Pilze

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Alix » 20.04.2006, 11:59

Erstellt am 18.10.2005 - 10:25

Ich war gestern endlich im Wald und habe nach Pilzen gesucht. Einen Tintling habe ich gefunden, mehr nicht. Konnte ihn auch leider nicht nach hause bringen, da ich nicht zuhause geschlafen habe Jetzt habe ich gestern aber etwas im Internet gefunden, was wohl recht interessant ist.
www.kieler-pilzfreunde.de/1570.html Da gibt es eine Anleitung zum Färben mit bestimmten Pilzen und ein Foto:
http://www.kieler-pilzfreunde.de/mediac ... en~002.jpg
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Beitragvon Rigana » 20.04.2006, 12:01

Erstellt am 02.01.2006 - 00:11

Wow
Die Farben von dem Weichporling sind wirklich beeindruckend. Da werde ich aber auch mal die Augen offen halten im Wald, wenn der Pilz wieder wächst. Laut Recherche soll der nicht selten sein und da er giftig ist, wird er wohl auch seltener zum Sammelobjekt.

Leider hat der Autor des Textes nicht erwähnt, welcher Faden wie vorbehandelt wurde (außer dem obersten, der wohl gar keine Beize hat).

Ich bin noch über den zimtfarbenen Hautkopf gestolpert, der wohl ein fettes Rotbraun färben soll.

Liebe Grüße,
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Beitragvon freeda » 10.09.2007, 17:37

Sorry, daß ich den alten Thread rauskrame, aber es geht hier genau um mein Thema...
Beim Samtfußkrempling heißt es, er wurde früher zum Färben benutzt. Wie man mit ihm umgeht...nichts. Internetrecherche...nichts.
Vielleicht hat hier jemand schon Versuche und Ergebnisse??? *hoff*
Dieses Jahr wachsen die Kremplinge wie die Seuche und ich hätte gerne welche gesammelt und getrocknet, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob man mit getrockneten auch färben kann. Weiß jemand weiter?
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Beitragvon Flinkhand » 10.09.2007, 17:44

Hi freeda,

schau doch mal den Link weiter oben von den Kieler Pilzfreunden an. Wenn Du auf der Hauptseite runterscrollst, findest du ein paar interessante Infos zum Krempling.
Claudia,
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Beitragvon freeda » 10.09.2007, 19:36

Schon, schon.
Aber zum Kahlen Krempling, nicht zum Samtfußkrempling. Der sieht total anders aus, riecht und schmeckt auch anders (nach Tintenfaß). Mal angenommen, er färbt ähnlich dem Kahlen Krempling und ich sammle alte Pilze, wie in dem Link empfohlen, wäre interessant, ob die Pilze im getrockneten Zustand auch noch Färbewirkung haben.
Meine Gefriertruhe ist bis obenhin mit der diesjährigen Ernte voll, deswegen kann ich den auch nicht einfrieren. :biggrin: That's the problem. Und dieses Jahr wächst der Pilz echt wie verrückt. Kaum ein Baumstumpf, wo der nicht dran pappt, mal übertrieben gesagt. Und Blautöne find ich sehr klasse, deshalb... :wacky:
Am liebsten würde ich morgen gleich lossausen und einen Schwung holen. Nur nützt er mir nix frisch, weil ich noch keine Wolle zum Färben habe. Die bekomm ich erst. *seufz*
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Beitragvon Flinkhand » 10.09.2007, 19:50

Grundsätzlich ist es mit Färbepflanzen ja so, daß sie getrocknet genauso gut verwendet werden können wie frisch. Man braucht von den Getrockneten aber nur die halbe Menge im Vergleich zur frischen Pflanze.

Ich wüßte nicht, wieso das bei Pilzen anders sein sollte - da geht ja beim Trocknen auch nur das Wasser raus. Allerdings fällt mir jetzt spontan nicht ein, wie man Pilze am besten trocknet ... :wacky:
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Beitragvon freeda » 10.09.2007, 20:59

:-) :-) Freu, dann werde ich das machen und zu gegebener Zeit testen.
Pilze trocknen ist ganz einfach (mein Wohnzimmer ist voll und der Dachboden, allerdings mit der essbaren Spezies): Man schneidet sie in max. 2mm dicke Scheiben und legt sie aus. Optimal wäre ein gespanntes Fliegengitter, aber unbeschichtete Pappe geht auch. Jetzt, da es langsam kühl wird, brennt bei uns ein leichtes Feuer im Ofen, so trocknet es sich schneller. Aber das muß nicht sein. Wichtig ist vor allem, daß der Trocknungsort keine hohe Luftfeuchtigkeit hat und die Pilzscheiben nicht aufeinander kleben. Den letzten Rest Feuchtigkeit kann man im Backofen bei etwa 50 Grad entziehen. Ich nutze immer die Restwärme des Ofens, wenn ich vorher was im Herd hatte.
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Beitragvon Kattugla » 12.03.2008, 01:30

Mag ja vielleicht an der Jahreszeit liegen, dass dieser Thread hier seit September schläft, aber ich tappe schon seit Tagen um das Thema "mit Pilzen färben" herum und wußte, ich hatte dazu in einem meiner Pilzbücher was gelesen.
Und Pilze wachsen das ganze Jahr über.

