Kleiderlänge um 1050

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Kleiderlänge um 1050

Beitragvon Draca » 27.07.2011, 10:02

Hallo, zusammen!

Ich hoffe, ich habe nicht übersehen, daß das doch schon mal wo diskutiert worden ist.

Ich recherchiere gerade nach der Kleiderlänge für die Dame besseren Standes um 1050. Für um 1000 rum gibt es jede Menge Abbildungen und dort scheint die Länge von Ober- und Unterkleid ja recht eindeutig zu sein, aber mit späteren Frauendarstellungen wird es rar. Waren die reich bebilderten Psalter zu dieser Zeit etwa gerade nicht in Mode? :-(

Den wenigen verfügbaren Frauendarstellungen nach zu schließen (Teppich von Bayeux u.ä.), scheinen die Obergewänder zu dieser Zeit die Füße vollständig zu verbergen und die Kleidung weist einen reichen Faltenwurf an den Beinen auf. Ein Hinweis auf überlange Kleider, wie von Katrin Kania in ihrem Buch "Kleidung des Mittelalters" propagiert?

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Beitragvon Lis » 29.07.2011, 21:11

Nur so eine Idee: Die Gemahlin Konrads II. - Gisela - starb kurz vor 1050 (1044?), und sie ist im Speyerer Dom bestattet. Derzeit läuft die Ausstellung "Des Kaisers letzte Kleider" (die ich mir leider immer noch nicht angesehen habe...) - vielleicht sind dort auch Giselas Kleider thematisiert? Weiß das wer... blue?!
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Beitragvon Hraban » 01.08.2011, 22:07

Wie es der Zufall will, waren wir letzten Samstag in Speyer. Leider muss ich diesbezüglich enttäuschen, denn aus dem Grab von Gisela sind lediglich Fragmente des seidenen Schleiers, mit dem sie bedeckt war, sowie ihrer Schuhe erhalten. Die Schuhe sind übrigens sehr interessant, wie eigentlich die gesamte Ausstellung (immerhin haben wir 5 Stunden dort zugebracht), aber das würde jetzt wohl etwas vom Thema abweichen.

Allgemein sind mir für den deutschen Raum dieser Zeit nur Abbildungen von Frauen in bodenlangen Kleidern bekannt. Wobei ich da aber potenzielle Wissenslücken meinerseits nicht ausschließen kann... ;-)
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Beitragvon Draca » 02.08.2011, 08:44

:biggrin: Speyer steht ganz oben auf der "muß hin"-Liste. Allerdings werde ich es nicht vor Oktober dorthin schaffen. Dann würde ich aber Laut geben, wenn ich in die Stadt einfalle. :hand:

Daß sich von den Klamotten in den Gräbern so viel erhalten hätte, daß sich daran zuverlässig eine Gewandlänge ablesen lassen würde, darauf würde ich nicht zu hoffen wagen. Außerdem bleibe ja dann wieder das übliche leidige Problem mit Hochadel und spezieller Begräbnissbekleidung. :undecided:

Aber ich spekuliere auf ein paar brauchbare Buchmalereien, Elfenbeinschnitzereien etc.
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Beitragvon Hîdril » 02.08.2011, 10:01

Draca, ich glaube, man muss sich zu dieser Zeit auch noch oder schon die Frage nach dem WO stellen. Diese Überlegungen mögen für das Frankenreich sicherlich richtig sein, aber weiter im Norden waren die Kleider allesamt nicht so lang, selbst beim "Adel" nicht. Jenseits des Rheins waren die Kleider maximal knöchellang, auch wenn eine skandinavische Wissenschaftlerin Abbildungen auf Stelen dahin interpretierte, dass die Mädels Schleppenkleider im Stil des Empires trugen. (Irgendwo hier im Forum gibt es bei den Wikinger schon eine Diskussion über diese These).
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Beitragvon Draca » 02.08.2011, 10:27

Ah, danke für den Hinweis. Das WO hätte ich noch dazuschreiben sollen: Kontinentaleuropa, salisches Kaiserreich, so fern so detailierte Informationen vorhanden vorzugsweise Süddeutschland.

Anders als bei der Männerbekleidung ist mir bei den Frauenabbildungen aber bisher nur ein zeilicher Unterschied (vor oder nach ca. 1020) in den verschiedenen Bildquellen aufgefallen.
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Beitragvon Lis » 26.08.2011, 20:42

So, nun war ich auch endlich in der Ausstellung (Sandra sei Dank!) und kann bestätigen: leider keine wirklichen Kleiderfunde bei der guten Dame. Dafür eine Abbildung in einem der vielen dort ausgestellten Bücher (weiß leider nicht mehr welches, und auch nicht von wann :blush: ) - und dort trägt sie ein langes Kleid, welches aber die Füße noch deutlich erkennen lässt.

Gib Bescheid wenn Du hier einfällst ;-)
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