Anfang und Ende?

Hier geht es um die einzelnen Stiche und um Sticktechniken (Blackwork, Weißstickerei, Anlegetechnik etc.)

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Anfang und Ende?

Beitragvon Mohne » 02.05.2008, 10:47

Guten Morgen,

es ist Brückentag, ich muss arbeiten und wappnete mich im Anbetracht eines langweiligen Tages mit Fachbüchern, darunter eines zum Thema Sticken. Und wieder musste ich feststellen, dass das Thema Anfang und Ende herzlich unterrepräsentiert ist.

Irgendwie gehen wohl alle davon aus, dass Mann oder Frau das eh kann.

Ich nicht.

Ja gut, wahrscheinlich (sehr wahrscheinlich) hab ich das vor Jahrzehnten mal in der Schule gelernt, aber ich habs VERGESSEN! Wie z.B. das Stricken und was es nicht noch alles an doofen Handarbeitssachen gab... (Schließlich hatte ich mit 10 noch keinen blassen Schimmer, dass ich so was mal gerne mach.)

Nun fang ich halt immer mit einem Knoten an und höre auch mit einem solchen auf - mal abgesehen davon, dass ich eh dazu neige böse auf der Rückseite meiner Stickerei hin und her zu springen und dabei Fäden hinter mir her ziehe, würde ich wirklich gerne mal einen ordentlichen Anfang und Ende hinbekommen.

Also nun endlich die Frage: Wie verwahrt man den Faden am Anfang und am Ende ordentlich, bzw. wie macht ihr das?

Vielen Dank schon mal,
Mohne
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Beitragvon Nadeln » 02.05.2008, 12:39

Hallo Mohne,
also: die paar professionellen Stickerinnen (es gibt wirklich noch ein paar!) vernähen die Fäden - wenn es irgendwie geht - auf der Vorderseite auf einer Fläche, die später vom Muster bedeckt wird. Sie machen 2 - 3 kleine Rückstiche, das war's. Sie sticken alles mit einem Leistenrahmen und den kann man während der Arbeit nicht dauernd umdrehen. Bei Hohlsäumen werden die Fäden auch unter den Stichen vernäht, wenn's sein muß auch ums Eck oder Zickzack. Wenn man auf der Rückseite vernähen will, macht man einen Knoten, sticht von der Oberseite nach unten und kommt ein paar cm weiter wieder herauf und achtet dabei, daß die zu stickenden Stiche diesen Faden verdecken (übersticken). Den Knoten schneidet man ab. = verlorener Knoten. Bei Kreuzstichen, die nach der Ebenseer Schule gestickt werden (hinten ist alles gerade), kann man die Fadenenden mit gleichfarbigem Nähgarn an die senkrechten Stiche nähen. Alles ist besser als Knoten in der Arbeit zu lassen, die können sich lösen oder auf die Oberseite durchdrücken. Die Stickerei auch nie auf der rechten Seite bügeln, sondern links auf einem weichen Handtuch oder Flanell.
Viel Spaß beim Sticheln
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Beitragvon Wyvern » 02.05.2008, 14:31

Mist, diese Tips kommen, wenn ich schon halb rum bin an meinem Tuch. :dizzy: Aber Es wird schon irgendwie... Hauptsache die sichtbare Seite schaut gut aus. :blush:
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Beitragvon Hîdril » 05.05.2008, 14:47

Wenn du mit einer geraden Anzahl von Fäden stickst, z. B. mit einem doppelten Faden, dann mach den Faden doppelt so lang wie du ihn brauchst, lege ihn zur Schlaufe, fädele das offene Ende in die Nadel. Dann von unten durch den Stoff stechen, einen Musterstich machen, so dass die Nadel wieder unter dem Stoff ist, und dann die Nadel durch die Schlaufe ziehen. Schon hast du den Anfang gesichert.

Am Ende der Stickerei den restlichen Faden durch die schon gestickte Fläche ziehen. Ich mache das immer auf der Rückseite.

