseitig geteilt und dann jeweils auf jeder Seite einfarbig, oder es gibt auch Gewänder, wo auf der einen Seite diagonale Streifen sind (www.tempora-nostra.de/manesse/img/126.jpg).

Horizontale Streifen und sehr kleinteilige, karierte Muster habe ich ja schon erwähnt.

Aber auf sowas simples wie du beschrieben hast, ist man scheinbar nicht gekommen. Jedenfalls hab ich keinen Beleg dafür gefunden.

Kannst ja selbst nochmal schauen: www.tempora-nostra.de

mfg, der Knappe.
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Ein weiterer Thread zum gleichen Thema:

Beitragvon Flinkhand » 26.12.2005, 13:08

Sabine
... Erstellt am 24.04.2004 - 21:30

Ein großes Hallo an alle, die sich für Wappenröcke interessieren.

Ich habe mich gerade kundig gemacht (bzw. bin etwas von Christian gebügelt worden...der würde selber tippen, kann aber im Moment nicht und läßt grüßen )

Aaaalsoooo: Wappenröcke kamen erst auf, als die Entwicklung der Rüstung es nicht mehr zuließ, Freund oder Feind im Kampf auseinander zu halten!!!! Weil halt die Helme sich weiter entwickelten und bei geschlossenen Helmen/Visieren ist dann Ende Gelände.

Vor den WAPPENRÖCKEN gab es einen Waffenrock. beide wurden nur im militärischen Bereich getragen. NIE im zivilen! Diese Waffenröcke entwickelten sich, als den "Rittern" unter praller Sonneneinstrahlung zu heiß in ihrer Rüstung wurde!

Dann kam die Geschichte mit den Helmen! Um sich zu erkennen, malte man(n *hihihi*) sich ihre Wappen auf die Schilde. Um es noch deutlicher zu machen und damit man nicht vom Freund einen über den Schädel bekam, kamen dann die Wappen auf die Waffenröcke und um dann im Getümmel des Turnieres auch noch aus der Ferne erkannt zu werden, kam später noch eine hoch aufragende Helmzier dazu!

Auf der anderen Seite, kannte man sich früher auch persönlich. Es GAB halt noch nicht soviele Adelige, Ritter oder sonstige und den Rest brauchte man nicht zu kennen (Fußvolk o. ä.). Man reiste ja auch sehr viel und so kam man rum und war bekannt. Ich weiß aus den Regesten derer von Katzenelnbogen, daß die überall waren, aber selten auf ihrer Burg! Die waren bekannt!

Oh Gottogottogott, was ein Sermon. Entschuldigung, wurde etwas länger.....
Wir hatten diese Diskussion hier aber auch schon oft, vor allem bei den Neuzugängen, die nachfragten, was der Unterschied zwischen einem Sûrcot und einem Wappenrock ist.....

Jetzt aber erstmal Schluß
Vielleicht diskutiert ihr weiter?
Sabine



MerleMonster ...
... Erstellt am 25.04.2004 - 07:56

ist doch auch so..das Reiter wappenröcke Vorne geschlitz waren und die für Fußvolk seitlich geschlitz waren oder?



Flinkhand ...
... Erstellt am 25.04.2004 - 10:06

Also ich grübel immer noch, wo ich das gelesen habe mit den Röcken bei Hofe (habe auch schon gewühlt aber nichts gefunden). Vielleicht hab ich das ja auch nur geträumt?

