Wikingerschürze->habt ihr Ideen?

Hier könnt Ihr alle Posts, die sich auf ein Kleidungsstück, Accessoire oder auf eine Epoche beziehen, posten. Bitte nennt das entsprechende Stück der Gewandung oder die Epoche nach Möglichkeit direkt im Titel beim Namen :o)

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Wikingerschürze->habt ihr Ideen?

Beitragvon Frettchenmutti » 23.10.2012, 08:47

Hallo zusammen :wacky:

Ich bin jetzt schon seit vielen Jahren auf Mittelaltermärkten unterwegs und vielleicht kennt ihr das auch, sobald man anfängt muss man sich erstmal finden und für sich feststellen, ob man eher eine bestimmte Zeit& einen bestimmten Stand darstellen möchte, oder ob man eher in die Richtung Larp &Fantasy geht und es mit der Authentizität etwas weniger ernst nimmt :-) .

Nach dieser Langen Zeit habe ich mich jetzt mitlerweile auf eine möglichst authentische Darstellung der Wikinger eingeschossen, und obwohl ich Gewandung und Ausrüstung schon sehr ernst nehmen muss ich doch gestehen dass ich mir einen gewissen kreativen Freiraum bewahren möchte.

Deswegen würde ich jetzt gern eure Meinung zu meiner Idee einer neuen Schürze haben. Bis jetzt besteht sie aus einem Vorderen und einem Hinteren Teil mit zwei Trägern, die mit Bändern an den Seiten zusammen gebunden wird.

Nun muss ich ehrlich sagen dass ich leider keine Elfe bin :blush: und mit diesen schmalen Fetzen nicht so recht zufrieden bin. Ich habe aber auch Angst dass eine Geschlossene Schürze zu sehr aufträgt, deswegen habe ich mir gedacht eine geschlossene Haitabu schürze zu schneidern die allerdings weiter geschnitten ist, und ein wenig faltig fällt. Dafür wollte ich gerne Wolle oder schwereres Leinen nehmen.

Was haltet ihr von der Idee? Sind solche Schürzen vielleicht sogar belegt, und wenn ja gibt es dazu vielleicht Schnittmuster? Oder haben einige von euch vielleicht sogar selbst so eine ähnliche Schürze bei sich in der Gewandungskiste liegen?

Ich bin gespannt :wacky: :biggrin:
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Beitragvon Ragnhild » 23.10.2012, 16:06

Eigentlich finde ich es immer netter, auf jede Frage auch eine Antwort zu formulieren, aber zu diesem Thema liest du vielleicht doch erstmal in diesem Thread:

http://www.flinkhand.de/forum/viewtopic ... highlight=

Selber trage ich übrigens auch einen seitlich geschlossenen Trägerrock, und ich finde, dass das mit etwas mehr Oberweite durchaus o.k. ist. Die Abnäher machen eigentlich eine ganz schöne Figur. Auch habe ich diese Trägerkleider aus unterschiedlichen Stoffen genäht: dünne leinwandgewebte Wolle, köpergewebte Wolle, handgewebte Wolle, und alle sind auf ihre Art nett und brauchbar. Nur auf Leinen würde ich hier verzichten.

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Beitragvon Frettchenmutti » 23.10.2012, 18:43

Oh vielen Dank für den Link :biggrin:

Naja Oberweite hätte ich schon genug :wacky: habe aber leider auch eine ganze Menge A**** Hüfte und Oberschenkel :blush:

Gleiche aus Wikingersicht also betracht eher einer Trollfrau :devil:
Da weis ich nicht so ganz ob einen auf den Leib geschneidertes Oberkleid so gut wäre.

Wie gesagt was ich bis jetzt getragen habe find ich nicht mehr so toll... vor allem weil es aus dünnerem Leinen bestand und eigentlich nur blöd rumgeflattert ist.

Daher würde ich dir zustimmen und am liebsten Wolle nehmen :wacky: hab allerdings ein bisschen Angst vorm Sommer :devil:
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Beitragvon Hîdril » 24.10.2012, 08:41

Hey Frettchenmutti,

auch zum Thema Wolle und Hitze haben wir hier irgendwo schon eine groooße Diskussion. Wenn man sich morgens früh schon in alle Wollschichten schwingt, ist es eigentlich gut zu ertragen. Wenn du dich in Richtung A bewegen willst, dann solltest du nach dünnem Wollstoff Ausschau halten, denn daraus waren die Haithabu-Trägerröcke. Wenn du dann im Sommer ein Leinenunterhemd/-kleid trägst, dann machen die zwei Lagen Wolle darüber nicht mehr so viel aus. Ich habe auch eine klassische Rubensfigur und komme schon ins Schwitzen bei dem Gedanken an mehr als 15° Grad, aber mit dünner Wolle untendrunnter, normale Wolle in der Mitte und einem aus dünnem Wollstoff genähten Trägerrock überstehe ich auch 30° Grad im Schatten. Allerdings krämpele ich die Ärmel meiner Kleider hoch, so dass der Puls frei liegt und gekühlt wird.

