Anfang und Ende?

Hier geht es um die einzelnen Stiche und um Sticktechniken (Blackwork, Weißstickerei, Anlegetechnik etc.)

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Beitragvon Undis » 03.06.2008, 00:26

Knoten gehen schnell auf, habe ich leider am eigenen Leib erfahren müssen.
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Beitragvon Wyvern » 03.06.2008, 08:48

Hmmm... ein kleiner klecks Superkleber auf dem Knoten könnt da abhelfen. Das macht das Knötchen nicht größer, aber fester.
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Beitragvon Undis » 03.06.2008, 14:07

Das ist ja gemogelt! :-)
Aber guter Tip(p), da werde ich mich bei passender Gelegenheit hoffentlich dran erinnern.
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Beitragvon TheaEvanda » 03.06.2008, 16:58

Sorry, ich wollte gestern posten, aber vorher musste ich meinen Rechner waschen, zum trocknen aufhängen und Bügeln... Gerade habe ich ein neu installiertes System (zum dritten Mal in dieser Woche :undecided: ), das anscheinend läuft.

Zu den Themen:

Stechpausen: Die Löcher müssen von links gestochen werden, und die rauhe Seite muss nach oben zeigen, wenn man die Kreide drüberrubbelt. Sonst kommt die Kreide natürlich nicht auf den Stoff...

Vernähen: In der Werkstatt nehmen wir Tapetenkleister zum "Stärken" von Stickereien, von Alters her nahm man dafür Mehlpampe - Vollkornmel wegen der Stärke, das klebt besser.
Wenn die Stickerei oft gewaschen werden soll, dann ist das aber nicht praktisch. Knoten machen ist bei sehr dünnen Fäden durchaus üblich, und auch "traditionell praktiziert". Du solltest aber mit dem Überstand nicht zu geizig sein, ein Zentimeter ist praktisch, damit der Knoten nicht rausrutschen kann.
Alternativ kannst du auch mein Privatrezept haben: Die erste Stickerei bleibt hängen, die wurschtelt sich schon rein. Beim zweiten Faden fängst du damit an, dass du den Faden unter der schon bestehenden Stickerei vernähst. Dann stickst du, und am Ende vernähst du wieder sofort. Das ist sehr praktisch für Kleidung, weil es dann einfach keine Wurschteleien ausser der am Anfang gibt.
Vorstich vernähen ist auch dämlich, weil es einfach keinen Platz gibt, in dem man ein Fadenende ordentlich versenken könnte. Ich wickle meistens den Faden auf 4cm rund um die Vorstichreihen.

Schöne Grüße,

Thea
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Beitragvon Nadeln » 04.06.2008, 12:49

K N O T E N ::::: S U P E R K L E B E R ::::: Leute mich gruselt es. Knoten können sich nicht nur aufdröseln, sie können auch auf die Oberseite durchdrücken. Kleber kann Garn und Stoff auf die Dauer angreifen.

Danke Thea für den Stechpausentipp. Kommt davon, wenn man einsam in der Prärie herumwurschtelt und damals keinen zum Fragen hatte.

Verdünnten Weißleim habe ich genommen um den Knauf der Goldhaube von innen zu versteifen und um den Stoff für Ornamente in Goldstickerei an den Rändern zu verkleben. Bei der Goldhaube mußte :devil: ich Knoten machen, das war eine echte Überwindung.
Liebe Grüße
Nadeln[/quote]
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Beitragvon TheaEvanda » 15.06.2008, 11:12

Ich habe hier mal eine "professionelle" Rückseite fotographiert - wie es bei uns in der Werkstatt gemacht wird.

Bild

Am Anfang eines Fadens steht der Knoten - ein oder zwei Umwickelungen, die festgezogen werden, etwa 1cm hinter dem Fadenende; der Knoten kommt unter die Arbeit).
Dann wird der Faden verstochen - zwei oder drei winzige Stiche, damit die Last der Stickerei nicht auf dem Knoten liegt. Die Winzstiche kommen meist unter der späteren Stickerei zu liegen.

Danach wird gestickt.

Am Ende des Fadens wird er wieder zwei- oder dreimal verstochen, nach Möglichkeit auch hier wieder unter der Stickerei oder auf einer Fläche, die noch überstickt wird. Dann wird der Faden abgeschnitten.

Faden"sprünge" (Flatterfäden zwischen Motiven), die länger sind als 3cm werden vernäht, abgeschnitten und neu angesetzt. Das ist manchmal eine echt störende Plackerei, aber das Ergebnis wird schöner und es gibt beim Nähen keine Unfälle.