@Merle: Hm, also Reitschlitz für den Reiter (Ritter) auf jeden Fall. Inwieweit das Fußvolk auch die Farben der Ritter trug ist mir nicht bekannt. Denn ein Ritter hat ja immer ein Pferd gehabt und war also ein Reiter. Ob die einfachen Soldaten eine Art \"Uniform\" (Wappenrock) trugen, kann ich gar nicht sagen. War es nicht viel zu teuer, alle Fußsoldaten mit diesen Röcken auszustatten? *grübel*

Trugen die Fußsoldaten nicht eher eine Art einheitlich farbigen Überwurf (an den Seiten offen, Loch für den Kopf in der Mitte) über der individuellen Kleidung, um die Unterscheidung im Kampf zu gewährleisten? Das waren dann aber keine Wappenröcke in dem Sinn. *weitergrübel*

Viele liebe Grüße,

Claudia, Die Flinke



Kristan
... Erstellt am 25.04.2004 - 12:24

Hallo alle beieinander,

das Thema, wird, wie beinahe alles in der Geschichte, kompliziert, wenn man ins Detail geht. Sabine hat ja schon eine Antwort gegeben und was Flinkhand geschrieben hat, stimmt auch. Aber es steckt halt viel Zeit drin. Ich fang' einfach von vorne an.

Die ersten Wappenröcke hatten noch gar kein Wappen und kamen in der Zeit rund um die ersten beiden Kreuzzüge auf. Sie dienten einfach nur dem Schutz des Trägers vor zu großer Sonneneinstahlung auf die Rüstung.

Als dann in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Helme mit Barbiere und später der Topfhelm aufkamen, konnte man sein Gegenüber nicht mehr erkennen. Das war aber wichtig, da das Lehnswesen auf persönlichen Abhängigkeiten beruhte. Man kannte vielleicht nicht jeden anderen Ritter in seinem Heer, aber man kannte die Leute, denen man Heerfolge zu leisten hatte und die in der eigenen engeren Umgebung ritten und fochten.

Also malte man sich ein Erkennungszeichen auf den Schild. Verzierte Schilde waren nichts neues, aber jetzt wurde ein bestimmtes Bild einem bestimmten Mann zugeordnet. Bald übernahm man das Bild auch auf den Waffenrock, der so zum Wappenrock wird (im Mittelalter war das eh ein und dasselbe Wort) und später auch auf den Überwurf für das Pferd.
Klar, der Wappenrock ist, der Mode der Zeit entsprechend, knöchel- oder wadenlang, ärmellos und vorn und hinten geschlitzt.

Fußvolk spielt bei diesen Geschichten übrigens noch überhaupt keine Rolle, denn das spielte auf dem Schlachtfeld quasi noch gar nicht mit. Wir haben es aber mit einer ganzen Reihe von Knappen und Sergeanten zu tun, etwa drei Mal so vielen wie Rittern. Beide sind beritten, beide tragen einen Schild und einen Wappenrock mit dem Zeichen ihres Herrn, aber ihre Pferde tragen keinen Überwurf. Das Recht auf ein bedecktes Pferd hatte nur der Ritter (was ein Ritter ist, darüber hat man ganze Bücher geschrieben, das geht hier im Forum zu weit).

Kommen wir ins 14. Jahrhundert. Hier erleben wir eine militärische Revolution. Sehr schnell wandeln sich die Heere von reinen Reiterheeren zu gemischtern Heeren mit einem hohen Anteil an Fußtruppen. Die müssen natürlich gekennzeichnet werden. Dazu reicht eine Gugel in einheitlichen Farben oder ein kleiner Aufnäher auf der Brust oder auch nur eine farbige Schärpe. Beliebt sind Kleidungsstücke in Mi-Parti, die die Farben des jeweiligen Herrn aufnehmen. Natürlich kommen auch vielfach einheitliche Wappenröcke vor.

Die haben aber mit den langen Wappenröcken des 13. Jahrhunderts nichts mehr zu tun, denn etwa ab 1350 ändert sich die Mode, das kurze Gewand kommt auf. So wird auch der Wappenrock so kurz, dass er keinen Reitschlitz mehr benötigt, geht nur noch knapp unter den Gürtel, max. bis zur Mitte des Oberschenkels. Da die Mode körperbetont wurde, wurde auch der Wappenrock vielfach seitlich geschnürt. Die Überwürfe des Fußvolks waren, wie Flinhand schon geschrieben hat, oft einfach seitlich offen und wurden nur mit dem Gürtel zusammengehalten.

