Vom MA nach Jetzt ohne grosses Umziehen?

Hier könnt Ihr alle Posts, die sich auf ein Kleidungsstück, Accessoire oder auf eine Epoche beziehen, posten. Bitte nennt das entsprechende Stück der Gewandung oder die Epoche nach Möglichkeit direkt im Titel beim Namen :o)

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Beitragvon Opium-Angel » 04.03.2013, 16:05

Ich kenn das "Problem" von Klara, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Markt fährt und sich dann ständig dumme Sprüche anhören muss. Mir persönlich macht das zwar nix aus, aber ich versteh jeden, der darauf keine Lust hat.
Leider gibt es auch nicht bei allen Märkten die Möglichkeit, sich vorher irgendwo (Toilette o.ä.) umzuziehen. :undecided: Wenn ich daran denk, dass ich mich in nem Dixi oder Bahnhofsklo in Schale schmeißen muss..... Uuuuuuaaaaahhhh...

Der Tip mit dem "modernen Unterkleid" ist echt super! Ansonsten fände ich für den Sommer kurze Hosen und T-Shirt drunter auch nicht "störend", denn das blitzt ja nicht weiter raus. Bei den Schuhen kommt es halt drauf an, wie krass modern sie sind... Pinkfarbene Turnschuhe fallen halt mehr auf als die ausgelatschten braunen Wanderschuhe. ;-) Wenn's vom Boden und den Temperaturen her geht, geh doch einfach barfuß und pack die modernen Schuhe in den Korb. - Die Idee von Rigana finde ich echt super, denn in so nem Korb bringt man doch einiges unter...

Und bei Gürteln muss man wie Annie-Petit sagt, einfach mal die Augen offen halten. Es ist erstaunlich, was man bei H&M und Co. manchmal so alles findet... :-)
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Beitragvon Klara » 04.03.2013, 16:54

Was die Sache für mich noch etwas schwieriger macht: Ich habe eine Beinprothese, die für kleinen Absatz gebaut ist. Barfuss gehen fällt also aus, kurze Hosen und Röcke mag' ich auch nicht tragen. Dafür sind fast alle meine Schuhe braun oder schwarz - nix pink oder neon-grün.

Und was das Umziehen in den Toiletten angeht, geht's mir wie Opium-Angel - ich glaube, da dann doch lieber blöde Sprüche im Zug :undecided:

Hmm, andererseits - wenn sich die Gewandung auf eine schlichte Cotte beschränkt - also im Prinzip ein wollenes T-Shirt-Kleid - fällt man damit im alltäglichen, bzw. wochenendlichen Bahnhofswahnsinn überhaupt besonders auf?

Was es an passenden Transportmöglichkeiten - Korb, Tasche - gibt, wäre meine nächste Frage. Körbe finde ich ziemlich unpraktisch (ich stoss' dauernd damit an und jeder kann reinlangen) - mir wäre was Sackartiges zum Umhängen eindeutig lieber.

Ciao, Klara
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Beitragvon Rigana » 04.03.2013, 17:23

Also von dir bekommt man die Informationen echt häppchenweise :wacky:

Wenn ich von vorneherein weiß, dass du nicht mit dem Auto anfährst oder lieber lange Sachen trägst, hätte ich einfach einiges nicht geschrieben, weil es nicht passt.
Ich meine das jetzt nicht bös, denn schließlich mag ich gerne helfen, aber nicht für die Katz.

Ich glaube auch, dass so viele verschiedene Leuts im Zug mitfahren, dass ein bissl Gewandung nicht auffällt :-) Schließlich sitzt du die meiste Zeit.
Worein du deine Sachen packst, ist letztendlich deine Sache. Selbstverständlich geht auch eine Tasche oder ein Rückentragekorb. Nähanleitungen zu mittelalterlichen Beuteln gibts im Netz - die sind meist groß und naturfarben.

Beim Umziehen habe ich noch die Alternative Badehaus genannt. Wenn bekannt ist, dass auf der Veranstaltung eines ist, darf man sich dort bestimmt umziehen, auch ohne dass man dort badet. Wenn man Leuts kennt, die vor Ort lagern, darf man bestimmt auch mal kurz in deren Zelt zum Umkleiden.

Schuhe sind erstmal zweitrangig. Unter einem langen Kleid fallen die bestimmt nicht so sehr auf. Das wird dann wichtig, wenn mehr draus wird als gewandete Marktbesuche.

Liebe Grüße
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Beitragvon Klara » 04.03.2013, 19:19

Na ich dachte halt, dass es reicht, wenn ich schreibe, dass ich mich nicht umziehen will - ohne dass ich ausführlich begründen muss, warum ;) Und das mit den langen Sachen versteht sich fürs Mittelalter nach meinem Kenntnisstand von selbst... (was übrigens, nur nebenbei, meiner Meinung nach ziemlich direkt mit den nicht getragenen Unterhosen zusammenhängt, und die wiederum mit dem Mangel an öffentlichen WCs und unbeobachteten Ecken in Städten und Dörfern bis in die neueste Zeit...)

