Rindenfärbungen Sammelthread

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon absinthfee » 23.06.2010, 10:41

Hallo,

hat noch jemand ausser sleipnir erfahrung mit lärchenrinde???
ich find leider nix in meinem färbebuch. . . .

muss man bei der färbung ganz normal vorgehen wie bei anderen rindenfärbungen. also ne woche einweichen, dann ne stunde auskochen und dann ne stunde mit der gebeizten wolle??

meint ihr das könnte rot geben???
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Beitragvon Solà » 24.06.2010, 15:35

laut frau fischer schon :-) aber die empfiehlt drei stunden kochen.... :-) aber nur 3 Tage einweichen - austesten, würd ich sagen. wann und wo? :biggrin:

ach so, an alle: als unser holzwurm das letzte mal nen Speerschaft gemacht hat, hab ich die Walnusholz-Hobelspäne mal eingesammelt und kalt eingeweicht. ein schmutzig- dunkles-grün kam raus auf dem Wollfaden, den ich mit reingeworfen hab. Es scheint also auch das Holz zu färben, nicht nur die Blätter, Nüsse und die Rinde.... was für ein toller, ergiebiger Baum. Und nebenbei liefert er noch was zu Essen - so ein Genie :biggrin:
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Beitragvon Morawa » 25.06.2010, 09:03

Solà hat geschrieben:hm, das ist ja seltsam, dass Eiche mal dolle färbt und mal nicht.... :gruebel: ich dachte mich zu erinnern, dass in dem einen Färbebuch, was ich auf dem FHT in der Hand hatte, auch fast ein schwarz mit Eisendingsbums rausgekommen ist.... muss man die vielleicht frisch verwenden...? oder zur richtigen Jahreszeit sammeln?

(Wahnsinn wieviele Bäume es mit E gibt :biggrin: )


:kligscheiss: Ich habe mir gerade sagen lassen, dass es wohl verschiedenste Sorten von Eichen gibt, die sich sehr ähnlich sehen. Wahrscheinlich liefern die dann auch verschiedene Farben.
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Re: Mit Rinden färben - Sammelzeitpunkt

Beitragvon wetterleuchten » 29.06.2010, 09:32

Äh ... ja, klar, ich sammle die Silberrinde für meine Eichentinktur so im April herum. Das Zeuch wird zutiefst, fast undurchsichtig, dunkelbraun, mit einem warmen Rotstich. Das Auszugsmittel ist allerdings 38-40%iger Wodka bei einigen Wochen Standzeit.

Ich glaube, ich probier das auch mal zum Färben. Darf sich zuhause dann halt keiner mehr was entzündliches wegholen :devil:
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Beitragvon wetterleuchten » 02.07.2010, 21:46

Heute morgen habe ich nun ein paar Wollpröbchen mit Eichentinktur und diversen Nachentwicklungen gefärbt. Da ich die Triebe mit den jungen Blättern damals trocknete und aufbewahrte, gab's auch gleich noch eine Vergleichsreihe mit Blätterfärbung. Letztere drei Tage eingeweicht, 1 Std. gekocht, einen halben Tag ziehen lassen (Zeitmangel*g*). Gefärbt wurde beides Mal köchelnd eine Stunde lang, die Nachentwicklungen dann 20-30 min. Das Ergebnis gibt's hier zu sehen.

Die linke Reihe ist mit Blättern gefärbt, die rechte mit Rindentinktur.
Von oben nach unten jeweils Merinogarn Eiche natur, nachentwickelt mit Eisensulfat, nachentwickelt mit Kupferacetat. Der unterste Strang ist jeweils graue Gotlandwolle Eiche/Kupfersulfat.
Rinde färbt nach meinem Eindruck etwas rötlicher als Blätter, während eine Nachbehandlung mit Kupfer einen deutlichn Dreh ins grün gibt, vor allem auf der Gotlandwolle. Gefällt mir :)

Mengenverhältnisse: ich wiege das Pflanzenmaterial für Tinkturen nicht, aber ich schätze, dass es knapp 100 g frische Eichenrinde auf 500 ml Wodka waren,. Das Mengenverhältnis Rinde (frisch) - Wollgewicht war also in etwa 1:1. Dafür finde ich die Farbe ziemlich kräftig.
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Beitragvon Gladwyn » 03.07.2010, 07:50

Silvia hat geschrieben:[ot]Noch mehr OT, :old: - Mailglöckchen sind nicht nur eins der stärksten Herzgifte sondern stehen auch unter Naturschutz. :flowersniffer: :nein: Auch wenn Du ne Stelle kennst an der Du mit dem Rasenmäher ernten kannst,muß das nicht sein.
Eigendlich darf man sich nicht mal ein Sträußchen im Vorbei gehen pflücken,wenn der Förster :bogen: kommt gibbet Haue. :nudelholz: [/ot]


ich offtopice mal mit :biggrin: wer maiglöckchen im eigenen garten wie unkraut hat darf doch das unkraut entfernen?
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Beitragvon Solà » 07.02.2011, 11:23

ich poste hier mal wieder, hab beim entrinden von stämmen fichtenrinde abgestaubt - hat da jemand erfahrung mit gemacht?
werd die heute abend mal zerstückeln und einweichen, ich hoff, dass sich was löst bis zum wochenende....

apfelbaumrinden hatte ich letztes frühjahr gemacht, da kam ein wunderschönes goldgelb raus - absolut empfehlenswert, und die baumschnittsaison kommt ja bald...
*grübel* ob jemand seinen kirschbaum stutzen wird demnächst..... :gruebel:

lärchenrinde gab nach 1 woche einweichen und lange kochen ein sanftes roa-braun.... schöne farbe, ganz warm..... aber eben nicht sehr kräftig....
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Beitragvon Trollslända » 17.02.2011, 20:01

[quote="Solà"]ich poste hier mal wieder, hab beim entrinden von stämmen fichtenrinde abgestaubt - hat da jemand erfahrung mit gemacht?