All dies ist eine Entwicklung im militärischen Bereich. Einen Wappenrock sollte man nur zur Rüstung tragen. Das ist kein ziviles Gewand. Einzig Frauen haben auf Turnieren zu Ehren ihrer Väter oder Ehemänner manchmal einen Suckenie getragen, die die Farben oder das Wappen ihres Mannes oder Vaters wiedergeben, das aber auch erst im Spätmittelalter.

Grüße an alle,

Christian



Flinkhand ...
... Erstellt am 25.04.2004 - 18:42

Na das war doch aufschlußreich - schöner Beitrag!

Vielen Dank Christian! *knuddels*

Claudia, Die Flinke



Wolfgang ...
... Erstellt am 29.04.2004 - 14:41

Super Beitrag über die Entwicklung der Wappenröcke!!! Kann man fast nichts mehr dazu sagen.
Die einzige Ergänzung, die mir einfällt: Fußvolk und Kämpfe zu Fuß gabs im HoMi sehr wohl. Gelegentlich wurde sogar den Rittern befohlen, zu Fuß zu kämpfen, etwa um die Infanterie (die hieß nur noch nicht so) zu verstärken. Berühmtestes Beispiel, das mir auf die Schnelle einfällt: Hastings, englische Seite.
Anderes, weniger bekanntes Beispiel: die Warägergarde des byzantinischen Kaisers. Die waren zwar beritten, kämpften aber grundsätzlich zu Fuß. Zeit: etwa ab 10.Jhdt, Ansätze schon im 9.Jhdt.

Ah ja, wenn ich mich recht erinnere, gabs im 1.Kreuzug durchaus Kämpfe aus dem Schildwall (von christlicher Seite), um sich vor den sarazenischen Pfeilen zu schützen. Pferde waren teuer und schwer zu liefern...

Cervisia nobiscum!



Vinc
... Erstellt am 13.06.2004 - 12:07

na sehr interessant.

Ich selber bin schon die ganze zeit auf der suche nach den maßen dieser \"überwürfe\" ich möchte einen städtischen Söldner (nicht aufgebot sondern stehend (angworben auf lebenszeit) ) rund um 1320 darstellen. Und möchte die Zugehörigkeit zu meiner Stadt in deren Farben kundtun - zur zeit nur mit dem Schild.

Dummerweise wird die zeit von 1300 - 1350 nicht im oberen Post angesprochen.
Ich weis dass bis in 14. jhd die Wappenröcke immer kürzer wurden, und kenne abbildungen von sehr kurzen wappenröcken aus dem 15. die (laut dem post) anscheind 1350 aukamen - was war aber vorher
knielang? - knöchellang? - irgendwas zwischen knöchel- und gürtellang?

cu
vinc



Deryn
... Erstellt am 22.02.2005 - 22:41

Ich möchte dieses Thema hier nochmal aufgreifen, da ich meinem Freund seinen Wappenrock nähen soll und mir nicht sicher bin wie der genau aussehen muss.
Wir haben uns in der 2. Hälfte des 13. Jh angesiedelt, sein Wappen ist schräg geteilt blau-schwarz mit einem weißen Falken in der Mitte drauf.
Wie mach ich das jetzt?
Mi-parti blau-schwarz und dann einfach den Falken vorn drauf? Oder nochmal das ganze Wappen vorn drauf? Oder doch kein mi-parti? Aber wie dann?
Schnitt und so ist mir klar, aber die Umsetzung des Wappens leider gar nicht...
Gruß, Claudia



Alan ...
... Erstellt am 22.02.2005 - 22:54

Öhm.. hat er das Wappen blau/schwarz? Hmm.. werft euch mal ein wenig an die Heraldik.
Die Kombi blau/schwarz geht afaik nämlich nicht.. aber das kommt ganz auf euch drauf an, wie authentisch ihr das wollt.



