Applizieren oder direkt auf die Kleidung sticken?

Hier geht es um Fragen der Anwendung von Stickereien auf Gewandungen oder auch auf Accessoires.

Moderator: Moderatoren

Applizieren oder direkt auf die Kleidung sticken?

Beitragvon Flinkhand » 17.02.2004, 09:40

Hallo zusammen,

ich habe einen Waffenrock in Arbeit, und da soll vorne auf die Brust der Wappenlöwe des Ritter drauf. Für die Stickerei ist es sicher einfacher, den Löwen separat zu sticken und dann auf den Stoff zu applizieren, aber da der Löwe mit seinen Klauen und dem langen gespaltenen Schwanz kein kompaktes Motiv ist, wird es sicher etwas fummelig, das genau auszuschneiden und dann zu applizieren. Wenn ich ihn aber direkt auf die Kleidung sticke, muß ich das Gewand unbedingt füttern, damit die Rückseite der Stickerei abgedeckt wird ...

Wie macht Ihr das? Ich hab mich noch nicht entschieden, tendiere aber zum direkten Besticken des Rocks.

Viele liebe Grüße,
Zuletzt geändert von Flinkhand am 08.09.2006, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon N.R.U. » 18.02.2004, 11:44

Sabine hat geschrieben:HHhhhhmmmm
Erst mal: Hallo Claudia

Hhhmmmm, sehr interessanter Gedanke. Soweit war ich noch garnicht, da "unsere" Ritter bisher mit ihren Miparti Wappenröcken zufrieden waren, aber da die sich gerade intensiv mit "ihren" Wappen beschäftigen, kommt das wohl auch bald auf mich zu.

Ansonsten habe ich schon so einige Fahnen und Banner genäht. Habe da auch die diversen Motive aus Stoff ausgeschnitten, mit Steppstichen umsäumt. Bin dabei halb wahnsinnig geworden (oh ja, Krallen, Mähnen usw. habe ich hassen gelernt). Dann das ganze auf die Fahne aufgenäht. Das Problem ist, dass Ecken und Kanten manchmal ein bischen umknicken, nicht festanliegen oder sonstwie leicht abstehen. Bin dann dazu übergegangen, die Stoffteile direkt auf die Fahnen zu nähen. Sah besser aus, hielt auch besser.

Ich würde also auch eher direkt auf den Rock sticken. Ist weniger Fummelarbeit und Du sparst Dir einen Arbeitsgang und Wappenröcke waren ja damals oft gefüttert.

Viele Grüße
Sabine
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Beitragvon Flinkhand » 19.02.2004, 06:47

Hallo Sabine :o)

Ich hab gestern damit angefangen, das Motiv des Löwen direkt auf den Stoff zu übertragen. Vorgestern hatte ich bereits die Stoffteile zugeschnitten und umzackelt (ja ja, ich nähe mit der Maschine, sonst werde ich ja nie fertig )

Vielleicht schaffe ich es, das Motiv heute fertig zu übertragen - das dauert ja auch immer alles seine Zeit. Ich weiß noch nicht genau, ob ich Klosterstich oder Plattstich verwende, an den Klosterstich trau ich mich nicht so recht ran, aber für Plattstich hat der Löwenrumpf vielleicht eine ein bißchen zu große Fläche. Die Ränder werde ich aber auf jeden Fall im Kettenstich arbeiten.

Ich halte Euch auf dem Laufenden

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon N.R.U. » 19.02.2004, 09:22

Sabine hat geschrieben:> Auf dem laufenden halten...<

Ohja (*bittebettel*) und mit Bild festhalten und zeigen (*hechel*). Würde mich freuen, Dein Werk mal zu sehen, da Du mir da ein paar "dumme" Ideen in den Kopf gesetzt hast. Überlege da auch schon dran rum.
By the way, wie sieht das eigendlich aus mit Arm- und Halsausschnitten, wurden da im 13. Jh. Borten drangesetzt oder wurde hier auch gestickt? Vielleicht auch mal mit Perlen??? Hatte damals meinen Brautschleier mit Perlen bestickt, gab es vielleicht an den Schleiern damals auch irgendwelche Stickereien?
Ha, muss mal in meinen Büchern wälzen gehen. Wie gesagt, äh geschrieben. Bin seit gestern am rumüberlegen
Sabine
P.S. Nimm lieber den Plattstich, der macht bestimmt weniger Mühe und da Du den Wappenrock evtl. fütterst (?), sind die Stiche auf der Rückseite ja gesichert.

