Walnuss-Schalen

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Walnuss-Schalen

Beitragvon Rigana » 24.06.2004, 12:16

Hallo!

Bei mir wurde gerade eben die Walnuss-Zeit eingeläutet. Jaja... eigentlich ists dafür noch zu früh, aber ich habe gerade einen Rieseneimer voller grüner Walnüsse (+welche am Ast), weil der dicke Sturm gestern zwei große Äste aus einem der Walnussbäume herausgerissen hat.

Jetzt will ich die Teile nach Möglichkeit nicht verkommen lassen und habe als Färbe-Novizin noch einige Fragen:
Kann ich mit diesen grünen Walnüssen überhaupt schon was anfangen? Einige haben schon dunkle Linien, d.h. Tannin ist wohl existent.
Wie färbe ich überhaupt mit Walnuss-Schalen?
Muss ich mir jetzt die Mühe machen und die unreifen Nüsse rauspuhlen?
Muss ich warten, bis die Schalen dunkel sind, bevor ich eine Farbflotte anlege?
Muss ich vorbeizen?


Entschuldigung für die vielen Fragen auf einmal, aber die Nüsse sind jetzt da und die Verarbeitung hätte Dringlichkeitsstufe 1.

edit: Hinzu kommt: wir sind jetzt am Wochenende auf einem Markt und ich schaffe es zeitlich wohl nicht, die Nüsse zu verarbeiten (auf dem Markt geht nicht, weil Straße, und kein großes/authentisches Behältnis für über Feuer). Daher, falls ich die Teile sooo schnell verarbeiten müsste und dies ja nicht kann, kann sie gerne jemand haben.

Liebe Grüße,
Rigana
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Beitragvon Flinkhand » 24.06.2004, 13:53

Hallo Rigana,

soweit ich mich hineingelesen habe, nimmt man die frischen, grünen Wallnussschalen zum Färben für Brauntöne. Wenn sie Schalen getrocknet werden, verlieren sie sehr stark an Intensität.

TIPP: Wallnusschalen frisch einfrieren!

Eine Vorbeize brauchst du bei Wolle und Seide nicht, dafür aber jede Menge Wallnussschalen: Verhältnis 1 / 10 !!! Das heißt, 1 kg Schalen auf 100 gr Wolle

Du kannst eine Kaltfärbung machen, da brauchst du dann auch keinen Topf sondern nur eine große Wanne. Dafür solltest du die Schalen (ohne Nüsse!) zerkleinern und dann 24 Stunden lang einweichen lassen. Dann alles zusammen als Kontaktfärbung mit der Wolle oder Seide 48 Stunden einweichen. Anschließend an der Luft trocknen (oxydieren) lassen. Erst wenn die Wolle / Seide trocken ist, das Ganze waschen und spülen (also erstaml trocknen lassen und danach erst waschen).

Das soll ein wunderschönes Kupferbraun ergeben.

Viele liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Flinkhand am 09.09.2006, 08:42, insgesamt 1-mal geändert.
Claudia,
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Beitragvon N.R.U. » 24.06.2004, 14:32

Sabine hat geschrieben:...und die Nüsse kannst Du drin lassen. Die sind noch klein und weich, da lassen sich die "Nüsse" auch noch schön zerschneiden/verkleinern! Mach ich auch bei meinem Nußlikör und der nimmt auch prima Farbe an. Die Bauernregel sagt, junge Walnüsse darf man ab der Sonnenwende für solche Zwecke ernten.
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Stimmt, bei uns stürmt's auch. Muß die Bäume nochmal heimsuchen und sammeln.....
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Beitragvon Rigana » 24.06.2004, 15:58

Na dann hab ich aber Glück, dass es jetzt erst gestürmt hat Sonnenwende ist ja grad vorbei

Wir haben übrigens auch hier einen Baum, der auf die Entfernung wie eine Blutbuche aussieht. Jetzt lagen nach dem Sturm ganz viele kirschenähnliche (und vielleicht ja färbende) schwarzrote Früchte mit ebensolchem Fruchtfleisch drunter. Weiß jemand, was das für'n Baum sein könnte?

Das mit dem Einfrieren ist wirklich keine schlechte Idee. Nur ist mein Gefrierfach voll Das Mengenverhältnis krieg ich locker hin. Die Teile haben zwar noch die Nüsse intus, aber es sind mehrere kg.

Vielen lieben Dank für eure Tipps *knuddelmalalle*
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Beitragvon N.R.U. » 25.06.2004, 08:53

Sabine hat geschrieben:Hallo Andrea,
ist es eher ein Baum oder etwas Buschartiges? Sind die Beeren in Dolden angeordnet oder oder hängen, bzw. hingen *ggg* sie einzelnd an Stielen?

Ich tippe mal darauf, daß es sich um eine Felsenbirne handelt. Lateinischen Namen weiss ich leider nicht *rotwerd* auch nicht ob die Berren gut färben. Ich habe eine hier im Garten und schau nachher mal nach.