Ansonsten: :streicheln: für die Absicht zum großen A (leider haben wir hier kein Daumen-hoch-Smilie :-( )
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Beitragvon Frettchenmutti » 25.10.2012, 09:41

Hey Hîdril,

Mensch da bin ich ja beruhigt mal nen Erfahrungsbericht zum Thema Wärme und Kuschelfigur zu haben :biggrin: . Mein Kleid besteht aus Leinen, und bis jetzt auf sehr Sonnigen Märkten bin ich ganz gut zurecht gekommen, auch wenn es leider doch immer ganz schön warm war, da hatte ich vor der Wolle ganz schön angst :undecided:

Aber wenn du meinst das geht dann bin ich ja beruhigt :wacky: . Ich konnte gestern nicht widerstehen, war in dem Stoffladen meines vertrauens, und habe einen traumhaften, dunkelgrünen Wollstoff für 18 Euro pro laufendem Meter, der einfach total gut Fällt (und den ich mal als dünnen Wollstoff bezeichnen würde) gekauft :devil: .

Habe ihn jetzt mal so grob dran gehalten, und ich glaube wenn ich den jetzt richtig zuschneide geht das mit dem "Auftragen".

Oh ja ich hab total Lust auf authentische Märkte, mit passender Kleidung, Küche und Handwerk im Lager ganz entspannt :biggrin: , währe schön wenn andere Lagermitglieder das auch so sehen würden :undecided:
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Beitragvon Hîdril » 25.10.2012, 09:59

Moin Frettchenmutti,

na, wenn du so einen tollen Stoff gefunden hast, dann solltest du auch ein wirklich tolles, authentischen Trägerkleid drauß nähen. Deshalb der Rat: Erst lesen, dann schneiden. Wenn du ein Trägerkleid à la Haithabu haben willst, dann empfehle ich dir "Die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu", Wachholtz-Verlag, Neumünster. Wie ich irgendwo schon mal geschrieben habe, muss man nicht jede Webart und jede Garnstärke lesen, aber die Schnitte der gefundenen Kleidungsstücke sind sehr interessant. die Webarten und Garnstärken werden erst beim zweiten Lesen wichtig und wenn man tiefer in der Materie drinsteckt. Ich habe die Fundberichte beim ersten Mal auch mehr oder weniger überflogen und mich nur erst mal für die Schnitte interessiert. Nun mache ich dieses Hobby schon sieben Jahre und lesen solche Literatur unter einem ganz anderen Gesichtspunkt (kämpfe mich zum Beispiel gerade durch die Ernährung von Haithabu und lesen an dem Fundbericht schon seit einem 3/4 Jahr).

Ach, zu der Farbe fällt mir noch ein: Das wäre in der Wikingerzeit eine sehr teure Farbe gewesen, weil es eine Doppelfärbung war. Einmal Gelb mit Birkenblättern, Goldrute oder Rainfarn und dann noch mal Blau übergefärbt mit Indigo bzw. Waid. Wenn du dir damals so einen teuren Stoff hättest erlauben können, dann natürlich auch die dazu gehörenden silbernen Fibeln. Wenn du schon auf das große A zusteuerst, dann solltest du diese Dinge auch beachten.

Ich halte mich da immer an den Spruch meines Sohnes: Kaufst du billig, kaufst du zwei Mal.

Also lieber etwas warten und auf etwas vernünftiges sparen, als "erst Mal billig kaufen, nur zum Ausprobieren, später kann ich dann richtig kaufen". Das wird letztlich teuerer als gleich was vernünftiges zu kaufen.
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Beitragvon Frettchenmutti » 25.10.2012, 13:49

Moin Hîdril,

uiii man merkt dass du Ahnung hast :-) . Ja also den Stil Haitabu wollte ich schon anstreben, ich muss aber auch immer beachten wie das ganze zu meiner Figur passt. Möchte am Ende weder aussehen wie Presswurst aber auch nicht wie Nachtgespenst :devil: . Deswegen hatte ich gegen Anfang ja echt Angst vor diesem geschlossenen Kleid, aber wenn ich mir den Stoff so drüber halte dann sieht das wenn es fertig ist glaube ich sehr gut aus :biggrin: . Da muss ich einfach schauen wie der original Schnitt ist, und ihn nach meinem Bedürfnissen etwas umwandeln.

