fibellose Tracht Latene C

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fibellose Tracht Latene C

Beitragvon gwdihw rhydd » 25.03.2012, 11:02

Mahlzeit!

Ich möchte meine keltische Darstellung nach und nach an die Funde hier bei mir (quasi 50m von meinem Elternhaus entfernt) anpassen. Zu den Funden hab ich auch schon alles, was an Literatur verfügbar ist. Besonders interessant ist nun für mich Körpergrab 1, ein Frauengrab mit viel Schmuck (v.a. Arm- und Fußringe) und keiner einzigen Fibel.
Nach näherem Studium der Grabungsberichte und Beschreibungen der Funde stellte ich fest: Im ganzen (vermuteten) Gräberfeld gibt's keine Fibel.
Mir wurde gesagt, man müsse sich dann einfach an Fibelfunden der näheren Umgebung orientieren. Es gibt auch Tatsächlich in etwa 20km Entfernung Funde von zeitlich passenden Fibeln. Nur wenn hier keine Fibel gefunden wurde, muss es ja auch eine fibelfreie Tracht gegeben haben.

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen, was ich da als Keltin anziehen könnte.

Wie im Titel geschrieben, es geht um Latene C, im heuten Innviertel (OÖ; Bezirk Braunau)

Danke schonmal im Voraus!
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Beitragvon Barde » 25.03.2012, 11:31

Nur wenn hier keine Fibel gefunden wurde, muss es ja auch eine fibelfreie Tracht gegeben haben.


Oder ... es wurde in diesem engen Umfeld aus irgend einem Grund nicht in Alltagskleidung bestattet. Es ist ja immer die Frage, inwieweit Grabfunde zur Rekonstruktion von "normaler" Kleidung geeignet sind.

Vorstellbar wäre in diesem Fall z.B. eine Grablegung in einer Art Leichentuch; Körper einfach komplett einschlagen und fertig ... oder Mumienartig umwickeln .. oder nur zudecken ...

Ich will nicht sagen, dass es so war und kenne ja auch die sonstigen Funde nicht; ist nur ein Gedankenspiel um deutlich zu machen, dass Grabkleidung nicht imemr identisch mit Tracht sein muß.
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Beitragvon marled » 25.03.2012, 11:48

Es gibt verschiedene Interpretationen über Bekleidungen der Latene C.
Ich kenn mich zwar mehr hier im westlichen Bereich Deutschlands aus, aber ohne Fibeln im Grab würde ich von einem tunikaähnlichen Kleid oder einer Rock-Blusen-Kombination ausgehen, vor allem bei den Fuß- und Armringen.
Dann vielleicht auch knöchelfrei, um die Fußringe zu zeigen, wobei das alles Spekulationen sind und keine nachgewiesenen Belege für eine bestimmte Trageweise.
Gibt es eigentlich in eurem Bereich auch die Gürtelketten der Latene-C? Dann würde ich persönlich eher zu einem Kleid wie oben tendieren.
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Beitragvon gwdihw rhydd » 25.03.2012, 14:37

Ja, eine Gürtelkette wurde auch gefunden

Ein tunikaartiges Kleid ist mir auch schon in den Sinn gekommen.
Danke auf jeden Fall für die Antwort :)


@Barde
Ja,mir ist schon klar, dass die Menschen vielleicht nicht in der Alltagskleidung bestattet wurde. Aber an so ein Leichentuch hätt ich wohl nicht gedacht. Danke für den Denkanstoß
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Beitragvon Draca » 26.03.2012, 08:23

Ich kenn mich mit den zeitlichen Zuordnungen bei den Kelten nicht so aus, aber auf keiner der Situlen mit ihren sehr detailierten Bildern ist eine Frau im Peplos abgebildet. So weit sich das erkennen läßt unter den Kopftüchern, tragen sämtliche Frauen Röcke und Tuniken in unterschiedlichen Längen. Es gibt sogar Frauen in Pumphosen.
Auch im Keltenmuseum Hochdorf wird auf Grund der Fundlage für mehrere Zeitstellung eine fibellose Frauentracht angenommen.

Kelten = Peplos = Fibeln ist also eine voreilige "Milchmädchengleichung"
Ich benutze die Waffen der Frau: spitze Zunge, scharfen Verstand und für Härtefälle ein solides Webschwert.
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