Hej Solà,

hast Du schon gefärbt?
Es ist relativ lange her, da habe ich mal versucht, mit Fichtenrinde "Schwarz" zu färben. Ich hatte gelesen, dass Fichtenrinde in der Gerberei verwendet wird, weil sie Tannine enthält. Meine Färbeversuche habe ich komplett in die Tonne gekloppt, weil ich durch die Harze und ätherischen Öle, die auch enthalten sind, eine Art wachsüberzogenes "Dochtgarn" produziert habe, was ich nicht so toll verwenden konnte :wacky:
Und meine Rinde war getrocknet sowie ca. 1 Jahr lang abgelagert.

Jetzt habe ich mich noch mal schlau gemacht :lesen: , weil Schweppe die Fichte in seinen tabellarischen Übersichten erwähnt. Die deutsche Färbeanleitung (Leuchs 1846) konnte ich so schnell nicht bekommen. Den Hinweis auf die Färberei in Lappland (Johannson 1964) habe ich in der Senckenberg-Bibliothek in Frankfurt eingesehen. Das Rezept bezieht sich auf frische Fichtenzweige (kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht besser vorstellen, als mein Rindenergebnis). Bei Gretel Feddersen-Fieler - von der ich eine Menge halte - sind als einzige Nadelholzfärbungen die mit getrockneten Kiefernzapfen genannt, auch in meinen skandinavischen Büchern habe ich sonst nichts gefunden.

Da Du aber schon mit Lärchenrinde gefärbt hast, könntest Du ja mit der Fichte auch Erfolg haben ;-)
Birkenrinde kann ich Dir wärmstens empfehlen. Die gab bei mir ein herrliches Rotbraun (400% mit Alaun-Vorbeize).
Eine Kirsche kann ich nicht bieten und meine Zwetschenbäume muss ich noch schälen.
Wenn ich mal Richtung München komme, kann ich ja was mitnehmen ;-)

Gib' mal Bescheid, was bei Dir rausgekommen ist.
Viele Grüße
Ellen
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Beitragvon Heatuwiel » 17.02.2011, 21:57

Ich hatte gestern einen Versuchstag mit relativ trockener Haselnußrinde gemacht. Material: Kleine Probestränge Schurwollegarn, pro Zug insgesamt 25g und zwei Läppchen ungebleichtes Leinen.
Rindenmenge: ca. 75g, also 300%

Sud: 3 Tage eingeweicht, die Brühe bildete schon leichte Blasen. :wacky: Dann drei Stunden ausgekocht.

Bild

Von links nach rechts:

- Ungebeizt 1. und 2. Zug
- Alaungebeizt 1. und 2. Zug
- Alaungebeizt, entwickelt mit Eisensulfat, 1. und 2. Zug
- Ungebeizt, entwickelt mit Eisensulfat, 1. und 2. Zug
- Alaungebeizt, entwickelt mit Kupfersulfat, 1. Zug
- Alaungebeizt, entwickelt mit Pottasche, 1. und 2. Zug
- Weißes Leinen, beides 1. Zug, ganz rechts entwickelt mit Eisensulfat

Überrascht hat mich der Unterschied zwischen den beiden Zügen der ungebeizten Wolle. Zug 1 hat einen deutlichen Rotstich, der bei Zug 2 komplett fehlt. Sehr schick sind die Gelbtöne der beiden alaungebeizten Züge sowie die ganz unterschiedlichen Grüntöne nach Eisensulfat.
Kupfersulfat und Pottasche brachten praktisch gar keine Farbbbänderung. Das Leinen hat die Farbe recht gut angenommen und nach dem Waschen auch behalten. Nach Entwicklung mit Eisensulfat ist das Leinen schmuck khakigrün. ;-)
Haselnußrinde lohnt sich! :-)
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Beitragvon Solà » 18.02.2011, 13:51

@ Ellen: die rinde hab ich weggetan, ohne zu färben.... hatte ein paar schnipsel 4 tage eingeweicht und ans fenster gestellt - da tat sich so gut wie gar nix, deswegen hab ichs dann gelassen - wenn ich deine Erfahrungen so lese, bin ich da auch ganz froh drum :wacky:

Lärchenrinde ist sehr zu empfehlen! gibt eine wunderschöne, sanfte fare - vermutlich wird sie auch kräftiger, wenn man nicht so faul ist wie ich und die rinde auch schön klein macht :cool:

@ Heatuwiel (wow, was für ein name *g*)

suuuuuuper schöne Färbungen hast du da hinbekomme!!! und auch gleich so voll abgedeckt, alle Möglichkeiten..... *g* das muss ich mal ausprobieren.... mist, wo wächst hier haselnuss? unser lager ist umgezogen, da hab ich jetzt keinen zugriff mehr drauf....


*notiere* haselnuss, Kirsche und Pflaume ausprobieren.,....
Ellen, wenn du noch apfelbaum-ästchen brauchst, da hab ich noch nen ganzen umzugskarton voll im keller :-) lärchenrinde auch *g*
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