färben mit Forsythie

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Tara » 24.04.2013, 07:32

Darf man nicht mal fragen, ob man damit färben kann?
Es wäre viel schlimmer wenn man loszieht, den halben Baum leerrupft um fest zu stellen, dass es umsonst war und man hätte die Blüten lieben genießen sollen.
Natürlich will ich mich ja auch wie ander an dem schönen Blüten erfreuen und zudem kann man ja auch pflücken, wenn die Blüten bereits verblühen oder kaufst du all deine Färbepflanzen und gehst nie etwas sammeln?
Wieso, weshalb, warum??? Wer nicht fragt bleibt dumm!!!
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Beitragvon Morgan » 24.04.2013, 08:08

Ich gehe sehr oft Kräuter sammeln - nicht zum Färben, aber um meine Heiltees zusammenzustellen oder um die Kräuter zu essen.
Für mich ist dabei selbstverständlich
a) dass ich weiß, welche Pflanzen sich wozu eignen. Also finde ich es durchaus verständlich, dass man fragt.
b) dass ich nur solche Pflanzen sammel, von denen es genug gibt (allein mit dm Rainfarn, der hier auf dem Brachland wächst, könnte man Quadratkilometerweise Stoff färben!) und nur in den Mengen, die ich verbrauchen kann
c) dass ich Pflanzen dabei nicht beschädige, also zB beim Holunder keine Zweige oder gar Äste abreiße, Walnüsse nicht durch Einwerfen von Gegenständen in die Krone "ernte" etc.
d) dass ich bei Pflanzen, die sich in ausreichender Menge nur durch einen Kahlschlag oder erhebliche Entstellung / Beschädigung ernten ließen (wie es sicher bei Forsythienblüten der Fall wäre, aber zB auch für Birkensaft, Fichtenspitzen etc. gilt) mich auf die gekaufte Droge oder auf Pflanzen aus dem eigenen Garten (bzw. dem von Freunden, die mir das erlaubt haben) beschränke.

Gerade Forsythien wachsen bei uns ja nicht wild "wie Unkraut", sondern werden im Allgemeinen als Garten- oder Parksträucher angepflanzt. Diese Pflanzen gehören also jemandem. Wenn es meine eigenen Forsythien sind, hätte ich keine Probleme damit, da mal was auszuprobieren. Bei Gewächsen anderer Leute:
Finger weg!
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Beitragvon Silvia » 24.04.2013, 08:19

Man darf fragen, aber solche Fragen, fragt man evtl in privaten Kreis, denn hier zieht es KreisE. Der Erste überlegt, und spätestens der Fünfte macht.

Doch ich sammle auch.

Reseda das als wildwucherndes Unkraut in meiner Umgebung, die Verkehrsinsel und Randstreifen überwuchert. Da die Stadt kein Geld mehr zur Pflege der Grünanlagen hat, tue ich sogar etwas Gutes. Theoretisch. Denn praktisch lasse ich immer so viel stehen,das ich auch im nächsten Jahr ernten kann.
Mit zwei üppigen Pflanzen kann ich in etwa meinen Jahresvorrat bestreiten.

Birke, die ab und an aus Gehwegen wuchert.

Walnusschalen die,die am Boden liegen.

Dann dies und das aus dem Garten,aber meist ist mir das Färbegut zu schade für Experimente.

Das wars eigentlich. Krapp und Indigo kaufe ich.


Wie viele Büsche Forsythien muss man wohl plündern um 300g zu haben, so das es lohnt eine Flotte daraus zu kochen ? Die feinen Blüten wiegen doch nix.
Da steht Aufwand (nicht Deiner, sondern der der Natur) in keinem Aufwand zum Nutzen.
Man sollte sich auch über die Ergibigkeit einmal Gedanken machen.

Danke Morgan, :danke: ich sehe gerade wo ich hier schreibe,Deinen Post, da bin ich ganz bei Dir.
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Beitragvon wetterleuchten » 24.04.2013, 08:21

*Erstmal Morgans Beitrag ganz fett unterschreib*

Ich kann deine Reaktion schon verstehen @ Silvia. Mit gings mal ganz ähnlich bei einer Diskussion über Waldmeister. Da kann man schnell üble Bilder in den Kopf bekommen. Aber das eigene Kopfkino und die Intention eines anderen Menschen, von der man gerade nur einen klitzekleinen Ausschnitt liest, sind dann oft zwei verschiedene Paar Schuhe.
Ich finde übrigens, dass Neugier und Forscherdrang ganz normale und meist tolle menschliche Eigenschaften sind. Erst fragen, dann ernten fibde ich auch eine sinnvolle Strategie.
Ich bin aber auch mit dir einer Meinung, dass die Natur kein Selbstbedienungsladen ist. 'S ist halt bei schriftlicher Kommunikation nicht immer ganz einfach, Absichten einzuschätzen.
Aber ich finde es gut, dass du die Lanze gebrochen hast.
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Beitragvon wetterleuchten » 24.04.2013, 09:31

