Obst und Obstbau

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Obst und Obstbau

Beitragvon Lis » 14.04.2006, 14:24

Es verwundert mich zwar etwas - aber ich habe noch kein Thread zum Thema Obst und Obstbau gefunden.

Häufig wird erwähnt, dass Mönche den Obstbau verbreitet haben (z.B. Hardangerfjord in Norwegen, 13. Jh.). Darf ich davon ausgehen, dass die angebauten Obstsorten sich schon damals +- von den Wildsorten unterschieden und aus Züchtungen stammen, die in Südeuropa entstanden? Irgendeine Vorstellung, wie diese Äpfel, Pflaumen, Birnen... aussahen und schmeckten? Es gibt ja viele Initiativen, die sich um den Erhalt alter Obstsorten kümmern - aber alt bedeutet dann meistens "irgendwann aus dem 19. Jh.".

Wie geht man damit bei sagen wir mal "historisch hochwertigen Veranstaltungen" um? Unsere heutigen, aufgeblasenen Supermarktobstsorten sind ja im Prinzip genauso un-"A" wie Kartoffeln, oder? :devil:
Klar, man kann zum Teil auf die Wildsorten umsteigen, aber das stell ich mir zuweilen etwas mühsam vor und es geht nicht immer.
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Re: Obst und Obstbau

Beitragvon Beate » 14.04.2006, 14:36

Also in Haithabu wurden schon Pflaumen und Pfirsiche :exclaim: angebaut.

Lis hat geschrieben:Wie geht man damit bei sagen wir mal "historisch hochwertigen Veranstaltungen" um? Unsere heutigen, aufgeblasenen Supermarktobstsorten sind ja im Prinzip genauso un-"A" wie Kartoffeln, oder? :devil:


Das Problem hast du nicht nur bei Obst, auch bei Gemüse wird es da schon knifflig. Ich bin an dem Thema "grad dran".

Bisher habe ich es so gehalten, dass ich z.B. Äpfel auf dem Markt besorgt habe, da werden nämlich von den Obstbauern hier die Äpfel ,die zu klein sind und nicht den Normvorschriften genügen, als Ausschussware (2 Kg für 1 €) verkauft. :biggrin:
Beate
 

Beitragvon Beate » 15.04.2006, 05:50

So, habe es gestern nochmal in "Ernährung und Umwelt der wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu" nachgelesen:

Pflaumen (keine Zwetschgen!): von den heute noch erhältlichen Sorten kommen "Gute von Bry" und "Angeline Burdett" noch am nächsten dran.
Pfirsiche: es wurden nur wenige Kernen gefunden, Sorte nicht bestimmbar, Anbau vermutet
Schlehen: sehr viele Schlehenkernfunde
Äpfel: nach den Kernen ist kein Sorte bestimmbar, vermutet wird der Holzapfel, Anbau nicht nachweisbar
Kirsche: nur wenige Funde, Wildkirsche (Vogelkirsche)
Beate
 

Beitragvon Flinkhand » 15.04.2006, 07:43

In Düppel experimentieren sie seit Langem mit Rückzüchtungen. Viel ist auf der HP nicht drauf, aber eine kleine Liste findet man dort schon.
Claudia,
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Beitragvon Lis » 15.04.2006, 09:15

Mit der Liste geh ich dann demnächst mal auf den Wochenmarkt :biggrin:
Nee, aber das ist ja klasse, wenn es doch noch Sorten gibt, die
Viele unserer Äpfel, Pflaumen und Kirschen gehen nachweislich bis in das Mittelalter zurück.
!
Danke euch 2en!
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Beitragvon wurm » 08.05.2006, 18:34

mit der Liste alter Obstsorten ist es schon ein Kreuz: Erst starb Prof. Plarre, der die Sorten sicher alle hätte bestimmen können, dann hatten wir jetzt einen neuen Experten von der Freien Universität, und der ist auch gestorben. Ich habe also nur die Namenslsite (veröffentlicht auf www.dueppel.de) und die Standortliste (nicht veröffentlicht). Aber jetzt kommts: Ob diese "Alten Sorten" auch wirklich alle so alt sind, daß sie im mittelalterlichen Museumsdorf eine Berechtigung haben, ist nicht immer sicher. Sicher ist das nur beim Borsdorfer Apfel, der übrigens recht gut schmeckt.
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