Faden zu dünn.

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Faden zu dünn.

Beitragvon sanne » 05.10.2011, 07:09

Ich hab gestern meine Spindel und die Wolle endlich geliefert bekommen und hab gestern auch gleich ausprobiert.

Den Faden ist eigentlich auch fast schön gleichmäßig geworden nur für mich zu dünn. Klingt vielleicht komisch aber ich hab dann erstmal gegoogelt was mit schwangeren Regenwürmern gemeint ist. :)

Jedenfalls jetzt zu meiner Frage. Kann man auch einen gezwirnten Faden nochmal verzwirnen das 4 Fäden einen Wollfaden bilden oder wird das dann zu fest. Oder wie kann ich sonst schauen das das ganze etwas dicker wird. Mit ner leichteren Spindel vielleicht? Die wo ich jetzt hab ist schon ne große schwere. Bei der Beschreibung stand keine grammzahl mit drauf, auf der Verpackung 90g.

Mein Faden ist ungefähr so dünn wie von einem Zauberball, also etwas dünner als normale Sockenwolle. Müsst ich mal vergleichen und ein Foto machen.
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Beitragvon wetterleuchten » 05.10.2011, 07:37

Für mich hört sich das so an als ob Du ziemlich "hart" also fest und mit viel Drall spinnst. Eigentlich traumhaft ;-)
Schau Dir mal an, wie stark sich dein gesponnener Faden mit sich selbst verdreht, wenn du ihn einfach mal locker hängen lässt.
Zum zwirnen: ich habe auch schon drei Fäden auf einmal zu einem Garn gezwirnt um ein Strickgarn in einer bestimmten Dicke zu bekommen. Vierfädig geht auch. Schau dir mal Standartgarne an, da sind bis zu acht Einzelfäden verzwirnt.
Grundsätzlich kann man auch zwei 2-fädige Garne nachträglich noch zu einem 4er-Garn zwirnen. Du musst halt aufpassen, dass du bei diesem letzten Schritt nicht zuviel überschüssigen Drall mit reinbringst sonst kann sich deine Strick-, Web-, was auch immer-Arbeit verziehen.
Außerdem fluffen handgesponnene Garne noch mal ziemlich auf, wenn am Schluss ein entspannendes Bad in lauwarmem milden Waschwasser bekommen.

Eine leichtere Spindel würde ich nicht nehmen, eigentlich sind so schwere Spindeln schon gut um dickere Garne zu spinnen (Garne, keine Seile ;-) ). Versuch mal, mehr Fasern auf einmal aus dem Faserdreieck zu ziehen und ein wenig am Drall zu arbeiten, vielleicht reicht weniger auch noch um einen zugfesten Faden zu bekommen. Das ist viel Gefühls- und Übungssache und von weitem schwer zu beurteilen, wenn man nicht sieht was du wie machst.
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Beitragvon Hîdril » 05.10.2011, 09:28

Es hängt auch ein bisschen von der Wolle ab. Es gibt Fasern, die kann man irgendwie gar nicht anders als superdünn verspinnen (hab nämlich gerade genau solche Fasern in Arbeit :devil: ). Wie Wetterleuchten schon sagte: Nicht entmutigen lassen und ein bisschen mit der Fasermenge und dem Drall experimentieren.
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Beitragvon Klara » 05.10.2011, 11:28

Alles bisher gesagt stimmt! Je leichter die Spindel, desto dünner der Faden... Damit der Faden dicker wird, muss man erstens mehr Fasern ausziehen, und zweitens nur maximal die halbe Faserlänge weit ausziehen - sonst wird der Faden immer dünner. Die Regel gilt für kurzen Auszug an Spindel und Spinnrad - bei langem Auszug muss man entsprechend langsam ausziehen. Der Rest ist Übung...

Für vierfädig gibt's zwei Haupt-Möglichkeiten: Du machst vier Knäuel und verzwirnst die 4 Fäden gleichzeitig (in die Gegenrichtung von der Spinnrichtung - also nach rechts gesponnen, nach links gezwirnt).

Oder ein Mehrstufenzwirn: Du spinnst 4 Fäden nach rechts. Verzwirnst zwei mal zwei Fäden nach links mit EXTREM viel Drall. Und verzwirnst die resultierenden zwei Zwirne noch mal nach RECHTS. Das Resultat nennt sich auf Englisch cabled yarn, ist sehr schön anzuschauen, extrem stabil (mit den Händen praktisch nicht mehr zu zerreissen) und für mich zum Stricken total witzlos. Weil ich bisher nie soviel Drall reingebracht habe, dass es sich beim Stricken nicht entzwirnt hat und dann praktisch als zwei Garne nebeneinanderlag. Da kann ich mir die viele Arbeit sparen und gleich mit zwei zusammengehaltenen Garnen stricken.

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Beitragvon sanne » 05.10.2011, 12:53

danke für eure Antworten. Das mit der Fasermenge hab ich auch schon ausprobiert, aber soviel zieh ich eigentlich gar nich aus würd ich sagen. Drall ist wohl schon einiges drauf. Sohnemann hat die Spindel in die Finger bekommen heut morgen und ein Stück abgewickelt. War ein ziemliches kuddelmuddel :)

Ich spinn jetzt erstmal ein Stück so weiter und dann schau ich mal wie ich verzwirne. Kann mir vorstellen das 4 Fäden auf einmal in der Hand auch nich so einfach sind.
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Beitragvon wetterleuchten » 05.10.2011, 13:09

Jupp, vier Fäden auf einmal, das ist etwas kniffelig. Vor allem, wenn viel Drall drinnen ist. Einer verzwirnt sich immer mit sich selbst oder an der falschen Stelle, wenn man nicht höllisch aufpasst.
Jedes Knäul einzeln in je einen Eimer oder Einmachglas stecken und die Einzelfäden erst kurz vor der Spindel zusammenlaufen lassen hilft schon etwas. Dadurch bleiben die Fäden möglichst lange getrennt voneinander und können etwas kontrollierter verzwirnt werden.
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Beitragvon Klara » 06.10.2011, 13:06

Zum Knäuel-Bändigen sind auch Blumentöpfe ganz toll: Umdrehen, Faden durch's Loch rausziehen. Nix kann wegrollen oder raushüpfen...

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Beitragvon sanne » 07.10.2011, 05:49

die Idee find ich klasse. Meine erste Spule möchte ich bis zum Wochenende voll haben und dann gehts erst mal ans wickeln. :)
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Beitragvon imma » 09.10.2011, 20:25

Wenn Du aus dem Band spinnst, kannst Du Dir auch das Band der Länge nach so aufteilen, dass der jeweilige Teil der Fasermenge enspricht, die Du für die gewünschte Garndicke benötigst. Dann brauchst Du die Wolle eigentlich nur noch auf die Spindel laufen zu lassen.
Aber ich muß Hîdril recht geben, es gibt tatsächlich Fasern,, die danach schreien superdünn versponnenen zu werden ;-) Seide kann ich z.B. nur in richtig dünn....
Denn wisse, was Du wirklich wünschst, es könnte in Erfüllung gehen.
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Beitragvon sanne » 10.10.2011, 08:26

vielleicht hab ich ja so eine Faser erwischt :) Ist jedenfalls vom Islandschaf.

Das Band halbier ich eh schon da es mir sonst zu viel Material in den Fingern ist. Das mit dem weiter aufteilen probier ich auch mal aus. Hab mir ja 500g bestellt gehabt :)
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