Was gab es früher so zu essen???

Hier geht es um die feste Kost - Rezepte, was gab es schon?

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Was gab es früher so zu essen???

Beitragvon blue » 28.12.2005, 20:05

Sabine Erstellt am 22.04.2004 - 19:59

Hallo Ihr ErnährungsbeWUSSTEN,

ich möchte in Freienfels einen, zwei, drei Braten machen mit Heidelbeersauce an Bohnenrahmmus...
Klingt komisch, soll aber sehr gut schmecken (sagten ein paar Wiki's *grübel*)

Jetzt wollte ich mal Bohnen einkaufen. Tja,......... zum einweichen gab es nur "Dicke Bohnen"! Eingeweckt gab es Dicke und weisse Bohnen....

So, jetzt stand aber in dem Rezept was von Puffbohnen oder Saubohnen ..... H I L F E. Was sind das für Dinger??? Weiße Bohnen kenne ich nur von Baked Beans (typisch amerikanisch, also isssss nich'''').
Jetzt habe ich Dicke Bohnen eingekauft. Ist das o. K.???

Eine verzweifelte Sabine


Luthien Erstellt am 22.04.2004 - 21:42

der Begriff Saubohnen sagt mir was ... *grübel*
http://www.liberherbarum.com/pn0256.htm
ähm ... bin grad bei google über Rauschmittel gestolpert ... Saubohnen als Rauschmittel?

Saubohne aus dem liber herbarum (hilft nur leider auch nicht sehr viel weiter ... aber nettes Bild)

Ackerbohne aka Saubohne ... mehr find ich leider auch nicht ...
Anmerkung Blue: Adresse nicht mehr aktuell


Mithfenien Erstellt am 23.04.2004 - 12:43

Alsoooo...

ich bin ja früher halb auf dem Bauernhof meiner Großeltern aufgewachsen, und da lief unter dem Ettikett 'Saubohne' das, was man als 'Dicke Bohne' bezeichnet, also die großen, weißen, mehligen Bohnen, und zwar die 'Kerne', nicht die Schoten.
Die Schoten waren sehr groß und pelzig, hellgrün. Die Bohnenpflanzen waren riesig und wuchsen an großen Stangengerüsten... und das Ernten hat riesig Spaß gemacht.

Das Rezept hört sich übrigens wirklich superlecker an, kann ich mir gut vorstellen! Hülsenfrüchtemus ist in anderen Kulturen ja viel verbreiteter als hier, man betrachte nur das Kichererbsenmus, das Hummus ja eigentlich ist... Lecker!

Gruß,
Mithfenien




Sabine Erstellt am 23.04.2004 - 13:27

Danke schön,

Christian hat mir heute nacht, als er endlich nach Hause kam, *grummel* auch bestätigt, daß Sau-/Puffbohnen = Dicke Bohnen sind, also gibt es die nächste Woche. 1 Kg!!! Falls Du Hunger hast, Jenny, komm vorbei. Ich denke, das Rezept macht auch warme Zelte !!! Nur Räucherwerk und Lagerfeuer sollte man vielleicht erstmal meiden....

Sabine

Mithfenien Erstellt am 24.04.2004 - 20:09

Dann habt Ihr jedenfalls schon mal Übung für das Zwiebel-Färbe-Event im Herbst!

Liebe Grüße,
Mithfenien




Sabine Erstellt am 05.05.2004 - 19:11

Hallo,
hier eine Anmerkung zu den Puffbohnen:
Dauerte in FF vieeeel zu lange. Habe die Heidelbeersauce gemacht (das Feuer brannte viel zu schnell runter und kein Mann weit und breit , um neues Feuerholz zu holen!). Als die Sauce fertig war, kamen die über Nacht gequollenen Bohnen dran.

Nochmal 2 Stunden Arbeit . Alles in allem: bereitet lieber alles zu Hause vor und dann nur über'm Feuer aufwärmen!