Deryn
... Erstellt am 22.02.2005 - 23:20

*g dacht ich mir, dass der Einwand kommt. Wir haben uns da schon Gedanken drüber gemacht.
Aber ich habe mittelweile so viele Beispiele alter Wappen gefunden, bei denen das auch so ist, dass Farben aneinanderstoßen, dass ich mir nix mehr dabei denke.
Nur als Beispiel die Züricher Wappenrolle:
ladyivanor.knownworldweb.com/zroadt2r.htm
Baldegg und Wasserstelz z.B. sind solche Regelbrecher.

Entweder wurden diese Regeln überhaupt erst später festgeschrieben (mit Aufkommen der Herolde?) oder es haben sich einige Leute einfach nicht drangehalten.
Aber das gehört jetzt eigentlich nicht hierher, ging eigentlich um Wappenröcke...
Nehmen wir also man an das Wappen ist ok so , wie muss dann der wappenrock aussehen?



Sabine
... Erstellt am 22.02.2005 - 23:49

Hallo,
verdammt, hatte Dir gerad eine halbe Stunde eine Antwort gemailt, aber die ist jetzt im Nirwana....Jetzt also kürzer.

Erstmal Willkommen bei uns!!!!

Das Wappen ist noch nicht okay, denn es grenzen 2 Farben aneinander: schwarz und blau. Der Weiße (ergo silberne Falke) ist auf einer (!) Farbe okay.

Aber schau wirklich in unserem Heraldische Farben nach, da steht schon alles und das ganze zu wiederholen ist etwas mühseelig.
Ausnahmen gibt es in der Geschcihte zuHauf, aber warum eine Ausnahme darstellen, wenn man es gleich richtig machen kann?

Also, entweder MiParti:
Blau/weiß
Schwarz/weiß

oder blauer/schwarzer Wappenrock mit weißem Falken oderoderoder......Erstmal muß aber das Wappen stimmen, bevor man an den Rock geht!

Sorry, bin schon etwas müde.....
War ein langer Tag hier...
Sabine



Deryn
... Erstellt am 23.02.2005 - 00:02

Ich hab auch irgendwann mal versucht meinen Freund von einem anderen Wappen zu überzeugen, aber das wird nix. Das Wappen gibt´s schon ein bisschen länger und es bleibt so. Und wirklich gute Argumente dagegen gibt es ja auch nicht, weil eben doch ziemlich viele Wappen zu finden wo Farben aneinander stoßen.
Aber auch die Leute mit solchen Wappen werden doch Wappenröcke gehabt haben oder?



Sabine
... Erstellt am 23.02.2005 - 00:14

Ich frag mal unsere Experten (z. T. studiert, sogar mit Dr. Titel). Mal sehen, was rum kommt.
Falls ich es vergesse zu posten, Deryn: Bitte einmal erinnern, aber vielleicht weiß ja sonst noch jemand einen Rat .

Ist halt echt die Frage, wie genau (*hüstel* A-mäßig) wollt ihr sein? Auch unser Verein sieht nicht alles 100%. Aber bei Wappen wird doch immer sehr genau hingeguckt.....
Zu welchem Zweck braucht ihr einen Wappenrock. Für einen Turnierauftritt (dann sollte er stimmig sein) oder "nur" für einen Markt. Es kommt halt auf den Verwendungszweck an.

Das Wappen gibt es ein bischen länger.....: Ab wann?????

Liebe ge"wappnete" Grüße
Sabine



Deryn
... Erstellt am 23.02.2005 - 14:38

Aaalso:
Der Wappenrock ist wohl zumindest im Moment "nur" für den Markt.
Das Wappen gibt´s schon länger sollte übrigens nicht heißen, dass es historisch ist, mein Freund hat es sich nur schon vor fast 10 Jahren zugelegt, damals auch nach Diskussion mit einem Bekannten, der sich mit Heraldik eigentlich gut auskennt. Der sagte damals eben, dass diese Regeln zu der Zeit noch nicht so zwingend waren und Farbe an Farbe wohl auch eher geht als Farbe auf Farbe.
Das Wappen findet sich also u.a. schon auf 2 Schilden und er wird sich nicht mehr davon trennen, egal was ich sage.
Ja, und irgendwie muss ich jetzt einen Wappenrock daraus machen und weiß nicht wie...

