Seltenere Spindelformen

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Seltenere Spindelformen

Beitragvon greifenritter » 05.09.2006, 15:37

Auf meiner Suche nach mehr Infos zu meinem Hobby im Internet bin ich neben den "üblichen" Kopf- und Fußspindeln auch auf seltener vertretene Spindelformen gestoßen.

Leider habe ich drüber wenig gefunden.

Allem Anschein nach besteht der Unterschied zwischen Navayo- und Akha-Spindel darin, daß die schwerere Navayo-Spindel als Standspindel und die leichtere Akha-Spindel als Fallspindel betrieben wird.
Aber wo wird das Garn bei den beiden aufgewickelt oberhalb oder unterhalb der Wirtel oder in einer speziellen Technik?

Außerdem bin ich auf die sogenannte Balkan Spindel gestoßen, die eine Fallspindel mit zwei Wirteln sein soll. Wo sitzen die denn dann? An den Enden? Habe leider keine Bilder von dieser Art gefunden.

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Beitragvon Spinning Witch » 13.03.2007, 12:26

Leider besitze ich (noch) keine Navayospindel. Aber bei der Akha wickle ich das Garn oben auf. Warum? Die Akhas sind gedacht (bzw macht das entsprechende Volk das so) zum Baumwollspinnen. Kurze Fasern, viel Drall. Dieser wird erzeuugt in dem die Spindel am Bein angerollt wird. (dann surrt das teilchen richtig) Und es rollt sich nunmal nicht so gut wenn am unteren Ende (das ja übers Bein geführt wird) Wolle iss................Die spinnen übrigens ne ganze Armlänge baumwolle in wenigen sekunden. Daran muss ich noch üben, vielleicht brauch ich da mal Baumwolle im Ballchen statt im Strang.......
Also unten das Ende zum Andrehen am bein, der obere Teil für die Wolle................Ob die ne bestimmte Wickeltechnik haben weiss ich nicht. Ich wickle so wie immer :-)
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Beitragvon greifenritter » 14.03.2007, 08:46

Also bei der Akha-Spindel oben - wieder was gelernt, danke :)

Auf die Geheimnisse der Balkanspindel bin ich auch schon gekommen:
http://www.spinnradclub.de/geraete/spin ... pindel.htm

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Beitragvon Miriam » 14.03.2007, 16:10

Die Balkanspindel sieht ja interessant aus... hat jemand von euch sie ausprobiert, und funktioniert sie wirklich so gut?
*bauen will* :biggrin:
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Beitragvon greifenritter » 30.03.2007, 07:40

Ich habe mal eine gebastelt und meinen Eigenbau ausprobiert.

Bild

zur Bauanleitung

Funktioniert ganz gut, da sie betrieben werden kann wie eine Kopfspindel (am Bein abrollen), aber nicht so sehr dazu neigt unten auszuschlagen. Das Garn rutscht nicht und man bekommt nicht das Problem, daß man das Garn am Oberschenkel aufribbelt.
Allerdings kann man bei meiner die untere Wirtel nicht abnehmen, habe ich noch keine Lösung gefunden wie ich das machen kann. Dadurch kann ich auch das Gewicht nicht ausgleichen und nicht mehr Platz für Garn schaffen. Mal sehen ob ich das noch hinbekomme.

Ich hätte auch gerne noch eine Akha-Spindel, mal sehen wo ich so eine herbekomme.
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Beitragvon Solmyr » 04.10.2007, 00:12

nim doch einen leicht konischen holzstab !so das du den unteren wirtl draufsteken kanst und er verklemmt wird allerdings ist er dann nicht höhenverstellbar.
es gäbe eine nicht "a" lösung für das hohenverstellen indem man den unteren wirtel als klemme baut
also quasi den wirtel was zu klein macht und durchsägt dan quer duch 2 löcher bohren und mit holzdübeln steckbar macht wie schon eben einfach etwas konisch anschleifen,dann müßte das teil höhenverstellbar sein !
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Beitragvon w_ciossek » 25.05.2011, 22:42

Meine Spindeln, die ich gebaut habe, kann man als Balkanspindel, als Hochwirtel- oder Tiefwirtelspindel benutzen, da der Stab nach beiden Enden konisch ist. Beide Wirtel sind abnehmbar. Da die Wirtel sehr flach und einen großen Durchmesser haben, kann man sehr viel Garn aufwickeln, so daß die Spindel sehr schwer wird. Das Garn wird durch die beiden Wirtel gut gehalten. Ist sehr viel Garn aufgewickelt, dann kann der Faden zu Haken hin zu locker werden, wodurch das Garn leicht vom Haken herausspringt. Eine Nut im Wirtel hilft, daß das Garn stramm bleibt. Das Drehverhalten von Balkanspindeln ist super. Sehr gleichmäßig und ruhig und wegen des doppelten Massenträgheitsmoment (J=r*r*m für Tellerwirtel, r = Radius, m=Masse) beider Wirtel ist die Drehung sehr lang andauernd. SIe sieht so aus, als würde man mit einer Garnspule spinnen!

Gruß Wolfgang
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Re: Seltenere Spindelformen

Beitragvon Thea » 04.11.2016, 02:49

Der Thread ist zwar schon ziemlich angerottet, aber ich bin in letzter Zeit über die schottische Dealgan-Spindel gestolpert. Die sieht so einfach aus, als könnte man sie eben mal aus irgendwelchen Holzspielklötzen selber bauen.
Hier gibt es ein Video :)
Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
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Re: Seltenere Spindelformen

Beitragvon WickedWeaver » 04.11.2016, 19:52

Danke für den Tip, hab ich noch nie gesehen, aber klingt spannend! Da Spindeln ja Herdentiere sind und so... :blush:

Viele Grüße,

Marion
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Re: Seltenere Spindelformen

Beitragvon Gemellacastricis » 21.05.2018, 16:26

Ooooh ja, das kann ich bestätigen mit den Herdentieren.
Ich hätte noch eine, die an die Balkanspindel erinnert. Das Ehepaar Matthes (http://www.drechselwerkstatt.com) stellt Spulenspindeln her, die ich sehr liebe. Ist eine vollgesponnen, nimmt man die Spule ab und steckt eine neue auf den Stab.
Und die Mikro, die sie wohl mal in einem Anfall von Übermut als Anhänger gedrechselt haben, ist tatsächlich voll funktionsfähig. Ich benutze meinen persönlichen Fidgetspinner :-) zum Herstellen von Seidenstickgarn. Die Seidenflocke steckt im Häkelbeutelchen daneben. :yeah:
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