Sauermilchkäse (aus Küche im Mittelalter Nr 2)

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Beitragvon katze69 » 17.04.2010, 18:21

"Schlecht werden" ist nicht ganz richtig, sie wird halt sauer


Stimmt auffallend :devil: Allerdings, was macht man mit literweise saurer Milch? Dickmilch, ok. Oder Frischkäse. Aber irgendwann hat man das Zeugs auch über, und keiner isst es mehr...
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Beitragvon nachteulchen007 » 17.04.2010, 19:15

Aus irgend einem Grund läßt sich nur schwer Schlagsahne draus machen.


Komisch, ich hatte da nie Probleme, im Gegenteil, einmal scharf angeschaut und wupps, war der Rahm feste Schlagsahne. :gruebel:
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Beitragvon Illuminat » 19.04.2010, 01:51

so wie versprochen nun ein Kurzbericht:

Verwendet hab ich Milch von Landhiebe ;-) mit 3,8%
Wie im Rezept oben beschrieben gekocht und gesäuert.
Nach dem auspressen mit TK 8-Kräuter, Salz und Pfeffer gewürzt und in kleine Tuppedose in den Kühlschrank augebewahrt.

Nach 12 Stunden eine doch recht feste doch lockere (erinnert ein wenig an gepressten Hüttenkäse) Masse. Geschmacklich recht fade, interessnaterweise garnicht nach Zitrone. Kräuter, Salz und Pfeffer dezent. Beim Verzehr entsteht ein käsiges Gefühl im Mund.

Gegen Abend dann beim Grillen gegessen auf Brot. Da war von den Kräuter, Salz und Pfeffer kaum noch was zuschmecken..

Zusammengefasst interessnat das mal gemacht zuhaben. Vielleicht hab ich ja nen Fehler gemacht aber der Brüller wars nicht.
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Beitragvon Susanna » 19.04.2010, 09:18

Ihr macht mich neugierig.
Ich glaube, ich probier das auch mal mit pasteurisierter Milch. Hierzulande gibt es Biomilch in Flaschen, die aufrahmt (wodurch man manchmal kaum die Milch aus der Flasche bekommt).
Ab Donnerstag bis Samstag bin ich auf einem Biohof mit Kühen, vielleicht kann ich dort kurz vor Abreise noch einen Liter oder so "richtige" Milch bekommen.

@nachteulchen: keine Ahnung. Die Altbäuerin sagte mir das so. Wenn sie Schlagsahne für Kuchen brauchte, kaufte sie einen Becher im Laden. Ehrlich gesagt habe ich es nur einmal ausprobiert. Bei manchen Wetterlagen wirft man das Rührgerät an und hat statt Schlagsahne plötzlich Butterflocken und Molke :wacky:

Jetzt völlig off topic: kennt hier jemand Biestmilch http://de.wikipedia.org/wiki/Kolostrum? Wenn das Kälbchen nicht alles säuft und noch was übrig ist, kann man damit einen unglaublichen Karamelpudding machen. Ohne irgendwelche Zutaten. Die Milch einfach aufkochen und wieder abkühlen lassen, dann wird sie fast schnittfest.
Wäre interessant herauszufinden, ob man im Mittelalter diese Milch auch schon eingesetzt hat.
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Beitragvon Hrefna » 19.04.2010, 10:01

auch OT - die allererste Muttermilch schmeckt auch wie Vanillepudding..... :blush:


@ Illuminat: vielleicht mußt Du die Kräuter frisch in den Käse rühren. TK-Kräuter schmecken meist (finde ich) sehr wässrig und sind (finde ich auch) eigentlich nur etwas für´s Auge.


Auf jeden Fall werde ich es auch einmal ausprobieren.

Mit was könnte ich denn die Milch säuern, wenn es noch keine Zitronen gab?
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Beitragvon Illuminat » 19.04.2010, 14:22

Hrefna hat geschrieben:Mit was könnte ich denn die Milch säuern, wenn es noch keine Zitronen gab?


Echtes Labkraut Das dürfte es auf jedenfall schon gegeben haben.

Essig dürfte auch gehn und gabs damals schon.

Dann fällt mir noch Gewöhnliche Berberitze ein die man ja auch zum säuren zb von Fisch nehmen kann (habs selber nicht probiert). Vorsihct hierbei das nur rote und reife Früchte verwendet werden da sie sonst Berberin enthält und damit zu Vergiftungen führt.
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Beitragvon nachteulchen007 » 19.04.2010, 14:30

Essig - definintiv.

@ Illuminat: wahrscheinlich lag's daran, dass Du den Käse praktisch gleich gewürzt hast. Ich würze ihn immer erst an dem Tag, an dem ich ihn essen möchte. Zwiebeln und Knoblauch lasse ich etwas durchziehen, frische Kräuter kommen mit dem Salz erst kurz vor dem Essen rein.

@ Susanna: Bei Gewitter ist man natürlich nie vor "Butter" sicher, aber ich habe bei der "Milch direkt vom Bauern" festgestellt, dass der abgeschöpfte Rahm sogar mit Milch verdünnt werden kann/muss, denn nach einem oder zwei Tagen im Kühlschrank wird er so fest, dass man ihn locker statt Butter auf's Brot streichen kann!!
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Beitragvon Hrefna » 19.04.2010, 14:35

@ Illuminat

Ich danke Dir - und hurra :hurrah: - Labkraut gab es, es gibt sogar nachgewiesene Gewebefärbungen mit der Wurzel.

Jetzt kommt eine blöde Frage: :blush: Essig - aus Beeren? Für Wein habe ich keinen Nachweis....
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Beitragvon Illuminat » 19.04.2010, 15:03

Hrefna hat geschrieben:Jetzt kommt eine blöde Frage: blush Essig - aus Beeren? Für Wein habe ich keinen Nachweis....


Wein mit einer Essigmutter versetzt wandelt den Alkohol in Essigsäure um. Geht aber nur bis zu einem Alkoholgehalt von 12%.
Da sie Römer den Wein zu uns gebracht haben dürfte Wein und somit Essig vorhanden sein.


Sonst hab ich noch das hier gefunden: Mittelalter Lexikon
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Beitragvon Regilla » 19.04.2010, 16:47

Liebe Hrefna,
Man kann eigentlich aus allem, das Zucker enthält Wein machen und aus Wein Essig. Ich mache aus Most (Apfelwein) Essig, das geht problemlos. Nur, wie jeder Wein und jeder Essig schmeckt muss man ausprobieren.
Liebe Grüße,
Regilla
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