Rigana hatte die Hautköpfe erwähnt. Im "Laux" (Pilzfinderstandardliteratur *g*) steht zu den Dermocyben (Untergattung der Cortinarien=Schleierlinge, gemeint hier die Hautköpfe), dass die meisten einen Farbstoff enthalten, der intensiv rotbraun färbt. Beim Rotbeschleierten Hautkopf ist das - so rein optisch - gut nachvollziehbar. Die meisten Pilze dieser Gattung sind goldrot bis dunkelrot und färben von safrangelb bis kupferfarben. Als Färbeverfahren nennt Laux in Kurzfassung das übliche: Pilze (mögl. getrocknet) abkochen (ca. 1h), Wolle mit Weinstein und Alaun 1h bei 90°C beizen und danach trocknen, Wolle bei 90°C ebenso eine Stunde färben.
Ausprobiert habe ich es noch nicht, die Dermocyben-Saison beginnt leider erst im Spätsommer. Aber im Taunus sind die recht häufig.

Der Samtfußkrempling kommt hier, wo es reichlich Fichtenwälder hat, üppig vor, im letzten Jahr mußte ich aufpassen, nicht draufzutreten, so viele waren das. Da der Pilz zudem recht groß wird und die labberigen, etwas überalten Exemplare färbeintensiver sind, loht sich das Sammeln zu Färbezwecken allemal. Ab Juli wachsen die. Hat denn da schon wer Erfahrungen gemacht? Ich las da auf der Kieler Seite was von Ammoniak im Pilzsud, um den Farbstoff besser zu lösen...

Vom Sammeln von Habichtspilzen rate ich ab, die Biotope, wo der vorkommt, sind rar geworden, grau machen auch leichter beschaffbare Farbstoffe. ;-)

Die Weichporlinge sind wirklich spannend, sie wachsen das ganze Jahr über, und das reichlich (an totem Laubholz gucken).
Sie sind giftig, verantwortlich dafür ist die Polyporsäure, die im Pilz enthalten ist, sie zeigt beim Kontakt mit Laugen den schon bebilderten intensiven Violetton. Daher denke ich mir, dass auch der Farbsud alkalisch sein sollte. Ergo: Kernseife. Oder Kalialaun, Ammoniak oder Abflussfrei (NaOH). ;-)
Auch noch nicht ausprobiert, jetzt will ichs aber wissen und halte die Wochen mal nach dem Weichporling Ausschau.

Der Tintlingsfarbstoff ist flüchtig. Leider.

Auf der Kieler Seite ist ein Literaturtip zu einem Buch ("Mit Pilzen färben"), wenn etwas Geld über ist, bestelle ich mir das auf jeden Fall.

Ab Mai spätestens bin ich eh wieder auf Pilzpirsch, ich bin zwar keine wirklich Kundige, aber kenne mich halbwegs aus (auch ein Stück jenseits des Bratpfannenrandes) und biete Interessierten aus der Region gerne an, mit mir mitzukommen. In den nächsten Wochen erkunde ich mal mein Revier und gebe rechtzeitig Bescheid..

;-)




[edit Minuten später]: Link zu Beizen und Pilzfarben gefunden, der etwas mehr Licht ins Dunkel bringt...
Alle erwähnten Pilze kenne ich, die meisten habe ich schon gefunden.
Namens-Ungereimtheiten:
Der dort erwähnte Naematoloma fasciculare ist Hypholoma fasciculare, der Grünblättrige Schwefelkopf - häufig zu finden, auch schon im Frühjahr
Ebenso ist Naematoloma sublateritium der Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma lateritium), zu finden ab Spätsommer,
Pholiota squarrosa ist der Sparrige Schüppling, ein Hallimasch-Doppelgänger, Vorkommen ab Frühherbst.
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Beitragvon marled » 12.03.2008, 08:41

Meine Erfahrungen mit dem Sparrigen Schüppling kannst du HIER
lesen.
Ansonsten habe ich mit dem Pflaumenfeuerschwamm gefärbt und Kleinmengen mit diversen anderen Pilzen, was insgesamt aber eher enttäuschend war. Gleiche oder ähnliche Farben erziele ich mit Blätter, Wurzeln und ähnlichen Pflanzenbestandteilen genauso und sie sind für mich leichter und schneller zu sammeln.
Trotzdem würden mich deine Erfahrungen natürlich sehr interessieren.
Lieben Gruß
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Beitragvon Kattugla » 25.03.2008, 13:40

Mittlerweile habe ich das Pilzfärbebuch zu Hause. Zu den Porlingen und dem Färben damit weiß es, dass sich die Farbstoffe nur dann optimal herauslösen, wenn die Porlinge mit Ammoniakzusatz eingeweicht werden.
Eine größere Menge Fichtenporling habe ich derzeit zu Hause, ich teste das mal aus.

Viel was anderes wächst ja noch nicht... *schüff und auf die morcheln wart*
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