Bänder aus Wolle

Fragen zu Webstühlen, Brettchen, Garnen oder lieber am Gürtel weben usw. sind hier richtig.

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Beitragvon Flinkhand » 06.03.2006, 17:12

Das ein Garn weniger verzwirnt ist, als ein anderes, kommt sicher nicht vom Färben - Farbe hat ja mit Drall nichts zu tun :wacky:

Es kann aber auch sein, daß nicht alle Farben vom gleichen Hersteller kommen, daher vielleicht die Qualitätsunterschiede. Wer weiß, es gibt so viele Möglichkeiten.
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Beitragvon Hallveig » 17.09.2006, 18:53

Hallo!
Ich habe mir vor ein paar Tagen reines Schurwollgarn, 2x verzwirnt, von der Wolle-Halle geholt; eben auf den Rahmen aufgezogen; schon dieses war grauselig, ebenso die ersten Webschritte... das verfilzt und fusselt dermaßen, daß ich nach dem ersten Drehen bereits Fusseln im Gesicht habe *hatschi* und die Fäden kaum auseinanderbekomme; 1 Faden ist bereits nach der 2. Drehung trotz geringer Spannung gerissen und läßt sich nicht wieder andröseln (mußte ein Stück Faden dazwischenknoten).
So schön das Garn auch ist (und vor allem günstig ;-) , 50g=1,40Euro ), das Brettchenweben ist damit sehr anstrengend...
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Re: Bänder aus Wolle

Beitragvon Dorit von Iene » 01.08.2015, 19:13

Hallo alle zusammen,

neu wie ich bin (so in der Mittelalterszenerie allgemein) habe ich mir doch schon in den Kopf gesetzt, nicht nur Gewandungen, sondern auch die passenden Borten selbst zu machen. Weil meine Cotten, die ebenjene Borten verpasst kriegen sollen, aus Wolle sind und ich im Forum schon des Öfteren gelesen habe, dass gleiches Material von Gewand und Borte von Vorteil sei, sollen die Borten eben auch aus Wollgarn geweb werden.

So... lange Rede kurze Frage: Taugt mir als Anfängerin überhaubt Wolle? :frage: Verhält sich die alternative Baumwolle deutlich anders als Wolle beim späteren Waschen? Sonst würde ich schlicht diese nehmen und auf's große "A" pfeifen. :engel2: Wobei mir hier gleich noch eine direkt (Offtopic-)Frage an Flinkhand selbst kommt: Taugt das Leinengarn in deinem Shop zum Fingerloopen für Nestelbänder und das Wollgarn für brettchengewebte Borten? Da würde ich die nämlich mit den Brettchen glatt mitbestellen.

Hoffentlich doppeln sich meine Fragen nicht mit schon gestellten. Ich habe echt lange im Forum gewühlt - und schon viel gefunden :-) - bis ich jetzt mal doch was nachfragen muss.
Ansonsten sind Homepge und Forum :knorke: - brauchste kaum woanders gucken!

Ich freu mich schon auf euren Rat und wünsche frohes schaffen,
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Re: Bänder aus Wolle

Beitragvon blue » 01.08.2015, 19:58

Hallo
Zuerst herzlich Willkommen! Wäre schön wenn du dich im User Bereich noch mal Vorstellen könntest.
Zu deiner Frage: Wolle für Anfänger ja oder Nein. Antwort Jein. Wolle ist etwas schwieriger zu verweben weil es etwas hakeliger ist. Aber es haben schon viele mit Wolle angefangen. Warum also nicht.
Zuerst solltest du dir aber Gedanken machen: Was will ich Darstellen und zu welcher Zeit? Welche Borten gab es da? Manchmal ist es besser zuerst auf schmückenes Beiwerk zu verzichten und sich auf das wesentliche zu beschränken. Aufmotzen kann man immer noch. Dafür ist der Winter da.
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Re: Bänder aus Wolle

Beitragvon Dorit von Iene » 04.08.2015, 12:35

Danke für die Antwort, blue. Das mit dem Jein habe ich mir fast schon gedacht. :-) Und recht haste:Das Aufmotzen kommt später dran. Ich bin so ein elender Frühplaner und will meine Einkaufliste schon mal abklappern. Aber der Winter scheint mir auch geeigneter.

Dann geh ich mich mal vorstellen. ;-)
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Re: Bänder aus Wolle

Beitragvon Tiamat » 01.09.2015, 15:08

blue hat geschrieben:Zuerst solltest du dir aber Gedanken machen: Was will ich Darstellen und zu welcher Zeit? Welche Borten gab es da?


Dem kann ich nur zustimmen. Hätte auch beinahe einen Fauxpas begangen und meine Gewandung (vor dem 12 Jahrhundert) mit einem Widderhornbändchen verziert :wacky: bis ich (gerade noch rechtzeitig) herausfand, das dieses erst ab dem 19 Jhdt nachgewiesen ist. Wie du siehst ist also nicht nur das Material interessant, sondern auch die Muster/Technik selbst.
Ich persönlich bin nicht A und werde es wohl auch nie werden, aber ich versuche mich zumindest zwischen C und D einzupendeln ;) daher nehme ich vorerst weiter mercerisierte Baumwolle (geht in der MA Szene eigentlich gar nicht, wird aber eher akzeptiert, als sich in die falsche Zeit zu verlaufen) :blush: filzt auch nicht beim waschen.

Aber kurz zum ursprüglichen Thema... eine Bekannte von mir verwebt ausschließlich selbstgesponnene Wolle an ihrem Webrahmen und schneidert sich seit kurzen auch Kleidung aus ihren Webstücken. Bisher habe ich nicht mitbekommen, das sie viel mit gerissenen Fäden zu tun hätte (und die Frau spinnt sogar so dünn, das Spinnen bei ihr in die Lehre gehen). Theoretisch sollte das also auch beim Brettchenweben funktionieren...

Fröhliches Werkeln :biggrin:
Ich war es nicht und weiß auch nicht, warum es schief ging -.-
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Re: Bänder aus Wolle

Beitragvon wetterleuchten » 02.09.2015, 06:25

Borten und Gewandung ist ein komplexes Thema und man kann da viel falsch machen wenns "A" sein soll, weil die die "üblichen Schnurbindungen" nicht historisch sind. Manchmal wurden Bordüren gleich in den Stoff mit eingewebt (Antike und Spätantike), manchmal teure, aufwendige Gewänder mit genauso teuer und aufwendig broschierten Borten verziert . Auf jeden Fall war diese Art Kleidung eher nicht "alltäglich", mal ganz grob vereinfacht gesagt.

Das soll jetzt aber keinem den Spaß am Brettchenweben schmälern.
Zum Material: Baumwolle ist so unproblematisch zu weben wie unA. Feine Wolle ist zwar hakeliger, aber eigentlich auch unproblematisch, sofern sie glatt und fest ausgesponnen ist, Stichwort Kammgarn. Vor allem lässt sich Wolle mit Pflanzenfarben viel besser und in viel mehr auch schon historisch belegten Farben färben als Pflanzenfasern wie BW oder Leinen. Man kann Wollgarn auch schon pflanzengefärbt kaufen und spinnen lernen ist auch in Bezug auf Brettchenweben immer eine lohnende Sache. Dann ist man nämlich unabhängiger, wenn die einzige Quelle für 20/2-Kammgarn plötzlich dicht macht :devil:
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