Bunten Kammzug spinnen... aber wie?

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Bunten Kammzug spinnen... aber wie?

Beitragvon WickedWeaver » 19.08.2013, 15:32

Aaalso: Ich habe mir beim Spinnen mit naturfarbener Rohwolle bisher immer kleinere Stücke abgetrennt (wie von Flinkhand erklärt, ca. 2 cm breit und ca. 30 cm lang), und da sich die Fasern immer längs des Bandes "abribbeln" bzw sich gegenseitig nachziehen, muss ich zwischendurch immer mal neu ansetzen und das Restband in Ordnung bringen.
Sieht dann etwa so aus (wenn man die Striche als gekämmte Fasern und das Ganze als Band sieht):
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und dann weiter zu:
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Und so sollte es ja eigentlich gehen, oder? Immer gleichmäßig vom einen Ende Fasern "nachfüttern":
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Wenn ich jetzt einen bunten Kammzug den Farben nach spinnen will, muss ich ja besonders aufpassen, dass die Übergänge schön werden und ich eben die untere Technik hinbekomme. Muss ich dafür zwingend meinen Kammzug in die einzelnen Farben zerfieseln? Fände ich nicht so schön, wegen des dauernd neu-Ansetzens und dem hakeligen Spinnfluss. Oder weiß jemand von euch eine gute Erklärung für das gleichmäßige "Nachfüttern" der Fasern? Oder vielleicht sogar ein Video, wo das irgendwie gezeigt wird? Hab bisher nichts gefunden... :help:

Hoffe, ich hab mich eingiermaßen verständlich ausgedrückt... :gruebel:

Viele Grüße!

Marion
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Beitragvon Lise » 20.08.2013, 14:17

Hey Marion, ich versteht zwar nicht was du mti den Strichen meinst, aber ich habe eine Vorstellung von deinem Problem.
Spinnst du mti der Handspindel oder am Spinnrad?
In letzterem Fall ist es kein Problem, Kammzüge komplett zu spinnen, ohne die zu zerreißen. Dabei spinnst du einfach ganz normal und fängst vorne an bis alles weg oder deine Spule voll ist.
Dabei sind bunte Kammzüge auch kein Problem, weil du ja einfach die Farben der Reihe nach automatisch bekommst. du könntest dann nur den Kammzug der Länge nach teilen und hättest kürzere Farbverläufe.

Mit die Spindel würde ich es ähnlich machen. Einfach die Wohlstücken abtrennen, spinnen und so weiter. Eigentlich müssten dann auch die Farben normal ankommen.

kannst ja mal versuchen mit der Faserrichtung zu spinnen und nicht 90° verstezt. Über am besten mir farbloser Wolle, damit du dich nicht ärgerst

Hoffe, das war einigermaßen verständlich.
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Beitragvon wetterleuchten » 20.08.2013, 16:11

Hi Marion,

*hehe* das kenne ich, wenn sich das Faserdreieck so langsam an der Längsseite des Kammzugs langzuarbeiten beginnt, da bist du nicht alleine. *tröst* So verstehe ich jedenfalls die Strichzeichnung.
Aber das kann man sich abgewöhnen. Im Kurzen Auszug geht das, indem man wirklich nur kurz auszieht und nur das Fitzelchen, das für die Fadenstärke gebraucht wird. Langsam treten und spinnen und darauf achten, schön von einer Seite zur anderen zu arbeiten, immer hin und her. Ist reine Übungssache, finde ich.


Wenn du schreibst, "das Restband in Ordnung bringen", was meinst du denn genau damit? Ich fand es hilfreich beim üben, sobald ich merkte, dass das Faserdreieck wieder anfängt am Rand runterzuwandern, das Stück Band in meiner Hand vorsichtig zu strecken. Und zwar so, dss die Fasern parallel bleiben und das Faserdreieck wieder an den Anfang hochgezogen wird. Das klappt ganz gut, wenn mans gleich merkt. Dafür muss man nicht mal das spinnen unterbrechen (nur etwas langsamer werden solange). Ist reine Übungs- und Gefühlssache mein ich.

Gerade Industrie-Kammzüge sind manchmal auch sehr "kompakt". Probier doch mal, dein Stück vor dem anspinnen vorsichtig und mit Gefühl ein wenig der Länge nach auseinander zu ziehen. Also nicht auseinanderrupfen, sondern quasi etwas "auszudünnen" und zu lockern. Vielleicht hilft das schon.
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Beitragvon WickedWeaver » 20.08.2013, 18:56

Hab befürchtet, dass das mit der "Strich"-zeichnung nicht so sehr verständlich ist... vielleicht krieg ich beim nächsten Mal Spinnen ein paar aufschlussreichere Fotos hin :blush:

Ich spinne mit der Handspindel, beim Spinnrad hab ich dazu schon Bilder gesehen, aber für die Handspndel fehlt mir eine dritte Hand, die gleichmäßig weiter auszieht. Das mit dem Faserdreieck hab ich (im 90°-Winkel) noch nie hingekriegt, ich spinne quasi mit der Faserrichtung, wobei (im kurzen Auszug natürlich - kann man mit der Handspindel einen langen Auszug machen?!) auch eine Art Dreieck entsteht. Wenn ihr Chantimanous Videos kennt - wie sie mache ich das auch. Hab das erst anders versucht, aber das hat überhaupt nicht hingehauen... :undecided:

*hehe* das kenne ich, wenn sich das Faserdreieck so langsam an der Längsseite des Kammzugs langzuarbeiten beginnt, da bist du nicht alleine. *tröst* So verstehe ich jedenfalls die Strichzeichnung.

