Krapp bzw. Krappwurzel

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Krapp bzw. Krappwurzel

Beitragvon Petzi » 23.08.2005, 09:48

Nachdem ich nun durch euch alle angesteckt, mich mit dem Färben intensiver beschäftige und mit ganz weit offenen Augen durch unsere herrliche Natur laufe, habe ich doch ein kleines Problem. Wo kann ich am besten Krapp finden.
Lt. Lexikon soll es ja viel im Elsaß und im Süddeutschen wachsen. Da wäre ich ja genau richtig. (ca. 20 km bis ins Elsaß). Aber trotz der vielen Bilder, die ich habe, habe ich noch nichts gefunden. Goldrute, Rainfarn und Schachtelhalm wachsen bei uns wild in den Reben, aber was ist mit Krapp. Gibt es dafür bestimmte Stellen? Vielleicht extra sumpfig oder extra schattig, oder ich weiß nicht was?
Hoffentlich kann mir jemand weiterhelfen, weil ...

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Beitragvon suse » 23.08.2005, 09:51

Hallo petzi,
krapp, der ganz sicher färbt, findest du ganz prima und vor allem in ausreichenden mengen am besten bei Michael Kapmeyer. Um mit Krapp ein brauchbares, also kräftiges Ergebnis zu erzieheln solltest du die doppelte Menge getrocknete Krappwurzel verwenden, wie du Farbgut hast (in Gewicht), also auf ein kg Wolle zwei kg Krapp. Das sammel erstmal....
Gruß suse
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Beitragvon Adele » 28.01.2006, 09:58

Ich hab da auch mal eine Frage...
Ich möchte auch mit Krapp färben, habe bisher aber keinen Elektroeinkochtopf. Wie sind Eure Erfahrungen mit "normalen" Töpfen, was das halten der Temperatur angeht? Wir haben einen Gasherd... Außerdem habe ich 2 verschiedene Angaben über die Maximaltemperatur, 55 bzw. 65 ° C.
Liebe Grüße Adele,
die heute zum Zwiebelkuchenessen eingeladen hat ;-)
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Beitragvon Flinkhand » 28.01.2006, 10:08

Du brauchst doch einfach nur ein Thermometer, einen Elektrotopf brauchst du nicht.
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Beitragvon Lis » 28.01.2006, 10:58

Hallo Adele,
Hab bisher auch nur mit "normalen Pötten" gefärbt - funktioniert wunderbar. Wichtig ist halt regelmäßiges Umrühren, damit die Temperatur überall schön gleichmäßig ist. Und das von Flinkhand schon erwähnte Thermometer.
Die Maximaltemperatur hängt davon ab, welche Farbe du haben möchtest: 50° -> knalliges rot, 55-60° -> mehr kirschrot, >60° -> mehr bräunlich.
*winke*
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Beitragvon Rigana » 28.01.2006, 11:06

Oh... eine weitere blöde Frage... Mein Rezept sagt, dass ich mit einer Weinsteinrahm-Alaun-Mischung vorbeizen soll und das Ganze eine Woche lang vorlagern soll (feucht). Alaun habe ich in rauhen Mengen. Bekomme ich Weinsteinrahm problemfrei in der Apotheke? Ich mag nämlich nicht extra wegen dieses Zeugs fernbestellen.

@Adele Ich habe noch ein Einmachthermometer nebst Haltevorrichtung. Das werde ich in meinen ollen Pott hängen. Da die Fläche von dem Topf massig größer ist als meine Kochplatte, hoffe ich, dass das mit Temperaturhalten bei ständigem Rühren funktionieren wird.

Zum Glück finde ich alle Krappschattierungen hübsch, aber habe z.Zt. keinen Bedarf an ausschließlich apricotfarben :dizzy: Das darf dann beim x-ten Zug rauskommen ;-)

Liebe Grüße,
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Beitragvon Flinkhand » 28.01.2006, 11:50

@ Rigana: Weinsteinrahm kannst du auch weglassen - ich verwende das bei Krapp nie.
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Beitragvon Daniel » 28.01.2006, 13:08

Also auch einen Einkochtopf zu bekommen muss nicht immer ein Problem sein:D

Habe meinen vom Sperrmüll, funktioniert einwandfrei. Knochen auskochen, färben, was immer man machen will. Man muss ihn nur immer schön reinigen ;-)

Also. Augen offen halten :wideeyed:
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Beitragvon David » 28.01.2006, 19:08

Hallo,

ich färbe auf einem Gasbrenner in einem 100L Kessel. Geht prima.
Wichtig: langsam erhitzen, und viel rühren! Es dürfen keine großen Temperaturunterschiede in der Flotte entstehen, sonst gibts arge Flecken.

Neben der Temperatur (ich färbe bei ca. 60°C, eine Stunde), ist für ein kräftiges, leuchtendes Rot, die Dosierung der Färbedroge sehr wichtig. Nicht zu sparsam sein. Ich rate desweiteren dringend zu gemahlener Ware.

Mit oder ohne Weinstein? Ich konnte nie einen Unterschied feststellen. Aber die feuchte Lagerung hat bei mir eindeutig klarere Ergebnisse erzielt.

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Beitragvon Adele » 30.01.2006, 10:02

Supie, vielen vielen Dank!
Lt. meinem Buch wird zum Beizen für Krapp Weinsteinrahm empfohlen. Ich würde ehrlich gesagt das nehmen, was weniger umwelt-/gewässerbelastend ist, das soll angeblich Weinsteinrahm sein.
Thermometer habe ich mir schon bestellt.
Kirschrot, kirschrot, hmmmm, als gebürtige und grabengetaufte Altländer Göre stellt sich mir da die Frage: Welche Kirschen sind gemeint? Schattenmorellen, Knupper oder vielleicht gar Schwarzkirschen? :devil:
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