Zu allerletzt wird der Stickrahmen gewendet, alles Überstehende auf etwa 2cm Länge zurechtgeschnitten und mit dickflüssigem Tapetenkleister (Konsistenz von Götterspeise bevorzugt) abgeklebt. Das verklebt die Fadenenden und stärkt den Stoff.

Um zu verhindern, dass der Stoff wegen der Nässe Falten schlägt, wird der Stickrahmen auf extreme Spannung gebracht und erst wieder entspannt, wenn alles getrocknet ist. Das dauert im Winter einen halben Tag und im Sommer 2 Stunden.

-- soweit die Werkstattvariante --

Daheim bin ich etwas zurückhaltender mit Kleister, da ich meine Stickereien auf Kleidung und Decken (Stepparbeit) habe und selbige oft gewaschen wird.

Ich versäubere Rahmenstickereien "sofort":
Ein Knoten am Ende des Fadens. Die Versäuberungsstiche (der Knoten liegt ÜBER der Arbeit) mache ich 3-5cm ins Muster hinein und mache dann eine Linie kleiner unauffälliger Flohstiche auf meiner Stickfläche bis zum eigentlichen Anfangspunkt. Danach sticke ich über meine "versäuberte" Linie und schneide den oben liegenden Knoten ab, sobald ich ihn erreicht habe.
Am Fadenende mache ich über 3-5cm verteilt ein paar Flohstiche in die Stickerei hinein (in besonders schlimmen Fällen stopfe ich den Faden auf der Unterseite durch die rückwärtigen Stickstiche) und schneide dann den Faden ab.

Beide Varianten sind für Rahmensticken, und natürlich wird nichts so sauber wie eine Kreuzstichstickerei, die auf rechts versäubert wird, aber mein Zeug hat mittlerweile auch so 10 bis 15 Jahre auf dem Buckel, und die Stickereien haben sich noch nicht aufgedröselt.

Bis denne,

Thea
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Beitragvon Tenar » 11.11.2008, 21:10

Ich zieh den Anfang vom ersten Faden auf der Rückseite durch den ersten Rückstich und Stick dann drüber. Der Faden bleibt so auf der Rückseite und ich brauche keine komplizierten Knoten. Das Ende vernähe ich auf der Rückseite mit nur wenigen Fäden des Sticktwistes oder mit den Fäden des Rückstiches oder mit beidem. Hauptsache der faden ist fest und es sieht nicht unordentlich aus. :gruebel:
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Beitragvon Trinchen » 20.11.2008, 09:23

Hallo ihr lieben!

Ich sticke auch Professionell und hab mich vorher eingehend mit reichlich Literatur eingedeckt, wobei ich später gemerkt habe, dass das meiste völliger Blödsinn ist, nachdem mir meine Oma zeigte, wie sie das macht. Sie hat das von ihrer Oma, die von ihrer usw... Es gibt viele Anfänge, die man machen kann und der Knoten ist Sch... (sorry für den Ausdruck). Und zudem das Schlimmste, was einer Stickerei passieren kann, da dieser nach dem Bügeln durch das Motiv als "Knubbel" zu sehen ist, den Stoff an der Stelle also hochdrückt. Wer ein wirklich schönes Bild haben möchte, kann es ja so probieren:

1. Möglichkeit (einfach)
1. Oben rechts von hinten in den Stoff einstechen, den Faden bis auf ca. 5 cm durchziehen.
2. Unten links von vorn in den Stoff einstechen, den Faden durchziehen (Ende auf der Rückseite festhalten!)
3.Die Fäden von der Rückseite an den Stoff drücken und Schritt 1 & 2 ca. 4-5x wiederholen, darauf achten, das der zu vernähende Faden UNTER dem Stich auf der Rückseite verläuft. Fadenende auf der Rückseite abschneiden.

FERTIG! Hier drückt nach dem Bügeln nichts durch den Stoff und es sieht auch einigermaßen schön aus. Bild
4. Am Ende eines Fadens mache ich es "Rückwärts" und ziehe den Faden auf der Rückseite des Stoffes durch die bereits vorhandenen Stiche.

2. Möglichkeit (etwas Geduld muss hier sein, die Mühe lohnt aber!):
1. Den Faden ca. 1-2 cm vom ersten Kreuz entfernt in den Stoff stechen und eine Naht bilden Bild
2. Dann die Unterstiche setzen
Bild
3. Dann die Überstiche, Fadenende auf der Rückseite abschneiden
Bild
Auf der Rückseite sieht das dann so aus:
Bild

Leider kann man diese Möglichkeit nicht beim Ende machen, da greife ich immer auf den Punkt 4 oben zurück.

Praktisch ist die 2. Methode auch bei Plattstich oder Hardanger.

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen weiter helfen
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