Hi Regilla,

Danke für den Hinweis.
Ich bin ja jetzt nur naturschwissenschaftlich und geschichtlich interessierte Amateurin und kann das im Einzelfall ja nicht wirklich beurteilen, was jetzt theoretisch im Einzelnen möglich ist.
Praktisch ist dann wohl wieder eine ganz andere Sache, da denke ich, ist das abhängig vom Zustand des Fundgutes und oft wohl auch oft genug von den finanziellen und personellen Möglichkeiten.
Auch könnte ich mir vorstellen, dass es charakteristischere und weniger charakteristische Stoffgruppen gibt?
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Beitragvon Tara » 24.04.2013, 09:51

Bei der benötigten Menge an Forsythienblüten habt ihr wohl recht.
Deshalb frage ich ja, da man im Färbewahn leider nicht immer an alles denkt :wacky:

Hier wächst zwar unmengen von denen, doch wurden sie sicher wegen ihrer Optik angepflanzt.
Ich werde mal schauen, wie es aussieht, wenn die schönen Blüten verblühen, ob man die heruntergefallenen verwenden kann und genug zusammen bekommt.
So kann Jeder die gelbe pracht bis zum Ende genießen ohne den Busch leer zu rupfen.

Ansonsten werde ich auf Löwenzahnblüten die auch ein schönes Gelb ergeben umsteigen. Die wachsen ja überall wild.
Zudem kann man daraus leckeren Löwenzahnsirup machen :-)
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Beitragvon Morgan » 24.04.2013, 10:12

Gut, ich denke, ich sollte hier einmal was zur Gesetzeslage schreiben.
der Boden in D gehört IMMER wem!
Sei es der Bund, sei es die Kommune oder Gemeinde, sei es eine Privatperson (44% des Bodens in D gehören Privatpersonen! Das gilt auch für Wälder, Weideland etc!).
Dennoch haben wir das Recht, Pflanzen zu entnehmen.
Abgesehen von geschützen und streng geschützen Pflanzen (was den Unterschied angeht und welche Pflanzen es betrifft, macht euch bitte selber schlau, das führt hier zu weit), darf jeder Mensch Pflanzen, Kräuter, Blumen, Pilze, Nüsse, Beeren... bei einem Spaziergang mitnehmen.
Es gilt dabei:
Soviel Blumen / Kräuter, wie man mit Daumen und Zeigefinger umfassen kann (Handstrauß)
Soviel Kräuter, Früchte, Beeren, Pilze, wie man als Eigenbedarf reklamieren kann. Die vier, fünf Parasolpilze für das sontägliche Essen gehen ebenso in Ordnung wie die Walderdbeeren, die der Kurze auf dem Spaziergang isst und das Körbchen Schlehen, die man auf einem Spaziergang durch die Felder sammeln kann.
Wer mehr braucht, muss halt öfter losziehen ;)

Im Übrigen finde ich es toll, wie es Silvia macht, immer so viel stehen zu lassen, dass man im nächsten Jahr auch noch ernten kann. So mach ich das auch :)

Denkt auch an die Vögel -hier gab es in den letzen drei Jahren kaum Schlehen, Kornelkirschen, Holunder und Hagebutten zu ernten. Ich habe alles stehen lassen für die Tiere, die diese Beeren auch noch trocken und angefroren essen. Und angesichts des besonders harten Winters dieses Jahr glaube ich, dass es richtig war, dass ich letztes Jahr davon nix geerntet hab.
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Beitragvon Regilla » 24.04.2013, 12:23

Mit Löwenzahn wäre ich vorsichtig. Meine Kinder haben sich mit dem Saft mehrere Kleidungsstücke versaut. Gibt braune Flecken, die nicht zu entfernen waren. Das Blau und Grün von den T-Shirts habe ich um die Flecken rum wegbekommen.

@-Wetterleuchten mit charakteristischen Stoffgruppen hat das gar nicht so viel zu tun, die Zusammensetzung ist charakteristisch. Krapprot besteht aus etwa sechzehn verschiedenen Farbstoffen. Rubiadin ist z.B. in Krapp, Waldmeister und echtem Labkraut, nicht in Wiesenlabkraut enthalten. Munjistin ist weder im Wiesen-, noch im echten Labkraut enthalten. Man muss die Farbstoffe auftrennen, in welcher Wurzel welche Farbstoffe vorkommen und das dann mit dem Ergebnis der unbekannten Färbung abgleichen.

Grüßle,
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Beitragvon Ragnhild » 24.04.2013, 17:06

Für alle Neugierigen: ich hab's getan!

Die Ernte der Forsythien-Blüten (aus dem eigenen Garten, von der der Terrasse abgewandten Seite) war denkbar einfach. Man kann sie von den Zweigen abstreifen oder büschelchenweise abzupfen. Eine große Schüssel voll Blüten ergab aber gerade mal soviel Farbe, dass 100 g Wolle nur einen Hauch von Gelb bekamen. Also, ich würde sagen, wer Gelb haben möchte, der sollte auf andere Pflanzen zurückgreifen.

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Beitragvon Tara » 25.04.2013, 07:37

@Ragnhild

Danke für den Tipp.
Dann werde ich warten bis die Birkenblätter soweit sind.
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