Spinnfragen

Alles, was das Spinnen mit der Handspindel betrifft, ist hier richtig!

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Spinnfragen

Beitragvon Snowlady » 23.11.2009, 21:13

Hallo ihr lieben,
Letzten MIttwoch kam unsere groooße Wollbestellung und ein Spinn-Starterset bei uns an!! ;-)
Seitdem streiten meine beste Freundin und ich uns nur noch um die Spindel... *gg* na ja, lieb zueinander sind wir schon noch ;-)

Jetzt meine Fragen bzw. Probleme.. ich habe hier portugiesische Wolle in einem wunderschönen Farbton (schokobraun) und würde daraus gerne Dochtwolle für meine neuen nadelgebundenen Socken machen.
Über die schwangeren Regenwürmer bin ich schon hinaus...^^ aber so richtig gleichmäßig wirds irgendwie nicht. Wie kann ich das denn verbessern außer mit viiiiel Übung?^^

Dann... was mach ich denn mit der fertigen Wolle? Ich hab schon mitbekommen dass man sie irgendwie wässern muss oder so, damit sich das Garn nicht wieder entspinnt :gruebel: aber mehr weiß ich auch nicht.
Ich würd die Wolle dann zu einem Strang drehen, um sie länger aufzubewahren- oder ist das nicht so gut für die Wolle? Da ich eigentlich nur Nadelbinde geht das mit dem Faden abschneiden ganz gut daraus. Oder bieten sich Wollknäule mehr an?

Was hatten die Wikinger denn so allgemein für Spindeln? Da ich (noch) keine genaue Darstellung habe interessiert mich ein allgemeiner Überblick sehr. Im Allgemeinen, wie haben sich die Spindeln entwickelt (auch zum Spinnrad hin?) Ich habs gegoogelt, aber da kam nur was von wegen "Die spinnen die Wikinger! :wacky: :-) :dizzy:

und zu guter letzt... wo bekomm ich ein Spinnrad her? :devil:

Danke schonmal!
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Beitragvon Sarah » 24.11.2009, 09:14

Das sind aber viele Fragen... Einige ließen sich mit :suchfunktion: finden :)
Gleichmäßige Wolle: Ich kenne nix außer Üben, tut mir leid. Außer vielleicht andere Wolle und/oder andere Spindel testen. Manchmal kommt man mit was anderem, also z.B. leichter oder schwerere Spindel einfach besser klar.

Wenn du Dochtwolle willst, musst du ja nicht zwirnen, also kannst du die Wolle direkt nach dem Spinnen aufspannen (professionell mit einer Haspel, aber Stuhlbeine etc tuns auch am Anfang) und befeuchten. Ich lasse über Nacht trocknen, dann ist das "Gedächtnis" der Wolle weg und sie zwirbelt sich nicht mehr zusammen.

Ob Strang oder Knäul ist denke ich auch Geschmacksache, ich persönlich mag Knäul aber lieber, ein Strang verheddert sich leicht mal. Ausnahme ist natürlich, wenn du noch färben willst, dann bleibt die Wolle im Strang.

Zu den Wikingern kann ich nix sagen, nicht mein Thema...

Spinnrad ist denke ich ein extra Thema, da gibt es viele Wege hin, ob Flohmarkt, Oma, Dachbodenfund oder ein neues vom Händler... Aber da kann man sich auch gut erstmal nur per Internet informieren...
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Beitragvon Kattugla » 24.11.2009, 09:46

Zur Frage, wie aus der Spindel ein Spinnrad wurde, gibts ein gutes Buch (das eher Lesen als Bildergucken verlangt ;-) ).
Ich kanns empfehlen, habs selbst.

Wenn Du optische Anregungen für eine Wiki-Spindel brauchst, ist es sinnvoll bei Google-Bildersuche "spindle" oder "whorl" einzugeben und dann den Fundort, auf den Du Dich beziehen willst (Birka etc...). Die Ergebnisse sind meist recht treffgenau.
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Beitragvon Lise » 24.11.2009, 10:10

Hey du Neuspinnerin ;-)

ich verscuh mal einige Frage zu beantworten, obwohl ich mich Sarah anschließen muss, mit der Suchfunktion kommst du schon ziemlich weit... versuch einfach mal dein Gküch :-)

Das mit der gleichmäßigen Wolle bekommst du leider wirklich nur mit Üben hin. Aber lass dich nicht unterkriegen, das Gefühl für die Wolle stellt sich schneller asl erwartet ein. Also so wars bei mir... Ansonsten ist es aber auch nicht schlimm, wenn deine Wolle maldicker und mal dünner ist, wenn sie nachher vernadelt ist sieht man das eh nicht mehr. Musst halt nur schauen, dass die schön fest ist und nicht bei Belastung auseinanderzieht. Das wäre ärgerlich.