Hm... das mit der Farbe ist zwar etwas blöd... aber die Farbe passt einfach am Besten zu meinem jetzigen Kleid. Im Moment bin ich mit winzigen Bronzefiebeln ausgestattet, und möchte mir irgendwann schöne Schildkrötfiebeln leisten. Das sind aber so Dinge die erst irgendwann kommen, weil ich mir nächstens Jahr ganz gern ein Sachsenzelt kaufen möchte. (ob das Sachsenzelt so passend zu meiner Darstellung ist, ist zwar fraglich, aber ein Wikingerzelt ist für unsere Lager&Transportmöglichkeiten wegen dem Gerüst etwas unpraktisch :undecided: )
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Beitragvon Hîdril » 25.10.2012, 14:25

Na ja, ein bisschen habe ich mir so angelesen. Zum Glück ist Haithabu sehr gut ergraben und auch gut dokumentiert - besser als zum Beispiel Grönland, was ja so mein Traum wäre :devil:

Irgendwann hast du sicher das Geld für silberne Schildkrötfibeln, ich drück dir die Daumen.

Zelt... tja, eigentlich ist so ziemlich jedes Zelt un-A. Die Wikinger hatten keine Zelte, die hatten ja feste Häuser. Oder aber sie waren unterwegs und dann haben sie entweder auf dem Schiff, auf dem Händlerwagen oder einfach darunter genächtigt. Die Transportierbarkeit eines Sachsenzeltes ist unbestreitbar, aber ich bin doch eher für ein Wikingerzelt in A-Form - wurde ja so auf dem Göckstad-Schiff gefunden. Wenn mich einer auf einer Veranstaltung fragt, ob die Wikinger in so was geschlafen haben, sage ich immer, ich schlafe eigentlich in einem Grab. Und dann erkläre ich das mit den festen Häusern und so.

Ich seh gerade, du kommst aus Hamburg, da liegt doch Haithabu nur einen Katzensprung entfernt. Das Museum ist interessant und informativ und wenn du im Sommer mal hinfährst, dann würde ich das in einer Zeit machen, wenn die Häuser belebt sind. Da triffst du eigentlich immer Leute mit Ahnung, mit denen man sich mal unterhalten kann.

Wo genau in Hamburg wohnst du denn? Vielleicht kann man sich mal treffen und ein bisschen ratschen über Haithabu und Co. Oder du kommst einfach mal nach Buxtehude und dann gucken wir mal so in meinen Klamotten. Angucken ist immer einfacher als beschreiben :biggrin:
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Beitragvon marled » 25.10.2012, 15:53

Zelt... tja, eigentlich ist so ziemlich jedes Zelt un-A. Die Wikinger hatten keine Zelte, die hatten ja feste Häuser. Oder aber sie waren unterwegs und dann haben sie entweder auf dem Schiff, auf dem Händlerwagen oder einfach darunter genächtigt.


Einige Nachweise gibt es schon. Nordmänner waren zum Beispiels zu Þings unterwegs, z. Bsp. in Island, wo eine hüttenähnliche Konstruktion mit einer Zeltüberdachung nachgewiesen wurden. Das HauptÞing in Þingvellir dauerte zum Beispiel 14 Tage, und in dieser Zeit mussten die Menschen ja irgendwo unterkommen, also mobile Behausungen sprich Zelt.
Man geht auch davon aus, dass auf den Langschiffen eine Überdachung aus Zeltplanen denkbar war.
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Beitragvon Frettchenmutti » 25.10.2012, 17:01

@Hîdril

Oh ja Grönland wäre geil, mein Traum wäre auf jeden Fall mal nach Schweden zu kommen, und mit meiner Mutter mal ne "Wikinger-Tour" durch Dänemark zu machen :lesen: . Die war jetzt im Urlaub da und war im Ribe-viking-center... ich war so derbe neidisch :buhaeh: aber bei so ner Tour würden wir uns mal alle Museen usw anglotzen.

In Haithabu war ich auch schon... sowohl ich Museum als auch im Dorf an sich leider aber nie während ne Siedlung da war (war während des Urlaubs meiner Mutter übrigens auch in Ribe *ärger* :dizzy: ).

Tja zu den Fibeln... Zahntechniker-Azubi mit nem gehalt von 315 Euro im Monat XD

Ja klar so ein Wiki mit schön beschnitzten Hölzern wäre schon echt cool, aber wir haben ja schon probleme unser anderes Gedöns ins Auto zu kriegen. Außerdem fahren wir immer mit nem halben Baum auf dem Autodach zu unseren Veranstaltungen :devil:

Ich wohne im schööööönen Osten von Hamburg (sarkasmus ist eingeschaltet ;-) ) in Horn. In Buxtehude bin ich auch schon einige Male gewesen, ab und zu. Bekannte von mir die in Stade leben, spielen mit ihrer Band "Rabenwolf" ab und zu da :biggrin:

Klar man könnte sich gern mal treffen... find es immer gut andere aus der Szene kennen zu lernen :-)

@marled

Klar irgendwo müssen die Zelte ja Anwendung gefunden haben. Kann mir aber gut vorstellen, dass so ein Zelt auch eher was für gut betuchte Leute war und das sich einfache Bauern/Freie (WENN sie dann mal von Haus und hof weg sind) dann wie gesagt einfach unter nen Karren oder nen Baum gelegt haben. So ein Zelt her zu stellen ist schließlich ne Menge arbeit :dizzy: :biggrin:
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