Historisch korrektes Stoffweben?

Hier findest du Beiträge zum Thema Weben (außer Brettchenweben, dafür gibt es eine eigene Sektion), also Bandwebe, Weben am Gewichtswebstuhl usw.

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Beitragvon Klara » 12.08.2013, 18:01

Gab's Panamabindung? Das wäre ja eine Möglichkeit, mit einem 40/10er Kamm it 8 Fäden pro cm zu arbeiten...

Ciao, Klara
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Beitragvon Sandra » 12.08.2013, 20:34

Im Hochmittelalter: nein.
Leinwand und Köper (meist nur bis 4 Schäfte, erst später mehr) sind die allermeisten Wollstoffe.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon WickedWeaver » 13.08.2013, 01:20

@ Silvia: Hab einen Probestoff und danach das Untergewand geplant, aber gewagt ist das trotzdem, ich weiß... Und ich bin überhaupt nicht böse, denn eure Antworten zeigen mir ja, dass meine Vorstellung weder "A" ist noch realistisch umsetzbar (im Sinne von: es entsteht ein tragbarer Stoff), und das hilft viel mehr als vermeintlich höfliches Zureden! Ich werde also meinen übermäßigen Ehrgeiz auf ein "vernünftiges" Maß zurückschrauben und mit etwas Einfacherem und Passenderem anfangen. Gewandstoffweben kann ich ja immer noch, wenn ich mehr Erfahrung (und vermutlich auch Ausdauer :blush: ) habe. Erst wird Lehrgeld gezahlt, danach kommt irgendwann das Gesellenstück! :-)

@ Sandra: Am liebsten würd ich fragen... ;-) Nein, kann ich mir vorstellen, dass das eine wirkliche Herzensangelegenheit sein muss, um das durchzuziehen. Bin neugierig: Ist ein (Halb-)Kreismantel eine Art Statussymbol oder so? (Für die Zeit, für die Leute die Reenactment machen...) Klang irgendwie so... Nein. Ich finde Cappa auch ehrlich gesagt schöner, eben weil sie nicht so einschränkt.

Ach, das ist so schön, dass ich mich mit euch austauschen kann! Leute mit historisch motivierten Mittelalter-Interesse, die auch noch handarbeiten, sind in meinem Bekanntenkreis quasi nicht vorhanden...

Vielen Dank für die Tipps und das "Zurechtrücken" meiner Vorstellungen!

Marion
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Beitragvon Sandra » 13.08.2013, 09:11

Äh, was willst du fragen? Das hab ich jetzt nicht ganz verstanden. (Gibt auch PNs fürs nicht-Öffentliche)

Es gibt einige erhaltene Kreismäntel (Stichwort Krönungsmantel von Otto dem ichweißnichtwievielten), die entsprechend protzig sind mit Gold, Seide Fell, fetten Goldborten etc. Außerdem diverse Abbildungen von höher gestellten Personen mit solchen Mänteln. Bauern bei der Feldarbeit tragen so etwas nicht, sondern eben Formen der Cappa.
Aber der Grund ist, die Dinger sind mega-unpraktisch. Sobald du nicht aufpasst, schleift der Saum im Schlamm, außerdem muss du ihn vorne immer mit einer Hand zuhalten, sonst wird dir von vorne kalt. Wer bitte will denn schon einen Mantel, mit dem einem kalt wird? Und Otto-Normalo will ja die Hände frei haben ;-)
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon WickedWeaver » 13.08.2013, 15:14

Ein feinen Stoff hatte ich für ein Oberteil gewebt, der hat eine mittlere Dicke, 28/2er Garn und 12 Fäden/cm. (Und frag nicht, wie lang ich da gebraucht hab!)


Darauf war das Am liebsten würde ich fragen bezogen... Ironie im Internet klappt halt nicht immer :blush:

Stimmt, Mäntel sollten immer warmhalten. Aber offenbar hat sich die Mode ja seit damals nicht wirklich geändert, wenn man die nicht einmal hüftlangen Winterjacken der Mädels heute sieht, die alles andere als warmhalten dürften! :devil:

Viele Grüße,

Marion
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Beitragvon Sandra » 13.08.2013, 16:17

:rofl: Ich hab früh morgens doch die Augen noch nicht ganz offen.
Damals hatte ich noch nicht viel Weberfahrung, das war gerade mal mein 3. Projekt. Ich hab also ewig gebraucht. An einem Abend hab ich so 15-20cm geschafft. Seit dem zieh ich auch nie mehr einen Meter Kette mehr auf ;-)
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon Verry » 13.08.2013, 18:08

Das mit den unpraktischen Kleidern hat einen Sinn: Man zeigt, dass man nicht arbeiten muss ;-) Siehe römische Toga oder High Heels
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Beitragvon Sandra » 13.08.2013, 20:40

Ähm, also ich arbeite immer in High Heels :biggrin: Und das auch im Stehen.
Liebe Grüße, Sandra

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