Keine Haspel... Spindel voll... was nun?

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

Moderator: Moderatoren

Beitragvon Mona » 07.03.2006, 13:00

Das ist aber bei sehr dünnem Garn sehr heikel, das reißt dann gerne mal, da man den Ellenbogen ja auch ganz unterschiedlich belastet (ihr versteht was ich meine?)
Mona
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 118
Registriert: 26.12.2005, 21:25
Wohnort: Alzenau/Würzburg

Beitragvon greifenritter » 22.07.2006, 10:20

Ich habe nun schon einige Versuche mit der Handspindel hinter mir. Ich wickle das Garn zum haspeln auf einen umgedrehten Hocker und mache es mit der Blumenspritze feucht, dann lasse ich es trocknen. Allerdings dreht es sich danach immer noch zusammen.

Was mach ich falsch?

Muß das Garn richtig stramm gespannt sein oder nur so, daß es nicht an den Stulbeinen herunterrutscht?
Wie naß muß ich es machen (feucht oder klatschnass)?
Sollte man es nach dem Trocknen noch länger drauf lassen?

... und gleich noch eine Frage zum Verdrillen:

Wenn ich das Garn von der Spindel auf die Haspel wickel ist das Ende des Garns, mit dem ich zu spinnen angefangen habe das letzte was ich aufwickle. folglich ist es beim Wickeln des Knäules nach dem haspeln wieder ganz innen. Wenn ich dann mehrere Knäul verdrille, dann beginne ich praktisch am zuletzt gesponnenen Ende des Garns.

Muß ich die Spindel dann entgegengesetzt zur Spinnrichtung drehen oder wieder in die Spinnrichtung (ich fange ja am anderen Ende an)?

Muß ich nach dem verdrillen erneut haspeln?

Wäre Euch für Hilfe dankbar, denn das Spinnen funktioniert schon ganz gut, aber das Haspeln und Verdrillen hald nicht.


CU
Danny
Benutzeravatar
greifenritter
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 381
Registriert: 16.05.2006, 13:09
Wohnort: Sandsbach

Beitragvon Sandra » 22.07.2006, 20:41

1) Wenn sich die Wolle nach dem Haspeln noch zusammen dreht, dann spann sie straffer auf den Hocker. Wenn die Wolle recht stark gedreht ist, also viel Drall hat, dauert es auch schon mal ein paar Tage bis sie "fertig" gehaspelt ist. Leicht anfeuchten sollte aber reichen.

2) Dieses Verdrillen heißt in der Fachsprache zwirnen. Grundsätzlich spinnst du immer in die gleiche Richtung und dann beim zwirnen anders herum. Die meisten Rechthänder spinnen rechts herum und zwirnen links rum. Das ist aber Geschmackssache.

3) Grundsätzlich muss du nur 1 mal haspeln. Wenn du deine Wolle also zwirnen willst, genügt es, erst nach dem zwirnen zu haspeln.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
Benutzeravatar
Sandra
Moderatorin
Moderatorin
 
Beiträge: 2313
Registriert: 27.12.2005, 17:38
Wohnort: Raum Wiesbaden

Beitragvon greifenritter » 22.07.2006, 21:10

Danke Sandra, jetzt ist mir einiges klarer.

Habe die Wolle nun fester aufgespannt und lasse sie mal einige Zeit droben.

Nur das mit dem Zwirnen ist mir noch nicht ganz klar.
Mir ist klar, daß ich rechts herum spinne und links herum zwirne, aber mit welchem Ende fange ich beim Zwirnen an? Mit dem, mit dem ich auch beim Spinnen begonnen habe oder mit dem, daß beim Spinnen als letztes entstanden ist?

CU
Danny
Benutzeravatar
greifenritter
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 381
Registriert: 16.05.2006, 13:09
Wohnort: Sandsbach

Beitragvon Sandra » 22.07.2006, 22:03

Rechtsrum bleibt rechtrum, egal von welchem Ende du das betrachtest :biggrin:
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
Benutzeravatar
Sandra
Moderatorin
Moderatorin
 
Beiträge: 2313
Registriert: 27.12.2005, 17:38
Wohnort: Raum Wiesbaden

Beitragvon greifenritter » 23.07.2006, 12:15

Oh, stimmt ja, das war ein Denkfehler von mir :blush:

Jetzt habe ich das Garn etwas fester auf die Haspel gespannt und siehe da, es wirkt, nix verdreht sich mehr. :-)

CU
Danny
Benutzeravatar
greifenritter
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 381
Registriert: 16.05.2006, 13:09
Wohnort: Sandsbach

Beitragvon cecilie » 24.07.2006, 07:21

Hallo zusammen,

wenn ihr keine Reste beim Zwirnen wollt, gibt es mehrere Möglichkeiten den Fanden mit sich selbst zu verzwirnen.

