Spindelsucht!?

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Beitragvon Elin » 08.02.2007, 18:50

Ich bin begeistert von der Spindel. dreht erstaunlich lange und auch ruhig! Hätt ich vorher gewusst, dass das so toll wird hätt ich sie schon letztes JAhr gebaut.
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Beitragvon w_ciossek » 28.11.2010, 05:24

Ich scheine auch spindelsüchtig zu sein. Jedoch habe ich keine einzige gekauft, sondern alle selbst gebaut und hierbei verschiedene Holzarten ausprobiert. Das Gleiche gilt bei mir auch bei den Holznadeln für das Nadelbinden. Auf der Suche nach besonders harten und gut polierbaren Holz, was hier in Deutschland wächst, konnte ich von den einheimischen Gewächsen den Holunder ausmachen. Leider kann man ihn nicht gut polieren, da es eine grobe Struktur hat. Ein nicht einheimisches extrem hartes Gehölz, wahrscheinlich härter als der Holunder, ist der Flieder, der nicht nur eine schöne Farbe hat, sondern sich auch mit Schleifmitteln gut polieren läßt.
Ferner riecht das Holz nach Flieder! Es duftet genauso wie dessen Blüten.
So habe ich Handspindeln und Nadeln zuletzt aus Fliederholz angefertigt. Meine Handspindeln können in einem als Fuß- Kopf- und Standspindel genutzt werden. Sie besitzen keinen Haken, sondern an den Schaftenden eine Doppelzwiebel, um den Faden befestigen zu können. Der Schaft ist zu beiden Seiten des Wirtels also konisch. Bei Buchenholz war mir die Doppelzwiebel oft abgebrochen, weil Buche nicht so hart ist wie der Flieder. Meine Spindeln und Nadeln sind spiegelglatt mit Schleifmitteln poliert worden. Wegen der großen Härte des Fliederholzes nutzt sich auch die Holzspitze nicht ab. Immerhin ist der Flieder mit den Olivenbaum verwandt, der ebenfalls extrem hartes Holz liefert. Durch das Ausprobieren der verschiedene Holzarten und um die Spindel zu verbessern, vergrößert sich meine Menge and Handspindeln.

Gruß Wolfgang
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Beitragvon Chrissie » 28.11.2010, 09:14

Hast Du schon Walnusskernholz probiert?
:biggrin:
Liebe Grüße,
Chris

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Beitragvon Kattugla » 28.11.2010, 11:32

...oder Eibenkernholz? ;-)

Das härteste mir bekannte und nicht einheimische Holz ist Robinie. Getrocknet ist es so hart, dass da über kurz oder lang jeder Stechbeitel dran in die Knie geht. Späne abtragen unmöglich, es läuft eher auf ein Schaben hinaus.
Als Grünholz verarbeitet gehts jedoch.
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Beitragvon greifenritter » 28.11.2010, 11:57

Täusch Dich mal wegen der Härte der Hölzer nicht.

Buche bricht nicht weil das Holz weich ist, sondern weil es hart aber spröde ist.
Daß weiche hälzer schneller brechen ist ein weit verbreiteter Irrtum.
Weichere Hölzer sind elastischer und dadurch für feine Arbeiten besser geeignet.

Flieder habe ich bisher nur für Nadeln zum Nadelbinden verwendet aber die Idee auch mal eine Spindel draus zu machen finde ich sehr gut.
Hat meiner Meinung nach genau den richtigen Härtegrad um eine haltbare Süitze arbeiten zu können aber keine Probleme mit sprödem Holz zu bekommen.
Ähnliche Erfahrungen habe ich mit Obsthölzern (Kirsche, Birne, Apfel) gemacht.

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Beitragvon Chrissie » 28.11.2010, 13:44

Außerdem spielt da auch die Eigenschaft der Faserlänge, und wie die Zellanordnung ist, eine Rolle.
Pflaume lässt sich toll verarbeiten, aber am liebsten ist mir Walnuss,
gefolgt von Eibe, dann die Obsthölzer.
Eiche und Buche neigen zum Splittern und sind eher für größere Stücke geeignet.
Liebe Grüße,
Chris

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Beitragvon Kattugla » 28.11.2010, 17:12

Chrissie hat geschrieben:Außerdem spielt da auch die Eigenschaft der Faserlänge, und wie die Zellanordnung ist, eine Rolle.

So isses.
Wir haben (neben den auch bei uns schwer beliebten Obsthölzern) ganz gute Erfahrungen gemacht mit Hölzern, die als Baum "nasse Füsse" hatten, also Hasel, Hainbuche oder wie gerade eben Erle. Man muss das Holz nur langsam genug auftrocknen lassen. Die enorme Faserlänge wirkt sich dann ganz hervorragend aus.

Mir ist gerade eben eine kleine Zwiebelspindel von der Drechselbank gehüpft, noch vor 8 Monaten hatte mich das frische Holz beim Andrechseln einfach "gebissen" und ich hatte den angedrechselten Rohling lange in den Spänen liegenlassen.
Jetzt war ich erstaunt, wie filigran sich durchgetrocknete Erle ausarbeiten lässt, der lange Spindelschaft (ist jetzt auf 6mm Durchmesser runtergedreht) wäre mir da bei der Variante in Buche längst gebrochen.

Das wird wohl eine kleine, feine Seidenspindel oder so... ;-)
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Beitragvon w_ciossek » 08.12.2010, 03:02

Ich habe bislang Eiche, Buche, Hainbuche, Robinie, Schlehe, Weißdorn, Bambus, Holunder und Flieder ausprobiert. In der Aufzählung nimmt die Härte in Richtung Flieder zu. Robinie war sehr spröde und und obendrein weicher als Weißdorn. Bambus ist nur am äußeren Rand sehr hart, wo die Faserbündel sehr dicht sind. Es läßt sich auch gut polieren und hat wegen der Fasern einen Tigeraugeneffekt (Mineral). Da man nur die äußeren dünnen Randschichten gut benutzen kann, eignet er sich für die flachen Holznadeln für das Nadelbinden. Auch sehr dünne Stopfnadeln konnte ich aus Bambus anfertigen. Demnächst will ich mal Zwetschge ausprobieren. Leider kam ich noch nicht an Walnußholz heran. Vielleicht finde ich mal einen Holzhändler, der davon etwas hat.
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Beitragvon Kattugla » 08.12.2010, 08:12

Frag mal bei den (Landschafts-)Gärtnereibetrieben oder Baumschulen bei Dir vor Ort.
Im Winter sind die dabei, diverse Bäume abzuholzen, vielleicht ist ja Walnuss dabei.
Wir haben da eine dauerhaft sprudelnde Bezugsquelle für alle möglichen Gartengewächse... ;-)
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