Wolle Beizen mit Alaun

Färben mit Naturprodukten! Wie kommen die Farben aus der Natur in den Stoff?

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Wolle Beizen mit Alaun

Beitragvon Tara » 19.03.2013, 08:30

Hallo Ihr Lieben.

Ich möchte die nächsten Tage (am besten heute abend) mit dem Beizen von Wollstoff beginnen.
Hierzu wird Alaun verwendet.
Hat schon jemand damit erfahrung gemacht?
Worauf muss man achten, damit die Wolle nicht kratzig wird?
Habe im Internet hierzu etwas gefunden nur noch so überhaupt keine Erfahrung damit: http://www.eberhardprinz.de/blog/?p=3016
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Beitragvon wetterleuchten » 19.03.2013, 09:05

Hi Tara,

joa, dem will ich mich im großen und ganzen anschließen.10-20% Alaun (bezogen aufs Trockengewicht der Wolle) ist i.d.R. auchvdas, was in einschlägigen Rezepten angegeben wird. Wobei einige Färbepflanzen zusätzlich noch kleine Feinheiten, "Sonderbehandlungen" etc. verlangen können. Z.B. färben mit Krappwurzel.
Da hilft es, wenn du dich mal durch die einschlägigen threads hier schmökerst.

Grundsätzlich kann man mit Alaun aber nicht viel falsch machen. Meine persönliche "Standartmenge" liegt bei 10- maximal 14%, weil ich a) gerne noch andere ungiftige Salze wie Weinstein (bei rot z.B.) mit dazu nehme und b) meiner Küchenwaage nicht so richtig traue *g*.

Ich beize grundsätzlich mit Temperaturen über 30ºC, es sei denn mit einer Kaltbeize, und allein von hoher Temperatur wird Wolle m.M.n. nicht kratziger. Eher von Eisensulfat und schonungsloser Behandlung wie reiben, sprudelnd kochender Beize oder Färbebad oder krassen Temperaturunterschieden beim spülen.

Viel Efolg und nur Mut. Wenn man den Bogen mal raus hat, ist das alles nicht mehr so kompliziert, wie es sich am Anfang vielleicht anhört.
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Beitragvon Tara » 19.03.2013, 09:24

Danke für die Info.
Wieviel Weinstein tust du denn in deine Beize rein? Stand im Link leider auch keine Mengenangabe.

Hier noch mal für alle eine kleine Kurzfassung zum Beizen aus dem oben angegebenen Link.

Beizen von Wolle mit Alaun
- Verhältnis trockener Wolle zu Wasser beträgt ca. 1:25
- 10-20 % Alaun bezogen auf das Trockengewicht der Wolle
- Wolle dann feucht in das kalte Beizbad
- Beizbad langsam innerhalb einer Stunde auf 90 °C aufheizen
- Wolle verbleibt eine Stunde bei 90 °C im Beizbad
- Wolle ein- bis zweimal in der Beize vorsichtig wenden
- Wolle bleibt im Beizbad, das sich über Nacht langsam abkühlt
- Wolle verbleibt ausgewrungen 4-5 Tage in einem Leinensack
an einem kühlen Ort
- Wolle gründlich ausgewaschen
- kann nun zum Färben verwendet werden
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Beitragvon Chrissie » 19.03.2013, 10:17

Im Forum gibt es dazu diese Threads:
- Beizen
- chemische Hilfsmittel
Liebe Grüße,
Chris

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Beitragvon wetterleuchten » 19.03.2013, 10:56

Hi Tara

Oder diese Anleitung http://www.flinkhand.de/index.php?aid=130

Nach der habe ich färben gelernt. Und eine liebe Freundin hat mir ein Büchlein mit Rezepten geschenkt. Die grundsätzlichen Sachen stehen eigentlich in jedem besseren Buch über Pflanzenfärben und in jeder einigermaßen sortierten Stadtbib müsste eigentlich auch eines stehen, das man leihen kann.
Ich fand es jedenfalls gerade am Anfang sehr hilfreich, was handfestes zum Blättern und nachschlagen zur Hand zu haben.

Wieviel Weinstein? Hm, das kommt aufs Rezept an. Soviel, dass am Ende zusammen mit Alaun nicht mehr als max. 20% Beizmittel rauskommt ;)
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Beitragvon Tara » 19.03.2013, 11:00

@Chrissi:
Danke für die Verlinkung.
Hatte ich trotz sucheingabe nicht gefunden

@Wetterleuchten:
Ebenfalls danke.
Sollte mir wohl auch mal ein Büchlein besorgen :-)
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Beitragvon wetterleuchten » 19.03.2013, 11:02

Ach und P.S.

die ungespülte, gebeizte Wolle noch mal ein paar Tage feucht lagern, mache ich nur bei Krappfärbungen, da aber eine Woche.
Ansonsten spüle ich die abgekühlte Wolle nach dem Beizen und färbe dann.
Aber da hat vielleicht jeder auch seine eigenen Methoden und Erfahrungen.
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Beitragvon Tara » 19.03.2013, 13:10

Da ich mehrere Beizvorgänge machen werde (die ganze Wolle passt nicht auf einmal in den Einmachtopf) wird sie eh ein paar Tage liegen.
Will ja mehrere Auszuge der Pflanzenfärbung (Zwiebel) machen und nicht erst noch ein weiteres mal beizen müssen bevor ich den zweiten/dritten Auszug mache.
Aber danke für den Hinweis.
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Beitragvon Tara » 19.03.2013, 14:16

Wie sieht es eigentlich mit Beizen von Wollstoff aus?
Benötigt man dort die gleiche Menge Alaun oder mehr?
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Beitragvon Sandra » 19.03.2013, 14:28

Es geht nur um das Gewicht der Wolle, egal ob Rohwolle, Garn oder Stoff.

Die die sehr ausführlichen Threads zu diesem Thema ja schon verlinkt sind, mach ich hier mal zu. Alles weitere bitte dort.
:gesperrt:
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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