Maschinensticken

Stickerei durch die Epochen - Von Anlegetechnik bis Vorstich.

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Beitragvon wurm » 12.10.2006, 08:52

vielleicht ist es ja an der Zeit, daß ich das Thema mal anspreche- auch wenn mir bewußt ist, daß der Gebrauch von Stickmaschinen in einem mittelalterlichen Handarbeitsforum kontrovers betrachtet wird.

Also ich benutze die PR 600 von Brother, mit der man Motive von bis zu 20x30 cm auf nahezu jeden Stoff aufbringen kann. Muss natürlich vorher alles digitalisiert werden. Es läßt sich einiges tricksen, damit das Ergebnis nicht maschinell perfekt wird, sondern auch wie handgestickt aussieht- aber dennoch erkennt man den Schwindel von der Rückseite. Maschinen arbeiten mit Ober- und Unterfaden, wie eine Nähmaschine.

Gibt es noch andere außer mir, die sowas machen? Vielleicht könnten wir uns da austauschen.

edit vom 8.11.06: hier mal ein Werk als Foto
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Beitragvon wurm » 20.01.2009, 23:52

Ihr wisst ja, dass ich neben der authentischen Arbeitsweise auch Maschinen einsetze. Daher diese Notfallmeldung aus akutem Anlass: Ein Kunde von mir hat ein absolutes Prunkstück von Mantel, welches ich ihm Jahr auf Jahr erweitere, mit der Post geschickt. Da sind über 1000 echte Perlen eingestickt, natürlich per Hand, und reichlich Gold in der Anlage. Das Paket liegt seit einer Woche bei meinem Nachbarn, nur zu dem kriege ich keinen Kontakt hin! Entweder ist er nicht da oder ich bin gerade nicht da. Soweit sogut, ich habe ihm eine Nachricht in den Briefkasten gesteckt, dass ich das Paket durchaus gern abholen würde.
Und jetzt, aktuell in dieser Minute, das: Die Wohnung des Nachbarn brennt!
Hier sind zwei große Löschwagen im Einsatz, für uns Bewohner besteht Ausgehverbot, glühende Teile fallen am Fenster herunter.
Ich mache mir nicht Sorgen um mich oder meine Wohnung: Die Feuerwehr ist ja bereits da, und für Löschwasserschäden sind genug Etagen dazwischen. Aber das Paket das geschätzten Kunden kann ich wohl vergessen!!!
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Beitragvon wurm » 20.01.2009, 23:59

Es ist sogar noch schlimmer: Hier stehen vier Löschzüge, etliche Polizeiautos, und die gesamte Straße ist bis zu den Kreuzungen gesperrt! Und mehr kann ich von hier aus nicht sehen.
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Beitragvon wurm » 21.01.2009, 00:15

Ok, die Feuerwehr rückt ab, und die Kriminalpolizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung, wie man mir hier im Hausflur sagte. Ist ja auch das zweite Mal in 12 Monaten. Im Fall eines vorliegenden Verlustes könnte ich mir sowohl den polizeilichen als auch den Feuerwehreinsatz bestätigen lassen, um damit einen schriftlichen Beweis für Versicherungen zu haben. Meine Postnachricht von der Abgabe des Pakets beim Nachbarn dürfte mit verbrannt sein, insofern wird die Beweiskette brüchig. Oder die steckt noch im Briefkasten. Ja trotzdem sehr witzig, wer versichert denn seine MA-Ausrüstung?
Dem Vernehmen nach war der Nachbar, den ich selbst in sieben Jahren nie gesehen habe, psychisch krank und stand kurz vor einer Therapie.
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Beitragvon Caitrin » 21.01.2009, 05:57

Ohje, das ist ja schlimm. :(((

Hast Du der Post die Erlaubnis gegeben das Paket beim Nachbarn abzugeben? Falls nein, auf jeden Fall dort auch beschweren, die dürfen dein Paket nämlich offiziell niemand anderem aushändigen, sofern Du es ihnen nicht gestattet hast.

Meine Mutter war vor ihrer Rente Postbotin und sie hat wegen so eines Falls mal Probleme gehabt, weil sie ein Paket beim Nachbarn abgegeben hat und die Ware zerbrochen war. Soweit ich weiß ist der Person der Schaden ersetzt worden... :gruebel:
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Beitragvon Peregrina » 21.01.2009, 08:51

Oh-oh. Hoffentlich ist Deinem Nachbarn nichts passiert.
Bestimmt ist die Wohnung nicht komplett ausgebrannt. Dann besteht vielleicht noch Hoffnung für Dein Päckchen.
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Beitragvon Hayahebse » 21.01.2009, 10:25

bin geschockt ... was ein Szenario ... uff :dizzy:

hab mir nur gerade gedacht, dass derjenige, der das Paket annimmt, ja diese elektronische Unterschrift geleistet haben muß. Somit läßt sich das dann schon nachweisen.

Ich hoffe, dass das alles gut für Euch ausgeht.
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Beitragvon wurm » 21.01.2009, 10:31

Also heute früh sieht die Situation so aus: Personenschaden gab es keinen, das war bereits gestern klar. Natürlich ist dort wieder keiner zuhause, es wäre ja lebensgefährlich, in einer rauchgasgeschwängerten Wohnung zu übernachten. Ein Blick ganz frech durchs Schlüsselloch zeigte, dass vor allem der Flur komplett leer und schwarz ist. Und wo stellt man Nachbars Päckchen immer hin- klar, in den Flur. Grummel.
Pakete, also versicherte Sendungen werden tatsächlich immer zurückgenommen, wenn ich beim Empfang nicht da bin. Also war es sicherlich ein Päckchen.
Bei einer mutwilligen Brandstiftung ist das aber nach meiner Meinung sowieso kein Fall für Versicherungen. Da kann man nur rechtlich gegen den Brandstifter vorgehen. (Die Mutwilligkeit ist bisher aber nur vermutet)

Wann sollte ich das dem Kunden sagen? Ich will ihm ja nicht unnötig schlaflose Nächte bereiten, wenn am Ende doch alles einen guten Ausgang nimmt.
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Beitragvon Trinchen » 21.01.2009, 10:38

Mensch, ich hoffe für Dich und deinen Kunden, dass das ganze gut ausgeht. Die schöne viele Arbeit!

Ich drück dir die Daumen!
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Beitragvon Caitrin » 21.01.2009, 11:48

Hmm, wenn es ein Päckchen war, zahlt die Post natürlich nichts. :( Päckchen werden ja nicht versichert. Das war dann aber auch leichtsinnig vom Kunden wegen den 3-4 Euro gesparten Portokosten so etwas wertvolles nur als Päckchen zu schicken.

Ich denke, Du wirst es dem Kunden so oder so sagen müssen. Selbst wenn das Päckchen nicht verbrannt oder angekokelt ist, wird der Inhalt durch den Rauch oder das Löschwasser beschädigt worden sein. Ich würde dem Kunden so bald wie möglich Bescheid geben.
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