Erster Spinnversuch

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Erster Spinnversuch

Beitragvon Flinkhand » 06.04.2004, 09:50

Hallo zusammen!

Ich war am Sonntag das erste mal wieder in Düppel und habe mir gleich eine Handspindel und ein bißchen Rohwolle gegriffen. Dann Wolle gezupft, mir von Heidi zeigen lassen, wie es geht, und schwupps, wollte ich anfangen.

Dann ist mir meine Wolle aber erstmal mit einem kräftigen Windstoss in den Sand gefallen und kurz darauf die Spindel gleich hinterher
Daraufhin hab ich das erst mal gelassen (hatte bei all den Leuten und dem Wind und Zeug eh keine Muße mehr).

So, dann habe ich mich heute früh zu Hause hingesetzt, hab ein großes Tuch auf dem Boden ausgebreitet, mir Wolle und Spindel wieder vorgenommen und erst mal ca. 1 Stunde gebraucht, bis die Rohwolle überhaupt am Grundfaden halten wollte . Jetzt (also 2 1/2 Stunden später) habe ich aber bereits ein paar Meter gesponnen, und die sehen so aus, wie es bei jemandem, der es zum ersten Mal macht, nicht anders zu erwarten ist. Dick, ganz dick, dünn, ganz dünn und wieder total dick *seufz*.

ABER ICH HABE ES IMMERHIN EINIGERMASSEN HINBEKOMMEN!!! Ok, ich werde noch Wochen brauchen, bis ich einen gleichmäßigen Faden spinnen kann, aber es ist ein Faden auf der Spindel (auch wenn er recht lustig aussieht).

Inzwischen bin ich so weit, daß mir ständig der Faden reißt, weil ich immer versuche, eine einheitliche Dicke hinzubekommen, aber das gelingt mir noch nicht ...

Also Tipps und Tricks sind herzlich willkommen (Johanna, gerade jetzt vermisse ich dich besonders!).

Wahrscheinlich muß ich heute abend trotz der Vorsichtsmaßnahmen Staubsaugen, weil doch ein bißchen viele Woll-Haare im Chaos durch die Gegend geflogen sind.

Weitere Berichte folgen bei Erfolgserlebnis oder Aufgaben des Projekts *gg*.

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon Rigana » 06.04.2004, 11:06

Herzlichen Glückwunsch
Das mit dem Faden bekommst du schnell in den Griff und bald spinnst du wunderbar gleichmäßige Fäden. Gelegentlich greife ich auch zur Handspindel, aber das Weben finde ich schöner.

Eine Freundin von mir bezeichnete ihre ersten Spinnversuche, d.h. diesen Dick-Dünn-Faden als "schwangere Regenwürmer"

Liebe Grüße,
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Beitragvon Flinkhand » 06.04.2004, 11:11

Hihi, schwangere Regenwürmer ist gut. Ja, ungefähr so siehts aus (nur daß meine Regenwürmer ziemlich flauschig aussehen )

Ich werde fleißig weiterüben und dann klappt's schon irgendwann. Wenn ich doch nur noch eine Hand mehr hätte!!!

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon Flinkhand » 07.04.2004, 14:15

Nachtrag:

Ich übe immer noch fleißig, aber so ganz klappt es noch nicht ... vielleicht kann mir ja noch jemand einen Tipp geben.

Erstens habe ich den Bogen mit der Drehung der Spindel noch nicht richtig raus. Im Moment schummel ich mich so durch, daß ich die Spindel drehe und dann zwischen den Knien wieder stoppe, damit sie sich nicht zurückdreht und sich der Faden wieder aufdröselt - das ist natürlich nicht richtig, aber sonst fällt mir die ganze Spindel immer wieder runter *seufz*. Wie bekomme ich das hin, das sich die Spindel immer nur in eine Richtung dreht? Oder soll ich ihr einen Schubs in eine Richtung geben und dann warten, bis das Wiederzurückdrehen anfängt?
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Beitragvon Rigana » 07.04.2004, 16:24

hm... das Problem hatte ich kaum und versuche daher mal eine Annäherung (ohne Garantie auf Richtigkeit -wenn ich falsch liege, bitte melden - will auch immer dazu lernen )
also wenn die Spindel den "Rückwärtsgang" einlegt, dann ist das Material ja quasi schon überdreht. Dem kannst du entgegenwirken, indem du neues Material hinzufütterst, d.h. neue Wolle dazugibst. Mit ein wenig zusätzlicher Anschubserei kannst du dann die Spindel bis in Bodennähe drehend herabgleiten lassen und wickelst schließlich den entstandenen Faden auf. Dann geht das Spiel von vorne los: Spindel andrehen, neues Material verspinnen, wickeln usw...

