Birkenblätter

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon Kraeuterengel » 19.10.2007, 18:06

Hallo allerseits!
Mache gerade meine ersten Färbeversuche mit Birke (und überhaupt).
Ich habe erstmal 500g Wolle als Kontaktfärbung eine Stunde fast köcheln lassen und habe die Hälfte davon mit Eisensulfat weiterentwickelt. Eigentlich würde ich gern noch einen zweiten Zug machen, habe aber leider nicht genug gebeizte Wolle. Jetzt hab´ich überlegt ob ich den Sud einfach rumstehen lasse bis ich nächste Woche neue Wolle gebeizt habe und die dann einfach da reinwerfe.Was meint Ihr, funktioniert das? Oder hält die Wolle zu langes Erhitzen mit Eisensulfat nicht aus? Vielleicht die Wolle parallel erhitzen und in den wieder erhitzten Sud mit reingeben? Mag das gute Zeug doch nicht so halb genutzt wegwerfen...
Hoffe jemand von Euch hat einen guten Tip für mich :-)
Liebe Grüße
Nadine
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Beitragvon Maedhbh » 19.10.2007, 18:52

Ich hatte letzte Woche das gleiche Luxusproblem, die Färbekraft der Birkenblätter hat mich total überrascht. Ich habe einfach noch 3 Stränge ungebeizten Woll-Leinen-Mix auf gut Glück in die Flotte geschmissen, und es hat ganz prächtig gefärbt.
Also, einfach loslegen! Gar kein Problem!
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Beitragvon Kraeuterengel » 23.10.2007, 20:12

Hab gerade versucht einfach den Färbesud nochmal heiß zu machen und zwei Stränge gewaschene ungebeizte Wolle reingeworfen, aber das hat nicht so recht funktioniert, die Wolle hat die Farbe kaum angenommen, ist nur ein helles graugrün geworden, dabei waren die ersten Stränge richtig satt gelb und olivgrün geworden. Also beim nächsten mal am besten alles beizen was zur Verfügung steht und rein damit... ;-)
Bin trotzdem stolz daß die erste Wolle so toll geworden ist, bin jedesmal hin und weg wenn ich die Farben sehe, als nächstes will ich Krapp und Zwiebel versuchen...
Färben hat auf jeden Fall hohes Suchtpotenzial! :-)
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Beitragvon Lawzina » 16.03.2008, 11:06

Huhu
ich habe gestern mit Birke gefärbt und anschließend mit Eisensulfat nachentwickelt.
Das Stück Wollstoff war recht groß aber ich habe dennoch einen zweiten Zug Wollstränge zum nadeln reingelegt. Das Stück wurde anfangs schön gelb, der Wollstrang nur leicht gelb.
Beim nachentwickeln wurde der Strang immerhin pastellolivgrün, und das Tuch ein dunkles Oliv.
Habe mehrfach rausgeholt und wieder reingelegt. Leider ist das Wolltuch fleckig geworden.
woran mag das liegen? Ich vermute daran, dass es bei der Nachentwicklung auch teilweise aus dem Färbewasser rausgeschaut hat. Eventuell hat da bereits die Reaktion mit dem Sauerstoff stattgefunden.
Das Färbewasser habe ich gut umgerührt anchdem ich das Eisensulfat umgerührt habe. Und danach habe ich das Färbegut wieder reingelegt,

liegst daran und wie kann ich das rausschauen des Färbetuchs aus dem Wasser verhindern?
ich habe nen Stein reingelegt, aber der hat nur nen bisschen gewirkt...
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Beitragvon Theodora » 17.03.2008, 08:31

Hallöle,

ich bin zwar nicht der Färbeprofi, aber Birkenblätter haben wir auch schon gefärbt. Naje eigentlich mein Mann und der Holzwurm :-)

Also wenn ich mich da recht erinnere, hat beim nachentwickeln, auch ab und zu mal ein Stück Stoff aus dem Wasser gelinst. Die Jungs haben den zwar immer wieder runtergedrückt, aber bei 2 mal 3m ist das nicht so einfach alles unter Wasser zu halten.
Das Eisensulfat haben wir in einem kleineren Becher mit ein bisserl vom Färbewasser aufgelöst und dann in den Kessel gekippt.

