Keine Haspel... Spindel voll... was nun?

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Beitragvon nachteulchen007 » 03.04.2009, 13:03

Guter Tip, und soooo teure sind Niddy-Noddys nicht (mehr) :biggrin:
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Beitragvon Lise » 03.04.2009, 15:57

cool, vielen Dank für den tipp!
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Beitragvon adela al raffadali » 25.05.2009, 10:00

Na das ist echt eine tolle Idee für´s Lagern...
Nur wir fahren übermorgen los...da langt´s nicht mehr mit dem Bestellen.
Werd wohl mal versuchen eins selber zu machen :-|
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Verzwirnen und Verdrillen

Beitragvon w_ciossek » 28.11.2010, 04:50

Mit hat mal eine Weberin den Unterschied zwischen Verzwirnen und Verdrillen erklärt. Im Zwirn ist das Wort zwei enthalten, wo zwei Fäden miteinander verzwirnt werden. Bei Verdrillen kommt das Wort drei vor, was bedeutet, daß drei Fäden verdreht werden. Mag sie damit Recht haben?

Gruß Wolfgang
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Beitragvon w_ciossek » 25.05.2011, 00:17

Ich habe mir auch eine Niddy Noddy aus Holz gebastelt. Ein Rundstab aus Buche, eine Rechteckleiste ebenfalls aus Buche die halbiert wurde und zwei Schrauben aus den Baumarkt. Es ist sehr einfach zu basteln und sehr bequem. Vorher hatte ich Wolle immer ellenlang zwischen Oberarm und Hand gehaspelt und den Strang in Wasser getaucht und getrocknet, aber bei losen Fäden kann es leicht vernudeln, wegen des Dralls. Deswegen benutze ich jetzt immer die Niddy Noddy!

Gruß Wolfgang
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Beitragvon Lise » 25.05.2011, 15:22

Nachdem ich auf dem FHT meine alte Haspel abgegeben habe, habe ich auch endlich mal meine neue fertig gebastelt.
Zu finden ist sie hier:
http://lise-im-wollwahn.myblog.de/lise- ... de-Haspel-
(achtung: gelb! ;-) )

danke nochmal für den Niddy-Noddy-Tipp, hätte ich wahrscheinlich alleine noch ne ganze weile drüber nachgedacht. So war immerhin der Plan in meinem Kopf schon ne ganze Weile fertig :wacky:

Liebe Grüße!
Man umgebe mich mit Luxus.
Auf das Nötigste kann ich verzichten.
(Oscar Wilde)
;-)

Achtung: neuer Blog!!
http://lise-im-wollwahn.blogspot.com/
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Beitragvon Verry » 10.07.2012, 18:05

Hi
ich nehme als "Haspel" immer einen von diesen Plastik-Wäschekörben. Rumgewickelt, ab in die Badewanne, abtropfen, den Korb auf den Wäscheständer, über nacht trocknen, fertig ;-)
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Beitragvon sunnie » 10.07.2012, 22:03

Oha, das sind ja Theorien! :dizzy:

Ich würde gerne meine Erfahrungen, die ich in mehr als 15 Jahren Handspinnen gesammelt habe, mit euch teilen, habe aber die Befürchtung extrem belehrend daherzukommen.
Deshalb lade ich diejenigen ein, die sich bei den nächsten Sätzen auf den Schlips getreten fühlen, diesen Forumsbeitrag einfach nicht zu Ende zu lesen.

Stichwort "Zwirnen":
Ein Faden sollte, besonders wenn er aus Wolle ist, Elastizität haben, also leicht dehnbar bleiben. Dann ist das Strickstück später auch elastisch (und das ist ja Sinn der Sache).
Möchtet ihr einen einzelnen Faden (sog. "Single") weiterverarbeiten zu einem Zwirn, sollte diese Elastizität unbedingt erhalten bleiben! Der Drall (= Drehung), den ihr durch Spindel/Spinnrad in den Wollfasern erzeugt, um daraus einen Faden zu erhalten, läßt auch das Garn an sich drehen, denn die Fasern sind über die Verdrehung nicht erfreut und möchten aus dieser "unbequemen Position" wieder heraus. Und genau dieses Phänomen nutzt man beim Zwirnen: man dreht die Spindel/das Spinnrad in die andere Richtung (so als würde man das Garn wieder auflösen wollen), allerdings hindern die beiden Fäden sich gegenseitig daran, sich wieder komplett aufzulösen.
Beim Zwirnen solltet ihr darauf achten, daß ihr den Zwirn weder mit zu wenig noch mit zuviel Drehung zwirnt. Mal immer wieder Pause machen, Faden auf der einen und Spindel auf der anderen Seite in der Hand halten und die Hände zueinander führen, damit der Faden durchhängen kann. Dreht sich der Faden noch weiter, habt ihr zuviel oder zu wenig Drall im Zwirn (dreht er sich in Zwirnrichtung ist zu wenig). Hängt das Garn ohne Drehung habt ihr genau die richtige Mengen Zwirn-Drall.
Ich habe festgestellt, daß ich meine Garne 2 Wochen später nochmal nachzwirnen muß (mehr Drall reinbringen), deshalb mache ich gleich ein leicht überzwirntes Garn.

Stichwort "Zwirnmethode":
die schnellste und sicherste Art wirklich alles aufzubrauchen, und nichts zwischenlagern zu müssen ist das "Andean Plying". Cecilie hat ja schon den Link geposted. Damit ist man nach einiger Übung recht schnell und kann auf Märkten damit noch die Besucher beeindrucken.

