Damendorfhose für Germanen

Hier könnt Ihr alle Posts, die sich auf ein Kleidungsstück, Accessoire oder auf eine Epoche beziehen, posten. Bitte nennt das entsprechende Stück der Gewandung oder die Epoche nach Möglichkeit direkt im Titel beim Namen :o)

Moderator: Moderatoren

Beitragvon Hîdril » 29.02.2012, 14:21

@Lise: Schick mir mal eine PN mit deiner Mail-Adresse, dann kann ich dir die Bilder schicken.

@Draca: Mag sein, dass die in den Büchern drin sind (ich kenne beide Bücher nicht), ich kann nur von dem ausgehen, was in Schloss Gottorf ausgestellt ist und da fehlt dieser "Schwangeerschaftseinsatz", wie du ihn so schön nennst. (Der Ausdruck gefällt mir).

Ich habe die Hose in leinwandbindigen Leinen und in Köperwollstoff genäht und bei beiden kneift nichts, nur weil das Stück davorn fehlt. Das ergibt dann eher so etwas wie eine Scharmkapsel, die aber erst im 30jährigen Krieg oder der Renaissance üblich waren.

Ich stell die Bilder einfach mal auch hier in meine Galerie, dann kann man vergleichen.
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Beitragvon Regilla » 29.02.2012, 14:30

Die Hose ist schön geworden, bei dem Stoff kein Wunder. Meinem Sohn habe ich sie mal genäht, aus dem zweifarbigen Diamantköper von Naturtuche. Die Keile sind ständig am einreißen und ausfranseln.
Den Schwangerschaftseinsatz habe ich auch weggelassen, er macht keinen Sinn und unter der Tunika sieht mans eh nicht.
Grüßle,
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Beitragvon Hîdril » 29.02.2012, 14:36

@Regilla: Hat er die Keile vielleicht im graden Fadenverlauf zugeschnitten? Der schräge Fadenverlauf ist bei diesen beiden Teilchen sehr wichtig.

@alle: Ich habe mal Bilder von der Hose, Details, Rekonstruktion und Details von der Rekonstruktion in meiner Galerie eingestellt.
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Beitragvon aennlin » 29.02.2012, 15:00

Hallo,
im Nesat-Band V von 1993 des Textilsymposiums in Neumünster ist der Artikel "Ein zweitausendjähriges Bekleidungsstück - Beobachtuingen nach der Präsentation einer Ausstellung" von Annemarie Farke. Darin heißt es auf S. 80: "Die Nähspuren, Fadeneindrücke, Stoffausbuchtungen und Fältelungen beider Hosenteilkanten stimmten so gut überein, dass eine direkte Verbindung beider Hosenbeinteile durch diese vordere Schnittnaht belegt ist. Ein eingesetztes Hosenteil, so wie es Schlabow in seiner Rekonstruktion zeigt, entfällt. Es würde außerdem eine unnatürliche Weite in der Bauchgegend erzeugen, die figürlichh nicht gut zu den schlanken Hosenbeinen paßt. Zudem liefen Rekonstruktionsversuche, die im Ergebnis die technischen Ausführung der vorderen Schnittnaht bestätigen konnten."

Unsere Versuche mit und ohne "Schwangerschaftseinsatz" ergaben das gleiche Ergebnis, darüberhinaus fehlt es in Schloß Gottorf ebenfalls.

Grüße
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Beitragvon aennlin » 29.02.2012, 15:06

@Hidril: Danke.
Soweit ich weiß waren bei der Hose vorne Brettchenwebkanten. Dadurch kamen diese nach außen und die Hose hatte eine Verzierung vorne mittig. Wir haben bei unserem "Modell" darauf verzichtet die Naht so auszuführen, da die Brettchenkante am Stoff fehlt.

Grüße
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Beitragvon Ragnhild » 12.05.2012, 19:53

Ich arbeite gerade an meiner ersten Damendorf-Hose, zunächst noch aus billigem leinwandbindigem Wollstoff und mit der Maschine genäht. Das Zusammensetzen der Einzelteile ging erstaunlich gut, auch die Größe passt. Nun bin ich beim Bündchen angekommen und weiß nicht recht, was nun richtig ist. Auf dem Foto vom Fund im Museum sieht es so aus, als sei das Bündchen deutlich kürzer als der obere Rand der bis jetzt fertiggestellten Hose. Muss ich als den Sstoff einhalten oder Kräuseln. Das kann ich auf den Bilder von Aennlins Hose wiederum so nicht erkennen. Dort sieht es eher so aus, als ginge die Hüfte gerade nach oben.

Danke für eure Antworten, Ragnhild
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Beitragvon Regilla » 13.05.2012, 17:31

Die Hose für meinen Sohn habe ich umgeschlagen und festgenäht. Als Befestigung habe ich eine Kordel eingezogen, damit das geht, habe ich zwei Knopflöcher reingenäht.

Grüßle,
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Beitragvon Ragnhild » 13.05.2012, 19:43

So, die Hose ist fertig. Habe mich jetzt einfach für die Variante mit der geraden Hüfte entschieden. Und angezogen sieht sie wirklich nett aus. Beim Hinsetzen kneift nichts und spannt nichts. Daher denke ich mal, dass auch keine Nähte einreißen werden.

http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2880

http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2879

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Beitragvon Lise » 14.05.2012, 09:58

Ja, sieht echt cool aus.
Super geworden!!

Das wird bei uns auch definitiv die nächste Hose :-)
Man umgebe mich mit Luxus.
Auf das Nötigste kann ich verzichten.
(Oscar Wilde)
;-)

Achtung: neuer Blog!!
http://lise-im-wollwahn.blogspot.com/
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Beitragvon Ragnhild » 14.05.2012, 12:05

Auch wenn ich nun schon munter drauf los genäht habe, würde ich mich trotzdem noch über eine Antwort zum Bündchen freuen. Die blaue Hose war ja nur ein Probestück. Aus dem guten Stoff möchte ich es dann noch genauer arbeiten.

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