Cotte 13. Jht Magd/bäuerliche Frau

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Cotte 13. Jht Magd/bäuerliche Frau

Beitragvon WickedWeaver » 10.08.2013, 06:16

Hallo!

Ich möchte mir eine Gewandung für eine Magd bzw Bäuerin/ländlich lebende Frau schneidern, der Zeitraum soll um 1250 liegen (kommt auf ein paar Jahrzehnte nicht drauf an ;-) )

Nun habe ich schon im Internet viel gelesen und gestöbert und viele scheußliche "historische" *brrr* Cotten, Surcots etc gesehen, die mir nicht mal fürs LARPen gefallen würden... Einige gutbelegte Rekonstruktionen sind mir auch untergekommen, doch jetzt stehe ich vor dem Problem: Ich habe für die Cotte vermutlich nicht genug Stoff! :buhaeh:

Gibt es irgendwelche Belege für Cotten von arbeitenden Frauen, die (wie eine Suckenie) ärmellos waren, oder mit kurzen Ärmeln versehen waren? Es könnte teils ganz praktisch gewesen sein, aber bisher ist mir keine solche Darstellung aufgefallen. Und - auch wenn ich weiß, dass Surcots ständeübergreifend getragen wurden - die Suckenie scheint mir auf den mir bekannten Darstellungen eher auf höfische und höhere bürgerliche Damen beschränkt...

Weiß irgendwer da genauer Bescheid bzw. kann mir Tips geben, wo ich nachschauen kann? :lesen:

Marion
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Beitragvon Silvia » 10.08.2013, 07:58

Zur Kleidung der einfachen Leute gibt es nicht viel.
Gut finde ich dies:

http://www.amazon.de/Hochmittelalterlic ... 811&sr=1-1
Silvia
 

Beitragvon Sandra » 10.08.2013, 22:49

1250 und kurzärmlig buw. ärmellos schließt sich aus. Zu dieser Zeit findest du absolut nur langärmliges. Die Sukenie/Surcotte oder wie auch immer man es nennen will, war tatsächlich nur etwas für die reichere Frau udn wie der Name schon sagt, wird über der Cotte als 2. Übergewand getragen. Otto-Normal-Magt hat nur ein Übergewand getragen. Das Zeigen der Unterwäsche, sprich alles, was aus Leinen war, war zu dieser Zeit extrem unschicklich. (Später sah das durchaus anders aus)

Wie viel bzw. wenig Stoff hast du denn? Bei 1,5m Breite reichen für eine durchschnittlich große und breite Frau 3m locker aus. Für eine einfache Darstellung kannst du auf Mittelgêren z.B. verzichten.
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon WickedWeaver » 11.08.2013, 00:00

Der Stoff wird von mir selbst gewebt, das heißt, maximal achtzig Zentimeter (vor Einlaufen ;-) ) Aber ich experimentier noch mal rum, zur Not wirds halt fürs erste Gewand ein gekaufter Wollstoff, geht ja noch besser als "Einsteiger"!

Klar, das hemede ist das Unterhemd, sollte man damals nicht sehen... hab nicht dran gedacht. Sieht halt nicht nach Unterwäsche aus! :blush:

Vielen Dank für die Tipps!

Marion
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Beitragvon Sandra » 11.08.2013, 12:27

So lange dein Brustumfang 1,6m nicht drastisch überschreitet (und das dürfte wirklich nicht schwer sein ;-) ) sind auhc 80cm Webbreite kein Problem. Du brauchst die beiden Bahnen für Vorder- und Rückteil, je nach Körpergröße ca. 1,5 -1,6m. Gêren seitlich, 2x ca. 1,2-1,3m und die Ärmel ca. 65cm auch 2x. Das macht großzügig gerechnet einen Bedarf von 7m und dazu noch etwas Schrumpf und Kettabfall. Web lieber einen halben Meter mehr, als dass du dich hinterher ärgerst.
Wenn du nur einen Webrahmen hast, solltest du überlegen, ob diese Kettmenge auf deinen Kettbaum geht. (Ich weiß ja nicht, wie dein Rahmen aussieht, aber das wird eine ganze Menge Garn und die wollen ja auch schön gleichmäßig gebäumt werden)
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon WickedWeaver » 12.08.2013, 02:31

Ich hab einen einfachen Ashford Webrahmen, und ich denke, dass ich den Hauptteil (Vorder-Rückenteil) für sich webe und dann noch mal die Geren und Armel... Zum einen habe ich niemanden, der mir beim Aufbäumen helfen könnte, und zum anderen krieg ich in meinem kleinen Kämmerlein niiiieeeemals sieben Meter geschärt! Wobei es eigentlich schade um den doppelten Kettabfall ist. Irgendwo in meinem Köpfchen schwirrt noch was von Dauerkette oder so rum... Aber nehmen wir einen Achttausender nach dem anderen, gell? :-)

Danke und viele Grüße!

Marion
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Beitragvon Sandra » 12.08.2013, 08:29

Ach, ich hab auch schon 9 Meter von der Küchentür bis zum Fensterbrett im Wohnzimmer geschärt :-D Geht alles, komfortabel ist aber anders.
Irgendwann hab ich mir den Luxus eines kleinen Schärbaums geleistet und das war wirklich eine gute Investition.
Vielleicht findest du ja auch jemand, bei dem du scheren und bäumen kannst.
Liebe Grüße, Sandra

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