Stichwort "Waschen":
Kammzug von einem Wollhandel ist stark gereinigt, meist sogar gefärbt, deshalb fettfrei. Es ist ausreichend, diese Garne anzufeuchten und dann hängend ohne Gewicht(!) oder liegend zu trocknen.
1 Waschgang mit Shampoo oder Wollwaschmittel und 1 Spülgang mit klarem Wasser ist anzuraten, wenn leichte Verschmutzung vorliegt: in den Staub gefallen, in Flüssigkeit geraten (Kaffee, Tee, etc.), mit nicht ganz sauberen Fingern gesponnen, und was ihr euch sonst noch vorstellen könnt.
2 Waschgänge mit Shampoo oder Wollwaschmittel und 1 Spülgang mit klarem Wasser sind nötig, wenn ihr Vliese direkt vom Tier verarbeitet, denn es kann sein, daß dort noch Staub, Lanolin, Unkraut und eventuell Verdauungshinterlassenschaften an den Fasern kleben. Allerdings ist es sinnvoll das vor dem Spinnen zu machen, dann erreicht man leichter einen gleichmäßigen Faden.

Stichwort "straff spannen und trocknen":
Bloß nicht! Die mit so viel Mühe erzeugte Elastizität geht total verloren, wenn ihr das Garn straff spannt, anfeuchtet und dann gespannt trocknen laßt. Die Qualität des so gestreckten Garns ist die eines Baumwollgarns: eventuell eine glatte Oberfläche, aber keinerlei Dehnfähigkeit, die sonst Wollgarne auszeichnet. Das Gestrick wird schlabberig werden, Bündchen ziehen sich nicht zusammen. Eventuell wird ein daraus gefertigtes Strickstück nach der Fertigstellung und dem ersten Waschen die von euch angestrebte Form "verlieren", weil sich das Garn wieder an seine Elastizität "erinnert". Und dann muß man einen Pullover natürlich wieder spannen.

Stichwort "Strickstücke spannen":
die einzigen Strickstücke, die wirklich gespannt werden müssen, sind Spitzenstrickereien, egal ob Tischdecken oder Tücher. Bei Pullovern oder Socken strebt man eine gewisse Elastizität an. Nimmt man durch Spannen die Elastizität, hätte man diese Bekleidungsteile ebenso gut aus nicht dehnbarem Stoff machen können.

Stichwort "Haspeln":
ein Niddy-Noddy ist die kostengünstigste Alternative nach dem Ellbogen, 2 Schraubzwingen am Tisch oder Stuhlbeine. Wenn ihr öfter mal haspeln müßt und es oft große Knäule sind, lohnt sich die Anschaffung einer Falt- oder Schirmhaspel. Sind auch gebraucht bei diversen Anbietern von Spinnrädern und Webstühlen zu bekommen. Eventuell auch bei eBay.
Bäuerliche Haspeln von Dachbodenfunden sind zwar schick und oft auch noch zu benutzen, brauchen aber viel Platz. Haspeln mit Zählwerk (Knackhaspeln = zählen die Umdrehungen und markieren eine volle Runde um das Zahnrad mit einem Knack) sind hervorragend, um eine bestimmte Länge abzumessen. Nützt allerdings nichts, wenn das handgesponene Garn kürzer als diese Länge ist.

Hm, das war doch ein recht langes Wort zum Mittwoch.
Bevor sich jetzt doch einige auf den Schlips getreten fühlen, rate ich euch: probiert aus, was ich oben geschrieben habe, und urteilt dann noch einmal.
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Beitragvon Paettrah » 03.07.2014, 15:27

Ich muss das Thema mal reaktivieren...
und habe eine Frage zu diesem Teil:
sunnie hat geschrieben:Stichwort "straff spannen und trocknen":
Bloß nicht! Die mit so viel Mühe erzeugte Elastizität geht total verloren, wenn ihr das Garn straff spannt, anfeuchtet und dann gespannt trocknen laßt. Die Qualität des so gestreckten Garns ist die eines Baumwollgarns: eventuell eine glatte Oberfläche, aber keinerlei Dehnfähigkeit, die sonst Wollgarne auszeichnet. Das Gestrick wird schlabberig werden, Bündchen ziehen sich nicht zusammen. Eventuell wird ein daraus gefertigtes Strickstück nach der Fertigstellung und dem ersten Waschen die von euch angestrebte Form "verlieren", weil sich das Garn wieder an seine Elastizität "erinnert". Und dann muß man einen Pullover natürlich wieder spannen.


Sehe ich es unter diesem Gesichtspunkt richtig, dass es evtl. sogar sinnvoll ist die verzwirnte Wolle gespannt zu trocknen wenn ich damit z.B. Brettchenweben will (um den Teil mit dem Nachspannen durch die Elastizität zu umgehen)?

Oder habe einen wichtigen Punkt ich bei meinen Überlegungen aus den Augen verloren?

Grüße aus dem südlichen Niedersachsen
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Beitragvon WickedWeaver » 03.07.2014, 20:30

Beim Brettchenweben arbeitest du ja mit gespannten Fäden, von daher würde ich sagen, dass es besser ist, wenn dein Garn (etwas) Elastizität hat. Sonst könnte es viel schneller reißen... :gruebel: Und meiner Erfahrung nach lässt sich mit steifem, nicht dehnbarem Garn nicht so leicht weben, da es schwieriger ist, eine gleichmäßige Spannung zu erhalten.

Wenn deine Fäden alle gleichmäßig viel Elastizität haben, dürfte es damit auch keine Probleme geben. Das genannte Beispiel war ja ein Strickstück, das verhält sich ganz anders als ein Webstück oder eine Brettchenborte.

Viele Grüße,

Marion
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