Brettchenwebrahmen - welches Holz?

Fragen zu Webstühlen, Brettchen, Garnen oder lieber am Gürtel weben usw. sind hier richtig.

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Brettchenwebrahmen - welches Holz?

Beitragvon Plasma » 24.01.2013, 12:26

Hallo zusammen,

aus welchem Holz sollte man einen stabilen Brettchenwebrahmen fertigen?
Aus welchem Holz sind Eure Rahmen so in der Regel?

Eignet sich auch Fichtenholz? Da Fichtenholz kein Hartholz ist, bin ich mir nicht so sicher. Habt Ihr Erfahrungen, wie sich die Holzart auf das "Verhalten" des Webrahmens auswirken kann?

Vielen Dank schonmal :-)

Gruß
Jochen
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Beitragvon Plasma » 24.01.2013, 13:22

Was haltet ihr von diesem Teil?

Soll 200 EUR kosten. Wenn Holz unbehandelt und ohne Brandings 140 EUR.
Reicht für 5,30m Borte. Gefertigt aus Fichte.

Denkt Ihr, dass der was taugt und kann man sagen, wie sich damit arbeiten lässt. Seht ihr Fachleute auf den ersten Blick, dass da was an der Konstruktion nicht stimmt, was Probleme machen könnte?

Zum Beispiel der geringe Abstand der oberen Querstangen?

Vielen Dank für Eure Hilfe :-)

Gruß
Jochen

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Beitragvon NeedleMind » 24.01.2013, 13:40

Das ist zwar ein schöner Webrahmen, inkl. Gestaltung und durch die geschlossenen Seiten sicherlich auch sehr stabil, aber genau bei den Seiten dürfte das Problem liegen: Man kommt nicht richtig ran, um die Kette aufzuziehen...
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Beitragvon schattenhexe » 24.01.2013, 14:16

NeedleMind hat geschrieben:Man kommt nicht richtig ran, um die Kette aufzuziehen...


Also ich kenne genug Leute, die mit einem solchen Rahmen arbeiten und die kommen tadellos an die Stäbe: man kann eine Außenseite abschrauben. Die Flügelschrauben hinten deuten darauf hin, dass das bei diesem hier auch geht. Du solltest also unbedingt nachfragen, ob das tatsächlich der Fall ist, dann seh ich keinen Grund, warum er nicht gut sein sollte.
Wieviel er dir Wert ist musst du selbst wissen, ich hab da keinen Preisüberblick, weil wir die meisten Dinge selbst bauen ;-)

In Bezug auf das richtige Holz kann ich dir grad nicht weiterhelfen, da hat mein Mann den Durchblick...
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Beitragvon Allyfants » 24.01.2013, 15:26

Ich selber habe noch keinen Webrahmen gebaut, aber der Barde hat hier in den letzten Jahren sehr viel zu dem Thema geschrieben. Die Essenz ist:
- Fichte ist zu weich
- Rahmen und Stäbe sollten das gleiche Holz sein, sonst gibt das weichere Holz bei der hohen Spannung nach
- wenn die Stäbe einfach in die Rahmenlöcher passen, sind die Löcher zu groß

Und zu guter Letzt:
Der Barde verkauft auch Webrahmen.
Und ich kenne viele, die darauf weben.
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Beitragvon Barde » 24.01.2013, 15:54

Danke, Allyfants, für den Hinweis :-)

zu den Preisen anderer äußere ich mich nicht (mehr) - wie schon oben steht, muß man selber wissen, was einem wiviel Wert ist.

Mein erster Versuch eines kleineren Modells hatte auch diese abnehmbare Seite und ich selbst war damit technisch sehr unzufrieden - was sicherlich auch geschmackssache in der Bewertung der Vor- und Nachteile ist.
Für die Stabilität braucht man's eigentlich nich; wenn sie vernünftig gebaut sind sind auch die offenen mehr als ausreichend stabil.

Es gibt natürlich immer ausnahmen; mit ausreichend rabiater Behandlung kriegt man alles kaputt; aber wenn ich's mal mit Autos vergleiche:
wenn jemand grundsätzlich ohne kupplung schaltet und so das Getriebe in kürzester Zeit klein bekommt, muß er nicht behaupten, Schaltgetriebe seien zum AUtofahren ungeeignet :-)

Aber wo habe ich denn jemals geschrieben, Fichte sei zu weich???
meine rahmen sind doch auch aus Fichte/Tanne ... und Kiefer.

Ich weiß ja, dass ein Ex-Forumsmitglied solche Behauptungen in die Welt setzt (Weichhölzer seien für Webrahmen nicht geeignet ... da komme ich nochmal auf die Kupplung zurück ...) aber ICH doch nicht.

LG

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Beitragvon Allyfants » 24.01.2013, 16:36

Ok, dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Ich hatte im Kopf, dass du nur mit Buche arbeitest. Aber wahrscheinlich vertue ich mich da mit Brettchen (die jetzt aus Birke sind)
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Beitragvon blue » 24.01.2013, 16:38

Ich kann mich nur Schattenhexe anschließen, es gibt viele Leute die mit einem geschlossenen Rahmen glücklich sind.
Meine sind alle offen, aber das soll doch nicht heißen das das die richtigen sind.
Zum Preis, tja meine waren alle ihren Preis-Wert :biggrin:
Ob das bei dem oberen auch so ist mußt du entscheiden.
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Beitragvon Jara » 24.01.2013, 18:10

Also für mich sieht es fast so aus, als könnte man bei dem Rahmen die eine Seite zum Aufziehen wegnehmen. Dann sehe ich darin schon mal kein Problem. Ganz im Gegenteil, wenn man zu hoher Spannung beim Weben neigt, kann es schon mal passieren, dass sich die Stäbe etwas verziehen. Durch die beidseititge Fixierung liese sich dem entgegen wirken. Allerdings ist es auf jeden Fall besser, die Spannung nicht zu hoch zu halten.
Zum Holz: mein Rahmen ist "nur" aus Weichholz, ein Holm hatte sogar schon vor der Verarbeitung einen Riß, und die Stäbe sind aus Buche. Und trotzdem bin ich seit drei Jahren super zufrieden. Alles hält und die Stäbe lockern sich kein bischen.
Ich denke, es kommt mehr auf die Verarbeitung an.
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Beitragvon Plasma » 24.01.2013, 18:28

Das Seitenteil kann man natürlich zum aufziehen des Garns abnehmen. Alles andere wäre ja total daneben. Das aufziehen ist ja eh schon eine Fummelei, aber mit geschlossenen Seitenteilen wäre das wohl eher eine alternative Strafe für Sisyphos ;-)
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