Färberwaid - Indigo

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon David » 02.08.2005, 09:41

Hallo,

ich habe das Blau in natura gesehen, glaubt mir, es sieht so aus! Das Grün: GEIL!!!!

Im Mittelalter gab es grelle Farben, man schaue sich nur mal die vielen Handschriften an, oder erhaltene liturgische Kleidung (bspw. Domschatz Halberstadt). Keine Scheu vor solchen Tönen, wenns im richtigen Kontext ist. Gut, dieses "Echtindigoblau" war sicher nur was für die superreichen.

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Beitragvon Knappe » 02.08.2005, 09:47

Kriegt man denn mit Waid auch ein dunkleres Blau hin? Weil in vielen Handschriften wird ja Dunkelblau getragen... Oder ist das dann das echte Indigo?

Domschatz Halberstadt - Da sitzt ja die Familia Ministerialis direkt an der Quelle
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Beitragvon Rigana » 02.08.2005, 10:24

Angeblich ja. Dafür muss wohl der Färbevorgang mehrfach wiederholt werden, um die Farbe zu vertiefen.

@barde du hast das Blau doch auch in Natura gesehen in Karins Gürtel in Nohfelden.

Achja: erster Bericht von der Färbefront. Bisher nur leichte Blaufärbung - eher Schattierung zu beobachten. Ich glaub' ich muss noch viel üben.

Liebe Grüße,
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Beitragvon David » 02.08.2005, 14:21

@Knappe: Ja, man bekommt auch mit Waidindigo ein dunkles blau hin. Man muß die Küpe sehr hoch konzentrieren und so lange den Färbevorgang wiederholen bis diese völlig "ausgesaugt" ist. Wenn der Blauton noch nicht befriedigt, neue Küpe ansetzen und von vorn beginnen.
Sehr aufwändig, sehr teuer...

der Echte Indigo wird aber immmer wesentlich leuchtender sein.

@Rigana: Mehr Waid!

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Beitragvon Flinkhand » 02.08.2005, 14:52

Tanja vom Wollstand in Herzberg hat mir mal erzählt, daß irgendwo im hohen Norden Textilfunde in dunkelblau gemacht wurden, von denen man zunächst vermutet hatte, daß sie nur durch das Altern in der Erde so dunkel geworden waren. Nach Analysen hat sich aber wohl herausgestellt, daß es wirklich eine sehr dunkle Waidfärbung war und daß sie dort einfach jede Menge davon hatten.

Ist allerdings Hörensagen, und ich weiß nicht, worauf sie sich da bezogen hat.

Viele liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Flinkhand am 09.09.2006, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon David » 02.08.2005, 16:02

Ja, solche Funde gibts im Norden tatsächlich. Auch vor dem Mittelalter.

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Beitragvon Rigana » 02.08.2005, 16:15

ok David, das nächste Mal mach ich mehr Kraut bei.

Ich hab das Ganze aber jetzt vorerst mal auf Eis gelegt. Zuerst muss hier in der Wohnung nochmal was getan werden.

Da es bis zur nächsten Färbung mit Waid wirklich lange dauern wird: wie lagere ich das Ganze am besten? Einfach trocknen oder soll ich wirklich Waidkugeln machen? Oder was ganz anderes?

Liebe Grüße,
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Beitragvon David » 02.08.2005, 17:15

Hallo,

traditionell sind Waidkugeln aus gemahlenen, frischen Waidblättern hergestellt. Dieser Brei wurde wurde vorvergoren und in Kugelform getrocknet.
Also net so einfach das Ganze...

Wir werden unsere Waidernte einfach trocknen.

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Beitragvon Flinkhand » 02.10.2005, 11:47

Ich habe inzwischen mal eine Indigo-Färbung mit Indigo-Pulver, Hydrosulfit und Amoniak 25% gemacht. Die Ergebnisse gehen sehr viel mehr in den Bereich helles Jeansblau und sind nicht so furchtbar grell.

Bericht (und Bilder) folgen beizeiten - ich komme durch die Aufräumarbeiten hier (und dem offline-Basteln an meiner HP) noch nicht gleich dazu.

Aber es war jedenfalls eine super Verblauung nach der Entnahme aus der Küpe - so scheint es mir "richtiger"
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Beitragvon David » 02.10.2005, 11:55

Hi,

nicht "richtiger", nur anders...

Sächsisch Blau ist halt kein Verküpungsprozeß.

Das "Verbläuen" ist schon hammermäßig, oder?

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