Es könnte auch ein Faulbaum sein oder der Blutrote Hartriegel, dessen Früchte auch färbend sind, aber für die Früchte wäre es eigendlich noch viel zu früh......, also tippe ich auf die Felsenbirne. Sie wächst meistens buschartig, hat ovale, ganzrandige Blätter, die sich im Herbst herrlich bunt färben!


Sabine
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Beitragvon Rigana » 27.06.2004, 22:05

Huhu!

Ich hatte da mal rumgegoogelt und bei der Frucht handelt es sich um eine Blutpflaume. Allerdings weiß ich nicht, ob die jetzt essbar sind oder nicht. Hab zumindest nix über Giftigkeiten gelesen...

Liebe Grüße,
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Beitragvon Rigana » 28.06.2004, 15:57

Sohoho....

meine Walnussfärbung hat begonnen

Ich habe mich mangels passender Kochgefäße für die Kaltfärbung entschieden. Dafür hab ich vorhin die Früchte zerkleinert. Da die Nüsse da drin wirklich noch weich sind, d.h. die Früchte ließen sich wie Äpfel zerschneiden, war es nicht möglich, die Schale vom Innenleben zu trennen. Ich habe also das Ganze kleingeschnitzelt, in einen großen Eimer gepackt und mit Wasser abgedeckt. Das muss jetzt erstmal mindestens 24 Stunden stehen.

Die Früchte sahen wirklich unschuldig grün aus, aber bereits nach dem Zerschneiden der ersten 5 Früchte zeigten sich gelbe Spuren an meinen Fingern. Daher immer brav Gummihandschuhe benutzen! Diese haben jetzt kräftig goldgelbbraune Fingerspitzen

Morgen (oder vielleicht sogar erst übermorgen) gibts mehr von meinem ersten Färbeversuch. Jetzt muss ich mir erst mal meine Fasern/Stoffproben heraussuchen.

Alles Gute,
Rigana
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Beitragvon Rigana » 29.06.2004, 23:21

Ich hab euch nicht vergessen und hier meine Weiterführung der Walnussfärbung.

Heute abend, nach ca. 26 Std. Stehzeit (24 Std. Minimum) habe ich das Färbegut zu den eingeweichten Früchten gegeben. Innerhalb dieser Zeit hatten sich schon kleine Bläschen an der Wasseroberfläche gebildet. Die Brühe an sich war kräftig braun, fast wie Tee.

Insgesamt handelt es sich um 100g Färbegut, davon 50g Wolle (die will ich verweben) und 50g kleinere Faserproben aus (1) Leinen natur/halbgebleicht/naturfarbener Stoff, (2) Baumwolle reinweiß/ein Läppchen IKEA-Bomull und (3) Seidengarn champagnerfarben.

Das Ganze wird nun 48 Stunden stehen und ich werde es gelegentlich umrühren. Donnerstag abend kommts dann raus aus dem Bad und ich werde die gleiche Menge ungefärbter Proben nochmals für 48 Stunden ins Farbbad geben.

Meine Gummihandschuhe sind jetzt übrigens an der ganzen Hand leicht gelb

Alles Gute,
Rigana
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Beitragvon N.R.U. » 30.06.2004, 10:44

Sabine hat geschrieben:Na dann bin ich ja mal gespannt! Bei uns hängen die Nüsse leider zu hoch am Baum und der Sturm war nicht kräftig genug. Also wird im Herbst gesammelt.....

Grüße
Sabine




Sabine hat geschrieben:Nachtrag vom 30.06.2004 - 14:06

Für alle die es auch interessiert, mit Walnüssen zu färben, hier ein schöner LINK:

www.naturfaerber.de/rezepte/walnuss.htm

Steht zwar irgendwo schon, aber hier ist er auch gut aufgehoben.
Sabine
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Beitragvon Rigana » 01.07.2004, 19:04

Mein Färbegut hat soeben das Bad verlassen und trocknet vor sich hin.

Zuerst muss ich sagen: alles hat gefärbt *freu* auch die Baumwolle und das Leinen. Allerdings ist die ganze Sache noch nass und das kann sich ändern.

Derzeit haben alle Teile einen recht kräftigen Oliv-Moos-Grünton (könnte meinetwegen so bleiben). Einige Teile sind fleckig an den Stellen, an denen ich sie zusammengebunden hatte. Trotz lockerem Binden und regelmäßigem Umrühren haben die Teile jetzt beigebraune Stellen.

Macht aber nix. Ich bin froh, dass es überhaupt geklappt hat

Laut Anleitung muss ich das Ganze jetzt mal trocknen lassen und dann oxidiert die Farbe von grün nach braun und dann kann ich die Fasern ausspülen.
Jetzt kommt erstmal ein zweiter Teil der Fasern ins Bad.

Alles Gute,
Rigana mit den braunen Händen (Gummihandschuh hatte Loch )
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