Die Sauce war klasse, super lecker, die Bohnen....ganz nett...

Sabine


Sabine Erstellt am 15.05.2004 - 18:48

Hallo an alle Köchhe,

noch ein Tipp, so am Rande. Ich habe so einige "Spusi's", die die diversen Kräuter oder Zutaten nicht mögen.
Mein Tipp: Tut die Kräuter (Lorbeer, Kümmel, Bohnenkraut und Nelken u. ä.) in einen Teebeutel (entweder die aus Baumwolle, also wiederverwendbar oder die aus Papier, für die Teebeutelhalter, die reißen NICHT!!! 1000fach erprobt! Verschließbar durch die Brot- und Toastbrotverschlüsse, die man aufbewahren kann). Nachdem alles gar ist, rausholen und ausleeren oder einfach wegwerfen. Der Geschmack ist in der Sauce, bzw. am Fleisch und keiner mäkelt rum!!!!

Ich eile jetzt zum Herd: Schweinebraten an Heidelbeersauce (zum x-ten mal, aber ist halt lecker)
Sabine


Landogar Erstellt am 16.05.2004 - 18:05

Hallo Zusammen

Um mal von Braten und ähnlichem wegzukommen (weil wer konnte sich im MA schon täglich Braten bekommen, ausser dem Adel?):

Wie wärs mit "Ribbl" ("spezialität" aus meiner Heimat, ist relativ billig herzustellen, füllt und ist nahrhaft).

Am Morgen Milch aufsetzen (Kochen) und dan solange Grieß einrühren bis der Schneebesen/Kochlöffel stehen bleibt, am Mittag die Masse zerstoßen und in einer Pfanne mit etwas Butter anrösten bis es eine schöne (Gold) gelbe Farbe hat. Man kann den Ribbl süßen (Honig in die Milch) oder einfach so lassen.....
Heiß oder kalt servieren.

MfG Landogar

[Dieser Beitrag wurde am 16.05.2004 - 18:27 von Landogar aktualisiert]




Sabine Erstellt am 16.05.2004 - 18:20

Hallo Landogar ,
das hört sich gut an. Weißt Du denn in etwa, was reinkommt? Ich habe dank der ungezählten Rezepte von Alheydis (3 Ordner???), die ich dann....,...ach was,.... die sie ja auch durchsuchen kann. Dann helfen wir Dir einfach....Gemeinsam finden wir schon was

Ribbl = Rübchen?
Ribbl = geriebenes?

Ich freu mich schon *händereib*. Neue Rezepte sind immer prima, vor allem, wenn sie jemand schon gemacht hat und gegessen und überlebt hat!!!! Obwohl, Erlebnisberichte bei mißglückten Versuchen können vielleicht auch sehr interessant sind....*hüstel*, so derjenige noch des schreibens mächtig ist...(*ichdenkesoanfeigeninfreienfels*)


Sabine



Landogar Erstellt am 16.05.2004 - 18:46

Hallo Sabine:

Ja das Rezept ist wirklich schon recht erprobt *g* seit ca 300 Jahren ist es für meine Heimat belegbar (davor gabs eigentlich kaum Aufzeichnungen über das was gegessen wurde, zumindest bei uns in der Gegend). Mein Großvater ist praktisch mit Ribbel Großgezogen worden.

Hier nochmal ein genaueres Rezept:

Zutaten:
300g "Vorarlberger Riebelgrieß" (oder einfach normalen Grieß)
1/2 l Milch
1 Prise Salz
100g Butterschmalz

Variante1: Milch mit einer guten Prise Salz in einem Topf aufkochen. Den Grieß einrühren und einige Minuten zugedeckt Auskühlen lassen. Dann im heiß gemachten Butterschmalz in einer großen Eisen- oder Bratpfanne knusprig rösten.

Variante2: In Eisen- oder Bratpfanne den Grieß trocken leicht anrösten die mit Salz versehene Milch aufgießen, Butterschmalz in Teilen dazugeben und fertig braten.

