Peplos gefertigt - in Handarbeit

Hier könnt Ihr alle Posts, die sich auf ein Kleidungsstück, Accessoire oder auf eine Epoche beziehen, posten. Bitte nennt das entsprechende Stück der Gewandung oder die Epoche nach Möglichkeit direkt im Titel beim Namen :o)

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Beitragvon Ragnhild » 27.04.2011, 11:09

Habe gestern für zwei Euro den Meter feinen karierten Wollstoff geschossen - und dann gleich per Hand ein Peplos für meine Tochter genäht. Die Seitennaht war ja weiter nicht schwierig. Die Saumnähte unten und am Umschlag wollte ich dann aber etwas pfiffiger haben, und habe einen Hexenstich verwendet. Ist das für die Eisenzeit o.k.? Mein Mann musste nämlich gleich abends noch mal los und den Rest des Stoffes kaufen. Das heißt, als nächstes Projekt steht ein Peplos für mich auf dem Programm.

http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2472

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Beitragvon Rigana » 27.04.2011, 19:23

jo, sieht doch sauber aus :-)
Irgendwo habe ich noch eine Übersicht über Stichvarianten von hallstattzeitlichen Textilien in einem Artikel von H.-J- Hundt. Wenn ich sie wiederfinde, sag ich bescheid :-) Vielleicht magst du ja mal vergleichen, welche Stiche vorkommen.

Wie sieht denn der Peplos im Ganzen aus? So ein Ding braucht einfach Stoffmenge, um zu wirken, daher lohnt es sich, bei dem günstigen Stoffangebot auch metermäßig mal richtig was zu verarbeiten.

Liebe Grüße
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Beitragvon Ragnhild » 28.04.2011, 21:03

Danke, Rigana, für eine Stichübersicht wäre ich dir echt dankbar. Die Eisenzeit ist sonst eigentlich nicht so meine Zeit, aber im Sommer werden wir eine Woche im Jernalder wohnen, und da für meine Tochter eh ein neues Gewand anstand, wollte ich natürlich gleich was passendes. Auf Abbildungen habe ich gesehen, dass die Stoffröhre für ein Peplos breiter als lang ist. Allerdings habe ich für meine Tochter nur eine Stoffbahn von 140 cm Breite doppelt gelegt. Das Kleid ist also eher schmal, sieht aber jetzt ganz gut aus. (Und die Mädchen haben offensichtlich auch kürzere Kleider getragen, so dass genug Beinfreiheit bleibt.) Für mich hätte diese Breite sowieso nicht gereicht, also habe ich jetzt schon mal zwei Stoffbahnen aneinander genäht, also doppelte Breite. (Und an dieser Stelle muss ich allen Recht geben, die schon einmal behauptet haben, dass ein Peplos nicht gerade einen schlanken Fuß macht!) Jetzt steht noch ein sauberer und ansprechender Abschluss für die Säume aus. Also, wenn es da Vorlagen gibt, so würde ich es auch gerne daran anlehnen.

Dann waren übrigens immer noch sechs Meter Stoff übrig. Mein Mann hat sich schon eine Rus-Hose gewünscht. Die Teile sind bereits zugeschnitten, und es ist immer noch Stoff übrig... (Wer hat eine Idee für das nächste Projekt?) :dizzy: Ich glaube, da ist die Gier mit mir durchgegangen.

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Beitragvon Kattugla » 28.04.2011, 22:27

Ragnhild hat geschrieben:...(Wer hat eine Idee für das nächste Projekt?)

Ein Sagum fehlt noch. Das wurde nämlich aus meinen restlichen zwei Metern rotschwarz Kariertem. :biggrin:
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Beitragvon Magali » 29.04.2011, 08:15

Rigana hat geschrieben:jo, sieht doch sauber aus :-)
Irgendwo habe ich noch eine Übersicht über Stichvarianten von hallstattzeitlichen Textilien in einem Artikel von H.-J- Hundt. Wenn ich sie wiederfinde, sag ich bescheid :-) Vielleicht magst du ja mal vergleichen, welche Stiche vorkommen.