Wenn deine Spindel voll bzw. deine Wolle alle ist musst die sie haspeln. Dazu wickelst du sie unter Spannung um ein Brett, um Stuhlbeine oder wenn du hast um eine richtige Haspel. Und dann machst du sie nass. Während sie trockenet verteilt sich der Drall (als das Eingedrehte) gleichmäßig und deine Wolle dreht sich nichtmehr mich sich selber zusammen. Ohne haspeln tut sie das (probiers mal aus: nimm dein gerade gesponnenes Ende in die Hand um lass es vorsichtig locker, es wird sich in eine klassische Kordel verwandeln...) Aber alle diese Schritte kannst du auch gut in der Spinnanleitung von der Flinken nachschauen
http://www.flinkhand.de/index.php?spinn_anleitung

Wegen der Lagerung: Ich mache immer lieber Knäule, die kann ich besser verstauen (Stickwort: Studentenbude ... :blush: )
Aber Stränge gehen auch ganz einfach: Du nimmst eine fertige (also gehaspelte) Wolle und legst sie in große Schlaufen, über Hand und Ellbogen wickeln zum Beispiel. Und dann nimmst du je ein End ein die Hand und drehst die Schlaufen ein. Dann noch in der Mitte falten und fertig ist dein Stang. Musst halt mal probieren, was dir besser zusagt.

Gutm soweit von mir, aber ich empfele dir wirklich, nochmal die schon bestehenden Threads durchzugucken. Da findest du sicherlich auch noch gut Hilfe.

Aber ansosnten viel Vergnügen und nicht unterkriegen lassen!
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Beitragvon Snowlady » 25.11.2009, 20:50

Danke für all eure Antworten!!
Für die Sufu bin ich leider manchmal zu blöd :blush: Ich wär z.b. nie im Leben auf die Stichworte von Kattugla gekommen *hust*
Und irgendwie schlaucht diese ganze Lernerei mein Gehirn anscheinend so sehr, dass ich obwohl ich hier schon 3 Jahre angemeldet bin nicht auf die Idee gekommen wär, zu schauen ob auf der Hauptseite eine Spinnanleitung ist :blush: :blush: :buhaeh:

Kattugla, dein Link geht übrigends nicht... wie heißt das Buch denn? Und nein, gegen Lesen und Fachbücher hab ich nicht das geringste ;-)

@Lise: also stabil ist sie schon.. aber halt nicht so gleichmäßig wie mein gekauftes Dochtgarn. Meine beste Freundin meinte, dass es so gleichmäßig nur mit einem Spinnrad geht... stimmt das?

Das mit dem Haspeln habe ich ausprobiert, klappt super!! Man kann die Wolle direkt vernadelbinden *freu* Meine Haspel ist übrigends eine Lampe *lach* Früher oder später werde ich mir wohl eine bauen (lassen).

Noch zwei Fragen.... kann ich die Spindel mit dem Lötkolben verziehren oder wirkt sich das negativ auf die Dreheigenschaften aus?

Und.. ist dieses "Dreieick" notwendig? Ich hab bis jetzt die Karden in ca. 2cm breite lange Stücke geteilt und die dann einfach versponnen. Ging ganz gut :devil:

Aber ihr habt deifinitv Recht- Übung macht den Meister. Sieht schon viel besser aus :)
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Beitragvon Carola » 25.11.2009, 21:01

Gleichmäßig geht auch mit Handspindel. Damit hat die Menschheit immerhin ein paar 1.000 Jahre gute Erfahrung gemacht. Mit dem Spinnrad kann man lediglich schneller arbeiten, aber auch prima Effektgarn (auch bekannt als "schwangere Regenwürmer") produzieren.

Spinnräder wirst Du bei den Wikis noch nicht finden. Die kommen erst im 13. Jahrhundert langsam auf und werden erstmal noch per Hand gedreht. Bis zur Erfindung des Pedalantriebs vergingen dann nochmal gut 300 Jahre.
www.igwolf.de
jetzt auch auf facebook: www.facebook.com/pages/IG-Wolf-eV/181515928555627
Versuch es erneut. Scheitere wieder. Scheitere besser.
(S. Beckett)
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Beitragvon Lise » 25.11.2009, 21:10

Na siehste, ist doch super, dass du schon Erfolge verbuchen kannst ;-)
Meiner Erfahrung nach kann man mit der Handspindel auch super gleichmäßiges Garn erzeugen. Ich hab zwar keine Spinnrad-Erfahrungen, aber ich denke das ist von der Qualität ähnlich. Und die hängt halt vom Fleiß der Spinnerin ab...
Zu gekaufter Wolle wird aber meiner Meinung nach immer ein Unterschied bestehen, einfach weil eine Maschiene doch etwas gleichmäßiger arbeiten kann. (Wer gegensätzliche Erfahrungen gemacht hat, möge mich eines Besseren belehren)
Aber wie gesagt, wenn du das vernadelst sieht man die ungleichen Stellen eh nicht mehr so doll.

