Krapp bzw. Krappwurzel

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Solà » 15.03.2010, 08:36

hallo!

also, viele Rezepte empfehlen zum einen die Beize mit Alaun und Weinsteinrahm und dass dann die Wolle ungespült ca. eine Woche feucht liegen muss (Plastiktüte zum Beispiel). Dann spülen!
wir haben vor einer Woche auch mit der Krappwurzel gefärbt, die solltest auf jeden Fall länger als 24 Stunden weichen lassen - wir hatten Sie 3 oder 4 Tage eingeweicht, da fing sie dann an zu modern, zog nette klebrige Fäden und roch etwas unschön. aber das macht nix. selbst wenn die Mischung nen Schimmel ansetzt, ist das nicht wild, einfach abschöpfen und den Rest in den Topf.
Der sollte allerdings wirklich keine rostigen stellen oder tiefe Kratzer haben.
Dann das ganze auf 65°, nicht wärmer. Ein absolut schönes Rot!!!! beim zweiten Zug auf 75°, den dritten kochen - aber auch der wurde bei uns noch rot, nicht braun.
ich hoffe, ich konnte dir helfen - ansonsten: versuch macht kluch :biggrin: :biggrin:
liebe Grüße,
die Sonnige
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Der Tag ist zu kurz um all das zu tun, was ich tun möchte.... :-(
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Beitragvon Janka » 15.03.2010, 15:21

Danke Sola
Das macht Mut, war schon am verzweifeln.
Das mit dem Topf geht auch klar, hatte mir mal für einen Appel und Ei einen Großen Topf zum Färben besorgt da kann die Wurzel rein zum Rumgammeln. Wenns denn doch mal endlich wärmer wird dann kann ich auch endlich den Waschkessel im Garten anschmeißen und die Stoffe färben.

LG
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Beitragvon Spinne » 06.05.2010, 18:44

Hab mir jetzt den ganzen Thread durchgelesen,:lesen:
da ich mit Lise nächste Woche auch mal erste Krappfärbeversuche machen möchte *freu*

Wir haben geschnittenen Krapp - bin gespannt was rauskommt.
Aber ich denke das wird was! ;-)

Wie ist das denn nun mit der Krapp-Kaltfärbung und der Farbbeständigkeit??? Hat schon jemand Ergebnisse dazu?
Alles noch gut, oder verblichen?
Nur so aus Interesse, wir werden erstmal warm färben.

LG Spinne
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Beitragvon Regilla » 12.11.2010, 20:23

Ich versuche schon seit einiger Zeit das Violett, das mit Krapp und einer Eisen/Calziumbeize möglich sein soll zu bekommen. Bisher wurde es immer braun.
Dieses Mal wurde der erste Zug auch braun, der zweite aber violett.
Bilder sind im Album, links ist der erste Zug, rechts der zweite. Die Farben sind in echt dunkler, das Braun hat was von Kaffeebohnen.
Gebeizt habe ich mit 30ml Champagnerkreide, der ich soviel Essigessenz zugegeben habe, bis es nur noch schwach trüb war, pH 5, dann habe ich noch einen halben ml Eisensulfatpulver zugegeben und zwar 150g Wolle.
Für den ersten Zug habe ich 100g, danach 50g Wolle genommen.
Liebe Grüße,
Regilla
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Beitragvon blanche_fleur » 15.11.2010, 11:28

Ich habe zuhause einen kleinen Strang kaltgefärbte Wolle seit ca. einem halben Jahr offen rumliegen. Die war zwar nie tagelang in der prallen Sonne aber immer gut "belichtet" und bis jetzt habe ich keinerlei Farbveränderung festgestellt. Wenn man den Strang so ein bisschen auseindander zieht ist auch kein Unterschied zwischen den aussenliegenden und den abgedeckten Fäden erkennbar.
Warum denkst Du, dass die Kaltfärbung weniger lichtecht ist als die Warmfärbung? Wenn Du ein schönes rot willst, das nicht braunstichig ist darfst Du ja nicht über 60° färben. Da dürfte die chemische Bindung doch gleich beständig sein wie bei der Kaltfärbung.
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Beitragvon Spinne » 15.11.2010, 15:10

Danke für den Erfahrungsbericht blanche_fleur.
Ich hatte nur gefragt, da hier im Tread irgendwo die Frage schonmal aufgeworfen wurde und nicht beantwortet war - ich kenn mich ja nicht so aus, was das chemische angeht beim Färben.

Mittlerweile ist mein Färbeversuch auch schon etwas her und es ist auch alles gut gelaufen - nix braun geworden oder so.
(Bilder gibts in meinem Album)
Lise und ich waren auch serh akribisch bei der Temperaturüberwachung mit unserem Teethermometer ;-)
Wir hatten nur das Gefühl, dass unsere Wolle (wir hatten solche FilzStrickwolle in Weiß) die Farbe Stellenweise nicht ganz angenommen hat. Außen war alles gut und weiter zur Strangmitte etwas fleckig oder weniger Farbe. Kann aber daran liegen, das die Wolle irgenwie behandelt war oder ähnliches.
Sonst sind wir nur zu dem Schluss gekommen, das nächste mal gemahlene Krappwurzeln/Krapppulver zu verwenden, um eine bessere Ausnutzung des Farbstoffs und eine intensivere Farbe zu erhalten.

Liebe Grüße!
die Spinne :-)
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Beitragvon Amalie » 15.11.2010, 17:58

Mir fällt da noch eine Frage ein, die schon mal aufgeworfen aber nicht beantwortet wurde:

Wie ist das mit der Weizenkleie?

Manche sagen, sie erhöht die Farbausbeute, weil sie Farbstoff aus dem Krapp zieht.

Andere sagen: Ja, sie zieht Farbstoff, und zwar aus der Flotte heraus, d.h. sie verringert die Farbausbeute.

Hat jemand von euch da Erfahrungen in die eine oder andere Richtung? Hilft Kleie, schadet sie oder ist es egal?
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Beitragvon Sandra » 15.11.2010, 18:29

Ich fand bei meinem ersten und einzigen Versuch mit Kleie, dass es blasser geworden ist. Außerdem bekommt man die Kleie NIE wieder aus einem Kammzug raus.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon Regilla » 16.11.2010, 08:37

Kleie soll den pH-Wert verändern, gemessen habe ich ihn allerdings nicht. Bei einem Färbeversuch mit und ohne Kleie war kein Unterschied im Färbeergebnis zu sehen.
Die Sauerei, wenn Kleie, dann unbedingt in einem Säckchen, direkt in der Färbeflotte macht man das nur einmal.
Liebe Grüße,
Regilla
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Beitragvon anjulele » 21.11.2010, 18:53

Meine Färbung von 1997 hat sich, wenn überhaupt, nicht verändert. Sie ist in Westen, Kissen, Stulpen und meiner Lampe gewandert. Ich hatte damals mit zwei verschiedenen Beizen und eine Färbung mit Weizenkleie gearbeitet. Immer Stränge aus beiden Beizen in ein Farbbad. Bei mehreren Strängen mit der gleichen Beize in einem Bad ist die Wolle trotzdem unterschiedlich geworden, aber nicht sehr. Fast jeder Strang hatte eine etwas andere Nuance. Die Wolle war von Schwarzkopfschafen.
Bei späteren Färbungen habe ich auf die Weizenkleie verzichtet. Krappfärbungen sind sehr ergiebig. Und bald mal wieder fällig, habe hier schon das nächste Kilo liegen. Ich färbe am Liebsten mit gemahlenem Krapp.

LG
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