1. Navaho zwirnen, nicht A. Ergibt einen 3fachzwirn. Faden an den Anspinnfaden anknoten und dann wie beim Luftmaschhäkeln vorgehen nur halt viel größer.

2. Den Faden von der Spindel oder Spule auf einen Wollwickler oder eine Nostepinne wickeln und dann den Faden von innen und von außen an den Anspinnfaden knoten und vom Knäuel mit sich selbst verzwirnen.

3. Andean Plying, für Rest besonders geeignet, habe ich aber noch nicht probiert. Ist zum Beispiel hier erklärt.

Viel Spaß beim ausprobieren.

Liebe Güße

Cecilie
Ducunt fata volentem, nolentem trahunt.

Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin.
Benutzeravatar
cecilie
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 169
Registriert: 27.12.2005, 22:57
Wohnort: Regensburg

Beitragvon gila » 27.01.2008, 18:45

Ich nehme die Gitterwände von einer kaputten Plastikeinkaufsfaltkiste. (Gibt es bei mir wegen Überlastung häufiger.) Die kann ich auch gleich unter die Wasserleitung oder in die Waschlauge halten und dann das Stück daran trocknen.
Benutzeravatar
gila
Jungfer / Knappe
Jungfer / Knappe
 
Beiträge: 88
Registriert: 30.12.2006, 00:35
Wohnort: Mettmann

Beitragvon Sarah » 28.01.2008, 21:00

Wenn ich eine Spindel voll habe, wickle ich die Wolle komplett auf meine linke Hand, um sie dann gleich miteinander zu verzwirnen, da hab ich keine Reste und keine Probleme mit einer zu vollen Spindel. Ich wickle folgendermaßen:

Das Ende mit einem einfachen Knoten am Zeigefinger festmachen, evtl. nochmal drumherumlegen, damit es nicht abgeht. Die Handfläche zeigt zu mir, dann kommt der Faden nach rechts, hinter dem Mittelfinger durch, dann vor dem Ring- und dem kleinen Finger laufen lassen. Dann einmal auf der Rückseite der Hand nach links vor den Daumen, der Faden wandert weiter nach rechts, diesmal hinter Zeige- und Ringfinger. Das macht man solange, bis man alle Wolle auf der Hand hat, dann kann man das Paket auf das Hangelenk schieben und beide Enden miteinander verzwirnen, indem man das Garn langsam von der Hand abwickelt.

Ich finde das prima, das "Armband" hat sich bei mir noch nie zugezogen (was ich am Anfang befürchtet habe) und ich mache es sogar vom Arm ab wenn ich keine Zeit mehr habe, einfach das "Loch" über den Stab der Spindel legen und stehen lassen bis man wieder einen Moment Zeit hat...
Benutzeravatar
Sarah
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 39
Registriert: 21.03.2007, 00:46
Wohnort: Breitscheid, Hessen

Beitragvon greifenritter » 29.01.2008, 00:25

Das Andenzwirnen, ich denke das beschreibst Du hier, gibt es in zwei unterschiedlichen Wickelmethoden, der klassischen und der modernen. Es ist wirklich sehr praktisch, ich arbeite auch gerne so. Eine bebilderte Anleitung für beide Wickeltechniken gibt es hier

Allerdings löst das das Haspelproblem nicht, denn nach dem Zwirnen muß man das garn ja auch zum Strang wickeln, vor allem um es fixieren zu können.

CU
Danny
Mehr über meine Hobbys findet Ihr auf Danny's Taverne

Alles zum Thema Handspinnen und Spinnräder restaurieren:
Spinnradclub
Benutzeravatar
greifenritter
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 381
Registriert: 16.05.2006, 13:09
Wohnort: Sandsbach

VorherigeNächste

Zurück zu Mit der Handspindel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast