Wozu soll der Faden um den Wirtel?

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Wozu soll der Faden um den Wirtel?

Beitragvon Katharina di Mauro » 14.09.2013, 10:24

Wozu soll der Faden um den Wirtel?
Hallo!

Ich suche gerade nach einer ausdruckbaren Spinnanleitung, weil ich eine Anfängerspindel verschenken will.
Ich stolpere dabei aber immer über die Stelle, an der der Faden um den Wirtel geschlungen wird...

Ich mache das beim Spinnen nie!
Wozu soll das gut sein?

Doch, stopp, ich mache es bei meinen lose aufgesteckten Tonwirteln, um sie gegen Abrutschen und Runterfallen zu sichern.
Aber bei verklebten Holzspindeln kann ich den Sinn nicht nachvollziehen.
Kann auch nichts mit dem Abrutschen des bereits gesponnenen Fadens zu tun haben, das passiert mir nie, obwohl ich den Faden nie da unten rumwurschtel.

Vielleicht kann mich jemand aufklären! Danke im voraus!
Liebe Grüße,
Kati
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Beitragvon Frettchenmutti » 14.09.2013, 13:32

Moinsen :-)

Also zu deiner Frage... soweit ich weis soll der um den Wirtel gelegte Faden bewirken dass sich dieser länger und stabiler (also ohne aus zu schlagen) dreht. So wurde es mir jedenfalls mal erklärt. Ich mache es jedenfalls bei meinen Reenactment-Spindeln die einen relativ kleinen Wirtel haben, und ich bilde mir ein es bringt hier mehr als wenn ich den Faden nur um den Stab wickle... ich habe hier aber auch keinen Harken sodass der Faden sonst denke ich abrutschen würde (mache ihn einfach mit einer Schlaufe am Stiel fest)

Als ich das Spinnen lernte und mit einer einfachen Holzspindel gearbeitet habe, drehte sich die Spindel allerdings auch ohne "Um den Wirtel wickeln" sehr gut.

Es muss halt jeder für sich selbst wissen. Wie gesagt mache ich es bei den kleineren Spinnwirteln bei meiner großen Holzspindelt mit Harken halte ich es selbst nicht für notwendig.

Einfach mal rumprobieren lebenswichtig ist es zum Spinnen-lernen nicht ;-)

LG

Nadja
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Beitragvon Katharina di Mauro » 14.09.2013, 14:07

Ich spinne mit meinen großen Holzspindeln immer ohne, bei den losen Tonwirteln habe ich ganz am Anfang die Drumrumschlinge als Sicherung.
Mich interessiert halt, ob es ausser dieser Absturzsicherung noch andere Gründe hat, weil fast jede Anleitung es beschreibt, aber keine erklärt, wozu es gut sein soll.

Ich schlinge bei den Tonwirteln auch nur einmal ganz am Anfang und wickle dann nur noch um den Stab, obwohl ich hier auch keinen Haken sondern nur eine Kerbe habe und mit einem halben Schlag oben sichere.

Vielleicht macht es Sinn, wenn man einen ganz glatten Spindelstab hat ohne Kerbe, dass man so nach dem Aufwickeln den Faden gegen das Abrutschen sichern kann.
Aber mit Kerbe oder Haken halte ich es nicht für notwendig.

Oder es gibt doch irgendwelche physikalischen Drehvorteile, die sich mir bisher noch nicht erschlossen haben...
Liebe Grüße,
Kati
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Beitragvon Frettchenmutti » 14.09.2013, 14:19

Ja wie gesagt wurde es mir so erklärt dass sich die Spindel so einfach länger und sicherer drehen soll. Der Wirtel soll durch das "Drum herum wickeln" halt stabilisiert werden damit sie nicht anfängt zu "eiern".

So wurde es mir eben erklärt :-) Bin mir auch nicht sicher ob es historische Abbildungen dazu gibt die modernen "Spinnern" als Anleitung gediehnt haben könnten... wäre mal ne Recherche wert :lesen:
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Beitragvon Ela2004 » 14.09.2013, 15:31

Ich mache es aus praktischen Gründen, weil das Lösen des Fadens vor dem Aufwickeln schneller geht, wenn ich ihn nur um den Wirtel schlinge und dann eine Schlaufe in der Kerbe oben mache als wenn ich den um den Spindelstab gewickelten Faden wieder rückwickeln muss.

Ich habe beides ausprobiert, und die Methode mit um den Wirtel rum geht mir schneller von der Hand. Bei anderen Leuten mag das anders sein ;-)

Gruß, Ela
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Beitragvon Sandra » 14.09.2013, 19:31

Bei Spindelstäben ohne Kerbe oder Haken oben rutscht sonst wirklich der Faden. Ich habs einmal mit einer Gruppe ausprobiert. Wenn der Faden auch so hält, ist das Drumrumwickeln eigentlich überflüssig. Dass sich die Spindel dadurch länger und ruhiger drehen soll, halte ich für ein Gerücht.
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon Verry » 15.09.2013, 18:02

:gruebel: Wieso rutscht ohne Wickeltechnik der Faden? Bei mir tut er's nicht (trotz spitzer Enden oben). Ich denke, es ist halt Geschmackssache.
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Beitragvon Katharina di Mauro » 15.09.2013, 19:08

Ich habe jetzt noch einen Thread über A-Spindeln mit Tonwirteln gelesen, so vonwegen dass die Wirtel, wenn die Spindel voll war, abgezogen und auf einen neuen Stab gesteckt wurden - dafür spricht dann, dass die "Wirtel-Wicklung" nicht einmalig am Anfang des Spinnens sondern jedesmal am Ende des Aufwickelns stattgefunden hat - sonst ging der Wirtel ja zum Schluss nicht mehr ab.

Aber bei Standard-Vollholzspindeln macht es keinen Sinn, finde ich.

Doch sogar bei der Flinkhand-Anleitung wird geschlungen - vielleicht weiß Claudia ja dann mehr dazu?
Liebe Grüße,
Kati
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Beitragvon WickedWeaver » 15.09.2013, 19:50

Also ich finde ja Elas Antwort sehr einleuchtend... ich wickel mir da immer einen Wolf, vielleicht probier ich das auch mal aus. Das mit dem Stabilisieren kann ich mir auch nicht vorstellen, so rein physikalisch gesehen. Falls es aber doch einen anderen Grund geben sollte, bin ich gespannt ;-)

Viele Grüße,

Marion
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Beitragvon Klara » 16.09.2013, 12:10

Ich hab' auch irgendwo gelesen, zur Stabilisierung, damit die Spindel runder dreht. Ich hab' auch gelesen, damit der Faden nicht abrutscht - und das tut er manchmal bei mir, wenn ich nicht sorgfältig genug zum Haken hochwickle (halben Schlag mache ich schon lange nicht mehr). Und dass einmal um den Wirtel rum und dann gerade hoch schneller geht als eine schöne Spirale zu wickeln, kann ich mir sehr gut vorstellen und werde es bei nächster Gelegenheit ausprobieren.

Aber in der Praxis spinne ich meistens mit Hochwirtelspindeln, und da geht's sowieso immer um den Wirtel zum Haken ;)

Ciao, Klara
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