Krapp bzw. Krappwurzel

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Solà » 22.11.2010, 09:53

Huhu!

Rigalla, du hast da schon mal mit Eisenbeize experimentiert?! Cool.... :biggrin:
Wie verändert sich denn das Färbeergebnis bei einer Eisenbeize? Und was hast du noch dazu genommen um lila bzw. braun zu bekommen? Fragen über Fragen :biggrin:

liebe Grüße
Susann
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Beitragvon Solà » 22.11.2010, 09:54

Solà hat geschrieben:Huhu!

Regilla, du hast da schon mal mit Eisenbeize experimentiert?! Cool.... :biggrin:
Wie verändert sich denn das Färbeergebnis bei einer Eisenbeize? Und was hast du noch dazu genommen um lila bzw. braun zu bekommen? Fragen über Fragen :biggrin:

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Beitragvon Regilla » 22.11.2010, 10:57

Mit 3% Eisensulfat gebeizte Wolle bekommt mit 100% Krapp ein dunkles, ein bisschen violettstichiges Braun, wie Bitterschololade.
Die Beize fürs Violett habe ich schon beschrieben, für 150g Wolle habe ich 30ml Champagnerkreide genommen und soviel Essigessenz reingerührt, bis die Brühe nur noch schwach trüb war, man sieht den Topfboden durchschimmern, ganz klar wirds nicht, es war auch ein leichter Rostschimmer da. Dann noch einen halben ml Eisensulfat dazugeben.
Da wurde der erste Zug, dafür habe ich 100g Wolle genommen, auch braun, etwas heller, als mit der reinen Eisenbeize, aber immer noch dunkelbraun. Erst der zweite Zug mit 50g gebeizter Wolle wurde dann violett.
Die Krappmenge war 100g, gemahlener Krapp.
Das Braun lässt sich schön mit anderen leuchtenden Farben kombinieren.
Liebe Grüße,
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Beitragvon Solà » 22.11.2010, 11:34

Hallo Regilla,

danke für deine schnelle antwort!!!
Ich werd das auf jeden Fall mal ausprobieren, zartbitter-schokobraun klingt sehr gut :-)

liebe GRüße
Sola
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Beitragvon Sanja » 22.11.2010, 12:18

Das klingt toll mit dem Rot-Schokobraun! :-)
Aber was ist denn Champagnerkreide?! Noch nie gehört... :gruebel:

Liebe Grüße,
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Beitragvon Regilla » 22.11.2010, 13:57

Champagner Kreide gibts bei www.kremer-pigmente.de , das ist ein bestimmter fein gemahlener Kalk, der kaum Eisen enthält. Man kann ihn auch zum Putzen von Metallen (Scheuerpulver) verwenden, ansonsten halt als Calciumsalz beim Färben.
Eigentlich braucht man zum Beizen ein wasserlösliches Calciumsalz, z.B. Calciumnitrat bekommt man als Normalfrau nicht zu kaufen, wenn man den Kalk nimmt und Essig dazugibt, bekommt man wasserlösliches Calciumacetat, das geht auch.
Den Kalk kann man auch zum alkalisch machen als Zusatz verwenden. Der Schweppe empfiehlt einen Kalkzusatz bei der Färberei mit Krapp, man darf nur nicht zuviel nehmen, ein Teelöffel auf 100g Krapp reicht. Nimmt man zuviel wird die Färbung rostfarben.
Wenn man eine Eisenbeize macht wird die Wolle scheckig, rostfarbene und metallähnliche Flecken sind normal, nicht erschrecken. Das Eisen greift die Wolle auch an, sie wird etwas rauh.
Diese Flecken sind für Eisensalze normal, das Eisen(II)salz reagiert mit Luftsauerstoff zu Eisen(III) und das hat die rostrote Farbe, die graue kommt durch eine Mischung von Eisen(II) und Eisen(III) zustande.
Ich möchte schon lange mal eine Eisenbeize ausprobieren,der ich einen Teelöffel Vitamin C zugesetzt habe. Das Vitamin C bewirkt, dass Eisen(II) Eisen(II) bleibt.
Liebe Grüße,
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Beitragvon Sanja » 25.11.2010, 08:49

Wow, danke! :wideeyed:
Die chemischen Details sind mir nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Aber ich bewundere Deine Fachkenntnisse und lasse immer gern meinen Horizont erweitern. ;-) :-)

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Beitragvon wetterleuchten » 25.11.2010, 09:54

Regilla hat geschrieben:Ich möchte schon lange mal eine Eisenbeize ausprobieren,der ich einen Teelöffel Vitamin C zugesetzt habe. Das Vitamin C bewirkt, dass Eisen(II) Eisen(II) bleibt.

Das gute alte Antioxidationsmittel :-)
Gut, Vitamin C Pulver ist rein und narrensicher, aber theoretisch müsste doch auch ein Spritzer Zitronensaft (wie bei Äpfeln) gehen, wenn man das gerade zur Hand hat?
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Beitragvon Regilla » 26.11.2010, 09:16

So, jetzt habe ich das mit dem Vitamin C ausprobiert. Ich werde es wohl nicht nochmal machen. Mit einem Teelöffel Vitamin C hat sich die Wasseroberfläche vom Beiztopf bräunlich verfärbt, mit zwei Teelöffeln war Ruhe.
Die Wolle hat sich beim Beizen nicht verfärbt und ich meine auch, dass sie nicht so angegriffen wie bei anderen Eisenbeizen war, aber eindeutig sicher bin ich mir nicht.
Dann habe ich mit Cochenille gefärbt, das wird ohne Vitamin C blauviolett, gleichmäßig, egal wie fleckig die eisengebeizte Wolle vorher war. Jetzt wurde es rotviolett-blauviolett gescheckt. Die Wolle ist auf dem Balkon auf einem Wäscheständer und ich meine/hoffe, dass die blauvioletten scheckigen Stellen mehr werden.
Zu Eisenbeize generell muss ich noch was sagen: Wenn man Eisensulfat in Wasser gibt, wird es trüb, mit ein, zwei Löffeln Essigessenz bekommt man die Trübung weg.
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Qualität des Färbematerials

Beitragvon marled » 29.05.2011, 08:48

Ich habe in den letzten Monaten mehrfach Krappfärbungen gemacht und habe mich immer etwas über das Ergebnis geärgert. Ich erreiche trotz unterschiedlicher Färbemethoden keine satteres Rot mehr und glaube nach diesen Erfahrungen, dass das am Ausgangsmaterial liegt.
Ich habe bei inzwischen vier verschiedenen Shops gekauft, aber das Produkt sieht sich allein schon optisch sehr ähnlich (viel abgestorbene Stängelteile dazwischen, die Wurzelstücke selbst sehr unterschiedlich in Durchmesser und Länge). Ich gehe daher davon aus, dass die Shops ihre Pflanzen beim gleichen Großhändler beziehen und daher alles aus einer Lieferung kommt.
Um überhaupt ein annehmbares Rot zu bekommen, muss ich die anderthalb- bis zweifache Menge wie früher nehmen, ich habe extra in meinen Aufzeichnungen nachgeschaut.
Kennt jemand einen Händler, der vielleicht seinen Krapp aus einer anderen Quelle bezieht? Oder könnt ihr mir Tricks verraten, wie ich die Intensität der Farbe noch steigern kann?
Die üblichen Mittel und Wege habe ich schon angewendet: feucht lagern der vorgebeizten Wolle, Verwendung von Kreide, Weinstein, Essigessenz, einweichen über mehrere Tage usw.
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