Ich habe da mal eine blöde Frage!

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Ich habe da mal eine blöde Frage!

Beitragvon Gabi » 26.09.2013, 10:29

Hallo Ihr Lieben,
ich hab mal ne blöde Frage! Ich habe irgend wo hier im Forum gelesen, dass wenn die Rohwolle versponnen ist, sie dann gewaschen wird. Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe damit der Drall bleibt oder so.

Ist es denn zwingend notwendig die Wolle nach dem verarbeiten zu waschen?
Folgendes ist nämlich der Fall, ich habe meine Rohwolle versponnen und daraus einen bunten Läufer gehäkelt. Außer den Fransen ist er jetzt fertig und sieht eigentlich als Erstlingswerk nicht schlecht aus.

Sollte ich den jetzt noch waschen oder hätte ich das vor dem Häkeln machen sollen.

Ich weiß ist eine etwas blöde Frage, ich finde aber nichts im Forum darüber, vielleicht habe ich es auch übersehen, keine Ahnung.

Ich wäre Euch dankbar für Eure Tipps ob es notwendig ist nach dem verzwirnen die Wolle zu waschen oder befeuchten oder nicht.

Hoffe dass es nicht eine all zu blöde Frage ist. :blush:

Liebe Grüsse
Gabi
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Beitragvon Zeraphina » 26.09.2013, 11:22

Hallo Gabi,
also ich mache das so das ich die Wolle nach dem zwirnen zu einem Strang bind ( dabei gut abbinden) und sie dann mit einem Wollwaschmittel von Hand wasche. Nicht dolle rubbeln und kneten sonst verfilzt sie . Das Wasser nach dem ausspülen gut ausdrücken, den Strang dann in ein Badetuch wickeln und ein wenig darauf rumtreten , damit noch mehr Wasser raus geht. Dann hänge ich sie auf und hänge noch etwas als Gewicht unten drann.
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Beitragvon Lise » 26.09.2013, 12:00

Hey gabi,

das mit dem Waschen hat einen ganz simplen Grund: Das Garn entsannt sich dabei.
Nach dem Spinnen/Zwirnen ist es oft so, dass zuviel Drall ist und sich das Garn eindreht (wie eine Kordel). Durch das trocknen entspannen sich die Faser, der Drall verteilt sich und das Garn hängt ausgeglichen.
Das ist der gewünscht effekt, denn sonst verziehen sich die Strick- oder Häkelstücke evtl beim Waschen.
Wenn dein Garn nach dem zwirnen ausgeglichen war, musst du meine Angst haben, dann kannst du den Läufer ruhig vorsichtig waschen. musst aber nicht. Wenn sich das Garn gekräuselt hat, kann es sein, dass sich das gute STücke verschiebt oder zusammenschrumpelt.
Das Garn mird in der Regel beim waschen auch etwas kürzer.

Und deswegen: Bitte keine Gewichte zum trocknen dranhängen!
Ich habe das früher auch gemacht, aber habe mir damit mal ein Stück versaut. Wenn man das Gedehnte Garn nämlich später wieder nass macht (die Mütze wäscht) rutscht es zusammen und die Größe stimmt nicht mehr. Sehr ärgerlich...
Also: NICHT beschweren, das spart Frust.

Ich mache das Waschen übrigens nicht so aufwändig. Ich mache Wasser und ein bissl Wollwaschmittel ins Waschbecken, stubse die Wolle unter bis alles nass ist und wasche das vorsichtig aus.
Danach wringe ich den Strang vorsichtig aus und hänge ihn in die Dusche zum trocknen. Das überflüssige Wasser läuft eh einfach raus.

So, das war viel Text, aber ich hoffe du hast das Wichtgste gelesen:
1. Wolle nach dem Spinnen waschen, um sie auszugleichen
2. verarbeitete Stücke können unter Umständen beim Waschen die Form verlieren, wenn die Wolle nicht richtig ausgeglichen war.
3. Wollstränge nicht beschweren, da sich später die daraus gemachten Stücke verziehen können.

Liebe Grüße!

PS.: Zeig uns mal ein Bild vom Läufer :)
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Beitragvon wetterleuchten » 26.09.2013, 13:01

Das mit dem Drall ist so ne Sache für sich. Drall schläft mit der Zeit ein und wacht beim waschen wieder auf. Das gesponnene Garn zu waschen ist eine prima Gelegenheit, um zu sehen woran man ist bevor sich evtl. das Strickstück verzieht.
Aber Waschen entspannt gesponnene Wolle ganz allgemein. Je nach Spinntechnik und Wolle werden die einzelnen Fasern ähnlich stark beansprucht wie z.B. beim Weben und so manches Stück wird erst nach einer Wäsche so richtig "vollständig" wenn sich die Fasern enstspannen und ihr spezieller Charakter richtig zur Geltung kommt.

Außerdem hat waschen einen ganz einleuchtenden Vorteil: es macht sauber ;)
Man glaubts nicht, wenn mans nicht gesehen hat, wie Waschwasser von vermeintlich sauberem Garn aussehen kann. :biggrin:
Stichwort Rohwolle, gerade bei der Rohwollverarbeitung vom Schaf zum Garn rieseln bei mir in jedem Arbeitsgang die Krümel. Selbst wenn die gewaschenen Wollflocken oberflächlich betrachtet "sauber" aussahen.
Auch fertig gekaufte Kammzüge oder Kardenbänder sind trotzdem mal ein Freiland-Stall-Naturprodukt gewesen, das durch viele Hände und Maschinen gegangen ist. Und last but not least spinne ich in meinem Wohnzimmer, einem Wohnraum und keinem Hochreinlabor, da kommt auch immer ein wenig "Dreck" zusammen.

Beim Häkelläufer ist's denke ich so ziemlich egal ob er fertig oder vorher das Garn gewaschen wird. Je nach Größe ist aber eventuell das fertige Stück etwas schwieriger zu handhaben und braucht vielleicht auch länger zu trocknen. Andererseits müsste er sich in feuchtem Zustand ganz gut in Form ziehen lassen, falls das nötig sein sollte.

Bekommen wir den Läufer zu sehen wenn er fertig ist?
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Beitragvon Gabi » 26.09.2013, 13:12

Hallo Ihr Lieben,

ja klar bekommt Ihr mein Erstlingswerk zu sehen sobald die Fransen dran sind. Könnte aber noch 2-3 Wochen dauern, wir ziehen nämlich am Montag in unsere neuen Büroräume und es ist da einiges zu machen.

Ich danke Euch für die tollen Ausführungen. Hm, ich habe meine verzwirnte Wolle gleich verhäkelt zu einem Läufer. Zeitweise war es schon sehr stark verzwirnt, aber ich versuche jetzt nach dem das Teil fertig ist es einfach mal etwas zu befeuchten und trocknen zu lassen und etwas in Form zu bringen.

Dieses Erstlingswerk dient mir später als Wärmeunterlage unterm Schreibtisch, damit ich keine kalten Füsse bekomme. Hihi... ich bin gespannt wenn ich es feucht gemacht habe wie es raus kommt.

Auf jeden Fall habt Ihr mir wirklich geholfen und jetzt weiß ich bescheid, warum und wieso.

Das werde ich für die Zukunft beachten und freue mich schon auf meine neuen Projekte.

Ein Bild wird auf jeden Fall kommen, sobald die Fransen dran sind lade ich das Teilchen (hihi.. megateil) hoch um es Euch zu zeigen. Nichts besonderes aber fürs erste mal mega Stolz ;-)
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Beitragvon wetterleuchten » 26.09.2013, 13:24

Ohne das Teil gesehen zu haben, möchte ich mal behaupten Erstlingswerke sind immer und grundsätzlich was Besonderes worauf man stolz sein kann und darf und soll.
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Beitragvon Lise » 27.09.2013, 07:16

Ich finds vor allem klasse, dass dein Erstlingagrn auch was werden durfte. Meins liegt als kleiner süßer Strang in einer Kiste mit einer Schleife drum und liegt da eben ^^ Binge es nicht übers Herz was damit zu machen.
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Beitragvon wetterleuchten » 27.09.2013, 07:33

Das finde ich aber auch eine schöne Idee mit der Schleife drum. Ist doch eine nette Erinnerung, oder?

Mein erstes selbst gesponnenes Garn musste für diverse Färbeversuche herhalten. Davon ist ein Großteil in weiteren Handarbeitsversuchen aufgegangen. Der Teil, der meinem Färbewahn entkam ist kürzlich zu einem Filzbeutel geworden, der sich beim filzen in der Waschmaschine ziemlich verzogen hat. Was aber vermutlich mit daran lag, dass ich auch noch andere, teilweise sehr unterschiedliche Garne mit verstrickt hatte.
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Beitragvon wetterleuchten » 27.09.2013, 08:13

Und noch ein Gedankengang zur Technik.

Überdrall im Garn heißt ja, dass das Garn später in eine bestimmte Richtung "zieht", nämlich in die des Dralls. Dadurch können glatt gestrickte oder gewebte Arbeiten dann verzogen werden.
Wenn man jetzt aber in Reihen häkelt, dann häkelt man ja in die eine Richtung, wendet die Arbeit und häkelt in die andere Richtung zurück und immer so weiter. Richtig?
Das müsste dann einen ausgleichenden Effekt haben, also in der Weise, dass eventuell vorhandener Überdrall nicht mehr ganz so einseitig zur Geltung kommen kann. Mein ich oder habe ich da einen Denkfehler? :gruebel:
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