Spinnen im Märchen

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Beitragvon N.R.U. » 22.09.2004, 14:17

smile hat geschrieben:Und wie ist das mit dem Märchen "Frau Holle", im dem die "Goldmarie" am Brunnen saß (?) und spann bis die Finger blutig wurden...
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Beitragvon Ingo » 22.09.2004, 14:23

Da könnte die Antwort lauten (passend zum Thread): "typischer Anfängerfehler", die hatte wohl nicht bei "Flinkhand.de" reingeschaut

Aber was hat sie denn gesponnen? War es vielleicht Flachs, der ja sicher rauher ist als die meiste Wolle und vielleicht hat sich der Faden in die Finger geschnitten?

Noch weiterhin einen schönen Tag
Ingo
 

Beitragvon ladykan » 22.09.2004, 16:34

Einfach mal logische Ele-Erklärungen:

zu Dornröschen:
Das Mädel war einfach nur ungeschickt. Schließlich sagt man den Kindern nicht ohne Grund, daß sie nicht ständig alles anfassen sollen, da sie sich sonst verletzen. Und dann noch eine aufmuckende, 15jährige Göre tztztz ...

zu Goldmarie bei Frau Holle:
Hier haben wir ein sehr fleißiges Mädel (wahrscheinlich mit Flachs - wie Ingo schon geschrieben hat). Das viele Spinnen und das grobe Material haben ihre Finger einfach aufgerieben.

zu Rapunzel kann ich nichts schreiben. Das Märchen fand ich einfach nur blöd (oder war es Neid?): wie kann eine Frau soooooo lange Haare haben (ich hatte als Kind gaaanz kurze Haare, weil ich beim Kämmen immer so gejammert habe - den abgeschnittenen Zopf gibt es noch).


Grüße
Ele
(die gerade überlegt, ob sie sich nicht doch wieder ein Märchenbuch zulegen sollte ...)
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Beitragvon N.R.U. » 22.09.2004, 18:35

smile hat geschrieben:@ ELE, danke für deine Erklärung. Ein Märchenbuch brauchst du dir - glaube ich - nicht zu kaufen. Ich meine, daß Ingo sich gut aus kennt. (zu Ingo schmunzel )

@ Ingo: Wie schon gesagt, du kennst dich ja gut mit Märchen aus. Aber ich dachte es ist die Müllerstochter aus dem Märchen Rumpelstielschen den Flachs spinnen sollte - und zwar zu Gold...(nur gut daß das Rumpelstielschen gerade mal zur Stelle war)

bis denne
smile
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Beitragvon Detlef » 22.09.2004, 18:49

Gebrüder Grimm - Lesen ?

http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/0htmldir.htm

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Beitragvon Ingo » 22.09.2004, 20:40

Hallo smile,

Danke für das Vertrauen - das ist denn nun mal so, wenn man ein Kind hat, welches jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte hören möchte - aber früher habe ich auch schon gerne Märchen gelesen - soll ich jetzt Ele welche vorlesen ?

Ansonsten scheint die Tätigkeit des Spinnens in einer ganzen Reihe von Märchen eine wichtige Rolle zu spielen.

Es stimmt schon, bei "Rumpelstilzchen" soll die Müllerstochter für den König "Stroh" zu "Gold" spinnen (nicht Flachs !) - hier gibt der Müller mit den scheinbar wundersamen Fähigkeiten seiner Tochter an; bei "Frau Holle" fällt der fleißigen "Goldmarie" die Spindel in den Brunnen, weil sie so intensiv damit gearbeitet hatte, dass ihre Finger bluteten und sie sich diese im Brunnenwasser kühlen/waschen wollte; bei "Dornröschen" siegt die Neugier und das jugendliche Rebellieren gegen elterliche Normen und Regeln ("Du darfst alles, aber nie das Zimmer im Turm betreten!" ).

Zum Weben bzw. "Stricken" fällt mir auch noch etwas ein: "Die sieben Raben" (manchmal sind es auch "Die sieben Schwäne" ) - hier muss eine Schwester aus Brennnesseln Fasern gewinnen und daraus Hemden für ihre sieben verwunschenen Brüder fertigen (mal genäht und mal "gestrickt" [oder durch naalbinding?] - je nach Version des Märchens.

Aber nun zurück zum Thema, ich habe mal bei google eingegeben: "Handspindel stechen" - da gab es viele Hinweise auf das bekannte Dornröschen-Märchen und zweimal auch Hinweise auf Frauen, die mit Handspindel und/oder Spinnrad alte Handarbeitstechniken vorführen (auch Spinnkurse anbieten) und, wenn sie für Veranstaltungen gebucht werden, auch auf die wohl häufigste Frage von Kindern antworten können: "Woran sticht sich Dornröschen denn nun genau" - leider stand im Internet darauf aber nie die unmittelbare Antwort.

Allen Märchenfreunden eine gute Nacht - und wenn sie nicht gestorben sind ...
Ingo
 

Beitragvon Flinkhand » 23.09.2004, 15:01

Ingo hat geschrieben:Zum Weben bzw. "Stricken" fällt mir auch noch etwas ein: "Die sieben Raben" (manchmal sind es auch "Die sieben Schwäne" ) - hier muss eine Schwester aus Brennnesseln Fasern gewinnen und daraus Hemden für ihre sieben verwunschenen Brüder fertigen (mal genäht und mal "gestrickt" [oder durch naalbinding?] - je nach Version des Märchens.


Ja, Ingo, was denkst du denn, was damit gemeint ist? *gg* Schon mal was von Nesselstoff gehört? Heute wird der ja nur noch aus Baumwolle imitiert, aber ursprünglich war das wirklich Stoff aus Brennesseln.

Viele liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Flinkhand am 21.05.2006, 08:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon N.R.U. » 23.09.2004, 15:28

smile hat geschrieben:waaaaass aus Brennesseln? Autsch!
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Beitragvon spinntantchen » 23.09.2004, 16:04

Huhu,

Ramie ist auch eine Nesselfaser ... nur halt nicht von einer einheimischen Pflanze sondern von irgendeiner asiatischen "Riesen"-Nessel.
Ist eine der stärksten wenn nicht gar die stärkste natürliche Faser ...
Kriegt man bei fast allen Faserlieferanten (Wollknoll, Traub, Eischer ....) zum selbst verspinnen. Sehr glatt, sehr glänzend, normalerweise sind die Fasern sehr lang und etwas kniffelig zu verspinnen.
Stichwort: Spinnen über dem Finger (spinning from the fold).

tschau DAGO

P.S.
in einem der Bücher von Helga Heubach soll auch was über die Verwendung von heimischen Nesselfasern drin stehen (sie hat mehrere im Eigenverlag rausgebracht). Habe ich aber nur gehört ... kenne die Bücher nicht selbst.
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Beitragvon Flinkhand » 23.09.2004, 18:33

Jetzt weiß ich endlich, was Ramie ist - danke Dago!

Zur Brennessel: Sie wurde wohl ähnlich wie Flachs bearbeitet, um an die Fasern zu kommen. Und Brennessel tut auch nicht mehr weh, wenn sie getrocknet ist.

Viele liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Flinkhand am 21.05.2006, 08:39, insgesamt 1-mal geändert.
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