Wie sieht denn der Peplos im Ganzen aus? So ein Ding braucht einfach Stoffmenge, um zu wirken, daher lohnt es sich, bei dem günstigen Stoffangebot auch metermäßig mal richtig was zu verarbeiten.

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Andrea, kann ich die auch haben bitte? Ich stelle mir naemlich gerade muehsam eine "Liste" zusammen den "einsetzbaren" Stiche fuer die fruehe Eisenzeit :freak:
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Beitragvon Ragnhild » 29.04.2011, 10:28

So, jetzt brauche ich Hilfe beim Anziehen!

Nach viel Gehampel hatte ich dann endlich die Unmengen Stoff bewältigt und erfolgreich mit zwei Fibeln auf den Schultern zusammen gesteckt. Den seitlichen "Lichtblick" habe ich, wie hier irgendwo schön beschrieben, zugemacht, indem ich die vordere Stoffbahn über die hintere gezogen habe. (Das habe ich erst am realen Objekt verstanden, aber es funktioniert.) Jetzt sitzen aber an beiden Seiten auf den Hüften riesige Stoffwülste (nicht sehr vorteilhaft). Was mache ich damit?

Bei meiner Tochter sieht es eigentlich ganz schön aus. Allerdings hatte ich bei ihr ja auch viel schmalere Stoffbahnen zusammengenäht.

http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2474

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Beitragvon marled » 29.04.2011, 11:43

Wenn du beim Anziehen beide Arme hebst und ausstreckst und dir dann jemand den Gürttel umlegt, gibt es nicht so hässliche Wülste unter den Armen.
Und ja, Peploi machen einfach dicke H.......... Allerdings habe ich festgestellt, dass sie ab einer bestimmten Mindestkilozahl auch wieder verschlanken! :devil:
Übrigens nähe ich die Kanten des Stoffes an der Seite zusammen, so dass ein Schlauch entsteht, dadurch habe ich auch keine Doppellage Stoff.
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Beitragvon meirah » 29.04.2011, 11:55

Ankleidetipps... ;-)
Peplos vor dem Anziehen fibeln, dabei vorne etwas mehr Stoff lassen als hinten, dann bildet sich vorne direkt ein hübsch fallender Ausschnitt.
Anziehen (auch ohne Spiegel) :biggrin:
den gefibelten Peplos überziehen dann den Gürtel locker um die Taille halten, am oberen Ende an den Seitennähten greifen und hochziehen, solange bis der Saum unten etwa gleich lang ist, jetzt den Gürtel schliessen.

Die Seitennähte auf die Hüfte legen und das überschüssige Material in kleinen Falten nach vorne und hinten verteilen
Auf der Hüfte liegt dann zwar immer noch der Überwurf aber es fällt schon deutlich besser.
man muß sich eben damit abfinden ein Peplos macht einen breiten A.... :wacky:
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Beitragvon Ragnhild » 29.04.2011, 15:58

@marled

Deinen Hinweis, dass ein Peplos ab einer bestimmten Kilozahl wieder schlanker macht, übersehe ich lieber mal. :biggrin: Denn die meiste Zeit des Jahres bin ich doch eher in Zivil unterwegs.

@meirah

Deinen Tipp, den (die?, das?) Peplos ohne Spiegel anzuziehen, finde ich da schon hilfreicher. Wahrscheinlich seid ihr in eurer Entwicklung da einfach schon weiter als ich - im Moment finde ich dieses Zelt um den Körper noch nicht wirklich schick.

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Beitragvon Ragnhild » 29.04.2011, 16:10

@Kattugla

Ja, so ein Mantel ist sicher noch sehr praktisch. Ich habe mir mal einige Bilder angesehen und bin etwas verwirrt. War der Sagum ein Rechteckmantel (erstes Bild), oder so ein halbrundes Gebilde. Letzteres kommt mir eher merkwürdig vor.

http://www.wulflund.com/images_items/sa ... loak_2.jpg

http://www.romanarmy.net/images/Pages/Misc/sagum.jpg

Und brauche ich für einen Rechteckmantel nicht mehr als 2 Meter? Der wird doch erst umgeschlagen. Nun, ich hätte da wohl noch genug Stoff....

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