Ich hab mich so verliebt in eine Golding-Spindel

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Beitragvon Korrigan » 12.02.2008, 12:56

Ach du meine Güte - den Link hätte ich jetzt nicht entdecken dürfen!
Liebes Kreditkartenkonto - ich leiste hiermit schonmal Abbitte - aber die sind einfach zu schön! *seufz*

;-)
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Beitragvon Klara » 27.12.2008, 19:28

Und er macht auch dauernd neue - ich hab' vor drei Wochen durchstudiert und bestellt (zum Glück noch nicht geliefert), und jetzt gibt's schon wieder andere. Schaut unbedingt auf die Seite mit den Vintage and Decorative... - nicht alle sind sooo furchtbar teuer.

Für die Modellwahl (ich hab' inzwischen Erfahrung): Sie spinnen umso besser (Golding-typischer), je grösser der Gewichtsunterschied zwischen Rand und Scheibeninnerem ist. Also mit leichtem Holz oder viel Leerraum im Design bei den Spindeln mit einfachem Ring. Ich habe eine schwere Vollholz-Spindel, die ist okay, aber nicht besser als andere Marken. Die Nepalesische Mandala hat das gleiche Problem (dreht nicht ewig lange), ist aber so hübsch, das mir das egal war (und schlecht ist keine der von Tom Golding hergestellten Spindeln). Versand nach Europa geht inzwischen übrigens mit US Post für 24 Dollar.

Ciao, Klara
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Beitragvon w_ciossek » 25.05.2011, 03:42

Nun, da mich das Handarbeits- und Bastelfieber gepackt hat, warum mal nicht so ein Schmuckstück von Spindel selbst mal basteln. Naja Bronze bekommt man sehr schlecht im Baumarkt, aber man kann es durch Messing ersetzen. Ein dicker Messingstab zu einem Ring geformt um einen Holzwirtel gelegt, erhöht drastisch die Drehdauer. Mit Geduld und Ausdauer kann man schöne Muster schnitzen. Wenn wir schon mit Nadelbinden, Weben usw. selber sehr schöne Schmucksachen aus Fäden herstellen, warum mal nicht eine ebenso schöne Handspindel? Nicht einfach mal ein Holzrad und Rundstab beim Baumarkt besorgen! Damit macht man nur Übungsspinnspindeln.

Ich bin dabei. Ich baue mir gerade ein Spinnrad und habe für das Schwungrad ein großes kreisrundes Küchenschneidebrett aus massiven harten Akazienholz für knapp fünf Euro verwendet. Da brauchte ich nicht viel nachzuarbeiten. Schöne Motive kann man da auch hineinschnitzen. Wir haben schöne einheimische harte Hölzer. Ich habe den sehr harten Holunder für die Spinnwirtel entdeckt, die man gut polieren kann, wenn der Holunder sehr gut getrocknet ist. Ich habe noch nicht einmal eine Drehbank, sondern nur eine Bohrmaschine. Holunder läßt sich trotz seiner Härte gut bearbeiten. Ich brate das Holz in Olivenöl, damit es besonders hart wird, indem das Wasser vollständig ausgetrieben wird. Mit der Bohrmaschine drechsle ich auch die Wirtel. Ich säge mir aus einen Holunderaststück eine Scheibe und forme sie mit der Feile zurecht. Ich habe einen Festzirkel gebaut, indem ich eine Buchenleiste vom Baumarkt ein Loch bohrte und eine Nähnadel reinhämmerte, die den Kreisbogen ritzen soll. Das Loch in der Buchenleiste dient als Drehachse für den Zirkel, indem ein Rundstab gesteckt wird. In die Holunderholzscheibe wird ebenso ein Loch gebohrt und dort kommt der Rundstab mit den Festzirkel. So kann ich einen kreisrunden Wirtel zirkeln, wo das Loch genau in der Mitte ist. Mit der Säge und Feile wird die Scheibe entlang des Kreisbogens bearbeitet, bis die Holzteile bis auf den Kreisrand abgetragen sind. Nun wird der Wirtel auf die Bohrmaschine gesetzt, also in das Loch des Wirtels ein Holzstab schieben und auf den Bohrer setzen, um den Wirtel auszuwuchten, indem er mit Schmirgelpapier gedrechselt wird bis er durch Feinschliff auf Hochglanz gebracht wird. (Man kann sich regelrecht im Holunderholz spiegeln!)
Anschließend werden symetrische Muster in den Wirtel geschnitzt. Durch das Schnitzen, sofern es nicht kreissymetrisch ausgeführt wird, kann Unwuchten erzeugen. Die kann man erkennen, wenn der Wirtel auf den Bohrer nicht ruhig läuft. Beim Schnitzvorgang muß man immer wieder den Wirtel auf den Bohrer setzen, und dafür sorgen, daß er nicht vibriert.
Das kann man beim Schnitzen ausgleichen. Weiterhin gleicht ein Messingring um den Wirtel ebenso die Unwuchten aus und sorgt obendrein für ein größeres Massenträgheitsmoment, was für die Drehdauer des Wirtels von Bedeutung ist.