Wenn du mit einer ungeraden Zahl von Fäden stickst, z. B. mit nur einem Faden, dann lass ein Endchen hängen, sticke den Faden zu Ende und sichere das Ende wie eben beschrieben. Dann den lose hängenden Anfangsfaden in die Nadel fädeln und unter den bereits gestickten Fäden vernähen. Hast du schon eine Strecke gestickt, kann man den Anfangsfaden auch unter den bereits vorhandenen Flächen versticken und dann weiterarbeiten.

Ich hoffe, man versteht mich :blush:
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Beitragvon Mohne » 14.05.2008, 14:04

Danke, nun kann ich ja mal versuchen was "ordentliches" zu machen.

Gruß,
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Beitragvon TheaEvanda » 01.06.2008, 10:07

Du könntest auch mal hier schauen:

http://www.handsticken.de

Es ist zwar meine Website, aber ich gebe mir Mühe, der Stickerei wieder etwas zu Prominenz zu verhelfen... schliesslich lerne ich das gerade :-D

Ich schaffe im Durchschnitt jede Woche einen neuen Artikel. Wenn du mir schreibst, was du brauchst, ziehe ich das entsprechende Thema vor.

Schoene Gruesse,

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Beitragvon Nadeln » 01.06.2008, 18:46

Es gibt sie noch, die das Sticken richtig lernen! Ich bin mal kurz aus dem Häuschen geraten! :sweet:
Ich betreib' das nur hobbymäßig, aber trotzdem alles jenseits des Kreuzstichs. Und gleich eine Frage: Wie übertragt ihr Profis die Muster auf Seidenstoffe und wie kriegt ihr die Vorzeichnung wieder raus? Ich habe gerade Crèpe Satin für einen Schal gekauft, der in Nadelmalerei bestickt werden soll. Bei einer Probe gingen zwar alle Varianten heraus, aber der Stoff wurde etwas hart. Und noch was: welche Berufsschule ist eigentlich zuständig?Deine Seite kommt auf alle Fälle zu meinen Favoriten!
Viele Grüße
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Beitragvon TheaEvanda » 01.06.2008, 22:26

Für extrem empfindliche Stoffe nehmen wir Stechpausen (Anleitung auf der Homepage, unter dem Punkt Handwerkszeug und Bläue - das ist im Original Kreidepulver mit Schellack gemischt. Das ganze Fixieren wir mit Spiritus.
Normalerweise übersticken wir die Vorzeichnung mit voller Absicht, wo das aber nicht geht, nehmen wir Künstlerradiergummi (die Knete) und "tupfen" damit die Bläue wieder runter. Bei den meisten Stoffen geht das damit gut ab.
Aber wie immer - vorher testen,das spart Ärger hinterher.

Zur Berufsschule: Ich bin befreit; manchmal denke ich mir, es war ein Fehler, aber kein allzu grosser. Ich muss mir die Theorie halt seber erarbeiten.
Die einzige Berufsschule, die sich noch mit Stickern abgibt, ist Münchberg bei Hof. Die Klassen sind am Anfang meist mit 6 Stickern besetzt, Abschluss machen zwei bis vier.

Bis denne,

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Beitragvon Nadeln » 02.06.2008, 17:59

Hallo Thea,
hab' mich heute in der Mittagspause in Deinem Forum registriert. Ich werde da sicher oft zu finden sein.
Die Stechpause hab' ich mal probiert, aber das Ergebnis war nicht befriediegend. Das Pulver war nur auf der Oberfläche des Papiers, aber nicht auf dem Stoff. Irgendwann probier' ich es nochmal.
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Beitragvon Wyvern » 02.06.2008, 19:58

Cool, daß wir jetzt hier nen Vollprofi haben. :biggrin: Dann hab ich auch gleich mal ne Frage:
Ich mach grad ne Tischdecke mit dem Holbeinstich (Also 2 Vorstiche ineinander). Macht es was aus, wenn ich die Fadenenden einfach zusammenknote, und dann weitersticke? Weil ich hab hemerkt, vernähen gibt bei mir ein ganz schönes gepatze und kuddelmuddel. Und beim knoten gibts halt 1 kleines Knötchen auf der Rückseite.
Fällt Dir ein triftiger Grund ein, warum das ne dumme Idee sein könnte?
Ach ja, ich hab so nen Baumwollstoff (schlecht abzählbar) von IKEA und den Anchor Sticktwist zweifädig.
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