Wegen des Musters: Ein Muster mti dem Lötkolben sollte sich nciht auf die Dreheigenschaften auswirken. Wenn du was mit Löchern machen willst, musst du bedenken, dass die Spindel leichter wird und etsprechend schneller dreht. Aber wenn du mal ne Weile nach Spindeln googlest wirdt du da einige Bauanleitungen finden, die die verrücktesten Sachen benutzen. Frei nach dem Motto "Nichts ist unmöglich!"

Versteh ich das richtig? Du hast einfach den Strang geteilt und dann mit der Spindel eingedreht? Also das Dreieck ist wichtig, wenn du ein Stück Rohwolle in der Hand hast und da immer Wolle rausziehst um die Stärke deines Garnes zu regulieren. Lies dich nochmal genau in die Anleitung ein... Da ist das ganz gut erklärt :-)
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Beitragvon Janka » 25.11.2009, 21:29

Hallo Snowlady
Was du aber auch noch machen kannst ist den Strang soweit einzuteilen das der Strang mit dem du arbeiten willst, der Dicke des Endgarn nahe kommt. Dann muß man nicht mit einem zu dicken Strang kämpfen, mache das immer noch weil es für mich am bequemsten ist und besser kontrollieren kann was an Wolle verdrillt wird.
Hoffe das hilft ein wenig.
LG
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Beitragvon Kattugla » 25.11.2009, 21:58

Snowlady hat geschrieben:Kattugla, dein Link geht übrigends nicht... wie heißt das Buch denn? Und nein, gegen Lesen und Fachbücher hab ich nicht das geringste ;-)

Hmpfr. Bei mir gehts. Kann am Flinkhand-Redirect liegen. Versuch mal, direkt in den Browser http://spinnrad.jimdo.com/ einzugeben.
"Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa" von S. Vogt. ;-)
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Beitragvon Klara » 27.11.2009, 16:41

Das (Faser)"Dreieck" ist Ansichtssache: Ja, bei den meisten Fasern sieht man es, wenn man auszieht und dabei genau hinschaut. Aber wenn man nicht genau hinschaut, kann man auch gut spinnen. Und bei Baumwolle, z. B., sieht man nicht mal mit hinschauen das Faserdreieck...

Spinnen besteht allerdings aus Fasern ausziehen (also aus einer grösseren Menge eine kleinere rausziehen) und miteinander verdrehen - nur Streifen abreissen und verdrehen wäre kein echtes Spinnen. Was aber auch Wurscht wäre, wenn du mit dem Ergebnis glücklich bist...

Das Strang stramm auf eine Hapsel wickeln und anfeuchten kann in die Hose gehen: Der Drall schläft dabei nur ein - beim ersten Waschen des fertigen Stücks wacht er wieder auf. Ich wasche meine Stränge lieber richtig (auch bei Kaufwolle kommt da oft noch braune Brühe raus) und lasse sie dann locker aufgehängt (OHNE Gewicht dran) trocknen. Einzelfäden, die sich dann noch wie wild kringeln, sind eben nur für Anwendungen geeignet, wo das nicht stört (keine Ahnung, wie es beim Nadelbinden ist - beim Stricken geht alles, wo ungefähr gleich viele rechte und linke Maschen vorkommen). Oder andersrum: Wenn ich weiss, dass ich die Wolle als Einzelfaden verwenden will, spinne ich mit Minimum-Drall.

Zur Aufbewahrung ist Strang besser als Knäuel, weil der Faden weniger unter Spannung steht. Ich binde meine Stränge 4 x ab (jemals mit dem Faden in Form einer 8 durchgezogen, damit er nicht verrutscht), dann verwurschtelt nichts. Oder lässt sich notfalls wieder entwurschteln...

Wenn du auf deine Spindel ein Papierröllchen aufschieben (bzw. rumwickeln) und dann mit Faden drum rum wieder abziehen kannst (bei Hochwirtelspindeln kein Problem - bei Fussspindeln mit Haken oben geht's i. d. R. nicht) kannst du dir das ganze Haspeln auch sparen und die Wolle auf den Papierröllchen aufbewahren. Einziges Risiko ist, dass sie, wenn sie im fertigen Werkstück dann doch gewaschen wird, doppelt so dick wird - das hängt aber von der Wollsorte ab.

Ciao, Klara
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