P.P.S. Mein Kopf raucht. Schon wieder was vergessen. Hast Du schon mal was von doppelseitiger Vlieseline gehört? Erleichtert einem unheimlich das Applizieren!!!!!!! Das annähen geht dann auch viel leichter, besonders bei großflächigen Stoffteilen!!!
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Beitragvon Flinkhand » 19.02.2004, 18:07

Hallo Sabine,

du kannst davon ausgehen, daß du das Endergebnis auf den Flinkhandseiten in der Galerie finden wirst, wenn es so weit ist

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon Flinkhand » 19.02.2004, 20:11

Nochmal ich,

zur Perlenstickerei: Ich habe gerade mal ein bißchen geblättert, und im Buch "Bildstickereien des Mittelalters in Kloster Lüne" den Eintrag gefunden, daß Perlensticker gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Köln, Münster und Breslau genannt werden. Hier handelt es sich zwar um Klosterarbeiten und nicht um Kleidung, aber ich denke, das mit der Perlenstickerei kam dann vielleicht doch erst später.

Man müßte mal bei Marie Schuette oder Gisela von Bock (Perlenstickerei in Deutschland bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts) nachlesen. Das sind die genannten Quellenangaben, aber die Bücher selbst habe ich leider nicht.

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon N.R.U. » 20.02.2004, 15:05

Sabine hat geschrieben:Danke, Claudia

O.K. dann lieber keine Perlen. Wie sieht's mit Borten aus? Angeblich haben ja die Frauen des horizontalen Gewerbes (in Nürnberg????) eine grüne Borte am Schleierrand getragen. Vielleicht gab es sonstige Verzierungen auch bei "normalen" Frauen???

Immer nur weiß ist ja auf Dauer auch langweilig. Ach da fällt mir ein, Du wolltest was über Kopfbedeckungen wissen.... da surf ich mal kurz rüber... bis gleich
Sabine
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Beitragvon Flinkhand » 20.02.2004, 18:16

Über Borten am Schleier weiß ich nichts - das habe ich noch nie gesehen. Ich weiß aber, daß Indra (die immer sehr auf "A" achtet) sich einen Schleier aus verschiedenen Farben aus Seide gewebt hat. Ist also wohl nicht immer alles nur weiß gewesen.

Das mit der grünen Borte am Schleier kannte ich noch nicht - nur blassgelbe Schals oder andere Accessoires. Das war auch von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Andererseits ist so eine Borte am Schleier bestimmt nicht schlecht, weil er dadurch auch ein bißchen schwerer wird und nicht mehr so in der Gegend rumflattert :o) Aber wie es damals gehandhabt wurde, weiß ich auch nicht.

Leider sind auch viele meiner Bücher noch in Kartons, da kann ich auch erst nachschauen, wenn wir hier das ein oder andere Bücherregal besorgt haben in der neuen Wohnung

Viele liebe Grüße,
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Beitragvon N.R.U. » 22.02.2004, 10:03

Sabine hat geschrieben:Wenn man denn vom Teufel spricht (*buhuhuuu*)
Da kam gestern einer unserer Ritter auf den glorreichen Gedanken: "Sabine????? Könntest Du mir bittebitte (*liebäugelguck*) mein Wappen auf meinem Wappenrock nähen...????"
Buhuhu. Es ist zwar "NUR" ein weißes Schild mit schwarzem Kreuz, ALLERDINGS mit vier roten Buchenblättern. Für ihn hatte ich schon eine Fahne bestickt, aber diesemal sind die Blätter ja kleine Blättchen. Das bedeutet arge Fummelei....

Da kann man ja glatt auf den Gedanken kommen, dass sich Mannsvolk rumtreibt
???

Viele liebe Grüße
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Beitragvon Flinkhand » 22.02.2004, 10:13

Hallo Sabine,

sollst du das Wappen aus Stoffteilen aufnähen oder aufsticken? Aufnähen geht ja vielleicht gerade noch, auch wenn das schon recht fummelig ist mit den kleinen Blättern. Wenn du sie aufnähst, hab ich da zwei Schummeltricks:

1. Möglichkeit: Nähpulver - damit kann man die Stoffteile einfach aufbügeln (gib das mal in die Suchmaschine ein)

2. Möglichkeit: Stoffteil erst mal mit einem AUSWASCHBAREN Klebestift (Pritt oder Uhu oder so) festkleben, dann feststeppen. Danach natürlich erst mal waschen.

Ich habe inzwischen das Motiv des Löwen auf den Stoff übertragen (in Vorstichen durch das Papier, Papier angefeuchtet und abgezogen), und nun die Vorstiche durch Kettenstiche auf den Stoff ersetzt. Nun muß ich "nur noch" die Flächen füllen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das im Plattstich machen soll, weil ein paar der Flächen relativ groß sind, und die Fäden dann vielleicht doch anfangen zu flottieren. Vielleicht mach ich lieber versetzten Gobelinstich, das ist auch A. Diese Entscheidung fällt heute noch, mal sehen.

Viele liebe Grüße,
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