Krapp bzw. Krappwurzel

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Hrefna » 18.02.2012, 19:53

Wouw , das leuchtet einen ja richtig an.

:klatsch: :klatsch: :klatsch:
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Beitragvon Ele » 18.02.2012, 21:31

Stark, der schaut richtig Klasse aus :respect:
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Beitragvon Janka » 18.02.2012, 22:24

das sieht ja richtig toll aus, haste fein gemacht :biggrin:
bzw was hast du diesmal anders gemacht zu den anderen Färbungen?
LG
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Beitragvon kiarachao » 19.02.2012, 09:03

wow...wie zum Henker hast du das gemacht? Und woher das Krapp bezogen? WElches Rezept welches Mengenverhältnis?
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Beitragvon Ragnhild » 19.02.2012, 14:26

Also...

Das gemahlene Krapppulver (500g) hatte ich vom Pilz. Das habe ich in Wasser ein Stündchen einweichen lassen. Dann habe ich es bei knapp 60°C mit 60g Weinsteinrahm eine weitere Stunde "ausgekocht". Das Pulver blieb dann in der Flotte (ist nur beim Ausspülen mehr Arbeit) und etwa 350g Wolle (vier Tage vorher mit 15% Alaun gebeizt) rein. Wieder eine Stunde "köcheln", wobei ich die Wolle immer wieder vorsichtig bewegt habe, damit sich kein Pulverschmodder an einigen Stellen sammeln kann. Anschließend habe ich nochmal 400g Dochtwolle gefärbt. Die ist aber deutlich oranger geworden. Die Flotte war also schließlich ganz schön ausgelutscht.

Letztes Jahr hatte ich schon mal eine recht schöne Färbung. Damals habe ich auch den Weinsteinrahm zum Krapppulver gegeben, und nicht wie in vielen Anleitungen zu lesen in die Beize. Klingt auch logisch, wenn der Weinstein bewirken soll, dass sich der rote Farbstoff besser löst.

Ansonsten glaube ich, dass gestern einfach einer der Tage war, an denen einem eben alles gelingt. ;-)

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Kleid mit Krapp gefärbt

Beitragvon Bettina » 10.04.2012, 15:07

Da ich hier nicht so viele konkrete Rezepte gefunden habe, möchte ich mein Erfolgsrezept zum am Oster-WE gefärbten Wollkleid in die Menge schmeißen. Foto vom Kleid folgt, wenn hier mal wieder die Sonne rauskommt u. das Kleid durchgetrocknet ist.

Auf Rat einer lieben Freundin (danke, Britta!) habe ich diesmal gemahlenen Krapp von Kremer-Pigmente genommen, und das Ergebnis ist ein superschönes, kräftiges Tiefrot ohne Braunstich.

Hier die Anleitung:

Beize:

250 g Alaun und 60 g Weinstein auf 40 l Wasser (Hamburger Leitungswasser, d.h. Härtegrad 4).

Mein Herd schafft es nicht, diese Wassermenge in meinem seltsamen Gulaschkessel (der eigentlich für offenes Feuer ist) zum Kochen zu bringen. Ich habe für 2 Std. ca. 80 Grad erreicht, aber da die Hitze ja nur den Beizvorgang beschleunigt, habe ich am Ostersonntag morgens gebeizt u. die gut bedeckte Stoffmenge dann über Nacht einfach darin stehengelassen. Zwischendurch habe ich immer mal wieder umgerührt - nachts natürlich nicht.

Am Montag dann die Färbung:

Kleid (700 g Trockengewicht) sehr gründlich mit klarem Wasser ausgewaschen und gut ausgewrungen.

Farbbad:

750 g Krapp auf 40 l Wasser - ich habe den gemahlenen Krapp lose ins Wasser gegeben, um eine möglichst optimale Ausbeute an Pigmenten zu haben. Im kalten Wasser habe ich den Krapp eingerührt u. das Kleid hinzugegeben, als das Bad etwa 20 Grad hatte. (Mir war es wichtig, die Wolle möglichst schonend zu erwärmen, weil ich nix Angefilztes wollte.)

Unter mäßigem Rühren habe ich dann gut zwei Stunden bei 55 Grad gefärbt. Kremer hat Recht: So wird das Pseudopurpurin nicht zerstört, und frau erhält ein klares, kräftiges Rot!

Das Farbbad mit dem Kleid habe ich nach zwei Stunden dann soweit auskühlen lassen (ca. 4 weitere Stunden), bis das Wasser nur noch um die 20 Grad hatte. Dann habe ich das Kleid mit lauwarmem Wasser in der Badewanne zwei (2! :dizzy: ) Stunden lang ausgewaschen, bis es nicht mehr ausblutete und 90% des Krümelkrams draußen waren.

Ein Höllenverbrauch an Wasser, aber da ich nur 1 x im Jahr etwas Großes färbe, habe ich ansonsten Umweltbewusste mir das mal gegönnt...

Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Färben!
Bettina
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Beitragvon Heatuwiel » 22.05.2012, 11:33

Also, entweder ist die Krapp-Qualität wieder deutlich besser geworden oder es liegt doch an was anderem, daß auch meine Färbung vom Wochenende endlich wieder richtig genial geworden ist! :-)
Vor einigen Jahren hatte ich im Kloster Loccum ein wirklich sattes, strahlendes rot gefärbt. So schön sind meine Krappfärbungen nie wieder geworden, obwohl ich meinen Krapp immer von Pilz habe und auch sonst nix anders gemacht hatte. Ok, damals hatte ich nur mit Alaun vorgebeizt... Hab´ ich aber zwischendurch auch mal wieder probiert... Nö, kein tiefrot mehr. :-(
Ok, ich dachte halt, daß das Wasser aus dem Loccumer Klosterteich (Moorwasser) diese schöne Farbe verursacht hatte. Nun habe ich aber letzten Sonntag im Alamannenmuseum Ellwangen gefärbt und endlich wieder diese wundervolle, satte rot bekommen! :-) Am Wasser lag´s also wohl nicht, denn das Ellwanger Wasser ist ziemlich kalkig... Vorgebeizt hatte ich, nach Standardrezept, mit Alaun und Weinsteinrahm, die Wolle ca. 1 Woche feucht gelagert. Einzige Änderung zu meinen sonstigen Färbungen: Ich habe der Flotte tatsächlich mal Weizenkleie zugegeben (das macht ´ne Sauerei beim Auswaschen! :dizzy: ).
Hinterher ging mir auf, daß der Krapp beim Köcheln (also vor Zugabe der Wolle) sowohl in Loccum, als auch in Ellwangen jeweils zweimal kurz hochgekocht war, also deutlich über 60 Grad erhitzt wurde. Braunstich? Keine Spur! Ob´s wirklich am kurzen Überkochen lag? Ich werde das mal empirisch beobachten! :biggrin:
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Re: Krapp bzw. Krappwurzel

Beitragvon Brettchenweber » 25.08.2016, 17:53

Hallo miteinander!
Nun sind wir auch endlich einmal zum Krapp färben gekommen und haben diesmal die 24 Stunden Kaltfärbung im essigsauren Milieu angesetzt und voila:
lG
Friedrich
PS: daneben liegt eine mit Kupfersulfat weiterentwickelte Ackerschachtelhalm Färbung :-) und die Reste from Krapp wobei wir schon einen zweiten Auszug mit einem Strang auf immerhin noch ziegelrot gebracht haben (Wolle/Krapp 1:1)
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