Gute Handspindeln - wo gibts die?

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Gute Handspindeln - wo gibts die?

Beitragvon Cerid » 22.09.2005, 18:47

Am letzten Wochenende haben wir versucht, mit meiner Handspindel mit Tonwirtel (von Agil) zu spinnen. Dabei ist aufgefallen, daß die Spindel sich überhaupt nicht lange im Kreis dreht. Das ist für mich Anfängerin natürlich nicht so gut.
Ich hab verschiedene Spindeln ausprobieren dürfen und eigentlich waren alle besser und drehten sich länger.

Jetzt bin ich also auf der Suche nach einer neuen Handspindel. Und die gibt es ja nicht an jeder Ecke zu kaufen.
Wenn ich jetzt eine im Internet bestelle... auf was achte ich da am Besten?
Klar - ausprobieren wäre der Idealfall. Aber das geht halt nicht so übers Netz.

Hat jemand einen Tipp, wo man echt gute, langlaufende (öhmmm oder wie das heißt) Spindeln bekommen kann? Möglichst mit Tonwirtel...
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Beitragvon Caterina » 22.09.2005, 19:22

Nimm eine Tellerspindel. Diese eBay-Verkäuferin ist auch hier im Forum, Allerding weiß ich den Namen nicht

Jedenfalls hat eine Bekannte von mir dort eine gekauft und ist hellauf begeistert.

So, der Link dürfte nun funktionieren.
Viele Grüße,
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Beitragvon Adele » 22.09.2005, 19:28

Meinst Du Dido, auch als "Die fliegende Spindel" bekannt? (Der Link geht bei mir irgendwie nicht)
Von der hab ich auch eine Spindel, mit der ich primstens klarkomme. Wobei ich inzwischen auch mit der Agilspindel zurecht komme.
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Beitragvon Rigana » 22.09.2005, 19:44

Komisch, dass irgendwie keiner mit der Agil-Spindel zurechtkommt - zumindest kein Anfänger.

Zwar hab ich keine Ahnung, was wirklich eine gute Handspindel ausmacht, da ich wohl bisher bei meinen Exemplaren (auch dem selbstgebauten aus Speckstein) immer Glück gehabt habe, aber ich kann ja mal sagen, was ich als wichtig erachte.

Ich finde eine gute Ausgewogenheit wichtig, d.h. die Spindel sollte gleichmäßig gebaut sein. Gleichmäßig rund, wenn man von oben draufschaut (falls ausgesägt oder erheblich durch Kerbung gemustert: gleichmäßige Musterverteilung)und symmetrisch, wenn man von der Seite draufschaut.
Eine längere Laufdauer hat eine Bekannte von mir durch ein höheres Gewicht am Rand des Wirtels erzielt.
Allerdings sind die meisten Wirtel, die ich so in Museen sehe, eher kugelig/kegelig. Vielleicht bringt eine Gewichtsverteilung nach unten hin einen ähnlichen Effekt.
Bei allen jetzt angesprochenen Spindeln spreche ich von Tiefwirtelspindeln. Die andere Sorte habe ich noch nicht ausprobiert.

Selbermachen ist übrigens nicht schwer und schonmal hier besprochen worden (ziemlich am Anfang des Threads).
Ich mache grade meine ersten Tonwirtel und bin mal gespannt, wie die werden... Deren Lauffähigkeit konnte ich nur bedingt mit einem provisorisch durchgesteckten Rundholz testen.

Liebe Grüße,
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Beitragvon FaethorFerenczy » 23.09.2005, 11:48

Ich komm mit der agil-spindel auch nicht klar. Ich hab das selbe problem wie cerid und dadurch das der wirtel recht schwer ist reißt dann der faden. Ich glaube auch das das gewicht das hauptproblem ist. Am anfang ist es glaub ich besser, es mit einer leichteren spindel zu versuchen und später erst die schweren tonwirtel zu nehmen.
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Beitragvon Caterina » 23.09.2005, 13:29

In den meisten Fällen ist es genau andersrum.
Die Fäden sind anfangs zu dick, deswegen dreht sich die Spindel nicht lange. Dafür nimmt man dann eben eine recht schwere Spindel. Um dünne Fäden zu spinnen braucht man ein leiche Spindel.

