Brot

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Beitragvon Beate » 17.08.2005, 11:13

Hmmm... meine Magd tut sich jetzt schon schwer mit dem frühen Aufstehen. Noch 1 Stunde früher um ca. 30 Brötchen zu backen?
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Beitragvon Franziska » 17.08.2005, 11:18

es lohnt sich!!!

wenn du einmal morgens auf lager frische brötchen hattes willst du nix anderes mehr

außerdem kann man doch wenn der teig geht wieder andere sachen machen die man eh tun müßte.
und backen tun sie dann auch von
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Beitragvon Beate » 17.08.2005, 16:24

Franziska hat geschrieben:wenn du einmal morgens auf lager frische brötchen hattes willst du nix anderes mehr


Ich werde mich hüten!

Mein Ziel ist es auch authentisch zu frühstücken, erster Schritt dahin wäre es den Leuten die Brötchen abzugewöhnen (und Nutella etc. .... ).
Beate
 

Beitragvon Franziska » 17.08.2005, 20:45

deswegen machen wir sie ja auch nur sonntags, sozusagen als was besonderes. ansonsten gibts brot. mir hat zwar mal jemand gesagt das früstück damals wohl eher richtung brei ging, aber ich denke mein magen wäre der erste der rebellieren würde...
aber interessieren würde es mich doch mal was genau damals (jetzt mal egal zu welcher zeit, hinweise zu jeder epoche werden angenommen ) gefrühstückt wurde?

oder steht das schon wo???
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Beitragvon Beate » 18.08.2005, 07:28

Also bei den Wikingern gab es morgens wohl Haferbrei oder Grütze.

Könnte man dem heutigen Geschmack etwas anpassen, indem man Obst und/oder Nüsse zugibt und mit Honig süsst, ähnelt dann in etwa dem Müsli, dass ich immer zum Frühstück esse.
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Beitragvon nontox » 18.09.2005, 11:40

Nachdem der Sauerteig nachweislich bereits in Ägypten genutzt wurde, wundere ich mich schon über die Zurückhaltung, was den Sauerteig angeht - und über das notorische Fladenbrot, das man mit Mittelalter gerne verbindet.

Bereits das antike Judentum hat ganz klare Regelungen über "Ungesäuertes" zu Passah, was ja voraussetzt, dass das "Gesäuerte" - also Sauerteig - das alltägliche Brot war.

Da schon mit den Römern erste Juden nach Mitteleuropa kamen, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Kulturtransfer in diesem Bereich nicht stattgefunden haben soll.

Natürlich ist es schwierig, im Lager richtiges Brot zu backen, aber Backhefe... naja, die wurde m.E. wirklich erst im 19. Jh. isoliert und gezielt gezüchtet, um zu backen.
Mit einem fitten Anstellgut kann man über Nacht einen schönen Sauereig herstellen, um dann im Laufe des Tages den Brotteig backfertig zu bekommen.
Das größte Problem ist da sicher der Backofen - der ist im MA aber auch schon längst bekannt und stand wohl allen im Dorf zur Verfügung, sonst wäre es nicht ökonomisch gewesen.
Im Lager müsste man da wohl einen mobilen Ofen auf einem Wagen konstruieren, um ihn dann so zu "tarnen", dass er ortsfest aussieht - aufwändig - und nicht sehr realistisch, schade :-(
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Beitragvon Giraut » 18.09.2005, 17:28

"Mittelalter machen" bedeutet ja nicht zwangsläufig "Lager". Insofern sollte die Frage, ob Brot backen im Lager geht, eher zweitrangig sein. Vorrangig ist IMHO die Überlegung, ÜBERHAUPT Brot so zu backen, wie es eventuell mittelalterlicher Backweise entsprechen könnte.
Selbstverständlich hat Sauerteig damals wie heute eine zentrale Bedeutung, ist auch ohne Probleme selber herstellbar. Lohnt sich aber meiner Erfahrung nach an sich nur, wenn man wirklich viel backt. Allerdings erfordern manche Mehlarten (etwa Roggenmehl) Säuerung, da ist dann Sauerteig schon optimal.
Als Ersatz kann auch ein Roggen-Hefe-Teig mit etwas Säure (zB ein paar Tropfen Zitrone) angesäuert werden.

Zum Backen im Lager hatte ich oben schon was erwähnt. Es geht. Man muss dann halt etwas improvisieren oder im Eisentopf backen, was an sich ganz ordentlich geht.
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Beitragvon nontox » 18.09.2005, 20:51

Giraut hat geschrieben: ...schnipp...
Selbstverständlich hat Sauerteig damals wie heute eine zentrale Bedeutung, ist auch ohne Probleme selber herstellbar. Lohnt sich aber meiner Erfahrung nach an sich nur, wenn man wirklich viel backt.
...schnapp...


Nun, ich backe schon eine ganze Weile unser Brot selber - nicht eben viel, aber immer mit echtem Sauerteig, und es lohnt schon wegen des Geschmacks.

Ich wollte halt mal eine Lanze für den Sauerteig brechen.
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Beitragvon blue » 07.10.2005, 22:25

Hallo Franziska!Habe heute bei www.rete-amicorum.de einen guten Artikel über die Ernährung im Ma gefunden. Vielleicht gefällt er dir auch.
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Beitragvon Miriam » 24.10.2005, 22:56

Ich habe über eine Freundin vor kurzem ein Rezept für Dinkelbrot bekommen, das ohne Sauerteig geht und von dem ich richtig begeistert bin. Es ist sogar einfach zu merken: 1/2 kg Dinkelmehl mit 1/2l Wasser mischen und die nötige Menge Hefe (1 Säckchen Trockenhefe) dazugeben. Dann den Teig in eine Kastenform, gleich in den nicht vorgeheizten Ofen und ca. 1,5h backen. Man muss den Teig tatsächlich nicht gehen lassen, und man kann natürlich an Salz, Gewürzen und sonstigen Beigaben hineinmischen, was man mag (geröstete Dinkelflocken passen super).

Zum Thema Brot am Lager: Ich würde da auch gern mal backen (nicht unbedingt fürs Frühstück, da bin ich mit Brei vollauf zufrieden), aber z.b. als Beilage zur Suppe etc. Leider würde mir dafür der oben beschriebene geeignete Topf fehlen. Pfannenfladen mit Roggen- oder Weizenmehl haben wir dafür schon gemacht, das funktioniert problemlos. Für die Pfanne haben wir einen geschmiedeten Dreifuß, so steht sie nicht direkt in der Glut.

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit Backen auf dem heißen Stein?
Es war zur Zeit, da Bäume treiben,
Büsche sprießen, Wiesen grünen
und die Vögel ihr Latein
in der Frühe lieblich singen, ...

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