Butter

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Butter

Beitragvon Tjorven » 11.10.2005, 18:39

In der gerade aktuellen ARTE-Reihe gab´s in der Mittelalter-Folge den Hinweis, dass es im Mittelalter noch keine Butter gab.

Das fand ich nun doch recht interessant, stimmt das?!
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Beitragvon Beate » 12.10.2005, 04:42

Das kann doch nicht sein. Man hatte doch Kühe, Milch, und da schwimmen schon die Butterflöcken oben auf der Milch...

Mal gesucht und was gefunden: klick
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Beitragvon Daniel » 12.10.2005, 07:17

Geschichte
Butter wurde vor rund 8.000 Jahren zufällig von Hirten entdeckt, die Milch als Reiseproviant in wasserfesten Behältern transportierten. Durch das Schütteln der Milch entstanden Butterflocken, die – einmal entdeckt - von nun an zum festen Bestandteil der menschlichen Nahrungsmittel wurde.
Die ersten Belege zu Butter gibt es aus der Zeit der Summerer, einem indogermanischen Stamm aus Mesopotamien, der bereits vor etwa 5.000 Jahren Viehzucht, Milchwirtschaft und auch Butterproduktion betrieb.

Im Mittelalter kam die wegen ihrer schnellen Verderblichkeit wertvolle Butter nur bei besonderen Festessen der Reichen auf den Tisch. Diese Tendenz lässt sich bis ins 18. Jahrhundert verfolgen. Butter wurde oft als letzter krönender Gang, gleichsam als Dessert serviert.

Erst gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Butter auch zur Zubereitung von Speisen herangezogen. Seit dieser Zeit kennt man köstliche Buttersaucen, süße und herzhafte Butterzubereitungen und mit Butter fein-aromatisch Kurzgebratenes, wie Fleisch, Fisch oder Geflügel.

Mit der modernen Butterproduktion im 20. Jahrhundert wurde die Butter für jeden erschwinglich. Nach und nach avancierte sie zu einem wichtigen Kulturgut unserer Zeit.

Wohl eine der schönsten Eigenschaften der Butter besteht darin, dass sie den typischen Eigengeschmack eines Gerichts noch intensiviert. Wenn Sie Gemüse, Fisch oder Fleisch im eigenen Saft dünsten und einen Stich Butter hinzufügen, entfaltet sich das Aroma der Speise auf ganz spezifische Weise.


Gefunden da: http://www.familie-im-web.de/familie/re ... utter.html

Über die korrektheit des Artikels kann ich nix sagen.
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Beitragvon Tjorven » 12.10.2005, 07:58

Sethek hat geschrieben:Im Mittelalter kam die wegen ihrer schnellen Verderblichkeit wertvolle Butter nur bei besonderen Festessen der Reichen auf den Tisch


Okay, das glaube ich schon eher. Also, es hätte mich auch sehr gewundert, wenn es Butter nicht gegeben hätte. Vielleicht war sogar gemeint "gab´s nur selten", aber das wurde in dem Bericht nicht klar, es hieß "da es Butter im Mittelalter noch nicht gab" - vielleicht auch ein Übersetzungsfehler oder so.

Man sollte also wirklich nicht sofort alles glauben, was die Flimmerkiste so hergibt...
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Beitragvon David » 12.10.2005, 10:40

Hallo,

ich kann mich an das Zitat aus der Serie so erinnern: "[...]Butter war noch kein Thema [...]"

Das könnte aber auch bedeuten, das sie wenig zum kochen benutzt wurde, respektive nur besonders wohlhabenden zur Verfügung stand.
Egal, geglaubt das es Butter im Mittelalter noch nicht gab hab ich eh nicht...

:flucht:

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Beitragvon Knappe » 12.10.2005, 13:34

Also ich kann mich daran erinnern, dass gesagt wurde, dass man zur Zubereitung von Speisen im Mittelalter Schmalz anstatt Butter verwendete.

Weil Butter im Vergleich aufwändig herzustellen ist und auch teuer, und der Bedarf durch die wachsende Bevölkerung stieg, wurde ja auch im 19. Jhdt. die Margarine erfunden...
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Beitragvon Cleophanes » 11.09.2006, 18:16

Nach langer Zeit nochmal zur Butter: Butter gab's schon bei den alten Römern, wurde aber zum Kochen selten oder nie verwendet. Im Mittelalter wird sie ab und zu im "Liber de Coquina" erwähnt, allerdings nur im ersten Teil, der wohl in Frankreich entstanden ist. Zum Braten wurde Schmalz oder Olivenöl genommen.
:cool: Cleo
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