Leute auf dem Markt kenne ich keine, ob da ein Badehaus ist, weiss ich nicht - der fragliche Markt ist Fête des Ramparts in Dinan (wo sie angeblich die Besucher fragen, wen sie wann darstellen - Mittelalter reicht nicht als Antwort. Hat mir eine Bekannte erzählt, ob's stimmt, weiss ich nicht.)

Was willst du sonst noch wissen?

Ciao, Klara
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Beitragvon Rigana » 04.03.2013, 20:15

Naja, jetzt weiß ich z.B. dass du auf ein französisches Fest gehst :-)

Wie dort Mittelaltermärkte funktionieren, weiß ich gar nicht. Zuletzt war ich 1999 in Eu und bis dahin kann sich ja einiges geändert haben. Zumindest wurden wir als Teilnehmer nicht gefragt, wen wir darstellen, sondern nur die entsprechende Epoche (Eu war eine Multiperiod-Veranstaltung von Kelten bis 15. Jh. n.Chr.), damit wir im richtigen Zeitabschnitt aufbauen konnten.

In Deutschland sind Mittelaltermärkte historisierende Feste mit buntem Marktangebot und Unterhaltungsprogramm. Wirklich historischen Anspruch sollte man da nicht anlegen, sondern einfach nur das Fest genießen. Dort läuft auch alles rum von Kelte bis Renaissance (manches sogar an einer Person...). Viele Besucher kommen ebenfalls gewandet.
Dann gibts Belebungen in Museen, Freilichtmuseen oder Burgen - meistens beschritten von 1-2 Gruppen, die Handwerk und "Leben" in einem eng gesteckten Zeitrahmen vorführen. Gewandetes Publikum ist hier nicht erwünscht, um den Eindruck nicht zu verfälschen.

Nachdem ich nun kurz auf der Internetseite von Dinan geschaut habe, kommt das einem deutschen Mittelaltermarkt mit Turnier nahe und weniger einer Burgbelebung. Nach der Galerie und dem Forum auf deren Homepage, bist du mit einer weiten Cotte und einem Kopftuch gut angezogen fürs hohe Mittelalter.
Wenn du deine Sachen drunter tragen möchtest, wäre es evtl. nicht schlecht, wenn du an den Seiten der Cotte auf Höhe der Hosentaschen handbreite Schlitze in der Naht lässt: dann könntest du z.B. Geldbeutel etc. in die Hosentasche stecken und wärst gesicherter gegen Beutelschneiderei :-)

Mit den langen Sachen meine ich auch nicht die Mittelaltersachen, sondern die moderne Kleidung für drunter. Ich hatte mich bis zu deiner Info einfach nur gewundert, warum im Sommer keine kurzen Hosen in Frage kommen.
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Beitragvon Klara » 05.03.2013, 14:33

Jetzt wird's konstruktiv! Auf die Idee, einfach einen Schlitz in der Seitennaht zu lassen, zwecks Zugriff auf die Hosentasche, wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen. Obwohl ich mich schon gefragt habe, ob die Frauen im MA nicht auch irgendeinen "Trick" hatten, um "Wertsachen" unter der Kleidung zu verstecken (oder hat sich das Problem mangels Wertsachen nicht gestellt?)

Dass Dinan in der Praxis auch nicht viel anspruchsvoller wird als Kaltenberg, denke ich mir auch - zwischen Wollen und Können ist bei den Franzosen ein weiter Weg. In Pouancé hatten sie auch grosse Töne gespuckt von wegen "historische korrekter Darstellung, Kostüme werden gestellt, damit's stimmt" - und in der Praxis liefen die Leute in Turnschuhen rum und Bogenschiessen war mit modernen Sportbogen und die Reitkappen der "Ritter" auch nicht besonders gut getarnt...

Wobei ich mich bei den Kaltenberger Ritterspielen herrlich amüsiert habe und Corvus Corax finde ich auch ganz toll - aber Anspruch und Ausführung müssen halt zusammenpassen. Soweit ich weiss, will Kaltenburg nur gute Unterhaltung bieten und Geld verdienen... (in Pouancé gab's weder Unterhaltung noch Geld, aber sie hatten auch extremes Pech mit dem Wetter).

Und von Dinan habe ich halt widersprüchliche Auskünfte - laut meiner Bekannten sind sie sehr streng bei der Einlasskontrolle (immerhin verlieren sie bei jedem genehmigten Kostüm 12 Euro ;) ) laut einem Forumsbeitrag sollen aber Leute von der Organisation Stöckelschuhe unter dem Gewand tragen... Und es gibt ja noch mehr Feste, über deren Ansprüche ich aber noch weniger weiss.

Deshalb, je "echter" ich aussehe, mit umso besserem Gefühl gehe ich hin (zu historisch korrekt kann's ja nicht sein). Einziges Problem ist dann, wie eine einfache Frau aus Bayern an die bretonische Küste kommt...

Ciao, Klara
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