Ja, genauso meinte ich das! Und bei abgestuft bunter Wolle ist das halt schade, weil das die Übergänge stört. Das mit dem "Restband in Ordnung bringen" meinte ich so, dass, wenn sich das Faserdreieck (oder mein Äquivalent dazu ;-) ) auf Wanderschaft begibt, die restlichen Fasern nicht glatt nebeneinander bleiben sondern sich kleinere Bahnen verziehen, weil sie von dem "Spinnzug" des Faserdreiecks erfasst werden. Ich habe also immer wieder das Problem, dass sich Teile der Wolle verschieben oder verheddern, also nicht mehr ordentlich liegen. Hmmm.

Ich werde also noch ein Weilchen mit der Naturwolle spinnen und versuchen, meine Technik zu verbessern. Zur Not muss ich den bunten Kammzug teilen und die Stücke vorher schon weit ausziehen und lockern, dann sollte das auch gehen, hoffe ich. Also, auf in den Kampf, das Faserdreieck naht! :devil:

Vielen Dank für eure Hilfe und viele Grüße!

Marion
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Beitragvon wetterleuchten » 21.08.2013, 06:19

Hi,

(langer Auszug an der Handspindel geht schon, wenn die Spindel gelagert ist. Vor ewigen Zeiten habe auf youtube mal ein paar Videos dazu gesehen, finde die aber nicht mehr. Ich habe das auch probiert, aber bei mir sieht der Faden dann eher aus wie Regenwürmer während eines Arkel .... äh ...Akneanfalls. Es kommt denke ich auch auf die Wolle an. )

Im Grunde ist das ja der Sinn beim Spinnen, dass die ausgezogenen Fasern andere nachziehen. Das Prob ist tatsächlich, wenn das nicht gleichmäßig aus der Mitte heraus geschieht. Ich könnte mir vorstellen, dass man gerade am Anfang dazu neigt, in eine Art Schieflage beim auszupfen zu geraten, z. B. je nach dominanter Körperseite (Links-/Rechtshänder z.B.). Eine Freundin von mir, die Kinesiologin ist, rät in solchen Fällen oder auch vor Aufgaben die Konzentration erfordern, immer ein paar Überkreuzübungen zu machen, liegende Achten vor sich mit dem Finger in die Luft zeichnen oder Hampelmann, um sich zu zentrieren.

Und ansonsten immer üben, üben, üben. Und nur ganz wenig Fasern auszupfen und am Anfang halt wirklich wie ein Schießhund darauf achten, dass man schön in der Mitte bleibt und kontrollieren, dass die seitlichen Fasern aus der Mitte heraus gleichmäßig mitgezogen werden.
Gerade bei langfaserigen Wollen aus fertigen Kammzügen ist das nicht immer ganz einfach. Da hilft wirklich vor dem anspinnen ein wenig lockern.

Viel Glück und Erfolg beim üben.
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Beitragvon Lise » 21.08.2013, 08:04

Na aber gerade mit der Hansspindel kannst du ja den Kammzug teilen:
Einfach der länge nach halbieren oder vierteln.
Dann hat dein Faserdreieck weniger Platz zum Wandern und du eine bessere Kontrolle.
Dann kannst du schön eine Farbübergänge machen und hast sie gleichzeitig auch öfter im Wechsel.
Ich persönlich finde das ja immer schön, weil dass die Farbigkeit der Wolle besser rüberkommt.
Aber um üben, üben, üben wirst du nicht drumrumkommen ;)

Viel Erfolg!
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Beitragvon Verry » 21.08.2013, 19:18

Ich spinne mit der Handspindel eigentlich kaum im ganzen Kammzug. Ich finde es wesentlich angenehmer, ziemlich kleine Stückchen rauszureißen und die dann zu verspinnen. Allerdings spinne ich mit der Handspindel eig. auch nur Lacegarn, also.... für dickes Garn kann man größere Stückchen nehmen.
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Beitragvon WickedWeaver » 21.08.2013, 20:16

Hab mal versucht, die Wolle ab und zu zu drehen, dass ich ganz automatisch auch die andere Seite des Kammzugs "abribbel". Aber irgendwie fühlt sich das an wie schummeln... ;-) Nehm auch nicht den ganzen, bloß nicht! Immer ein kleineres Stück und vorausgezogen, damit der Faden dünner werden kann. Und nachdem ich nach den Kommentaren mal experimentiert hab, halt ich die Wolle nur eeetwas anders in der linken Hand, und voilá: Viel gleichmäßiger, und vor allem bilden sich keine Knoten, Gewurstel oder ähnliches! :cool:
Das einzige, was ich nicht wollte, war, gaaanz viele Stücke aus dem Kammzug zu machen, weil die Ansätze (noch) nicht immer so schön und ziehfest sind... :blush: Also doch üben, üben, üben und kein Trick 17. Aber eure Tipps haben mir schon sehr geholfen. Super, Danke!

Viele spinnerte Grüße!

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Beitragvon wetterleuchten » 21.08.2013, 20:58

Das hört sich doch prima an.
Alles wird gut ;-)
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Beitragvon Gabi » 22.08.2013, 16:45

Hallo Marion,
Respekt, ich bin seit einem Jahr dabei weiße Rohwolle zu verarbeiten von heimischen Schafen aus dem Schwarzwald. Ist super Wolle und toll zu verarbeiten aber an mehrfarbige Stränge habe ich mich noch nicht ganz getraut, weil ab und an meine Ergebnisse wie schwangere Regenwürmer aussehen. Es wird von Mal zu Mal besser aber braucht noch Zeit.

Ich glaub wenn ich jetzt fertig bin dann muss ich mal anfangen auf verschiedenfarbige Stränge zu gehen.

Du machst einen Neugierig und Mut es mal auszuprobieren.
Gabi
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