Wenn der Faden reißt, dann liegt das meistens nicht am Gewicht der Spindel, sondern daran, dass der Faden zuwenig Drall hat. Also zuwenig gedreht ist. Das geht auch bei dicken Fäden.
Viele Grüße,
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Beitragvon Euredike » 24.09.2005, 09:05

Hallo, also wenn dieses Spindel nicht A sein muss ( ich geh mal davon aus es geht darum das die Sachen dann so richtig in die Zeit passen müssen ? *nicht so genau weis was A heist*), dann kann ich glaube ich guten gewissen diesen Herren weiter empfehlen:
www.schoenwolff.de/wollwolff/startseite.php

Ich starre ja schon länger begerlich auf die Spindel aus zwei verschieden Hölzern .
Oder du machst dir einfach eine selber mit Kram aus dem Baumarkt. Holzlochscheibe mit Lochung von 5 oder 6 mm kaufen, Holzrundstab (schauen ob er schön grerade ist), Häckchen.
Mit dem Dremel die Lochung so erweitern das du die Holzscheibe auf den Holzrundstab bekommst, Leim ein bischen reinträufeln, Stab auf ein dir angenehmes Maß runter sägen, über der Scheibe in den Holzstab den Haken reindrehen. Fertig.
Hab so eine gemacht, und die läuft wirklich gut.
Ok, man kann sie noch verschönern, von wegen unten den Stab anschleifen, vieleicht die Holzscheibe bemalen oder so. Der Herr aus dem Link hat so ähnliche einfache auf seiner Seite unter anderm.
So und hier noch ein Link wo ich immer wieder draufstarre und mich frage warum der Mann in Amerika leben muss :
www.handspindles.com
Gruß Euredike
*die immer ihre selbstgebaute Handspindel im Hantäschchen dabei hat*
Das wird schon...
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Beitragvon Cerid » 24.09.2005, 09:50

Boahhh die sind echt wunderschön - aber auch heftig teuer. Ich weiß nicht, ob ich über 50 Dollar für ne Handspindel ausgeben würde. Aber sie sind es sicherlich wert. Super verziert.

Also ich tob mich dann mal wieder bei OBI aus. Das Material kostet ja nicht viel und ich versuch einfach mal ein paar zu machen und dann seh ich ja, wie die laufen...
Ich mach demnächst auch wieder nen Töpferkurs. Da werde ich dann auch ein paar Wirtel machen. Bin aber sehr skeptisch, ob die dann auch perfekt rund werden
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Beitragvon Andrea » 24.09.2005, 11:30

Liebe Cerid

Ich bin auch recht neu in der Spinnbranche, habe aber schon mit einigen Spindeln Wolle gesponnen und die Unterschiede spürt man schon teils deutlich, da hast du recht.

Ich habe mit einer Spindel mit recht grossem Holzwirtel begonnen. Das ging eigentlich sehr gut.

Wichtig für Anfänger ist, dass die Spindel zwischen 48 und 56g schwer ist. Mit leichteren Spindeln dreht sich der Faden mangels Zuggewicht zu wenig ein und wird zu dick. Bei schwereren reisst er oft.
Weiter sollte der Wirtel möglichst gross sein, sodass die Spindel sich lange genug dreht.

Ich würde dir zudem vom Ton abraten, da er sehr schwer ist, sobald du einen grossen Wirtel hast und auch schnell kaputt geht, denn am Anfang fällt die Spindel ja recht häufig zu Boden und man steht nicht immer neben dem Bett oder auf einem Teppich...

Später ist es dann sicher auch interessant einmal mit sehr leichten Spindel Faden zu spinnen. Ich habe mir selber eine mit einem Gewicht von 4g gebastelt.

Andrea

PS: Ich werde versuchen, bald Bilder von meiner Anfängerspindel zu machen.
Du erlebst jeden Tag deines Lebens nur einmal, also geniesse ihn auch so.
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Beitragvon Rigana » 24.09.2005, 12:54

Wenn man halbwegs versiert im Spinnen ist, kann man kleine Unregelmäßigkeiten im Wirtel durch Geschick ausgleichen.
Meine Spindel mit Specksteinwirtel läuft prima, obwohl sie eine Delle hat.
Damit ich da übrigens nicht mit Leim ranmusste, hab ich einen Buchenrundholzstab dünner geschliffen, bis er durch das Loch am Wirtel passte. Das Stück unter dem Wirtel habe ich dicker gelassen, so dass der Wirtel nicht herausrutschen kann.
Ebenso hab ich den Stab unten angespitzt, so wie's bei meiner Tonwirtelspindel ist. Spinne ich mit diesen empfindlichen Materialien, versuche ich, auf einer Wiese oder anderem weichen Untergrund zu bleiben. Fällt die Spindel, bleibt sie mit der Spitze im Boden stecken und kippt nicht. Dadurch bleibt die Wolle sauber.

Irgendwer hier hatte doch auch mal Spielzeug-Holzräder zu Spinnwirteln zweckentfremdet... Gibts im Bau-/Bastelmarkt, ist wunderbar rund und man braucht weder Feile noch Brennofen

Liebe Grüße,
Rigana
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