Spinnen für das Bockstenman-Projekt

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Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Snorri Varnarsson » 17.12.2015, 07:24

Moin, wir wollen in Zusammenarbeit mit dem historischen Museum in Varberg / Schweden eine Komplettrekonstruktion des textilen Fundes im Bockstenmoor herstellen. Dazu sollen aus noch zu beschaffener Wolle des alten schwedischen Landschafs und Gotlandschafwolle insgesamt 18.000 Meter Garn mit der Handspindel gesponnen werden. Danach wird gewebt, gefärbt, geschneidert und getragen...Wichtig hierbei ist es, "überdreht" und auf Maß zu spinnen. Ihr hier seit viele, ich kenne nur wenige, die gut spinnen können und bei den meisten von denen kommen nicht Fäden heraus...Wer könnte sich vorstellen, das Projekt, auch nur mit kleinen Teilmengen, zu unterstützen. Eine Deadline gibt es nicht, es drängt also nicht...Bitte meldet Euch per E-mail bei Snorri.Varnarsson@gmx.de
Danke und Grüße
Snorri
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon WickedWeaver » 17.12.2015, 14:04

Hi!

Das klingt voll spannend! Ich glaube nicht, dass ich gut genug spinne, und dass ich momentan Zeit dafür hätte, aber neugierig bin ich dennoch. Was genau meinst du mit "auf Maß spinnen"? Dass das Garn gleichmäßig überspannt ist, wieviel Meter man aus x Gramm kriegt...?
Wäre sicher für viele interessant, von den Fortschritten dieses Projekts zu hören. Ich zumindest würde mich über weitere Infos freuen :-)

Viel Erfolg und viele Grüße,

Marion
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Verry » 17.12.2015, 14:15

ja die "Abmaße" des Garns wären interessant... ansonsten ist halt bei mir die Zeit ein kleines Problem
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Snorri Varnarsson » 18.12.2015, 16:40

Ich wollte erstmal die Bereitschaft für das Projekt ausloten. Die Maße der Fäden der unterschiedlichen Kleidungsschnitte ist verschieden. Aber alles in allem sind es recht feine 2:1 Köperstoffe, die aber durch die Überdrehung der Fäden beim Spinnen eine extrem hohe Haltbarkeit haben sollen. Man spricht hier von 40 (!) Jahren Anwendungszeit der Kleidungsstücke. Im gegensatz zu heute an der Spindel oder dem Rad gesponnenen Fäden mit einem Spinnwinkel zwischen 10 und 20 Grad wurde damals mit 40 Grad gesponnen. Die Gradzahlen beziehen sich auf den Steigungswinkel der Fasern zum Faden. Mir ist bewußt, daß da viel Spinnarbeit drinsteckt (50 meter pro Stunde mit Rocken und Spindel) macht bei 18.000 Metern 360 Spinnstunden. Jede(r) Teilnehmer/in wird im Projektbericht natürlich erwähnt, weil das ganze als Projekt der experimentellen Archäologie durchgeführt wird.
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon WickedWeaver » 18.12.2015, 20:02

Von Spinnwinkel hab ich bisher noch nichts gehört... wie manipuliert man den? Das hat ja sicher eher was mit der Ausgangswolle und Spinntechnik zu tun, nicht mit der Überdrehung? Tante Google kennt dat nich... :-|

Viele Grüße,

Marion
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Snorri Varnarsson » 20.12.2015, 13:49

Spinnwinkel ist der Winkel zur Längsachse des Fadens, in dem die Fasern liegen...
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Bakerqueen » 29.12.2015, 17:21

Hmmm, redest du hier von einem Einfachgarn oder von einem Zwirn?
40° ist ja machbar als Winkel, aber es wäre schon interessant, mehr Details zu wissen.

Zum Beispiel, welche Stärke das Garn dann haben soll. Eine Lauflänge von 800 bis 900 Metern auf 100g gezwirntem Garn ist ja machbar, aber sowas sollte der Spinner/die Spinnerin als Entscheidungshilfe schon vorher wissen.

Erzähl doch mal.
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Streulicht » 29.12.2015, 22:01

Hallo Snorri!
Das klingt nach einen wirklich interessantem Projekt. Aber ich muss mich bei den "Zweiflern" einreihen. Ich stelle es mir schwierig vor, aus den Händen von einer Anzahl von X SpinnerInnen ein zufriedenstellendes Garn gleichbleibender Qualität zu erhalten. Vor allem weil es die Ansprüche betreffend, für viele Neuland sein dürfte.
Schon allein mit dem Rocken spinnen noch nicht allzu viele (steht bei mir auch noch auf der To Do Liste).
Aber die Sache mit dem "Winkel" und der damit einhergehenden Robustheit des Garns finde ich sehr interessant, muss ich mal in meine Eigenversuche einfließen lassen, wenn ich mal wieder in Verlegenheit komme.

@Bakerqueen
Ich hab mit Weben zwar nix am Hut, aber denke mal, dass man für Stoffe i.d.R. ein Einfachgarn nutzt?
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon Bakerqueen » 30.12.2015, 17:45

@ Streulicht
Ja, weiss ich wohl, aber ich wollte mich schon versichern, was er denn jetzt wohl meint ;-)
Ich kenne auch Zwirn in der Kette und Einfachgarn im Schuss oder Einfachgarn in Kette und Schuss.
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Re: Spinnen für das Bockstenman-Projekt

Beitragvon WickedWeaver » 31.12.2015, 18:59

Soweit ich das bisher übersehen kann, nimmt man meist Zwirn in der Kette, da es einfach reißfester ist. Einfachgarn in der Kette geht nur bei sehr gleichmäßig gesponnenem, leicht überdrehtem (?) Garn, sonst hält das die Spannung einfach nicht aus.
Wie man den Spinnwinkel manipuliert, verstehe ich immer noch nicht, und den Rocken... nimmt man den nicht nur für Flachs? :gruebel: Gibts da irgendwo Videos zu? Oder macht ihr für das Projekt ein Video zum genaueren Erklären und Demonstrieren? :nixweiss:

Euch einen guten Rutsch und :confetti: :sekt: :troet:

Viele Grüße,

Marion
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