Liebe Grüße, Claudia



Flinkhand ...
... Erstellt am 23.02.2005 - 14:48

Hallo Claudia,

was möchtest du denn eigentlich genau wissen? Den Schnitt eines Wappenrocks oder wo du das Wappen anbringen sollst oder ob du es sticken oder als Stoff aufnähen sollst oder worum geht's?

In der Kunstgalerie 1 ist ein Bild von Melnis Wappenrock abgebildet, der ist so für die Zeit von 1304 (Pi mal Daumen). Im Familienalbum gibt's auch ein Bild, wo er ihn an hat.

Öhm, und wie war nochmal die Frage?

Claudia, Die Flinke



Deryn
... Erstellt am 23.02.2005 - 16:11

also, Schnitt ist mir klar.

Mein Problem ist: Welche Farbe muss der Wappenrock haben? einfarbig, dann welche Farbe? mi-parti? Oder ist das fürs 13. Jh noch etwas früh? Trug man im 13. Jh schon das Wappentier auf dem Wappenrock oder nur einen Wappenrock in den entsprechenden Farben? Und wenn ja, dann den Falken einfach so vorn drauf oder das ganze Wappen?

Das war nochmal die Frage *g



Alan ...
... Erstellt am 23.02.2005 - 16:39

Hmm.. Mein Tipp wäre, den Wappenrock in blau zu halten, dann das Wappen "angedeutet" als Schild als Applikation vorn drauf.. mal sehn, was die anderen sagen.



Knappe ...
... Erstellt am 24.02.2005 - 09:29

Die Wappen auf der Seite, zu der du verlinkt hast, erscheinen mir aber ziemlich heraldisch korrekt. Manchmal kann es bei so alten Schriften sein, dass die weiße Farbe schon oxidiert ist und schwarz aussieht. Aber darum geht´s ja jetzt nicht...

Zurück zum Wappenrock:

Im Codex Manesse gibt es eine Vielzahl Wappenröck, die sehr bunt sind und bei denen die Wappen teilweise mehrmals auf dem Stoff appliziert sind. Das ist aber nicht deine Zeit.

In der Kreuzfahrer- Bibel (13. Jhdt.) sind die Wappen- bzw. Waffenröcke sehr einfach. Meist einfarbig, manchmal auch mit einem kontrastierenden Stoff gefüttert. Aber ich habe kein Wappen drauf erkennen können.

Da es aber ein Wappenrock sein soll, schlage ich vor, einen einfarbigen Überwurf mit dem Wappen oder dem Wappentier zu machen. Ich würde ihn blau machen, da mir Schwarz als Farbe nicht so gefällt und das Mittelalter ja auch sehr bunt war, aber das ist eben Geschmackssache. Wenn du willst, kannst du ihn auch noch füttern, mit weiß z.b. oder rot, das sieht man auch sehr oft auf Abbildungen.
Solltest du das ganze Wappen (also in Schildform) drauf abbilden, ist noch darauf zu achten, dass die Schildform für die Zeit korrekt ist.

mfg, der Knappe. (Die Diskussion "wie mache ich am besten meinen Wappenrock" kommt mir irgendwie bekannt vor... )



Deryn
... Erstellt am 24.02.2005 - 19:41

Hm, dann werde ich es wohl so machen. Komplett blau, Futter wahrscheinlich weiß (mir würde dunkelrot oder so ja auch gefallen, aber meinem Schatz wohl nicht) und das Wappen im Ganzen vorn drauf.
Wegen der Wappenform: Das müsste für die Zeit unten spitz oben grade und nicht zu breit sein oder?

Danke an alle für Eure Hilfe!

Liebe Grüße, Claudia
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