Soweit die "offiziellen Rezepte" der Vorarlberger Mühle! *g*

Man kann allerdings auch etwas mehr Milch nehmen und das ganze dann als Grießbrei servieren...

Mfg Landogar




Mithfenien Erstellt am 31.08.2004 - 00:40

*Thread aus der Versenkung hol*

Gute Nachrichten für alle Fans des süßen oder herzhaften französischen Pfannkuchens:

Hab gerade in einem französischen Kochbuch gelesen, dass es Crèpes schon seit dem Mittelalter gibt! Das erweitert doch das Marktkochrepertoire ganz ungemein, nich?

Gruß, Mith



Big-Bonsai Erstellt am 03.09.2004 - 14:29

hallo!

@Mithfenien: du weißt, "Mittelalter" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Ich habe mal gelesen, dass es etwas auch "seit dem tiefen Mittelalter" gegeben haben soll und eine halbe Seite später wurde auch das Jahr erwähnt: 1700-irgendwas!
Soviel zum Thema: was in Büchern steht!

@ Landogar: das ist ja ein tolles Rezept! wird gleich ausprobiert! Bei uns gibt es zum Frühstück immer irgendeinen Brei (zusätzlich, sonst bekomme ich das bei meinen Leuten gar nicht durch!) dann mach ich einfach mehr davon und Mittags hab ich dann ausgesorgt!


Apropos: kennt ihr Relièr? (richtig geschrieben?)? Das ist fasrig gekochtes Fleisch mit gaaaanz viel Schmalz. Kommt in einen Steinguttopf und wird kalt auf Brot gegessen. Ist ein altes französischen Rezept, welches in ländlichen Gegenden generationsweise erhalten blieb.
Genau wie "Pilgerzwiebeln" Das Rezept hab ich von der "Pilgerküche", die mal neben uns lagerte. Nachzulesen ist das glaub ich im "Wie man ein teutschen Mannsbild bey Kraeften haelt" oder so.
Zwiebeln werden geschält und kleingeschnippelt in einem Topf im eigenen Saft geschmort. Das ganze wird mit Wein abgegossen, mit Schmand gebunden und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Dies wird warm als Brotbelag verwendet.
Aber Achtung: nicht in geschlossenen Räumen servieren! Auf Märkten ist es schon bedenklich, weil desnachts die Zelte wegzufliegen drohen!

An alle mit einem ähnlichen Problem, wie das mit den Bohnen: das Buch "Nutzpflanzen in Deutschland" von Udelgard Körber-Grohne ist toll, um heraus zu bekommen, was für Pflanzen wo wann angebaut wurden. Es geht von der Vorgeschichte bis heute.

@Sabine: Wir haben mal mit Galgant ein Gulasch gemacht... das war furchtbar! Hab damit nie wieder experimentiert! Aber mein Vater hat das Gulasch gemacht... evtl. lag das gar nicht am Galgant?!


Grüßle




Wigbert Erstellt am 06.10.2004 - 18:54

Wieso braucht ihr Rezepte, um im Lager was zu kochen?

Das einfachste und wahrscheinlich schon fast authentischste dürfte ja wohl Rumlag sein und da braucht man kein Rezept sondern lediglich einige nahezu beliebige Zutaten.

Schließlich dürfte es grade bei der normalen Bevölkerung eher selten darum gegangen sein, dass irgendwas besonderes gekocht wurde.
Die meiste Zeit lief das wohl eher so ab, dass nachgesehen wurde, was denn so da ist (saisonale Erzeugnisse der Natur) und das dann, sofern vorhanden, mit Gewürzen, wahrscheinlicher aber mit Kräutern abgeschmeckt. (und wahrscheinlich wurde meist alles zusammen in einem Topf gekocht, weil man eben nur einen hatte)


Da wir heute aber nunmal einen verzogenen Gaumen haben, kann man es sich heutzutage wohl erlauben, einfach beim Besuch des Supermarkts all das mitzunehmen, was man mag und was es damals schon gab.
Das wird dann alles kleingeschnitten, in nen Topf mit Wasser geschmissen, je nach Wunsch noch etwas gewürzt (je nach Zutaten nicht einmal mehr zwingend nötig) und wenn das Gemüse dann weich genug ist, ists fertig (außer Gemüse schneiden und immer wieder umrühren kaum Arbeit).

