Es lebe der Baumarkt!

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Beitragvon Kattugla » 23.09.2008, 23:07

...und zwar die Modellbauabteilung. :-)

Wie schon anderswo berichtet hat mir am Sonntag auf dem Markt in Bad Berleburg endlich eine Freunding den Dreh mit der Handspindel gezeigt und mir passenderweise gleich eine "Anfängerspindel" mitgegeben. Das glaub ich allseits bekannte Buchenholzmodell mit ca. 100g und einem 8mm Rundstab.

Siehe da - sogar meine Määhwolle konnte sich damit anfreunden.

Nun fand ich das Ganze aber zu mühselig und anstrengend, wenn damit dünnere Fäden entstehen sollten, ergo war ich heute noch auf Inspirationsfinde, kurz vor Feierabend im örtlichen Baumarkt.

Ich erstand:
1 Buche-Rundstab 4mm stark
1 Holzrad Buche, 40mm Durchmesser
Schraubhäkchen, 1,8mm stark, die mir schon beim Sanieren meines Spinnrads gute Dienste leisteten.
Und dazu gabs ein Klecks Ponal, um das Rädchen am Stab anzuleimen.

Lustigerweise hatte hier vor Jahren schonmal wer die gleiche Idee, wie ich vorhin las. :biggrin:

Das Ergebnis:
Bild

Und das Ergebnis vom Ergebnis:
Bild

Fazit: das Ultra-Leicht-Modell ist etwas zuuu leicht. Ich werde noch ein zweites Rad drunterpappen.
So läuft die Spindel nicht lange genug und dreht sehr schnell in die Gegenrichtung.
Ansonsten: geht prima! :biggrin:
Für mich als Anfängerin sogar um vieles leichter als die große Spindel.
Ein schöner dünner Faden, der mich schon händereibend auf den Winter und die Brettchenwebrahmen schielen läßt.
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Beitragvon Kattugla » 24.09.2008, 19:33

Nachtrag: Versuch 2 mit dem gleichen Rundholz und statt des 40mm ein 60mm-Rad isses!

Das Ultraleichtmodell wiegt 23g, spinnt in Nähgarnstärke und läuft... und läuft... und läuft... und läuft... und läuft...

*freu*
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Beitragvon w_ciossek » 22.11.2010, 15:05

Ich hatte auch vom Baumarkt (nur bei Max Bahr) die gleichen Holzräder erhalten. Da alle Holzräder die gleichen Bohrlöcher haben, paßt nur ein dünner Buchenholzstab hinein. Ich habe versucht, einen Haken in so einen Stab einzuschrauben, was trotz Vorbohrung nicht gelang, weil der Stab zersplitterte und brach. Bei einen Stab ist mir nach viel Aufwand einmal gelungen, jedoch fiel mir die Spindel oft vom Haken, auch wenn dreimal oder mehrmals der Faden im Haken gewickelt wurde. Ich verzichte nun auf solche Haken und habe den Stab durch Feilen zugespitzt. Auch eine solche Spitze war nicht ganz das Wahre. Wie beim Haken löste sich der Faden von der Spitze und die Spindel fiel herunter. Inzwischen feile ich an den Stabenden eine doppelte Zwiebel. Eine Zwiebel reicht auch nicht aus, da der Faden am Stab sich lockern kann. Zwei Zwiebeln übereinander jedoch bieten optimale Fadenstabilität und man braucht nur zwei Schlaufen, um den Faden zu halten, also weniger als bei einem Haken. Der Nachteil ist, man muß die Handspindel pfleglich behandeln, damit die Doppelzwiebel am Stabende nicht abbricht. Meine Handspindeln haben an beiden Enden eine solche Doppelzwiebel so daß ich sie als Hoch- und Tiefwirtel-Spindel benutzen kann, und sogar als Standspindel. Da die Holzräder vom Baumarkt und die Stäbe aus Buchenholz sind, sehen sie wie aus einem Stück gegossen aus. Ich bin mit diesen Spindeln sehr zufrieden. Leider sind die Holzräder auch nicht ganz so billig, so daß der Preis der Rohteile gegenüber einer fertigen käuflichen Holzspindel gleichkommt. Mit etwas Arbeit konnte ich jedoch sehr kunstvolle Spindeln daraus basteln, die die käuflichen Spindeln (Geschmacksache) übertrafen.

Gruß Wolfgang
w_ciossek
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Beitragvon Iðunn » 22.11.2010, 16:33

Was meinst du mit Doppelzwiebel? Vielleicht zwei Einkerbungen , um den Faden zu halten?
Aber egal. Ich war jahrzehntelang so auf meine islændische Handspindel eingeschworen, mit Wirtel und Haken oben, dass ich mir was anderes fuer mich nicht vorstellen konnte. Aber ich habe eine marrokanische Spindel im Regal, nie benutzt, weil Vorurteile mich gefangen hielten. Wie blöd das war, habe ich jetzt gemerkt.

Im blog von Katrin Kania bin ich næmlich darauf gekommen, WIE im MA gesponnen wurde, næmlich auf Handspindeln mit abnehmbarem Wirtel unten, mit Rocken und mit Abhaspeln des Garnes auf ein niddy-noddy.

Bildquellen gibts es zu Hauf, z.B.

http://www.diu-minnezit.de/realie_quell ... %2C%201475


Der Trick ist, das Anfangsband erst einige Male um den Spindelstock zu schlingen, und zwar direkt ueber dem Wirtel (der sich unten befindet), dann wird der Faden einmal UNTER den Wirtel gefuehrt. Dadurch wird der Spindelstock in der Balance gehalten, er kann nicht kippen, das Garn rutscht nicht ab und nichts fællt.

Vor dem Aufwickeln muss man natuerlich diese Schlaufe unterhalb des Wirtels lösen und nach dem Aufwickeln wieder eine Schlaufe legen, was den Arbeitsablauf ein bisschen verzögert, aber bei Uebung wird sich das legen.

Die Spindel ist oben und unten zugespitzt.

Wenn sie voll ist, nimmt man den Wirtel ab, steckt ihn auf einen anderen Spindelstock und weiter geht's! Von dem Spindelstock wird dann direkt auf die Haspel gewickelt.

So langsam komme ich auf den Geschmack, mit dem Rocken unter dem Arm geklemmt zu spinnen.

Gruss
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