Jetzt noch eine Frage: wie hälst du denn deine noch nicht versponnene Wolle? Ist dir der Begriff "Spinndreieck" geläufig? Wenn ja, dann ist alles gebongt und du musst nur rechtzeitig Material nachlassen.

Liebe Grüße,
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Beitragvon N.R.U. » 07.04.2004, 16:43

Sabine hat geschrieben:Hallo Claudia,
ich habe zwar nicht viel Erfahrung beim spinnen, aber ich habe es früher so gemacht, drohte sich die Spindel zurückzudrehen, da habe ich sie gegen den Unterschenkel gelehnt und so gestoppt. So drehte sie nicht retour (ging besonders gut bei langen Kleidern *ggg*). In Ruhe neue Wolle zupfen, Spindel andrehen und weiterspinnen. Sieht eleganter aus, als zwischen die Knie nehmen, bedarf aber auch ein bischen der Übung. Aber im Prinzip hat Rigana recht. Man muß nur hurtig Material nachführen (bei mir lag zugegebenermaßen die Spindel vorher in der Ecke )
Sabine
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Beitragvon Flinkhand » 07.04.2004, 17:25

Hallo meine Lieben,

erstmal danke für die Tipps, das werde ich mir zu Herzen nehmen, wenn ich das nächste Mal an die Spindel gehe.

Das Spinndreieck ist das Dreieck, das oben beim Ansatz gebildet wird, (Faden ist eine Spitze, zwischen den Fingern die anderen beiden "Ecken" des Dreiecks), richtig? Ja das habe ich mir schon erklären lassen.

Ich fürchte, die Hauptschwierigkeit liegt darin, daß ich lediglich unbehandelte Rohwolle zur Verfügung habe, die ich vor dem Spinnen weder kardiert noch gekämmt sondern nur gezupft habe ... so hatte Heidi es mir gezeigt. Da ich aber null Erfahrung im Zupfen habe, liegt die ganze Wolle natürlicht auch nicht richtig schön parallel, was die Sache nicht gerade einfacher macht.

Tja, ich muß wohl alles noch ein bißchen mehr üben. Am Freitag bin ich ja wieder in Düppel, da ist dann vielleicht auch wieder jemand da, der mir das nochmal anschaulich erklären kann.

Vielen Dank erstmal (jetzt geht es erst mal zurück an den Brettchenwebstuhl - da weiß ich wenigstens, was ich tue *gg*).

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon Flinkhand » 12.04.2004, 16:39

So, ich habe am Sonntag gelernt, wie man Rohwolle kämmt (mit Kämmen, wie es sie um 1200 bereits gab). Das ist natürlich auch recht mühsam, aber immerhin schon mal besser als lediglich gezupfte Rohwolle.

Inzwischen bin ich so weit, daß ich mir bei Traub ein kg Eiderwolle im Kammzug bestellt habe, damit ich zu Hause vernünftig üben kann. Das ist bestimmt besser als das frisch nackt gemachte Schaf zu verspinnen

In Düppel kann ich ja dann weiter mit der Skuddenwolle rumstümpern

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Beitragvon Mina » 03.05.2004, 16:10

Auch ich bin unter die Spinner gegangen ... hihi ... Schwangere Regenwürmer habe ich gestern auch schon hergestellt. Jetzt will ich üben ...

Claudia, was hast Du für Erfahrungen mit der Wolle von Traub gemacht - hat das mit dem Bestellen und Liefern alles gut geklappt?
... und auch an alle anderen: Was habt Ihr für Erfahrungen - wo bekomme ich preisgünstig schöne Wolle her?

Grüße
Mina
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Beitragvon Flinkhand » 03.05.2004, 17:01

Hallo Mina!

Also inzwischen habe ich dank der Eiderwolle, einer vernünftigen Tellerspindel, die sich wenigstens auch lange IN EINE RICHTUNG dreht und einiger Übung den Bogen langsam raus. Der Faden wird schön gleichmäßig und ist auch nicht mehr so furchtbar dick wie am Anfang. Außerdem kann ich die Spindel nun auch frei kreiseln lassen, ohne daß sie immer wieder zurückschwingt (die Spindel aus Düppel hat einfach nicht so viel Drall - für Anfänger ist das also nicht so einfach mit dem Ding). Jetzt klappt aber alles ganz wunderbar!

Die Eiderwolle im Kammzug von Traub ist prima, kann ich empfehlen. Ich hab 9,28 € zzgl. 3,60 € Versand bezahlt, und fünf oder sechs Tage nach der Bestellung war sie da.

Viele liebe Grüße,
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