Süßwerk

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Süßwerk

Beitragvon N.R.U. » 11.08.2005, 11:05

Jessica hat geschrieben:Kennt jemand von euch, Rezepte für Süßigkeiten.

Ich sammle momentan mittelalterliche Rezepte, um diese dann in eine Kladde zu übertragen (die bekommt später noch einen anderen Umschlag) und einer Freundin zu Geburtstag zu schenken.
Herzhafte Rezepte habe ich schon, was mir fehlt sind Desserts und Süßigkeiten.

Was mich selbst besonders interessieren würde, ist ein Rezept für Latwerk. (eingedickter, getrockneter Fruchtsaft, soweit ich weiß).

Aber ich bin über jedes Rezept glücklich und dankbar.


Alles Liebe

Jessica
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Beitragvon Askarie » 11.08.2005, 13:19

Hallo Jessica,

ich habe auf unserer Seite einige Süßspeisen zusammengetragen. Vielleicht magst du ja mal auf unserer Seite vorbeischauen. Dort findest du die Rezepte unter "Ernährung" in der Navigationsleiste.
Die Hayden

Vielleicht ist ja etwas passendes für dich dabei.

Liebe Grüße
Kerstin
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Beitragvon Cleophanes » 16.08.2005, 22:53

Ich kenne was, ist aber römisch (Apicius, Buch 7), und zwar:
1. Frische Datteln entkernen und mit Walnüssen oder Pinienkernen füllen und in Honig (oder einer Mischung aus Honig und Wein) anschmoren, bis sich die Haut abzulösen beginnt. (Apic. 7,13,1)
2. Man nimmt Milch, kocht sie auf und rührt Mehl hinein, bis der Teig so fest wie ein Brandteig (z.B. für Winbeutel) oder Nudelteig ist. Dann rollt man ihn möglichst dünn aus, schneidet ihn in Quadrate (ca. 5x5 cm) oder Rechtecke und frittiert die Stücke in Olivenöl oder Schweineschmalz. Wenn sie goldbraun sind, herausnehmen und abtropfen lassen oder auf ein saugfähiges Tuch legen und mit Honig (oder Puderzucker) bestreuen. (Apic. 7,13,6) Eine moderne - meist gesalzene Variante - dieses Rezeptes gibt es in Bologna heute noch und nennt sich "Crescentine".

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Beitragvon Beate » 17.08.2005, 06:33

Askarie hat geschrieben:Hallo Jessica,
ich habe auf unserer Seite einige Süßspeisen zusammengetragen.


Leider aber so einige Zutaten dabei, die es bei den Wikingern noch nicht gab: Zucker, Zitrone, Zuckerrübensirup, Reismehl...
Einige exotische Gewürez konnten sich sicher die Reichen leisten (Handel mit Byzanz), ich weiss zumindest von Pfeffer, Koriander, Kümmel, Ingwer, Kardamom, Zimt und Anissamen.

Habe mir aber mal das Rezept für die Heidelbeerpfannkuchen kopiert.

Da ich gerade Unmengen Brombeeren gepflückt habe, gibt es dieses Wochenende einen Eimer voll Rote Grütze mit Griessklössschen.
Beate
 

Beitragvon Askarie » 17.08.2005, 18:41

*nick*

Sind nicht alle Rezepte für unsere Zeit tauglich Ausprobiert hab ich sie trotzdem
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Beitragvon Xia » 17.08.2005, 18:46

Hallo,

Jessica hat geschrieben:Was mich selbst besonders interessieren würde, ist ein Rezept für Latwerk. (eingedickter, getrockneter Fruchtsaft, soweit ich weiß).


Das hochdeutsche Wort für unser saarländisches "Laddwerch" kannte ich noch nicht Aber es ist ein bisschen anders, auch Laddwerch muss gekocht werden. Meine Oma macht aus frischen Zwetschgen Laddwerch, wenn ich nächste Woche wieder nachhause komme, dann frag ich sie nach dem Rezept, meine Schwiegermutter macht sie auch aus anderen Früchten, ich werd bei ihr morgen mal nachfragen. Aber es stimmt es ist eine besondere Zubereitungsart, wir essen dann den Laddwerch wie Marmelade aufs Butterbrot.

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Cleophanes » 17.08.2005, 19:05

Beate hat geschrieben:Leider aber so einige Zutaten dabei, die es bei den Wikingern noch nicht gab: Zucker, Zitrone, Zuckerrübensirup, Reismehl...


Zucker, Zitrone und Reismehl gab's schon im 11.-12. Jhdt., also z.B. als die Normannen zusammen mit orientalischen Künstlern den Dom von Monreale bei Palermo gestalteten. Rohzucker aus Zuckerrohr und Reis kannten die Römer schon.

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Beitragvon Beate » 17.08.2005, 20:06

Die Normannen haben sich ja auch in Sizilien angesiedelt.

Sicher haben auch die Wikinger so einiges auf ihren Fahrten kennengelernt. Die Frage ist nur immer: was davon haben sie angenommen und importiert. Dafür braucht man eben einen Beleg, alles andere bleibt reine Spekulation.
Beate
 

Beitragvon Cleophanes » 17.08.2005, 22:37

Kennst Du das dänische "Libellus de Arte Coquinaria"? (wahrsch. spätes 13. Jhdt.)? Da taucht Zucker auf, auch Reis, glaube ich, und alle mögliche Gewürzpulver. Zitronen nicht, die werden zum ersten Mal im "Liber de Coquina" (um 1300) in einem Kochbuch erwähnt. Natürlich haben sie das alles importieren müssen, aber sie waren ja gut zur See ... Öhhm, was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Wikingern und Normannen? Ich meinte immer, die Normannen seien Wikinger, die sich in der Normandie angesiedelt hatten. Auf jeden Fall haben auch die Wikinger regen Handel getrieben. Insofern haben sie sicher einiges mitbekommen.

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Beitragvon Askarie » 18.08.2005, 08:32

Moinsen

Im Prinzip stimmt das schon mit den Normannen und das sie Wikinger waren. Die Wikinger sind ja auch nie ein Volk gewesen (Rus, Waräger). Die überlieferte geschichte dazu passt halt grad nicht hier hin *hüstel* Schau mal hier nach: Normannen


Man könnte sicher einige der Zutaten mit der Reisefreude der Wikinger erklären. Es geht vielen aktiven aber eher um eine möglichst korrekte Darstellung der Zeit die sie Darstellen möchten. Drum wären diese "Belege" nur herbeigewünscht (mehr oder weniger).

So, offtopic ende

Gegrüße und einen sonnigen Tag euch
Kerstin
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