Da man bei den Zutaten recht gut variieren kann, kann man sich auf relativ viele Geschmäcker einstellen, ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand.


Big-Bonsai Erstellt am 06.10.2004 - 20:36

Hi, Wigbert.

Naja, ich glaube, wir wollen alle sichergehen, nichts Falsches zu tun. Denn es gab im MA auch schon genug Metall um Computerchips herzustellen..... aber das Wissen war nicht da. Und frag mal einen "Normalbürger", was er von süß angemachten Fleisch hält. Der wird "Mandelgulasch" mit Honig wohl kaum essen, weil wir es heutzutage einfach nicht mehr gewohnt sind. Die Menschen im MA hatten aber ganz andere Geschmäcker.
Ich glaube, deshalb suchen wir nach Rezepten, um wenigstens eine Grundeinstellung zu erhalten.

Selbstverständlich kann man - wenn man den "Geschmacksgedanken" drauf hat - improvisieren, das ist klar. Du hast wohl recht, dass vornehmlich einfaches Volk eher das aß, was so rumlag (=Rumfort), aber trotzdem möchten wir uns in ihre "Geschmacksnerven" hineinversetzen. Die Kunst ist es, überhaupt erstmal so zu denken - oder zu schmecken - wie eine MA-Köchin.

Grüßle


Ingo Erstellt am 06.10.2004 - 21:46

Hallo Wigbert,

ein kleiner Neben"kriegs"schauplatz zum Thema Resteverwertung findest Du hier.
Anmerkung Blue: Flinkhand-Kaffekränzchen-Menüs ala Rumford

Noch einen schönen Tag

Wigbert Erstellt am 07.10.2004 - 08:58

@Ingo
Danke für den Tipp.
Ist recht interessant der Thread.

@Big-Bonsai
Mmmh, dann hatte ich das wohl falsch verstanden.
Ich dachte, hier ginge es mehr darum, was damals so typisch war und was nahezu jeder essen durfte/musste.
Und wie gesagt: alles, was mit Fleisch zu tun hat und aufwändiger zu machen ist, fällt für mich eigentlich in das Gebiet Festtagsessen oder Essen für Besserverdiener/Adlige (das eine erzwingt ja nicht das andere).

Ich weiß aber nicht, ob die damals wirklich so anders gewürzt haben.
Der größte Unterschied dürfte wohl darin bestanden haben, dass es eben fast nur Kräuter gab, mit denen man würzen konnte, da die ganzen für uns typischen Gewürze entweder noch gar nicht bekannt oder einfach extrem teuer waren.
Es wird daher wahrscheinlich für unsere verwöhnten Zungen oft rect fad geschmeckt haben.
Wenn man natürlich vom Arme-Leute-Essen weggeht, kommt man wahrscheinlich schnell zu "seltsamen" Kreationen.
Da möchte ich jetzt aber mal fast behaupten, dass das wiederum darauf zurückzuführen ist, dass man ja seinen Reichtum zeigen muss und dann kann man natürlich nicht nur einfache Sachen machen, wie sie jederman hinbekäme. Wenn das Resultat dann auch noch gut schmeckt, ists natürlich noch schöner.

Heutzutage ist es doch nicht viel anders. Wenn du mal schaust, was in manchem Nobel-Restaurant auf der Speisekarte steht, fragst du dich wahrscheinlich auch erstmal: "Wie kann man das essen?!".

Aber, wie gesagt, dass sind natürlich alles nur Thesen, Vermutungen und Meinungen, die mir grade so in den Sinn gekommen sind.
blue
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