Färbebücher: Wolle und Seide färben

Welche Fachliteratur kennt Ihr, was könnt Ihr empfehlen, was nicht? Und wo kann man diese Bücher beziehen oder einsehen?

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Beitragvon Xia » 29.03.2005, 16:26

Ups,

danke Rigana, ich hab einfach nur "Färberpflanzen" ins Suchfeld eingegeben

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon marled » 30.03.2005, 09:03

Die Broschüre ist sehr interessant, aber fürs Färben an sich eher weniger ergiebig. Da sind die o.a. Bücher doch schon eher interessant.Mit Indigo ist übrigens viel schwieriger zu färben als mit den anderen deiner Färbedrogen.
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Beitragvon David » 30.03.2005, 09:29

Hallo,

danke für den "Wegweiser". Sehr interessante Broschüre, vor allem wo ich dieses Jahr mit Eigenanbau von Färbepflanzen beginnen möchte

Gruß,
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Beitragvon David » 30.12.2005, 14:38

Hallo,

Ploss, Emil-Ernst. Ein Buch von alten Farben. Technologie der Textilfarben im Mittelalter mit einem Ausblick auf die festen Farben. Heidelberg/ Berlin 1962.

Ich habe mir dieses lange gesuchte Buch im Dezember antiquarisch aus der Schweiz ergattern können, und nehme dies zum Anlass es hier etwas näher vorzustellen.

Ploss stellt hier ein Kompendium seiner über 20jährigen Beschäftigung mit historischen Färbungen der Öffentlichkeit vor. Der Anspruch, auch Nichtfachleute für das Thema zu interessieren ist ihm, nach meiner Einschätzung, recht gut gelungen. Trotz aller Wissenschaftlichkeit ist der Stil sehr unterhaltsam und kurzweilig.
Wie der Titel schon ankündigt, liegt der Schwerpunkt auf der historischen Überlieferung und nicht auf der Niederschrift "moderner" Rezepte.
Der Autor behandelt die Entwicklung der Färberei in Mittel- und Nordeuropa anhand von zeitgenössischen Quellen, und gibt so dem Leser einen guten Überlick über die Leistungen unserer Vorfahren. Dabei untergliedert er in die verschiedenen Farben. Bemerkenswert ist das Kapitel über den mittelalterlichen Zeugdruck, das eine ganz neue Wertung der, in kunsthistorischen Quellen oft anzutreffenden, gemusterten Trachten zulässt. Ein besonderer Leckerbissen für den historisch ambitionierten Färber ist der kommentierte Abdruck der mittelalterlichen Färberezepte. Unter Anderem findet man hier die "Innsbrucker Handschrift", die ältesten erhaltenen Färbevorschriften in dt. Sprache von 1330.
Abgerundet wird das Werk von E.E. Ploss durch ein Quellen- und Literaturverzeichnis das keine Wünsche offen lässt und von der fundierten und umfassenden Recherche Ploss´zeugt.
Das Buch umfasst 166 Seiten mit 46 s/w Abbildungen, 16 Farbtafeln und 56 Vignetten.

Allein die stiefmütterlich bis inkorrekt wiedergegebenen chemischen Hintergründe der Naturfärbungen erinnern den vorgebildeten Leser an das Alter des Autors und der Drucklegung. Mit neueren Publikationen, wie bspw. Schweppe 1993, kann Ploss auf dem Gebiet der chemischen Hintergründe und Analysen nicht mithalten.
Dieses, zugegeben kleine, Manko wird durch die einzigartige Primärquellensichtung und -Sammlung vielfach wettgemacht.
Nach meiner Ansicht ein MUSS für den historischen Färber!

Leider ist das Buch nur noch ab und an antiquarisch zu bekommen ( http://www.abebooks.de http://www.zvab.de ), wer sich für die Thematik interessiert und die Möglichkeit hat es zu bekommen, sollte unbedingt zugreifen.

Gruß,
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Beitragvon Flinkhand » 02.05.2006, 19:27

Dorothea Fischer bringt ein neues Buch heraus! Da sollen außer den bereits veröffentlichten Rezepten auch noch eine ganze Menge neue drin stehen. Infos vorab schon mal auf ihrer HP:

www.lustauffarben.de

Werft mal einen Blick in das Inhaltsverzeichnis (dort als Link)!

Ich hab's mir jedenfalls schon mal vorbestellt :sweet:
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Beitragvon David » 03.05.2006, 09:44

Ich habs auch schon vorbestellt, sie hat ja auch per Sammelmail auf ihr neues Buch aufmerksam gemacht....
Diesmal sind wesentlich mehr Rezepte drin. Hoffentlich dauert es nicht mehr so lang :biggrin:

David
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Beitragvon Claudia » 03.05.2006, 18:14

Noch was zum Ploss: Ich habe es letztens antiquarisch erstanden, bin aber dabei reingefallen: Das Buch war ohne sämtliche Farbtafeln! Bei diesen alten Ausgaben sind die Farbbilder im Laufttext nicht mitgedruckt, sondern auf speziellem Papier extra gedruckt, dann ausgeschnitten und eingeklebt. Und ein Farbbuch, in dem sämtliche Bilder mit eben jenen Farbbeispielen (in der Regel historische Stoffe) fehlen, ist einfach Mist. Der Verkäufer hat es mir nach meinem Protest für einen Spottpreis überlassen, aber so richtig glücklich bin ich damit immer noch nicht, weil ich ja eben auch die Farbbeispiele haben wollte. Also als Tip an alle, die das Buch antiquarisch erwerben wollen: unbedingt nachfragen, ob die Farbtafeln drin sind!
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Beitragvon David » 03.05.2006, 21:14

@ Claudia: Das ist Bitter! Es sind wirklich tolle Bilder ...
Soll ich dir von meinen Farbkopien machen?

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Beitragvon Claudia » 04.05.2006, 18:22

Ich werd erst mal probieren, ob ich nicht ein weiteres Exemplar finde, diesmal MIT Farbtafeln. Die Qualität der Bilder ist ja wirklich gut, das kriegt man mit Farbkopien nicht hin. Wenn sich nichts Bezahlbares finden läßt, komme ich gern auf Dein Angebot zurück.
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Beitragvon zarah » 16.05.2006, 14:02

Ich überlege, mir das "Handbuch der Naturfarbstoffe" von Helmut Schweppe anzuschaffen, allerdings schreckt mich zur Zeit noch der hohe Preis.
Also wüsste ich gern, wie empfehlenswert das Buch für jemanden ist, der nich unbedingt Wert auf "A" legt, und zwar lernwillig, aber ansonsten chemisch völlig ahnungslos bis unbegabt ist.
Die modernen Hobbybücher interessieren mich nicht unbedingt so sehr, ich habe ein paar Kopien für Rezepte, die mir reichen, aber ich würde halt gerne verstehen, warum was wie färbt, also etwas tiefer in die Materie eindringen.
Vielen Dank schon mal,
Sarah
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