So habe ich mir sehr schöne Wirtel aus Holunderholz hergestellt! Es dauert eben halt dann ein bißchen länger, wenn man Rohholz eine schmucke Spindel herstellt - aber dann kann man sich auf das Schmuckstück als auch auf dessen Spinnqualität, Dank des Metallringes, freuen!

Meine Spindeln sind Universalspindeln, die zusammengebaut werden können. Der Spindelstab ist zu beiden Seiten konisch, wobei die dickste Stelle auf einem Stabende zu liegen kommt, wo der Wirtel aufgeschoben wird. Sie können als Hochwirtel- und Tiefwirtelspindeln benutzt werden, ja sogar auch als Balkan- und Supportspindel. Sie besitzen keinen Haken, da der Spindelstab an der dicksten Stelle gerade mal zwischen 3 und 4 mm dick ist. An den beiden Enden des Stabels sind mehrere Rillen hineingefräßt. Sie geben den Stab am Ende eine Form, wie übereinanderliegende Zwiebeln. So ist der Spindelstab selbst ein gedrechseltes Schmuckstück, wo jedoch der zierende Teil von praktischer Bedeutung ist. Nämlich diese Zwiebeln halten den Faden und so brauchen die Spindeln keinen Haken. Der Faden wird im Taillenbereich der Zwiebeln in eine Schlaufe gelegt. Man kann durch eine Drehbewegung den Faden am Spindelstab befestigen oder bei entgegengesetzer Drehung lösen, wie bei einen Schraubverschluß.

Da diese Zwiebeln an den Taillen leicht abbrechen können, würde man den Stab mit Wirtel in einer Tasche transportieren, oder wegen Verletzungsgefahr durch die spitzen Enden des Spindelstabes, so habe ich diese Spindeln so gebaut, daß man die Wirtel abnehmen kann. In einer selbstgebauten schmucken Schatulle aus Holz lagern in Fächern getrennt die Wirtel unterschiedlicher Größe und die Spindelstäbe relativ geschützt. Meine Schatulle entspricht in der Breite und Länge genau DIN A5 und faßt 5x5 Spindeln, also 5 verschiedene Wirtelgrößen. So kann man 25 Spindeln bequem und ohne Schaden in einer Handtasche verstauen und transportieren.

Leider habe ich keine gute Kamera für Nahaufnahmen, sonst könnte ich mal Bilder von meinen Spindeln zeigen.

Gruß Wolfgang
w_ciossek
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Beitragvon Sandra » 25.05.2011, 07:39

Tut mir leid, Wolfgang, aber dein Posting hat rein gar nichts mit dem Thema "Golding-Spindeln" zu tun.

:modwarn:
Liebe Grüße, Sandra

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