Flecken hatten wir eigentlich keine.

Ich mutmasse daher mal, dass vielleicht zu wenig Platz im Topf/Kessel so war, so dass vielleicht die Bewegung nicht ausreichte.

Wenns nicht ganz richtig ist, dann Bitte verbessert mich. Ich kann so nur lernen :biggrin:

Grüßle.
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Beitragvon Ramis » 17.03.2008, 09:11

Das mit dem Stein war keine so gute Idee, der Stoff muss sich die ganze Zeit im Wasser bewegen (meine Erfahrung), also dicke Gummihandschuhe an und den Stoff die ganze Zeit bewegen, so kommt er wenn überhaupt nur kurz an die Oberfläche und durch die Bewegung kann die Farbe überall gleichmäßig in die Faser eindringen.
Wenn du einfach einen Stein reinlegst, kann an der Stelle wo der Stein liegt keine Farbe an den Stoff, ergo gibt Flecken und zweitens ist die Temperatur am Topfboden immer höher und wenn der Stoff mit einigen Stellen auf diesen gedrückt wird, ergibt auch das Flecken.

:wolltessagen: :gruebel:
Eure Ramis

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(Karl Heinz Söhler)
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Beitragvon Lawzina » 17.03.2008, 09:25

naja ohne den Stein hat noch mehr rausgeschaut, allerdings geb ich zu, ich habe den Stoff nicht permanent umgerührt, sondern auch mal liegen lassen.
Vor der Nachbehandlung war er schön gleichmäßig gelb, bei der Einfachfärbung ists vermutlich nicht so schlimm, wenn der da mal rauslinst. Beim nächsten mal rühre ich einfach mehr, und vermutlich war das Stoffstück (1,50 * 1,50 dünne wolle) schon die Obergrenze von dem was reingeht. Habe nen großen Topf mit integrierter Heizplatte.
Den Stein lass ich dann auch weg

Jetzt muss ich aber warten bis neue Birkenblätter wachsen, habe meine alten verbraucht.
Den Stoff kann ich trotzdem verwenden, entweder lasse ich die Flecken geschickt raus, oder das Stück ist halt fleckig ^^
Wenn ich Zeit habe mach ich mal ein Bild.
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Beitragvon Yaro » 17.03.2008, 21:42

Aehm Lawzina die Weiterentwicklung zu Gruen ist eine Stufenfaerbung.
Das Zeug MUSS mit Sauerstoff reagieren, was bedeutet, dass das Tuch in Schueben KOMPLETT an die Luft muss!!!
Haettest du in jedem halbwegs guten Faerbebuch nachlesen koennen!!

ausserdem muss das Tuch vor dem Einfuellen des Eisensulf. komplett raus aus dem Topf und das Faerbegut mit dem eisensulf. versetzt ganz kurz aufkochen. Dann das Tuch wieder rein.
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Beitragvon Lawzina » 18.03.2008, 08:44

das mit der Stufenfärbung habe ich gemacht.
Nach ca einer Stunde in normaler Birke habe ich den Stoff rausgeholt, Eisensulfat dazu und gut umgerührt, dann den Stoff wieder rein.
Vermutlich den Stoff nicht gut genug umgerührt und er hat halt ausm Wasser rausgeschaut.
dann den Stoff immer wieder rausgenommen, draußen liegen lassen und nach einiger Zeit wieder reingelegt.
Beim nächsten mal rühre ich das Eisensulfat auch vorher in ner Tasse mit Färbewasser an.
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Beitragvon Yaro » 18.03.2008, 20:22

Der Stoff muss raus aus dem Eisensulfidbad und zwar mehrmals komplett, damit er mit dem Luftsauerstoff in Verbindung kommt. Allerdings auch nicht Ewigkeiten, dass er sich abkuehlen kann. Es reicht maximal ne halbe Minute.

In aller Regel wird er dann auch nicht fleckig. Und Umruehren brauchste in der Regel dann auch nicht, weil der Stoff durchs rausnehmen und wieder reintun genug bewegt wird.
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